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Ralf Mai: Die Alten der Zukunft

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1971 in Stuttgart geboren
    • Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institut für Bevölkerungswissenschaft in Wiesbaden
    • 2003 Buch "Die Alten der Zukunft"
 
       
   

Ralf Mai in seiner eigenen Schreibe

 
       
   
  • fehlt noch
 
       
       
   

Die Alten der Zukunft (2003).
Eine bevölkerungsstatistische Analyse.
Schriftenreihe des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Band 32

Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsabgrenzungen und Methodik

3. Bevölkerungsentwicklung und demographische Alterung in Deutschland und der EU

3.1 Geburtenentwicklung

3.2 Sterblichkeit

3.3 Wanderungen

3.4 Bevölkerungsbilanz und -struktur

3.5 Die ausländische Bevölkerung in Deutschland

3.6 Ältere Migranten und die Rückwanderung von älteren Ausländern

3.7 EU-Vergleich der Bevölkerungsentwicklung

4. Die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis 2050

5. Die künftige demographische Alterung in Deutschland

6. Lebensformen im Alter - heute und morgen

7. Hilfe- und Pflegebedürftige im demographischen Wandel

8. Sozio-ökonomische Merkmale der Älteren

9. Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Zitate:

Endgültige Kinderzahlen für die Frauenjahrgänge 1865 - 1966
(Die Abbildung nennt als Quelle Karl Schwarz, 1991)

"Betrachtete man die Geburtenentwicklung (...) auf die einzelnen Geburtsjahrgänge der Frauen bezogen, so erhält man ein exakteres Bild der Veränderungen im Geburtenverhalten. (...). Der zeitlichen Dimension der Geburtenentwicklung wird somit besser Rechnung getragen - denn die Realisierung eines Kinderwunsches ist zeitlich nicht unbedingt festgelegt und kann je nach individueller Situation vorverlegt oder verschoben werden. Dies ist ein entscheidender Unterschied zur Querschnittsbetrachtung (...) in der die so genannten Timing-Effekte, z.B. durch eine Erhöhung des Heiratsalters oder eine Rückverschiebung der Geburten (wie in Ostdeutschland nach der Wende) einen z.T. nicht unerheblichen Einfluss auf den Kurvenverlauf haben. (S.21)

Kein Frauenjahrgang seit 1880, der in Deutschland das bestandserhaltende Geburtenniveau gesichert hat

"Ab etwa dem Jahrgang 1880 fiel die endgültige Kinderzahl der Frauen in Deutschland unter das Bestandserhaltungsniveau: seitdem erreichte kein Jahrgang mehr den Generationenersatz!" (S.22)

Anteil kinderloser Frauen an den Geburtsjahrgängen 1935 - 1965 (Die Abbildung nennt kein Erhebungsjahr)

"Die vorherigen Jahrgänge hatten zwar einen höheren Anteil kinderloser Frauen zu verzeichnen als diejenigen ab 1935: aufgrund der Männerverluste des Ersten Weltkrieges blieben viele Frauen ohne Partner und Familie. Fast ein Drittel der 1965 geborenen Frauen in Westdeutschland werden aller Voraussicht nach aber meist freiwillig kinderlos bleiben. Ostdeutschland hat dabei stark aufgeholt, nachdem Kinderlosigkeit in der ehem. DDR nicht zuletzt aufgrund der pronatalistischen Politik kaum eine Rolle spielte. Für die kommenden Jahrgänge rechnet man mit noch höheren Zahlen - schon heute bleiben etwa Akademikerinnen zu 40 % kinderlos (Dorbritz; Schwarz 1996)." (S.22f.)

Die Prognosen zur demografischen Alterung in Deutschland unterscheiden sich gravierend

"Weil demographische Prognosen nur so gut sind wie ihre getroffenen Annahmen und dies maßgeblich die Ergebnisse bestimmen, soll ein Vergleich dreier Bevölkerungsprognosen zeigen, ob sich die demographische Alterung bei den drei Modellrechnungen grundlegend unterscheidet. Untersucht wurde dabei jeweils nur die als die wahrscheinlichste angesehene Variante:

- Die Variante 2 der 9. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (...).

- Die mittlere Variante der UN Wolrd Population Prospects aus dem Jahr 2000 geht bis 2050 von einem Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffer auf 1,61 (...) aus.

- Die mittlere Variante der Bevölkerungsprognose von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, rechnet bis 2050 mit einem Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffer auf 1,5 (...).

Die 9. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes ist hinsichtlich der Bevölkerungsabnahme und der Zunahme des Anteils der älteren Menschen am pessimistischsten. Die Bevölkerung Deutschlands nimmt in der UN-Prognose dagegen nur auf rund 73 Mio. ab, bei der EU-Prognose sogar nur auf 77 Mio (9. Koordinierte: rund 70 Millionen)

(...).

Bei optimistischeren Annahmen zur Geburtenhäufigkeit und höherer Zuwanderung (UN- und EU-Prognose) ist die Entwicklung der demographischen Alterung weniger stark ausgeprägt." (S.91ff.)

Anmerkungen zur Studie:

Die vorliegende Studie von Ralf MAI ist eine Auftragsarbeit des Familienministeriums, dient also als Grundlage für die Rechtfertigung politischer Entscheidungen. Ob eine Geburtenrate die Bestandserhaltung garantiert oder nicht, unterscheidet sich gravierend, je nachdem, welche Berechnungsmethode verwendet wird. Verwendet man z.B. wie Susanne GASCHKE ("Wo sind die Kinder?") Querschnittsdaten (Geburten aller gebärfähigen Frauen eines Jahres) und keine Längsschnittdaten (Geburten pro Frauenjahrgang) als Maßstab, bekommt man eine verzerrte Vorstellung von der Generationengerechtigkeit. Während im ersteren Fall scheinbar bestimmte Frauenjahrgänge das Bestandserhaltungsniveau sichern, stellt sich das im Längsschnitt als Trugschluss heraus.

In der Literatur existieren jedoch je nach Quelle (siehe z.B. Peter MARSCHALK oder Detlef GÜRTLER) enorme Differenzen bei den Berechnungen. Die Datenlage zur Kinderlosigkeit entspricht nicht dem aktuellen Stand.

Bereits im Jahr 2001 hat Jürgen DORBRITZ den Anteil der  Kinderlosen am Frauenjahrgang 1965 auf 27 % nach unten korrigiert. Der Timing-Effekt wurde also unterschätzt.

Bei der Prognose der demografischen Alterung in Deutschland wird vom Bundesinstitut für Bevölkerungswissenschaft ein Szenario entwickelt, das sich aus der bisherigen Entwicklung der Bevölkerung und den gesellschaftlichen Bedingungen nicht zuverlässig ableiten lässt. Detlef GÜRTLER (Welt vom 19.08.2003) hat aufgrund seiner eigenen Berechnungen die Annahme einer konstant bleibenden Geburtenrate für die nächsten 30 Jahre kritisiert.

Die Untersuchungen von international renommierten Demografen wie Ron LESTHAEGE und John BONGARTS widersprechen der Annahme deutscher Demografen ebenfalls. Inzwischen sprechen selbst Mainstream-Soziologen von einem Wandel des Wertewandels, dessen Auswirkungen auf die Geburtenrate der jüngeren Generationen von den Demografen nicht berücksichtigt werden.

 
     
 
       
   

Eine Kritik zum Thema

Bestandsschutz für die 68er-Generation und hohe Sonderbeiträge für Kinderlose und die nachfolgenden Generationen? Nein!
 
       
   

Ralf Mai im WWW

www.bib-demographie.de
 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

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Update: 28. Januar 2017