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Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede & Suburbanisierung

 
       
     
       
   

Pierre Bourdieu: Porträts und Gespräche

 
       
     
       
   

Pierre Bourdieu in der Debatte

 
       
   

WALTHER, Rudolf (2016): 1995 Viel Handgemenge.
Zeitgeschichte: Ein Trip des linken Soziologen Pierre Bourdieu zu streikenden Eisenbahnern spaltet die intellektuelle Szene Frankreichs. Das Tischtuch ist zerrissen und wird es bleiben,
in: Freitag
Nr.15 v. 14.04.

BRAUN, Sebastian (2001): Kooperation und Korruption.
Produktive Beziehungen: Das "soziale Kapital" als individuelle und als kollektive Ressource ,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.07.

BRAUN, Sebastian (2001): Putnam und Bourdieu und das soziale Kapital in Deutschland.
Der rhetorische Kurswert einer sozialwissenschaftlichen Kategorie,
in: Leviathan H.3., September

PUTNAM, Robert D. - Die Krise des Sozialkapitals

 
       
       
   

Junggesellenball (2008)
Studien zum Niedergang der bäuerlichen Gesellschaft
Konstanz:
UVK

 
   
     
 

Klappentext

"»Die Ehelosigkeit ist eines der grausamsten Dramen, das die bäuerliche Gesellschaft im Verlauf der letzten Jahrzehnte erlebt hat. Neben der Landflucht ist sie es, die mehr als alles andere zum Niedergang und allmählichen Verschwinden jener kleinen bäuerlichen Wirtschaften führte, die Grundlage der einstmaligen ländlichen Ordnung waren.« Pierre Bourdieu"

Pressestimmen

"Der berühmte französische Soziologe Pierre Bourdieu beschrieb in seinem letzten Werk »Junggesellenball. Studien zum Niedergang der bäuerlichen Gesellschaft« 2002, was in seiner Heimat in Südwestfrankreich passiert war: Einst besaßen die ältesten Söhne das Privileg, das väterliche Land zu erben. Aber mit der Zeit wurde daraus eine Belastung. Während die Landwirtschaft immer weniger abwarf, fühlten sich die Männer verpflichtet, das Familienerbe zu bewahren. Die Frauen aber gingen in die Stadt, wo sie mehr verdienten - und mehr Spaß hatten. Manchmal kamen sie zurück, zu eben jenen Junggesellenbällen, aber heiraten wollten sie die Männer, die dort auf sie warteten, nicht mehr.
Eine ähnliche Abwanderung von Frauen findet in vielen ländlichen Regionen des Westens statt, in Norwegen oder Südtirol ebenso wie in Ostdeutschland. Die Frauen gehen, die Männer bleiben. Und bleiben allein.
"
(Petra Steinberger in der SZ v. 25.08.2012)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Teil: Ehelosigkeit in der bäuerlichen Gesellschaft

1 Das System der Heiratsbeziehungen in früherer Zeit
2 Innere Widersprüche und Anomie
3 Der Gegensatz zwischen dem Dorf und den Weilern
4 Der Bauer und sein Körper
Schluss

Anhang I: Bibliographische Anmerkungen
Anhang II: Bevölkerungsentwicklung 1836 bis 1954
Anhang III: Gespräch zwischen einem Dorfbewohner und einem Junggesellen
Anhang IV: Ein weiteres Gespräch zwischen einem Dorfbewohner und einem Landwirt
Anhang V: Die Geschichte eines Zweitgeborenen aus »kleiner« Familie. Ein anderer Nachgeborener aus einfachen Verhältnissen
Anhang VI: Extreme mütterliche Autorität und Ehelosigkeit
Anhang VII: Versuch einer Verallgemeinerung: Ehelosigkeit in sechzehn ländlichen Kantonen der Bretagne

Zweiter Teil: Heiratsstrategien im System der Reproduktionsstrategien

Bibliographische Anmerkungen

Dritter Teil: Reproduktion verboten. Zur symbolischen Dimension ökonomischer Herrschaft

1 Addenda et corrigenda
2 »Von der geschlossenen Welt zum unendlichen Universum«
3 Die Vereinheitlichung des Heiratsmarktes
4 Der »gesunde Menschenverstand«

Post-Scriptum: Eine Klasse für andere
Nachweise
Editorische Nachbemerkung

 
     
 
       
   

Rezensionen

fehlen noch

 
       
       
   

Der Einzige und sein Eigenheim (1998)
Schriften zu Politik & Kultur 3
herausgegeben von Margareta Steinrücke
Hamburg:
VSA

 
   
     
 

Klappentext

"»Eigener Herd ist Goldes wert« – die eigene Wohnung und das eigene Haus bilden die Erfüllung des bürgerlichen Familienlebens. Pierre Bourdieu und seine Mitarbeiterinnen hinterfragen diese scheinbare Idylle in einer umfassenden Untersuchung. »Die kritische Auseinandersetzung von Bourdieu u. a. mit dem Wohneigentum ... Folgen soll nicht nur all jenen, die sich mit dem Gedanken tragen, ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung zu erwerben, Denkanstöße vermitteln. Sie richtet sich auch ... allem an Stadtplaner, Soziologen, Architekten und Wohnungsbaupolitiker.«"

 
     
 
       
   

Rezensionen

VILLINGER, Christoph (1999): Bürgerelend mit Terrasse.
Pierre Bourdieu: "Der Eigene und sein Eigenheim",
in: Jungle World Nr.19 v. 05.05.

 
       
   

Das Eigenheim in der Debatte

GASCHKE, Susanne (1999): Revolution im Reihenhaus.
Die Zukunft der Liebe: Ein Plädoyer für die Wiederentdeckung der Doppelmoral,
in: Die ZEIT v. 11.03.

RACK, Jochen (2001): Haus aus Hauch.
Das Eigenheim als metaphysischer Ort und als Falle,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.05.

Mit dem Single-Dasein wird Mobilität/Heimatlosigkeit und mit der Familie wird Sesshaftigkeit/Heimat assoziiert. Das Eigenheim ist dafür das Symbol. Jochen RACK schreibt dazu:

"Das Eigenheim ist ein imaginierter Ort des gelungenen Lebens, eine bürgerliche Utopie: »Wir geben ihrer Zukunft ein Zuhause«, wirbt mit feinem Gespür für die Sorgen ihrer Kunden die Bausparkasse LBS und verspricht mit dem Eigenheim Geborgenheit und Sicherheit in einer immer unübersichtlicher werdenden Kultur: das Heim als Heimat."

RACK sieht den Ursprung der "Eigenheim-Bewegung" in den 1920er Jahren:

"eine Geburt der Inflationskrise, in der man gelernt hatte, dass Geld vergänglich ist, immobile Güter aber beständig sind".

Aber möglicherweise erweist sich das Eigenheim letztlich als Falle:

"Die Sehnsucht des Menschen in seiner »ungeselligen Geselligkeit« (Kant) vor den Nachbarn und der Geschichte die Tür zuzumachen und in seinem Eigenheim als bürgerlicher Robinson wie auf einer einsamen Insel inmitten der Massenkultur zu leben, schlägt um in zerstörerischen Autismus".

Heimat und Heimatlosigkeit in der Debatte

BRIEGLEB, Till (2001): Jedem sein Bollwerk.
Drei Viertel der Deutschen wollen im Grünen wohnen, die Politik bestärkt sie darin. Doch wer ins Eigenheim aufs gelobte Land zieht, beschert der Allgemeinheit gravierende Umweltprobleme,
in: Die Woche Nr.39 v. 21.09.

Till BRIEGLEB stellt der Idealisierung des Eigenheims die Realität gegenüber:

"Sowohl anhand von Interviews mit Eigenheimbewohnern als auch durch Statistiken über Zwangsversteigerungen, Ehescheidungen und Untersuchungen über die Verkaufsstrategien von Immobilien-Händlern und Banken konnte Bourdieus Forscherteam zeigen, dass der Traum sich in vielen Fällen in einen einsamen Alptraum verwandelt: Verschuldung, soziale Desintegration und Spießerelend sind offensichtlich der tatsächliche Preis der Stadtflucht."

BRIEGLEB, Till & Anno SACK (2001): Zurück in die Stadt!
Bundesminister Kurt Bodewig will den Eigenheimbau fördern. Hamburgs Stadtentwicklungssenator Willfried Maier will mehr Urbanität. Ein Streitgespräch um die Zukunft des Wohnens,
in: Die Woche Nr.39 v. 21.09.

KUß, Stefan (2001): Wer jetzt kein Haus hat, kauft sich Bauerwartungsland.
Nach dem Wüstenrot-Tag: Das deutsche Eigenheim und seine beiden Normen, volle Öffnung der Schranktür und Schmaldurchgang des Menschen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.10.

Bücher zum Thema "Eigenheimbewegung" von Alexander MITSCHERLICHs Die Unwirtlichkeit der Städte" (1965) bis Pierre BOURDIEUs Der Einzige und sein Eigenheim (1998).

GASCHKE, Susanne (2001): Familie haben heißt verzichten.
Naiv ist die Vorstellung, mehr Geld vom Staat brächte automatisch mehr Zufriedenheit,
in: Die ZEIT Nr.49 v. 29.11.

Susanne GASCHKE betätigt sich als Theoretikerin einer unverblümt neoliberalen Familienpolitik für die individualisierte Familie der Berliner Republik. Ihre Zielgruppe sind die Yuppies der "Generation Kombi". GASCHKEs Ansatz setzt die Individualisierungsrhetorik der 90er Jahre ebenso voraus wie den Anti-Single-Gesellschafts-Diskurs der Sozialpolitiker. Vor diesem Hintergrund fordert GASCHKE nun einen Paradigmenwechsel: Die Familie soll in den Medien nicht mehr defizitär, sondern als positives Leitbild dargestellt werden. Dazu gilt es u. a. die verstaubte Fernsehfamilie "Hesselbach" für die Generation Golf zeitgemäß aufzumotzen. Der vollindividualisierte Mensch ist für GASCHKE nicht der Single, sondern der Familienmensch! Dieser Erfolgsmensch steht im Gegensatz zur "Benachteiligungsdiskussion" der Sozialstaats-Familienpolitiker im Mittelpunkt von GASCHKEs Individualisierungsthese, die im Einklang mit Helmut SCHELSKYs 50er Jahre-Individualsierungsthese von der "nivellierten Mittelstandsgesellschaft" steht. Wer als Familie arm ist, der ist selbst schuld! Individuelle, "zurechenbar herbeigeführte Armut" entsteht gemäß GASCHKE durch unterhaltssäumige Väter oder durch "leichtfertig sich trennende Eltern". GASCHKEs Prototyp ist die gut situierte Erbengeneration, die nicht erst auf die Zuteilungsreife des Bausparvertrags warten muss, um sich das Eigenheim fürs Kind leisten zu können. Deshalb ist GASCHKEs Ideal nicht die "Vollkasko-Familie" der Sozialstaats-Familienpolitiker, sondern die neoliberale, individualisierte Familie. Diese biedermeierliche Familie fürchtet nichts mehr als den Staatseingriff, der gleichbedeutend mit zunehmender "Qualitätskontrolle" ist:

"Dürfte eine Familienkasse der Zukunft das »Erziehungsgehalt«, das »Familiengeld« oder wie auch immer der fragliche Transfer schließlich hieße, kürzen, wenn die Eltern ihre Kinder schlagen, fehl ernähren, nächtelang Horrorvideos anschauen lassen?"

GASCHKE geht es im besonderen um die Normalisierung der Normalfamilie:

"Mehr als alles Geld braucht die Familie die anerkannte Überzeugung, dass sie in diesem Land der erstrebenswerte Normalfall ist."

Dies ist gleichbedeutend mit einer Kampfansage an die "Pluralisierung der Lebensformen"

KALTENBRUNNER, Robert (2002): Das Arkadien des Mittelstandes.
In zwei neuen Büchern erfahren Suburbia und seine Eigenheime endlich die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.06.

 
       
       
   

Die feinen Unterschiede (1982).
Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Bourdieus neuer Foliant ist ein Sittenspiegel. Er könnte, in Anspielung auf zwei historische Prachtbände des deutschen Kollegen Norbert Elias, auch  »Über den Prozeß der Zivilisation« heißen - und zwar der vergangenen 20 Jahre. Thema nämlich ist der zeitgenössische Geschmack (...).
Für den Materialisten Bourdieu wird der Hedonismus der Lebensstile von der sozialen Klassenlage diktiert."
(Spiegel Nr.10 v. 07.03.1983)

 
     
 
       
   

Rezensionen

SPIEGEL (1983): Theorie des Geschmacks,
in: Spiegel Nr.10 v. 07.03.

 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 24. Januar 2002
Update: 07. März 2017