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Claudia Pinl: Wider die patriarchale Familie als einzige legitime Lebensform

 
       
     
       
     
       
   

Claudia Pinl in ihrer eigenen Schreibe

 
   

PINL, Claudia (1987): Mütterfrust gegen Emanzen.
Neue Mütterlichkeit bei den Grünen / "Bundesarbeitsgemeinschaft Mütter" soll eingerichtet werden Kampf um neue politische Strukturen richtet sich nicht gegen Männer, sondern gegen Feministinnen
in: TAZ v. 23.03.

PINL, Claudia (1990): Das ewige Jammern lähmt und schreckt ab.
Der Spielraum für feministische Ansätze ist heute stark
eingeschränkt. Doch es wurden einige Erfolge erzielt. Es lohnt sich, weiterzuarbeiten,

in: TAZ v. 15.01.

PINL, Claudia (2001): Men's Health.
Was heute als Familienpolitik verkauft wird, ist nichts anderes als patriarchale Bevölkerungspolitik. Die Frauen werden weiterhin aus dem Berufsleben gedrängt,
in: TAZ v.30.04.

PINL, Claudia (2001): Wieviele Ernährer braucht das Land?
Familienpolitik als Wahlkampfschlager,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, H.9, September

PINL, Claudia (2004): Das Ende des Familien-Ernährers?
Selbst wenn de Staat sämtliche Kosten übernehmen würde, könnte dies den Trend zur Kinderlosigkeit nicht umkehren. Das Gutachten bleibt letztlich die Argumente schuldig, weshalb in Deutschland die Geburtenrate gesteigert werden soll, wenngleich die Mittel dazu der Autorin durchaus sympathisch sind. Dabei stört sie weniger die bevölkerungspolitische Zielsetzung des Rürup-Gutachtens als vielmehr der Mangel an Ideen, der die Zementierung der Rollenmodelle verhindern könnte,
in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.18-19

Bert Rürup - Nachhaltige Familienpolitik

PINL, Claudia (2007): Die heilige Familie.
Am rechten Rand wächst der Widerstand gegen Ursula von der Leyens Pläne, die Zahl der Krippenplätze zu erhöhen. Ein Geflecht aus Familienlobbyisten, konservativen Kinderärzten, christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegnern hat sich gegen die "Verstaatlichung unserer Kinder" verbündet,
in: TAZ v. 27.04.

Claudia PINL klärt über das Deutsche Familiennetzwerk auf, das seine Lobbypolitik auch in überregionalen Zeitungen wie der Welt oder der FAZ betreibt. PINL weist auch auf Verbindungen zu anderen Verbänden auf:

"Ebenfalls mit dem Netzwerk verbandelt ist das »Heidelberger Büro für Familienfragen und Soziale Sicherheit«, das seinerseits nach eigenen Angaben von 30 bis 50 Organisationen und Einzelpersönlichkeiten unterstützt wird. Einige kennt man bereits als eigenständige Unterstützer des »Familiennetzwerks«. Mitbegründer und Spiritus Rector des »Heidelberger Büros« ist der Sozialrichter Jürgen Borchert, zeitweilig familienpolitischer Berater des hessischen Ministerpräsidenten Koch. Seit Jahren trommelt Borchert gegen die »Transferausbeutung der Familie«. Der auch in liberalen Medien als »Kämpfer für die Familie« gefeierte Borchert meint damit, dass Eltern im Unterschied zu Kinderlosen und Singles zu hohe Steuern und Sozialbeiträge zahlen und zu wenig Kindergeld erhalten."

PINL, Claudia (2009): Im Schatten des Ernährers.
Zum Warnstreik der Erzieherinnen,
in:
TAZ v. 06.05.

PINL, Claudia (2009): Alle Mann an den Wickeltisch.
Familienpolitik: Kinderbetreuung ist keine Sache der Frauen, sondern ein Auftrag an die Gesellschaft. Der notwendige Strukturwandel ist nicht in Sicht,
in: TAZ v. 06.10.

NEUE GESELLSCHAFT/FRANKFURTER HEFTE-Thema: Neue Bürgerlichkeit

Neu:
PINL, Claudia (2010): Es gibt mehr Bourgeois als man denkt,
in:
Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April

Claudia PINL beschreibt die Wendungen in der Frauen- und Familienpolitik bis zur Verabschiedung des  Wachstumsbeschleunigungsgesetzes, mit dem gemäß PINL der familienpolitische Kurs der ehemaligen Familienministerin von der LEYEN verlassen wurde.

 
       
   

Claudia Pinl im Gespräch

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Das Biedermeier-Komplott (2007).
Wie Neokonservative Deutschland retten wollen
Hamburg: Konkret Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Neokonservative Publizisten sehen Deutschland am Abgrund. Die Scheidungsziffern steigen, die Geburten sinken. Von außen drohen Globalisierung und islamistischer Terror. Schuld sei die Generation der 68er mit ihren Forderungen nach Selbstbestimmung und Frauenemanzipation. Werte und Institutionen wie Familie, Nation und Religion seien systematisch heruntergewirtschaftet worden. Das Ergebnis: Bevölkerungsschwund und allgemeine gesellschaftliche Erosion. Die populistische Hetze gegen berufstätige Frauen, die als »Gebärverweigerinnen« für den angeblichen Untergang des deutschen Volkes verantwortlich gemacht werden, ist gesellschaftsfähig geworden, wie der Applaus für Eva Herman zeigt. Die Neokonservativen empfehlen als rettenden Schritt in die Zukunft die Rolle rückwärts in ein vermeintlich sicheres Biedermeier: Die Wiederbelebung traditioneller Institutionen und bürgerlicher Werte wie Familie, Nationalstolz, Religion.

Die tatsächliche Bedrohung nehmen Schirrmacher, Matussek, di Fabio, Kirchhof und Co. nicht zur Kenntnis: Sie liegt nach Meinung der Autorin in der breiter werdenden Kluft zwischen Arm und Reich im Lande. Der Rückzug des Staates aus der sozialen Verantwortung hat zur Folge, dass immer mehr Menschen in Deutschland aus den Zonen materieller Sicherheit und gesellschaftlicher Anerkennung ausgeschlossen werden.

Claudia Pinl zeigt in ihrem Buch, wie der neokonservative Diskurs dazu beiträgt, Denkfiguren des rechten Randes in der politischen Mitte zu etablieren. Mit ihren Angriffen auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen, der Aufforderung, die dunkleren Seiten der deutschen Vergangenheit rückstandslos zu entsorgen und die Erziehung von Kindern endlich wieder autoritär zu gestalten, greifen die Neokonservativen die demokratische Basis der Gesellschaft an."

Inhaltsverzeichnis

Einleitung oder: Wie die Mottenkiste aufgeht

Allgemeine Verunsicherung
Von Adenauer zu Biedermeier
Tabubrüche - und ihr verabredetes Echo

Apokalypse, die erste: Wir sterben aus!

Im Zeichen der Pyramide
Demografischer Wandel als Chance
Vorwärts - wir wollen zurück!

Apokalypse, die zweite: Der Zerfall der Familie

Die Familie, die sie meinen
Eine Frage der Ehre
Gleichberechtigung - lästiges Gedöns

"Schluss mit lustig" - ein Kampf der Werte

Die 68er sind schuld
Die Diffamierung neuer Familienformen
Fleiß, Gehorsam, Disziplin - die Rückkehr der autoritären Erziehung
Schlampen und Emanzen
Biedermanns Ideal: die islamische Familie
Von Esther zu Eva oder: Die Dämlichkeit stirbt nie
Von der Natur zur Karikatur
Neuverteilung von Erwerbsarbeitszeit
Welches Geld für welche Familien?
Wer warum auf Kinder verzichtet
Der Ernährer spricht
Kampf ums Familienbudget

Die Urgewalt der Gene

Damals am Donnerpass...
...und 2005 in Berlin-Neukölln
"Blut ist dicker als Wasser"
It's the genes, stupid - Sozialdarwinismus und Kulturanthropologie
Ist unser Verhalten erlernt oder genetisch gesteuert?
Hoffnung ist nah ... aber ebenso die Katastrophe
Das weibliche Hirn rettet uns alle
Deutschland sucht die Supertöchter

Stolz auf Deutschland - neokonservativer Patriotismus

Neues Deutschland - dank Fußball-WM
Deutschland, eine Briefmarke
Endlich - wir dürfen wieder
Die Deutsche Geschichte - nach Matthias
Nicht ich wars, Adolf Hitler wars
Endlich normal
Wohlfühlpatriotismus gegen Verfassungspatriotismus?
Demokratie statt "Bürgergesellschaft"
Warum wir wieder wer sein müssen

Nationalökonomie - neokonservative Wirtschaftslehre

Nationale Standortsicherung
Leistung muss wieder lohnen
Vom Bürger zum Bourgeois
Kapitalismus macht frei
"Freie Wirtschaft" und "freie Bürger" brauchen keinen Staat?

Neidisch auf den Islam - die Neokonservativen und die Religion

Die Religion, die sie meinen
Zwischen Faszination und Grauen: Neokonservative sehen den Islam
Wandel durch Annäherung
Zurück zum Patriarchat?

Das Biedermeier-Komplott - ein Angriff auf die Demokratie

Der Mensch - identisch mit seinem inneren Schweinehund?
Verteilungsfragen sind tabu
Die Werte, die sie meinen
Bürgerliche Werte - mit doppeltem Boden
Frauen - das andere Geschlecht
Alle Macht den Märkten
Neokonservatismus - ein Angriff auf die Demokratie

Wer rettet Deutschland? Neun Kurzbiographien

Bernhard Bueb
Udo di Fabio
Peter Hahne
Eva Herman
Paul Kirchhof
Matthias Matussek
Frank Schirrmacher
Botho Strauß
Wolfram Weimer

 
     
 
       
     
   

Rezensionen

WALTHER, Rudolf (2007): Hausväterliteratur,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 10.05.

"Insbesondere die Bücher der religiös geprägten Autoren Kirchhof, Hahne und die Fabio erinnern in ihrem Zuschnitt an die »biedermeierliche Hausväterliteratur« (Claudia Pinl) mit ihrer die gesellschaftlichen Realitäten abwechselnd verteufelnden oder hellblau einfärbenden Tünche aus religiöser Schwärmerei, Doppelmoral und Patriarchalismus. Die Autorin spricht, darauf anspielend, vom Biedermeier-Komplott. Der Titel verdankt sich aber auch Schirrmachers Methusalem-Komplott, denn alle neokonservativen Autoren dramatisieren demografische Entwicklungstrends zu Horrorszenarien.
            
(...).
Worin liegen für die Autoren die Gründe der Fehlentwicklungen? Schuld sind berufstätige Frauen und die Revolte von 1968. Berufstätige Frauen ruinierten die Familie, und die 68er zermürbten die Autoritäten - so einfach ist das für Neokonservative. Es verwundert nicht, dass diese von Selbstbestimmung nichts, aber je nach Gusto von der Macht Gottes, des Marktes oder der Gene alles erwarten. Trotz einiger Wiederholungen ist es ein erfrischendes Vergnügen, Claudia Pinls Gegenattacke zu lesen", meint Rudolf WALTHER zum Buch.
 
       
   

Vom kleinen zum großen Unterschied (1993).
Geschlechterdifferenz und konservative Wende Im Feminismus
Hamburg: Konkret Verlag

 
   
     
 

Zitat:

Claudia Pinls Kritik am Müttermanifest der Grünen

"Die »Mütter« (MdBs, Soziologinnen mit und ohne Kinder, aktive grüne Politikerinnen aller Ebenen) drängen (...) an die Öffentlichkeit, haben Anfang März ihr Manifest vorgestellt und wollen die grüne Basis bis hin zur Bundesdelegiertenkonferenz für ihr Anliegen einer separaten Organisation erwärmen. Aquarium der Karrierefrauen? Das »Ghetto der Nichtmütter« und das »Aquarium der Karrierefrauen« (Manifest) gelte es mit einem neuen Emanzipationsbegriff zu überwinden (...). Hauptvorwurf an die grüne Frauenpolitik ist, sie habe die Erwerbszeit einseitig betont, mit dem Antidiskriminierungsgesetz und der Quotierungsforderung die kinderlose, unabhängige, qualifizierte Frau bevorzugt und deren Anpassung an die Männerwelt gefördert. Vor allem die Münchner Soziologin Gisela Erler, die sich wie einige andere Mentorinnen der neuen Bewegung durch Mutterschaft nicht davon abbringen ließ, Karriere zu machen, kritisiert die grüne Antidiskriminierungspolitik hart (...). Umgekehrt ist der Hauptvorwurf der grünen Feministinnen an die Mütter, daß sie die bestehenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse ignorieren. Vor allem, daß sie an der Arbeitsteilung nach Geschlecht, die Frauen nach wie vor zwei Drittel der gesamtgesellschaftlichen Arbeit zuweist (die gesamte Haus- und Familienarbeit plus ein Drittel der Erwerbsarbeit) nicht rütteln. Das »Manifest« weist diesen Einwand zurück: »Wir sind es, die täglich die Auseinandersetzung mit Männern über ihre Unterstützung im Alltag führen und hartnäckig ihren Anteil einfordern.« Auch Gisela Erler fordert eine »andere Mixtur von Reproduktions- und Erwerbsbereich«. Sie und ihre Kollegin Monika Jaeckel vom Deutschen Jugendinstitut wollen das freilich nicht durch Umverteilung der Arbeit, sondern durch »Umwertung«, das heißt durch Abwertung der Erwerbsarbeit und durch Aufwertung der »bunten und lebensfrohen Welt« der Mütter und ihrer Kinder. (...). Die neue grüne Mütterlichkeit wird noch eine Menge Staub aufwirbeln. Und zwar deshalb, weil ihre kulturrevolutionären Forderungen und rebellischen Kampfansagen gegen die männlich dominierte Konkurrenz- und Leistungsgesellschaft vor allem auf dem Papier stehen, während sich der tatsächliche Kampf unter Frauen abspielt. Das haben die Auseinandersetzungen auf dem Mütterkongreß, bei der BAG Frauen und nach der Veröffentlichung des Manifests gezeigt. Frauen werfen sich gegenseitig ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe vor, fühlen sich bedroht. Die einen, weil sie sich und ihre Situation in der grünen Partei nicht aufgehoben fühlen, die anderen, weil wieder mal die »Mutter« hochstilisiert wird und andere Frauen als »Nichtmütter« abqualifiziert werden."
(TAZ vom 23.03.1987)

 
     
 
       
   
  • Erstunterzeichnerinnen des Müttermanifests

  • CALABRESE, Dorothea
  • EPPLE, Eva-Maria
  • ERLER, Gisela
  • JAECKEL, Monika
  • NICKELS, Christa
  • ORTMANN, Hedwig
  • PAß-WEINGARZT, Dorothee
  • POTTHAS, Gaby
  • RIEGER, Ursula
  • TÜLLMANN, Greta
  • VOLLMER, Antje
 
   

Das Müttermanifest in der Debatte

NEEF-UTHOFF, Maria (1987): Flucht in den Kompromiß.
Heftige Debatte über "Müttermanifest" auf
dem Parteitag der Grünen / Mütter bekommen eigene "Unterarbeitsgemeinschaft" mit Finanzmitteln und politischer Sprecherin / Andere Frauen sehen darin einen Sieg für "eine schwarz-grüne Wendepolitik",

in: TAZ v. 04.05.

EBBINGHAUS, Angelika (1999): Das Müttermanifest.
Eine Variante der Bevölkerungspolitik,
in: Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Hamburg, Heft 3

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 04. August 2005
Update: 29. März 2015