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Stephan Fasshauer: Alterssicherungssystem und Geburtenrate

 
       
     
       
     
       
   

Stephan Fasshauer in seiner eigenen Schreibe

 
   

FASSHAUER, Stephan (1999): Meinhard Miegel und Stefanie Wahl: Solidarische Grundsicherung - private Vorsorge: Der Weg aus der Rentenkrise, Buchbesprechung,
in: Deutsche Rentenversicherung, H.12, Dezember

FASSHAUER, Stephan (2005): Die Folgen des demographischen Wandels für die gesetzliche Rentenversicherung. In: Judith Kerschbaumer & Wolfgang Schroeder (Hrsg.) Sozialstaat und demographischer Wandel. Herausforderungen für Arbeitsmarkt und Sozialversicherung, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 67-95

Neu:
FASSHAUER, Stephan (2006): Besteht ein Zusammenhang zwischen Alterssicherungssystem und Geburtenrate?
- Anmerkungen aus theoretischer und empirischer Sicht -,
in: Deutsche Rentenversicherung, H.6,
Juni

 
       
   

Stephan Fasshauer im Gespräch

 
   
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Besteht ein Zusammenhang zwischen Alterssicherungssystem und Geburtenrate? (2006).
- Anmerkungen aus theoretischer und empirischer Sicht -
in:
Deutsche Rentenversicherung, H.6, Juni

 
   
     
 

Zitate:

Kritik am Modell des Drei-Generationenvertrags

Die Bestandserhaltungszahl ist keineswegs immer die optimale Geburtenrate

"Das Fehlen einer - wissenschaftlich fundierten - optimalen Geburtenrate im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt ist für die gesamte Familienpolitik, aber auch in besonderem Maße für alle humankapitaltheoretischen Ansätze mit dem Anspruch, konkrete Politikmaßnahmen daraus ableiten zu wollen, ein wesentliches Manko. Bisher ist eine solche Bestimmung nicht gelungen. die Diskussionen in Wissenschaft und Politik greifen deshalb meist auf das sog. Ersatzniveau von 2,1 Geburten pro Frau zurück. Diese Größe muss aber keinesfalls die gesamtwirtschaftlich optimale Geburtenrate sein. Die gesamtwirtschaftlich optimale Geburtenrate kann durchaus bei 1,4 oder auch bei 2,8 liegen - sie hängt eben nicht nur vom Alterssicherungssystem, sondern noch von einer großen Anzahl weiterer Einflussgrößen (Arbeitsmarktbedingungen, Bildungspolitik, Kinderbetreuung, Wanderungsbewegungen, ...) ab." (S.311)

Bei den empirischen Untersuchungen zum Einfluss des Alterssicherungssystems werden die familienpolitischen Leistungen nicht ausreichend berücksichtigt

"Ein wesentliches Defizit der vorhandenen Untersuchungen besteht in der fehlenden adäquaten Berücksichtigung der bereits bestehenden familienpolitischen Leistungen in der gesetzlichen und staatlich geförderten Alterssicherung. Allein in der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben die Eltern pro Kind einen Rentenanspruch, der einer Beitragszahlung - in heutigen Werten - von etwa 17.300 Euro (alte Bundesländer) bzw. rund 14.600 Euro (neue Bundesländer) entspricht." (S.320)

Die Rente nach Kinderzahl ist weder theoretisch noch empirisch zu rechtfertigen

"In der renten- und familienpolitischen Diskussion wird seit geraumer Zeit die Forderung erhoben, die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung von der Kinderzahl abhängig zu gestalten, um damit die Geburtenrate wieder zu erhöhen. Die theoretische Grundlage dieser Forderung bildet das Modell überlappender Generationen. Auf diesem Modell aufbauende Überlegungen zeigen zwar, dass der theoretische Nachweis durchaus erbracht werden kann, dass ein kinderabhängiges Rentensystem die Geburtenrate positiv beeinflusst, zugleich wird jedoch deutlich, dass diese Ergebnisse aus methodischen und praktischen Gründen keine geeignete Basis für konkrete rentenpolitische Maßnahmen bilden. Ebenso ungeeignet für die Begründung eines Umbaus der Alterssicherung zu einem kinderzahlabhängigen Rentensystem ist die derzeitige empirische Ausgangslage. Hier konnte (bisher) kein überzeugender Nachweis dafür erbracht werden, dass die gesetzlichen Rentenversicherung die Geburtenrate in Deutschland beeinflusst. Insgesamt zeigt die Analyse der theoretischen und insbesondere der empirischen Ausgangslage, dass sich die Vorschläge auf eine kaum belastbare Grundlage stützen. In Bezug auf die empirischen Untersuchungen zeigt sich, dass die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung für Erziehung von Kindern bereits erheblich sind, aber häufig unbeachtet bleiben. Auch die in zunehmendem Maße familienpolitischen Begünstigungen im Bereich der staatlich geförderten Zusatzvorsorge werden nicht adäquat berücksichtigt. Diese Kenntnisse sind wichtig, wenn konkrete Vorschläge für eine verstärkte Förderung von Kindern im Rentensystem diskutiert werden." (S.321)  

     
 
       
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Rente nach Kinderzahl - Der nicht erklärte Krieg gegen Singles
 
       
   

Die Folgen des demographischen Wandels für die gesetzliche Rentenversicherung (2005).
In: Judith Kerschbaumer & Wolfgang Schroeder (Hrsg.) Sozialstaat und demographischer Wandel. Herausforderungen für Arbeitsmarkt und Sozialversicherung, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 67-95

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Allgemeine Anmerkungen zur Demographieabhängigkeit der Alterssicherung
3. Demographische Entwicklungen

3.1 Vorbemerkungen
3.2 Geburtenentwicklung
3.3 Lebenserwartung
3.4 Altenquotienten und internationaler Vergleich
3.5 Ökonomische Entwicklung

4. Rentenversicherungsspezifische Entwicklungen
5. Die Auswirkungen der demographischen, ökonomischen und rentenversicherungsspezifischen Entwicklungen für die nachhaltige Ausgestaltung der gesetzlichen Rentenversicherung

5.1 Allgemeine Anmerkungen zu den wesentlichen Finanzparametern der gesetzlichen Rentenversicherung
5.2 Auswirkungen der bisherigen Anpassungsmaßnahmen auf Beitragssatzentwicklung, Leistungsniveau und Akzeptanz
5.3 Das RV-Nachhaltigkeitsgesetz und seine Auswirkungen

a) Änderung der Rentenanpassungsformel und ihre Auswirkungen
b) Erhöhung des tatsächlichen Renteneintrittsalters

5.4 Mögliche weitere Reformoptionen als Antwort auf die erwartete demographische und ökonomische Entwicklung

a) Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters
b) Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate
c) Erhöhung der Zuwanderung

6. Abschließende Bemerkungen

Zitat:

Der geschätzte Einfluss der Geburtenrate und eines höheren Renteneintrittsalters auf die Rentenversicherung bei Annahme einer zu niedrigen Zuwanderung

"Unter der Annahme, dass sich die zusammengefasste Geburtenziffer in den nächsten Jahren in Deutschland leicht erhöht, kommt eine aktuelle Prognos-Studie zu dem Ergebnis, dass sich deutlich positive Effekte für die Finanzen der gesetzlichen Rentenversicherung ergeben würden. Bis zum Ende des Prognosezeitraums (2050) würde sich, bei einer unterstellten zusammengefassten Geburtenziffer von 1,7 ab 2010, eine Verringerung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung von 1,2 Prozentpunkten gegenüber der Referenzrechnung ergeben. Da sich zugleich das Bruttorentenniveau im Vergleich zum Referenzszenario um 0,8 Prozentpunkte erhöhen würde, ist eine Erhöhung der Geburtenrate im Betrachtungszeitraum bis 2050 nach den Ergebnissen der Studie im Vergleich zu den weiteren untersuchten Varianten (u.a. höheres Wirtschaftswachstum, höhere Erwerbsbeteiligung von Jüngeren bzw. Älteren und höhere Zuwanderung) die »vorteilshafteste« Variante. Die Analyse hat aber auch gezeigt, dass bei einem Zeithorizont bis 2030 - bei Beachtung von Leistungsniveau- und Beitragssatzentwicklung - eine höhere Erwerbsbeteiligung Älterer die zu präferierende Variante wäre."
(2005, S.89)

"Die Studie von Prognos (...) nimmt bei ihren Berechnungen an, dass ab 2011 der jährliche Nettozuwanderungssaldo gegenüber der Referenzberechnung schrittweise bis 2020 auf dann 50.000 Personen gesteigert wird und auf diesem Niveau anschließend konstant bleibt. Unter diesen Bedingungen kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass diese Variante, nach einer Erhöhung der Geburtenrate, in Bezug auf Leistungsniveau- und Beitragssatzentwicklung die zweitbeste Option darstellt."
(2005, S.89)

Anmerkungen: In der Prognos-Studie wird unter höherer Zuwanderung eine Zunahme ab 2011 um bis zu 50.000 Personen (5.000 Personen pro Jahr) bis 2020 verstanden. In der Referenzrechnung wird von 175.000 Personen Zuwanderungsgewinn ausgegangen, d.h. im Jahr 2020 wird ein Nettowanderungssaldo von 225.000 Personen angenommen.

     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die Rente vor dem Kollaps wegen dem Geburtenrückgang und der steigenden "Altenlast" in Deutschland?

 
       
   

Das Alterssicherungssystem in Deutschland im Rahmen der Neuen Institutionenökonomie  (2003).
Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse Band 92
Hamburg:
Verlag Dr. Kovac

 
   
     
 

Klappentext

"Seit vielen Jahren steht die gesetzliche Rentenversicherung im Zentrum wissenschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen. Gerade vor Wahlen nimmt die Schärfe der öffentlichen Diskussionen in steter Regelmäßigkeit deutlich zu. Dies ist aufgrund der bestehenden institutionellen Ausgestaltung der Alterssicherung in Deutschland auch nicht verwunderlich – sie fördert die Instrumentalisierung der Rentenpolitik für wahltaktische Auseinandersetzungen. Die Instrumentalisierung der Rentenpolitik aus wahltaktischen Motiven ist ein zentraler Aspekt der vorliegenden Arbeit, die die Analyse des Alterssicherungssystems in Deutschland im Rahmen der Neuen Institutionenökonomie zum Inhalt hat.
Die vorliegende Untersuchung betrachtet mit intergenerativen und intragenerativen Überlegungen zwei Ebenen. Während bei der Analyse der Beziehungen zwischen den Generationen die drei zentralen Elemente der Neuen Institutionenökonomie (Transaktionskostentheorie, Property-Rights-Theorie und Vertragstheorie) die Grundlagen der Ausführungen bilden, wird für die Untersuchung der Beziehungen innerhalb einer Generation bzw. exakter für die Beziehung zwischen Politik und Bevölkerung der Fokus auf die Principal-Agent-Theorie als ein wesentlicher Teilbereich der Neuen Institutionenökonomie gelegt. Mit Hilfe der Principal-Agent-Theorie lassen sich in diesem Kontext nicht nur die volkswirtschaftlichen Kosten der bestehenden institutionellen Regelungen des Alterssicherungssystems aufzeigen, sondern auch Lösungsmöglichkeiten für eine Reduzierung dieser Kosten ableiten."  

     
 
       
   

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Update: 16. Februar 2015