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Denis Demonpion: Houellebecq - Die unautorisierte Biografie

 
       
     
       
     
       
   

Denis Demonpion in seiner eigenen Schreibe

 
   

DEMONPION, Denis (2002): Délit d'opinion.
Mardi 17 septembre, l'écrivain Michel Houellebecq comparaissait devant le tribunal pour des propos vifs sur l'islam,
in: Le Point Nr.1566 v. 20.09.

DEMONPION, Denis (2005): L'autre affaire Houellebecq.
L'intrigue : un contrat mirobolant mais contesté. En scène : un auteur de best-sellers, Michel Houellebecq, son agent, François Samuelson, ses éditeurs ancien et actuel, Flammarion et Fayard. Histoire,
in: Le Point Nr.1689 v. 27.01.

 
       
   

Denis Demonpion: Porträts und Gespräche

 
   
fehlen noch
 
       
   

Houellebecq (2006).
Die unautorisierte Biografie

Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf

 
   
     
 

Klappentext

"Michel Houellebecq ist ein Medienstar und seine Bücher sind Mega-Seller. Für seine sexbeladenen, depressiven Skandalromane ist der Autor weltbekannt. Über sein Leben weiß man jedoch fast nichts. Nun hat sein Landsmann Denis Demonpion eine nicht autorisierte Biografie geschrieben, die kapitale Fehler in Houellebecqs offiziellem Lebenslauf aufdeckt. Mit den Worten von Denis Demonpion: »Beim Spurenverwischen ist Houellebecq durchaus professionell vorgegangen. Er ließ zum Beispiel seinen Namen aus allen Schullisten streichen.«

Was um alles in der Welt hat der Mann für einen Grund, seinen Lebenslauf zu frisieren? »Er will Herr über sein Bild sein, das nach außen dringt«, sagt Demonpion, »und das ist ihm bisher auch gelungen – bis zum letzten Komma. Man denkt immer, man kenne Houellebecq, weil er in den Medien so präsent ist, weil er ständig Interviews gibt. Bei meinen Recherchen – ich habe mit 130 Personen gesprochen, die ihn gut kennen – habe ich festgestellt, dass es ganz anders ist. Er hat die Spuren seines Lebens gezielt verwischt.«

Demonpion stellt fest: Houellebecq hat sich um zwei Jahre jünger gemacht und konsequenterweise auch das Examen als AgrarIngenieur zwei Jahre später angesetzt. Auch hat er seinen Namen gewechselt. Der Zungenbrecher »Houellebecq« hieß einmal ganz schlicht Michel Thomas, geboren 1956, nicht 1958, wie überall zu lesen ist.

»Natürlich ist er nicht der einzige Schriftsteller, der seinen Namen geändert hat«, gibt Demonpion zu. »Aber Houellebecq ist viel weiter gegangen als andere: Er hat seine offizielle Biografie minutiös geplant und lanciert. Vieles hat er einfach unter den Tisch fallen lassen, weil es nicht zu dem Image passte, das er sich aufgebaut hat, das des depressiven und verlassen wirkenden Schriftstellers. Ein Genie, aber immer schräg drauf, immer irgendwie mitleiderregend.«

Demonpion hat auch mit der sehr lebendigen Mutter Houellebecqs jüngst Kaffee getrunken – dabei hatte sie der Sohn in Interviews für verstorben erklärt. Doch Demonpion hat recherchiert: »Sie ist heute 79 und bei bester Gesundheit, sie lebt immer noch auf Réunion. Und obwohl sie alles andere war als eine perfekte Mutter, sorgte sie immer für den Sohn, egal, wie weit sie voneinander entfernt waren.«

Demonpion deckt in seiner Biografie Houellebecqs Doppelstrategie auf. Er spricht in aller Einfühlsamkeit von der schwierigen Jugend des wichtigsten Literaten von heute. Doch zugleich entlarvt er, wie er sich immer wieder als Verlassener stilisiert – und das trotz Ruhm, Ehefrau und Vermögen.

Vor kurzem hat Houellebecq auf Demonpions Biografie im Internet reagiert: In dem Text Mourir (Sterben) stimmt er dem Biografen erstaunlich oft zu. Seine Freunde jedoch nennt er Verräter, und zwar alle, die mit Demonpion sprachen. Dieser kommentiert etwas lakonisch: »Und schon wieder gibt er den Verlassenen! Den unglücklichen Künstler mit Spleen.« Wie seine Romanfiguren Bruno und Michel hat auch Houellebecq eine Doppelidentität: Der ewig pubertierende Michel Thomas und der Erfolgsschriftsteller Michel Houellebecq."

 
     
 
       
   

Michel Houellebecqs Entgegnung "Mourir"

http://homepage.mac.com/michelhouellebecq
 
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Michel Houellebecq - Scharlatan oder Erlöser?
 
   

Das Buch in der Debatte

BRÄNDLE, Stefan (2005): Houellebecq: Schummeln und Jammern.
Ein ungebetener Biograf versucht den Skandalautor zu entlarven,
in: Der Standard v. 09.09.

KLEINE, Brigitte (2005): Enthüllung einer Kunstfigur.
in: Kulturzeit. Sendung 3sat v. 22.09.

WEILAND, Daniela (2006): Sterben und lebendig bleiben.
Auf seiner privaten Homepage inszeniert sich Michel Houellebecq als Schmerzensmann und setzt sich in einer autobiografischen Schrift mit dem Titel Sterben gegen eine denunziatorische Biografie von Denis Demonpion zur Wehr,
in:
Volltext Nr.2, April/Mai

WEILAND befasst sich mit der unautorisierten HOUELLEBECQ-Biografie von Denis Demonpion und Michel HOUELLEBECQs Entgegnung "Mourir" (Sterben) auf seiner Homepage:

"Die Zusammenhänge werden bald klar: Für den 26. August 2005 ist das Erscheinen der unautorisierten Biografie Houellebecq non autorisé: enquête sur un phénomène, Untersuchung eines Phänomens, von Denis Demonpion angesetzt, genau zwei Tage bevor Die Möglichkeit einer Insel herauskommen soll. Die Biografie wird mit Spannung erwartet. Es ist bekannt, dass sie den Schriftsteller entlarven will. Houellebecq konstruiere sein Leben wie einen Roman, er schrecke dabei nicht davor zurück Unliebsames zu tilgen, anderes zu betonen, und vor allem wisse er genau Bescheid über die Macht der Bilder. - Ausgesprochen diskutable Thesen, die Demonpion da auf den Tisch legt, die Biografie ist zudem gut recherchiert, nur leider strotzt das Buch vor unlauteren Denunziationsversuchen, sie ist unterschwellig darauf aus, Houellebecq zu diffamieren, seine Wortwahl suggeriert ständig, es gälte einen Kriminellen zu entlarven, so dass man sich bei der Lektüre aus bloßem Gerechtigkeitsgefühl auf die Seite Houellebecqs schlägt."

Neu:
PREISSLER, Brigitte (2006): Demonpion: Houellebecq frisierte seine Biografie.
Eine unautorisierte Biografie attackiert den französischen Skandalautor: Der soll sich einen neuen Namen, ein neues Geburtsdatum und eine neue Familiengeschichte erfunden haben. Die Mutter soll keineswegs tot sein, wie der Autor behauptete - sie gab dem Biografen Demonpion an ihrem Wohnort La Réunion sogar ein Interview. Nun schlägt Houellebecq zurück,
in: Welt v. 15.09.

 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 09. Mai 2005
Stand: 07. April 2015