[ Film- und TV-Geschichte des Single-Daseins ] [ News ] [Suche] [ Homepage ]

 
       
   

Das Single-Dasein im Film:

 
   

Jun Ichikawa

 
   

Tony Takitani (Japan, 2004)

Singularisierung

 
   
     
 

Filminhalt

"Tony Takitani hatte eine einsame Kindheit. Seine Mutter starb wenige Tage nach seiner Geburt, und sein Vater verbrachte mehr Zeit mit seiner Jazzband als mit seinem Sohn. Einsamkeit schien für Tony ein natürlicher Zustand zu sein. Auch sein amerikanischer Vorname isolierte Tony von seinen Mitmenschen. In der Schule widmete er sich mit besonderer Hingabe der Kunst, eine Leidenschaft, die ihn später zu einem Studium an der Kunstakademie führte. Als in sich gekehrter Student fertigte er naturalistische und detailgetreue Zeichnungen an, die jedoch jede Form von Emotion vermissen ließen und eine Art mechanischer Kälte ausstrahlten. Daran gewöhnt, allein zurechtkommen zu müssen, schien Tony das Aufkommen von Gefühlen für irrational, ja für ein Zeichen von Unreife zu halten.

Eines Tages jedoch begegnet Tony Eiko, verliebt sich in die attraktive, junge Frau und heiratet sie wenig später. Sein Leben verändert sich dadurch grundlegend: Zum ersten Mal erlebt Tony das Glück von Nähe und Geborgenheit. Zwar fühlt er sich jetzt lebendiger denn je, aber er fürchtet sich nun auch davor, wieder einsam zu sein – denn erst jetzt wird ihm bewusst, was Einsamkeit überhaupt bedeutet und wie leer sein Leben ohne Eiko war.

Etwas aber trübt Tonys Glück: Eikos obsessive Leidenschaft für Designer-Kleidung. Immer wieder zieht es sie in die teuersten Boutiquen, ihre Kleider füllen schließlich ein ganzes Zimmer. Es werden so viele, dass sich Tony schließlich Sorgen macht. Doch als er sie dazu zu bewegen versucht, ihrem unstillbaren Drang zu widerstehen, hat dies tragische Folgen."

Pressestimmen

"In der Geschichte finden sich die Murakami-Themen in kondensierter Form: Einsamkeit, die Rituale des Alltags, das Verhältnis von Mode und Jazz zum Tod und das Verschwinden von Menschen."
(Nils Minkmar in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung v. 05.06.2005)

 "Ichikawa, der (...) ein großer Verehrer von Ozus ist, nimmt seine Darsteller wie dieser bevorzugt aus Hüfthöhe auf, rückt sie aber weiter von der Kamera weg und betont so ihr Alleinsein. Sie alle sind Reste japanischer Großfamilien, tote Äste wie Tony Takitani oder hektisch blühende Triebe wie seine Frau."
(Andreas Kilb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 08.06.2005)

 
     
 
       
   

Porträts und Gespräche

fehlen noch
 
   

Filmkritiken

EISMANN, Sonja (2005): Kalte Einsamkeit,
in: Intro Nr.128, Juni

HANDKE, Sebastian (2005): Liebe, Jazz und kleine Kinder.
Haruki Murakami hat sich stets gegen die Verfilmung seiner Bücher gewehrt. Jetzt hat er endlich nachgegeben,
in: Welt am Sonntag v. 05.06.

MINKMAR, Nils (2005): Fünfundsiebzig Minuten Einsamkeit.
"Tony Takitani": Jun Ichikawa verfilmt eine Erzählung von Haruki Murakami,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.06.

KILB, Andreas (2005): Der Gefangene des Kleiderzimmers.
Wie man eine Erzählung von Haruki Murakami verfilmt: "Tony Takitani" von Jun Ichikawa bringt die Schrift zum Leben,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.06.

CLAUS, Peter (2005): Eiskalt.
Haruki Murakamis "Tony Takitani" als Film,
in: Welt v. 09.06.
 

GÖTTLER, Fritz (2005): Die Garderobengruft.
Mit Vertigo-Effekt: "Tony Takitani", nach Haruki Murakami,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.06.

LANGE, Nadine (2005): Der leere Himmel über mir.
Murakami-Verfilmung Tony Takitani,
in: Tagesspiegel v. 09.06.

MESSMER, Susanne (2005): An die Einsamkeit gewöhnt.
Karge Kulissen, leblose Farben: Jun Ichikawa ist der erste Filmemacher, der sich an eine Erzählung des Schriftstellers Haruki Murakami wagt. Das Ergebnis, "Tony Takitani", ist wunderbar stimmig,
in: TAZ v. 09.06.

SCHWEIZERHOF, Barbara (2005): Die richtige Größe.
Die Verfilmung "Tony Takitani" bewahrt den melancholischen Klang der Murakami-Vorlage,
in: Freitag Nr.23 v. 10.06.

 
   

Das Buch zum Film

Haruki Murakami - Tony Takitani
 
   

Der Film im Web

www.tonytakitani.com
 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002 - 2011
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. Juni 2005
Update: 03. Juli 2011