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Das Single-Dasein im Film:

 
   

Achim Bornhak

 
   

Das wilde Leben (Deutschland 2006)

Eight Miles High

 
   
     
 

Filminhalt

"»Das wilde Leben« erzählt die Lebensgeschichte des Sex-Symbols der 68er-Generation: Sex, Drugs and Rock’n’Roll – niemand brachte das besser auf einen Nenner als Top-Model Uschi Obermaier."

 
     
 
       
   

Gespräche und Porträts

KAMMERER, Steffi (2004): "Ich glaube an Märchen".
Uschi Obermaier war das Sexsymbol der 68er. Nun wird ihr Leben verfilmt. Ein Hausbesuch,
in: Welt am Sonntag v. 22.08.

"Uschi Obermaier lebt in der Nähe von Los Angeles, vor einem Jahr hat sie ein Haus im Topanga Canyon gekauft - das erste Haus ihres Lebens. Der Wohnraum ist hoch und licht, mit Fenstern in alle Himmelsrichtungen und freier Sicht auf die Berge",

berichtet uns Steffi KAMMERER. Am Schluss folgt ein Plädoyer fürs Alleinwohnen:

"Die Ehe ist ihr suspekt, auch dass die Jungen sie plötzlich wieder so attraktiv finden. »Wenn man allein lebt, weiß man, man ist selbst verantwortlich. Wenn ich schlecht drauf bin, muss ich mich selbst wieder rausholen.« Die schlimmste Einsamkeit sei die zu zweit.
(...).
Von
Kommunen und Gruppenexperimenten träumt sie nicht mehr. »Nein, um Gottes willen. Ich will meinen Kühlschrank für mich allein. Ich brauche meinen Platz.«
"

HILDEBRANDT, Antje (2006): "Sie hat im Haushalt keinen Finger gerührt".
Rainer Langhans über seine einstige Geliebte Uschi Obermaier, das wilde Leben in der Kommune I und Versuche, die 68er-Bewegung zu verfilmen,
in: Welt v. 20.06.

SCHLAG, Beatrice (2006): "Ich will das Feuer".
Sie war das schönste Gesicht der 68er Jahre und lebte aus, was andere theoretisierten. Uschi Obermaier über Kommunen, freie Liebe und das Hochgefühl, wenn Mick Jagger und Keith Richards gleichzeitig vor der Haustür stehen,
in: Weltwoche Nr.51/52 v. 21.12.

Uschi OBERMAIER u.a. über die Vorteile des Alleinlebens: "Heute leben Sie allein.
Ja. Ich habe eine
Fernbeziehung, mit allem Auf und Ab. Ich will nicht darüber reden, aber es macht mich sehr happy. Ich bin nicht gemacht für den Alltag. Der Alltag erstickt die Liebe. Ich will das Feuer. Gut, manchmal verbrenn ich mich. Aber das gehört dazu. Das Feuer ist mit Alltag nicht vereinbar. Im Alltag kriegt man etwas anderes. Aber ich will Feuer, dann fühle ich mich wie ein Teenager.
"

WINKLER, Willi (2007): Everybodys Uschi.
"Er gefiel mir, weil er jung und exotisch war" - das wilde Leben der Sex-Ikone Obermaier kommt peinlicherweise ins Kino,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.01.

Willi WINKLER stellt die Inszenierung des Kommunelebens durch das Stern Magazin in den Mittelpunkt seiner Sicht auf die Lebensgeschichte von Uschi OBERMAIER.

REICHEL, Sabine (2007): Uschis Märchenstunde.
Nackter Diebstahl und ein bisschen Verrat. Wie das Sexsymbol Obermaier die Bewegung der 68er vermarktet. Zur Freude der Deutschen,
in: Tagesspiegel v. 28.01.

"Uschi und ich - wir kennen uns lange - sind nicht nur »68er«, sondern beide auch noch »46er«, ein Jahrgang mit sehr hoher Geburtenrate", verrät uns REICHEL und meint politisch korrekt:

"Sind wir eine verbitterte, enttäuschte, nostalgische Peter-Pan-Generation geworden, Apo-Opas und Rheuma-Rebellen, angepasste Fettwänste, hochbezahlte Befehlsempfänger, frustrierte Mütter und einsame Karrierefrauen? War alles nur ein psychedelischer Traum, ein riesengroßes Versagen, ein lachhaftes Experiment, so wie es gern von besserwisserischen Soziologen und nörgelnden Neidern dargestellt wird?
Ja, es war eine geile Zeit, aber (...) auch eine wütende und gewalttätige Zeit
".

JÄHNER, Harald (2007): Die Galionsfigur.
"Das wilde Leben": Ein Film zeigt Uschi Obermaier als große Reisende,
in: Berliner Zeitung v. 31.01.

"Uschi Obermaier blieb im Gedächtnis, weil sie das missing link war zwischen den Revoluzzern und den Spießern. Sie war der Vorposten des Stinknormalen in der bizarren Welt der Kommune 1 - niemals zuvor und niemals später war das Stinknormale so wunderschön anzusehen, so herrlich aufgeblüht wie unter den Schraten, Gammlern und schrägen Engeln der Studentenbewegung", erläutert JÄHNER.
 
   

Filmkritiken

KOTHENSCHULTE, Daniel (2007): Nix wie weg,
in: Frankfurter Rundschau v. 01.02.

MARTENSTEIN, Harald (2007): Das deutsche Blusenwunder.
Der Uschi-Obermaier-Film "Das wilde Leben" zeigt, wie "Achtundsechzig" wirklich war,
in: Tagesspiegel v. 01.02.

SCHWEIZERHOF, Barbara (2007): Das wilde Leben,
in: TAZ v. 02.02.

 
   

Der Film in der Debatte

KIONTKE, Jürgen (2007): Germany's Left Top Model.
Reichtum lässt sich teilen. Schönheit nicht. Uschi Obermaiers Revolte und die Exklusion des Hässlichen,
in: Jungle World Nr.4 v. 24.01.

Jürgen KIONTKE über den Film: "Leuten wie Uschi Obermeier geht es materiell so gut, dass sie sich weiter keinen Kopf machen müssen, wenn sie am Strand von Bali rumhängen. Eine gemeinsame Vision – Liebe & Freiheit – haben sie auch. Aber diese Welt basiert auf der Exklusion der Hässlichen. Die bebrillten Typen und die radikalen Frauen, sie dürfen da – auch ein Naturgesetz – nicht mitmachen und rächen sich. So findet die erste und einzige Prügelei in der Kommune 1 ohne Polizeibeteiligung statt: Kleinbürgertum entsteht, wo Eigentum nicht teilbar ist. Also wegen Uschi Obermaier. Langhans will wegen ihr »jede Revolution verraten«. Fremdgegangen ist er trotzdem.
            
Eine Filmstunde später, als bei Uschi dann doch noch das Unglück antanzt, gibt sie uns den Satz »Freiheit bedeutet Einsamkeit« mit nach Hause. Und mit der will umgegangen werden. Sie kann das. Viele können das nicht. »Freiheit macht arm« soll später ein Buch heißen. Ein linkes Buch. Freiheit, steht da drin, dazu braucht man das nötige Kleingeld."

SEIDL, Claudius (2007): Ich war Uschi Obermaier,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.01.

"Sie war 37 Jahre alt - und der Umstand, dass sie seither kaum älter geworden ist, hat womöglich seinen Grund auch darin, dass nichts Wesentliches mehr geschehen ist. Eigentlich müsste sie, wenn sie mal wieder eine Talkshow besucht, sich so vorstellen: Ich war Uschi Obermaier, von circa 1966 bis 1984. Seither versuche ich, meinen Ruhm und meine Vergangenheit zu bewirtschaften", meint Claudius SEIDL.

MATUSSEK, Matthias & Philipp OEHMKE (2007): Die Tage der Kommune.
Vor 40 Jahren revolutionierte die Kommune 1 den deutschen Alltag. Rainer Langhans und Uschi Obermaier wurden Popstars der Revolte, andere scheiterten im bewaffneten Untergrund. Waren die Kommunarden Polit-Künstler oder Terroristen?
in: Spiegel Nr.5 v. 29.01.

Anlässlich des Kinofilms Das wilde Leben und einigen Veröffentlichungen von Wolfgang KRAUSHAAR und dem Hamburger Institut für Sozialforschung zur RAF-Problematik, rekonstruieren Matthias MATUSSEK & Philipp OEHMKE noch einmal die Tage der Kommune I. Sie kommen zu dem Schluss, dass die 67er- und die 68er-Bewegung zwei verschiedene Kulturen darstellten. Erstere haben mit alternativen Lebensstilen experimentiert und damit einen kulturellen Modernisierungsschub eingeleitet, während letztere in die Politisierung und den Terrorismus mündete:

"Mit den Siegern von 68 will man nichts zu tun haben. Doch die Verlierer von 67, die interessieren bis heute. Sie waren Punk, lange bevor es ihn gab. (...). In diesen hundert Tagen lebten die Kommunarden dem Land die Angstlosigkeit gegenüber der Obrigkeit vor - dahinter ging es nie wieder zurück.
             Oft werden die Tage als Inkubations-Zeit für spätere Terrorakte gelesen. Und doch stehen sie für sich selbst. Sie waren eine politische Happeningphase, die die Köpfe der Nachkriegsgesellschaft wachrüttelte. Und die nebenbei den nötigen Modernisierungsschub besorgte, eine Öffnung in die Welt."

SPIEGEL (2007): "Heute sind Designer Revolutionäre".
Der Philosoph Peter Sloterdijk, 59, über die Jugendrevolte von 1967,
in: Spiegel Nr.5 v. 29.01.

Peter SLOTERDIJK über den Kulturkampf zwischen kultureller und politischer Linker, der selbst noch die Debatte um Sophie DANNENBERG prägte:

"Aus der gelebten Wirklichkeit weiß ich mit großer Sicherheit, dass es eine abgrundtiefe Kluft gab zwischen der Szene, wo man vom bewaffneten Kampf fabulierte, und dem Milieu, wo man mit alternativen Lebensformen experimentierte".

 
   

Der Film im WWW

www.daswildeleben.de
 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 17. Juni 2015