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Graham Lord: Against all odds - die neue Schule des Losers

 
       
     
       
     
       
   

Leider sehen wir uns gezwungen, Ihnen mitzuteilen ...Sie sind gefeuert (2002).
Frankfurt: Zweitausendeins

 
   
     
 

Klappentext

"Peter Hallam ist ein glücklicher Mann. Er betet seine Frau und seine Tochter an. Er genießt sein behagliches Eigenheim mit Hund und Garten. Er spielt mit seinen Freunden Tennis und Poker. Er ist bei allen beliebt und geachtet. Und er ist erfolgreich in seinem Job als Verkaufsleiter. Gerade hat er seinen 45. Geburtstag gefeiert. Als der junge und unglaublich flegelhafte Management-Wunderknabe Jason Skudder überraschend neuer Geschäftsführer wird, beginnt Peters Leidensweg.
Für Skudder sind alle Mitarbeiter ab Mitte Vierzig »Grufties«, verbraucht, überflüssig und müssen möglichst schnell und kostenneutral entfernt werden. Eigentlich kann Peter nichts passieren, denn er hat einen Zweijahresvertrag, was im Falle einer Kündigung eine hohe Abfindung bedeutet. Also bringt Skudder die »Maxwell-Behandlung« zur Anwendung:
Keine Schikane, kein noch so gemeiner Trick ist tabu, um Peter zur Verzweiflung und vor allem zur eigenen Kündigung zu bringen. Und dann verliert Peter Frau, Familie, Haus, Freunde. Er schlägt sich mit dem Arbeitsamt herum, wird ausgenutzt und gedemütigt. Und schafft es doch. In seiner Rache zeigt er geradezu göttliche Genialität."

Pressestimmen zum Roman

"Aufmerksam und geduldig wendet sich Graham Lord (den)(...) qualvollen Angelegenheiten zu, die mit dem Niedergang einer beruflichen Existenz verbunden sind, und seine Mühe ermüdet den Leser nicht. Denn es handelt sich dabei, zumal in Krisenzeiten, am Ende um ein willkommen praktisches Wissen."
(Thomas Steinfeld in der SZ vom 06.09.2002)

"Graham Lord. Er beschreibt den Existenzkampf eines Büromenschen, dessen Erfahrungswissen aus der Thatcher-Zeit stammt. Peter Hallam ist höflich, angepasst und hält sichere Arbeitsverträge für selbstverständlich. Doch die New Economy ist auf dem Vormarsch. Jungdynamische Führungskräfte, die wissen, dass sie ihren Job meist nur ein paar Monate machen, setzen neue Maßstäbe."
(Matthias Echterhagen in der TAZ vom 05.11.2002)

Pressestimmen zum Protagonisten

"Peter Hallam (...) ist ein Mann, der sich eines gewissen Erfolgs im Beruf erfreuen kann, der ein Haus besitzt, mit einer schönen Frau zusammenlebt und zwei Kinder hat. Doch sein Lebenslauf bricht an dem Tag, an dem er einen neuen Geschäftsführer vorgesetzt bekommt. Binnen kürzester Zeit verliert er seine Stelle, findet keine neue und muss sein Haus verkaufen. Seine Frau wechselt zum besten Freund und Kollegen, der Verkaufsleiter selbst landet in einer Einzimmerwohnung im Arbeiterviertel"
(Thomas Steinfeld in der SZ vom 06.09.2002)

"Was die Romanfigur Peter Hallam zum Musterbeispiel des neuen Helden macht, ist nicht nur, daß er zunächst ein Verlierer auf der ganzen Linie ist und am Ende dann gar nicht mehr so arm dran. Es ist die Vielzahl seiner Bewältigungsstrategien, seiner Haltungen zur eigenen Misere, die er anprobiert wie wärmende Winterjacken, von denen die eine vielleicht zu groß, die nächste zu schrill ist - bis irgendwann mal eine paßt. Und as Schöne ist, daß alle bei dieser Anprobe, die einen ganzen Roman lang dauert, dabeisein und sich selbst das ihnen Gemäße ausgucken dürfen."
(Amelie von Heydebreck in der FAS vom 24.11.2002)

 
     
 
       
   

Rezensionen

STEINFELD, Thomas (2002): Bingo.
Graham Lord erzählt vom Leiden leitender Angestellter,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.09.

RASMUSSEN, Birte (2002): Sie sind gefeuert!
Der Humorist Graham Lord stellt sich erstmals seinem deutschsprachigen Publikum vor,
in: Literaturkritik.de, November

ECHTERHAGEN, Matthias (2002): Köpfe wern rollen.
"Leider sehen wir uns gezwungen, Ihnen mitzuteilen...(Sie sind gefeuert!)": Der britische Schriftsteller Graham Lord verfolgt den Niedergang eines Angestellten,
in: TAZ v. 05.11.

 
   

Das Buch in der Debatte

Neu:
HEYDEBRECK, Amelie von (2002): Die neuen Loser.
Warum Literatur und Werbung jetzt den Reiz der Niederlage entdecken,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.11.

Amelie von HEYDEBRECK hat die vielversprechende Marktlücke der LoserSTIL-Beratung entdeckt. Sie teilt die derzeit bzw. demnächst verfügbaren Stilvorbilder in zwei Kategorien ein.  Richtschnur ihres Gangs durch die Loser-Haltungen ist der Roman Leider sehen wir uns gewzungen, Ihnen mitzuteilen...Sie sind gefeuert des britischen Autors Graham LORD und dessen Protagonist Peter Hallam.

HEYDEBRECK unterscheidet zwischen den Losern alter und neuer Schule. Zu den Losern alter Schule zählt sie Peter HEIN, der z.Z. mit seiner Band Fehlfarben und der CD Knietief im Dispo die Pessimisten anspricht.

Dieser resignativen Punk-Attitüde - die sie als "Modell von der Stange" abwertet - stellt sie die Loser-Avantgarde der Leistungsträger gegenüber. Zu ihnen zählt sie Peter FELIXBERGERs "Kunst der Entfesselung" und den "stilvollen Untergang" à la BELMONDO in Außer Atem, denn:

Zum Angsthaben ist es jetzt zu spät.« Lieber einen Neustart wagen"

ist das Motto der flexiblen Menschen (SENNET). Neben diesem bürgerlichen Präferenzmodell der (leitenden) Angestellten stellt HEYDEBRECK das linksalternative Konkurrenzmodell der "Glücklichen Arbreitslosen" um Guillaume PAOLI ("Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche") und die "Neue Bescheidenheit" im Studentenmilieu, das Juli ZEH im Spiegel beschrieben hat.

Der Loser ist für HEYDEBRECK nur dann ein Held, wenn er seine zweite Chance nutzt:

"Nur die Option, entgegen allen Erwartungen zu siegen, macht den Loser in unseren Augen sexy".

Damit hat HEYDEBRECK das Kündigungsmotto für alle scheidenden Frankfurter Allgemeine-Journalisten formuliert...

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 24. November 2002
Update: 19. Juli 2015