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Monique de Saint Martin: Der Adel und seine Strategien in der Mediengesellschaft

 
       
     
       
     
       
   

Monique de Saint Martin in ihrer eigenen Schreibe

 
   
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Monique de Saint Martin im Gespräch

 
   
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Der Adel (2003).
Soziologie eines Standes
Konstanz:
UVK

 
   
     
 

Klappentext

"Monique de Saint Martin arbeitete lange gemeinsam mit Pierre Bourdieu an Studien zum Episkopat, den Großindustriellen und Künstlern. Die dort erarbeiteten Verfahren der soziologischen Beschreibung wandte sie in dieser Studie auf den Adel an. Das ist insofern ein Glücksfall, als Monique de Saint Martin als Mitglied eines alten französischen Adelsgeschlechts mit der Lebenswelt des Adels vertraut ist und einen »natürlichen« Zugang zu den Treffen, Institutionen und Personen des französischen Adels hat. Aus der soziologischen Arbeit mit Bourdieu verfügt sie über die Instrumente und einen Blick, der es ihr ermöglichte, die Distanz zu wahren und aus einer ethnologischen Perspektive heraus das Feld des Adels zu kritisch reflektiert, aber auch ohne Ressentiments zu beschreiben.
Die Autorin zeigt eine gesellschaftliche Gruppe, der es noch 200 Jahre nach Abschaffung des Adelsprivilegs gelingt, das Verständnis vom Adel als Menschen besonderer Qualität zu erhalten. Dieser Status wird nicht nur vom Adel selbst gepflegt, sondern ihm auch von anderen Gruppen der Gesellschaft zugeschrieben. Um diesen Status jedoch erhalten zu können, bedurfte und bedarf es eines Transformationsprozesses, den Monique de Saint Martin als Rekonversion der politischen und ökonomischen Macht in symbolisches, soziales und kulturelles Kapital beschreibt. So verfügen Adlige heute über Diplome von Elite-Hochschulen und gewinnen auf diese Weise die Anerkennung der modernen Leistungsgesellschaft. Andere genießen hohes gesellschaftliches Ansehen für ihr ehrenamtliches Engagement in Stiftungen und Vereinen zur Unterstützung sozial Benachteiligter oder in anderen Wohlfahrtsorganisationen.
Im Zentrum der Studie stehen die verschiedenen Strategien der Rekonversion. Die Autorin beschreibt, wie Adlige ihr Netzwerk als soziales Kapital unterhalten, sich zur gegenseitigen Hilfe verpflichten, wie sie ihr Selbstverständnis und ihre Distinktion pflegen und in Kunst, Bildung, Statussymbole und Vermögen investieren. Und sie beschreibt, wie gefährdet diese Welt des Adels ist: Allein vom Erfolg dieser Strategien hängt ab, ob es dem Adel gelingt, auch künftig seine hervorgehobene und damit für ihn standesgemäße Position zu wahren."

 
     
 
       
   

Rezensionen

Neu:
KÖRBER, Karen (2003): Ritterschaft, zum Jagen geboren.
Monique de Saint Martin schießt auf den Adel,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.03.

Single-generation.de hat mit Der Monarch - Der Untote der Spassgesellschaft bereits Ende 2001 die These aufgestellt, dass im Zuge des Anti-Pop der Adel wieder Hochkonjunktur haben wird. Dieser Ansicht ist nun auch KÖRBER:

"Gerade die gegenwärtige Ausbreitung einer performativen Kultur in Politik und Management scheint in besonderer Weise einem Milieu zu entsprechen, das vor allem über repräsentative und kommunikative Qualitäten verfügt. Die Traueranzeigen in der Presse des Bürgertums sind daher auch als Nachricht zu lesen, dass der Adel eine soziale Wiedergeburt erlebt".

 
   

Strategien des Adels

SCHÖNBURG, Alexander von (2003): Glanz ist in der kleinsten Hütte.
Deutschland muss lernen, in Anmut zu sinken und mit Stil zu verarmen. Hier hilft das Nabokov-Prinzip,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.03.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. März 2003
Stand: 15. Juli 2015