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Jean-Claude Kaufmann: Singles in Frankreich

 
       
     
       
     
       
   

Jean-Claude Kaufmann in seiner eigenen Schreibe

 
   

KAUFMANN, Jean-Claude (1994): Les ménages d'une personne en europe,
in:
Population Nr.4-5, S.935-958

 
       
   

Jean-Claude Kaufmann im Gespräch

 
   

CONSTANT, Caroline (1999): Célibat au féminin.
Révolutionnaires malgré elles,
in: Humanité v. 12.06.

 
       
   

Jean-Claude Kaufmann in der Debatte

 
   

MEUSER, Michael (2004): Der Alltag, die Familie und das Individuum: Jean-Claude Kaufmann.
In: Stephan Moebius & Lothar Peter (Hrsg) Französische Soziologie der Gegenwart
, Konstanz: UVK/UTB, S.269-295

 
       
   

Sex@amour (2011).
Wie das Internet unser Liebesleben verändert
Konstanz:
UVK

 
   
     
 

Klappentext

"Online-Dating ist zum Volkssport geworden. Innerhalb weniger Jahre hat das Internet die Kontaktaufnahme revolutioniert. Millionen von Singles tummeln sich in Online-Kontaktbörsen auf der Suche nach dem passenden Partner fürs Leben oder für eine Nacht.

Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann hat sich unter sie gemischt, ihre lebhaften Diskussionen in Foren verfolgt und die Erfahrungsberichte in ihren Blogs studiert, um herauszufinden, wie sich das neue Medium auf die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt. Er hat sich in diesen riesigen Supermarkt der Liebe und/oder Sexualität begeben, in dem jeder zugleich Käufer und Verkäufer ist, seine Wünsche äußert und sie so schnell und effizient wie möglich zu befriedigen versucht. Frauen genauso wie Männer: Mit einem Klick landet der Wunschpartner im virtuellen Warenkorb, nach einem Chat, einem Telefonat und einem Drink in einer Bar oft schon im realen Bett.

Die Liebe führt nicht mehr zum Sex, sondern, wenn überhaupt, der Sex zur Liebe. Er ist zu einer Freizeitbeschäftigung geworden. Man plant, miteinander eine angenehme Nacht zu verbringen, wie man beschließt, zusammen ins Kino zu gehen. Alles scheint so einfach und so leicht. Aber kann ein soziales Netzwerk aus »regelmäßigen gefühlvollen Bettgeschichten« auf Dauer funktionieren? Warum gelten für Frauen andere Regeln als für Männer? Und was passiert, wenn man sich verliebt? Jean-Claude Kaufmann erklärt es."

 
     
 
       
   

Beiträge von single-generation.de zum Thema

Partnersuche - Die neuen Trends auf dem Partnermarkt und ein kleiner Streifzug durch die aktuelle Ratgeber- und Sachbuchliteratur

Partnersuche online - Die wissenschaftliche Erforschung der Partnerwahl im Internet

 
   

Rezensionen

THIEL, Thomas (2011): Ein aufgeregtes Getuschel.
Wie sich das große Gefühl verläppert: Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann sieht im Internet eine Revolution des Liebesleben heraufdämmern,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Literaturbeilage v. 08.10.

Neu:
RUTSCHKY, Michael (2012): Die neueste Liebesunordnung.
Jean-Claude Kaufmanns aktuelle Fährte: Wie das Internet das Paarungsverhalten – insbesondere der Frauen – verändert ,
in:
Freitag Nr.3 v. 19.01.

 
       
   

Singlefrau und Märchenprinz (2002).
Über die Einsamkeit moderner Frauen
Konstanz:
UVK
Original: La femme seule et le prince charmant. (1999)
Enquête sur la vie en solo, Paris: Nathan

 
   
     
 

Klappentext

"13,5 Millionen Deutsche lebten im Jahr 2001 alleine. Unbekannt ist, wie viele davon auch ohne Partner sind. Die Zahl der Singles aber ist hoch, und sie dürfte weiter zunehmen, auch wenn Feuilletons von »Spiegel« bis »Zeit« eine Renaissance der Familie beschwören. In seinem neuen Buch untersucht der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann die weibliche Seite des Phänomens. Quelle für seine Studie über die Einsamkeit moderner Frauen sind 150 Leserbriefe an die französische »Marie Claire«, 150 offene und intensive Auseinandersetzungen mit dem Alleinsein. Kaufmann, der im Auftrag der Europäischen Gemeinschaft an einer Untersuchung zum Singledasein gearbeitet hatte, sagte: »Das war genau das, was meiner Studie fehlte: Das Leben, die persönliche Erfahrung.« Die Briefe spiegeln Gedanken, Ängste und Erwartungen von Frauen, die im Spannungsfeld von Individualität und Selbstbestimmung einerseits und dem Wunsch nach einem Partner andererseits leben. Mit »Singlefrau und Märchenprinz« gelingt dem Autor der Spagat zwischen wissenschaftlicher Empirie und praktischer Lebenskunde."

 
     
 
       
   

Rezensionen

HAUG, Frigga (2002): Jean-Claude Kaufmann, Singlefrau und Märchenprinz,
in: Das Argument Nr.245, H.2, S.265-266

PASERO, Ursula (2003): Jean-Claude Kaufmann, Singlefrau und Märchenprinz,
in:
Zeitschrift für Sexualforschung H.3, September , S.279-281

 
   

Das Buch in der Diskussion

Deutschland

GEYER, Christian (2002): Richtig schlimm wird's vor dem Kino.
Die Studie zur Single-Existenz,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.02.

Der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN spricht Christian GEYER offenbar aus dem Herzen. Bisher war er von der Single-Literatur enttäuscht, die seiner Meinung nach die Frage nach der kontinuierlichen und zahlenmäßig beträchtlichen Zunahme des Alleinlebens nicht befriedigend erklärte. Christian GEYER scheint - wie viele seiner Kollegen - den Anstieg der Single-Haushalte mit der Zunahme von jungen Partnerlosen zu verwechseln. Anders ist seine Euphorie nicht zu erklären. KAUFMANN beschäftigt sich jedoch in dem Buch nur mit den allein wohnenden Partnersuchenden, die zum Kreis der Marie Claire-Leserinnen gehören. Der Rezensent meint jedoch, dass sich daraus auch Einsichten über die männlichen Alleinwohnenden ableiten lassen. Dies ist ein weit verbreiteter Fehlschluss! Männer stellen zwar die Majorität der Alleinlebenden im mittleren Lebensalter, aber die Singleforschung - und da bildet KAUFMANN leider keine Ausnahme - beschäftigt sich lieber mit der MINDERHEIT DER BESSERVERDIENENDEN weiblichen Singles. Während die weiblichen Singles zu den Modernisierungsgewinnern gehören, sind die männlichen Alleinlebenden zu allererst MODERNSIERUNGSVERLIERER. Die männlichen Spitzenverdiener unter den Alleinlebenden könnten ein Forschungsartefakt sein, denn bisher wurde bei den Alleinlebenden nicht zwischen Haupt- und Zweitwohnsitz unterschieden. Die männlichen Spitzenverdiener könnten zur Gruppe der Shuttles, d.h. der Wochenendpendler, gehören. Der Mainzer Soziologe Norbert F. SCHNEIDER hat in der ersten repräsentativen deutschen Untersuchung Berufsmobilität und Lebensform diese besser verdienenden Shuttles zum Thema gemacht. Wenn man diese Beschränkungen des Untersuchungsgegenstands berücksichtigt, dann kann man KAUFMANNs Buch mit Gewinn lesen.

ROX (2002): Autonom und einsam,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.02.

GERBERT, Frank (2002): Verfluchte Freiheit.
Ein Soziologe wollte selbstbewusste Solo-Frauen studieren - und stieß auf erschütternde Hilferufe aus der Single-Hölle,
in: Focus Nr.8 v. 18.02.

GERBERT stellt die neueste Studie des französischen Soziologen Jean-Claude KAUFMANN vor. In Singlefrau und Märchenprinz widmet sich dieser den Partnerlosen. GERBERT nutzt die Buchvorstellung, um Bevölkerungspolitik zu betreiben, indem er das komplexe Thema auf die Aussage "Hilferufe aus der Single-Hölle" verkürzt, die er "als erste Warnung" interpretiert, "sich vom Zeitgeist nicht in eine Richtung treiben zu lassen, die in eine biografische Sackgasse führen könnte". Mit Sackgasse meint GERBERT das Bridget Jones-Syndrom, d.h. die Torschlusspanik weil weder der Mann fürs Leben noch das ersehnte Kind zu bekommen ist. Mit Zeitgeist meint er deshalb den angeblichen Trend zur "Single"-Gesellschaft. Hinter GERBERTs Vorstellungen verbirgt sich jedoch das übliche Missverständnis, dass die Zunahme der Alleinlebenden mit der Zunahme der Partnerlosigkeit verwechselt wird. Aus der Tatsache, dass sich die soziodemografische Forschung bisher strikt geweigert hat, die Entwicklung der Partnerlosigkeit zu erforschen, hat sich aus dem Mangel von Daten der unbrauchbare Indikator Einpersonenhaushalt zum Liebling der Kulturpessimisten gemausert. GERBERT nutzt dieses Manko, um das Stereotyp der "alten Jungfer" wieder aufleben zu lassen. Seine Botschaft an die Frauen: Wenn Ihr den Mann fürs Leben finden und Kinder haben wollt, dann seid erstens nicht zu anspruchsvoll, zweitens wartet nicht zu lang und nehmt lieber denjenigen der gerade verfügbar ist (die wertkonservative Variante der 68er Hymne Love The One You're With von CSN&Y), drittens seid nicht zu gebildet & selbständig und viertens: tretet nicht zu selbstbewusst auf! Für jene Frauen, die am "Bridget Jones"-Syndrom leiden, hat der Fischer Verlag kürzlich den Ratgeber Nimm die Männer wie sie sind - es gibt keine anderen. Partnersuche in der Lebensmitte von Regine SCHNEIDER & Bärbel RAULF auf den Markt gebracht.

MENDELSOHN, Tina (2002): Allein unter Frauen.
Wie glücklich kann ein weiblicher Single sein?
in: Kulturzeit. Sendungsreihe 3SAT v. 23.04.

Singlefrauen müssen leiden! Sie sind einsam und das soll ein neues Phänomen sein. Dies ist nicht sehr originell, denn das Stereotyp der "alten Jungfer" hat dies schon immer behauptet. Neu ist nur, dass Singlefrauen dies wieder zugeschrieben werden soll. Weder sind Singles mit Partnerlosen identisch, noch ist Einsamkeit ein generelles Problem von Singles. Die Soziologin Frigga HAUG stilisiert - wie der Franzose Jean-Claude GUILLEBAUD - den Familienmenschen zum Widerstandskämpfer gegen die Marktgesellschaft. Andererseits wird jedoch deutlich, dass der Familie in der neoliberalen Gesellschaft zunehmend die Funktion zugewiesen wird, den Sozialstaat zu ersetzen. Familie ist nicht "der einzige Ort in der Gesellschaft, wo nicht nach Kosten-Nutzen gerechnet wird" wie HAUG dies linksromatisch verklärt, sondern Familie im Sinne eines neoliberalen Leistungsträgers muss ökonomisiert werden, um effektiver zu werden. Hierzu gehören staatliche Programme, die unvollständige - und damit leistungsunfähige - Familien (z.B. Alleinerziehende und Patchworkfamilien) bekämpfen. Die USA und Großbritannien zeigen hier den Weg.

KOMMERELL, Kathrin (2002): Alleine zu zweit.
Jean-Claude Kaufmann hat das Leben der Single-Frauen studiert,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.06.

KOMMERELL bespricht das Buch Singlefrau und Märchenprinz nicht unter dem Aspekt Einsamkeit, der üblicherweise im Mittelpunkt der Besprechungen steht, sondern im Hinblick auf die Tatsache, dass das Single-Dasein in unserer Gesellschaft nur als Lebensphase und nicht als dauerhafte Lebensform akzeptiert ist:

"Allein lebende Frauen blieben Erscheinungen am Rand der Ehe: die verlängerte Solo-Phase zwischen Jugend und Kinderkriegen, geschiedene Frauen, Witwen im Alter."

Der Prozess der Individualisierung soll angeblich eine Änderung einleiten. Dagegen spricht jedoch die bevölkerungspolitische Debatte mit ihren Implikationen. Die Rezensentin moniert deshalb auch, dass die gesellschaftlichen Folgen bei KAUFMANN nicht thematisiert werden. Außerdem setzt die milieuspezifische Verbreitung einer positiven Sichtweise der Lebensweise einer Durchsetzung des Alleinlebens Grenzen:

"Die Flucht nach vorne ist der einzige Weg, um diese merkwürdige Existenz positiver zu erleben. Eine Möglichkeit, die zumal Frauen auf den unteren Stufen der gesellschaftlichen Leiter oder in ländlichen Gebieten verwehrt bleibt."

JACOBS, Mascha (2002): Auf der Achterbahn der Autonomie.
Jean-Claude Kaufmann beobachtet weibliche Singles zwischen Tagtraum und Erfolg,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.10.

Im Gegensatz zu den meisten ihrer Kollegen weist Mascha JACOBS auf zwei Sachverhalte hin, die immer noch nicht geläufig sind. Zum einen sind Alleinlebende keineswegs identisch mit Partnerlosen und zweitens ist deren Partnerlosigkeit  klassenstrukturell und geschlechtsspezifisch segmentiert. Alleinlebende partnerlose Frauen sind eher wohlhabend, männliche  Alleinlebende ohne Partnerschaft sind dagegen eher bei den Geringverdienern zu finden.

SUTTER, Liz (2002): Das Märchenprinz-Syndrom.
Wieder einmal behauptet ein Mann zu wissen, was Frauen wirklich wollen: Gerettet werden,
in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag v. 03.11.

KLEIN, Judith (2003): Eine klare Präferenz für Schokolade.
J.-C. Kaufmanns Studie über die alleinstehende Frau,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte H.3, März, S.77-78

Frankreich

PETITJEAN, Gerard (1999): Femmes le boom des vies en solo.
A Paris, une femme sur quatre vit seule,
in: Nouvel Observateur Nr. 1789 v. 18.02.

LANEZ, Emilie (1999): En attendant le prince charmant,
in: Le Point Nr.1379 v. 20.02.

 
       
   

Schmutzige Wäsche (1994).
Zur ehelichen Konstruktion von Alltag
Konstanz:
UVK
Original: La trame conjugale (1992).
Analyse du couple par son linge, Paris: Nathan

 
   
     
 

Aus der Rezension von single-generation.de

Während BOURDIEU die feinen Unterschiede im Klassenkampf untersucht, widmet sich sein französischer Kollege JEAN-CLAUDE KAUFMANN den groben Sichtbarkeiten des Geschlechterkampfes: der schmutzigen Wäsche.
      (...)
      KAUFMANNs Buch ist ein zeitgemäßes Remake von BERGER/KELLNERs "Die Ehe und die Konstruktion der Wirklichkeit" (1965), das ganz im Zeichen des Geschlechterkampfes der 68er steht. Vielleicht gibt es sogar mehr Parallelen als man auf den ersten Blick vermutet. Erschien BERGER/KELLNERs Verteidigungsschrift der bürgerlichen Ehe zu einer Zeit als durch den aufkommenden Feminismus die Institution Ehe erschüttert wurde, so erscheint KAUFMANNs Buch zu einer Zeit, in der das Aufkommen des Postfeminismus den Geschlechterkampf der 68er antiquiert erscheinen läßt.
      KAUFMANN zeigt auf, wie es war, als die Welt des Geschlechterkampfes noch in Ordnung war. Dies ist ein großer Verdienst, denn diese Periode wurde aus dieser Alltagskampf-Perspektive noch nicht aufgezeigt.

 
     
 
       
   

Rezension von single-generation.de

KAUFMANN, Jean-Claude (1994): Schmutzige Wäsche. Zur ehelichen Konstruktion von Alltag, Konstanz: Universitätsverlag

 
   

Weitere Rezensionen

KÖNIG, Oliver (1997): Ein ungewöhnlicher Blick auf gewöhnliche Paarbeziehungen,
in: Familiendynamik, Heft 3

GOETSCH, Monika (1999): Auf in den Putzkampf!,
in:
Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr.12 v. 19.03.

ARNU, Titus (2000): Bedeutungssuche im Banalen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.03.

FÖLSING, Ulla (2000): Der Tanz mit den Dingen,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 27.01.

 
   

 Das Wäsche waschen in der Debatte

ZIPS, Martin (2009): Die Waschmaschine als Frauenbefreierin.
Die Waschmaschine hat mindestens so viel zur Emanzipation der Frau beigetragen wie die Antibabypille,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 13.03.

 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. Dezember 2000
Update: 16. Februar 2015