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Mathias Greffrath: Die Arbeitsgesellschaft aus der Sicht des Weltbürgers

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1945 geboren
    • 1991 - 1994 Chefredakteur der Berliner "Wochenpost"
    • 2002 Buch "attac"
 
       
     
       
   

Mathias Greffrath in seiner eigenen Schreibe

 
   

GREFFRATH, Matthias (2000): Die Panik vor der Revolte,
in:
TAZ v. 15.04.

Rezension des Buchs Die beschleunigte Gesellschaft von Peter GLOTZ.

GREFFRATH, Matthias (2000): Gedanken eines bekennenden 68ers über das Leben zwischen den Zeit und ein nicht mehr neues Stück,
in: Theater heute. Jahrbuch 2000, Friedrich Berlin Verlag

GREFFRATH, Mathias (2001): Und wo bleibt die Gerechtigkeit?
Über soziale Sicherheit, gesellschaftliche Ungleichheit und die Zukunft der sozialdemokratischen Grundwerte
in: Frankfurter Rundschau v. 03.03.

Matthias GREFFRATH ist außerparteiliches, beratendes Mitglied der SPD-Grundwertekommission. Der Publizist verteidigt sowohl die Individualisierungstendenz als auch den Sozialstaat, da erst dadurch Vielfalt und Individualität lebbar geworden ist. Heute ist es jedoch üblich entweder für das eine und gegen das andere zu sein oder umgekehrt.

Seit der Soziologe Ulrich BECK die aktuelle Individualisierungsdebatte in den 1980er Jahren eröffnet hat, gilt den Anhängern der Individualisierungsthese der Sozialstaat als Gegner. Die Sozialstaatsbefürworter sagen dagegen der Individualisierung den Kampf an. Der Single ist für beide der Inbegriff des individualisierten Individuums.

Ein Bekenntnis zu beidem, das erfordert heutzutage Mut und grenzt irgendwie an Weltfremdheit, scheint doch mit der Generation Golf und der Generation Berlin die Flucht aus der Finanzierung des Sozialstaats und damit dessen Selbstauflösung mangels Arbeitnehmer keine abwegige Utopie zu sein...

GREFFRATH, Mathias (2002): Dekorneutrale Demokratie,
in: TAZ v. 17.04.

Der 68er GREFFRATH hat sich zuerst über den Artikel von Thomas E. SCHMIDT über die "Neue Bürgerlichkeit" der Erbengeneration geärgert und dann beim Artikel über die Bewegungsstiftung wieder beruhigt.

GREFFRATH, Matthias (2002): Fade Globalisierungssoße.
Vom Recht der Gesellschaft, ihren Vermögensanteil am technischen Fortschritt einzufordern. Ein radikales Plädoyer für Umverteilung,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.08.

Die FR dokumentiert die Festrede, die Greffrath  anlässlich der Einführung des Schriftstellers Uwe Timm als neuer "Stadtschreiber" von Bergen-Enkheim gehalten hat:

"Eine Rückwendung, das heißt auf Lateinisch: Revolution.
Und wer heute noch zur Revolution aufruft, ist eine skurrile Gestalt. So wie der Mann, um dessen Beerdigung es in Uwe Timms letztem Roman geht. Der Roman heißt »ROT«. Das steht für Sozialismus, und was uns fehlt, seit er fehlt, das steht für die Farbe, die uns die wärmste ist. Der Erzähler des Romans, Thomas Linde, ist ein übrig gebliebener 68er, der Beerdigungsreden hält, gegen Geld, auf Friedhöfen. Unübliche Reden, in denen die Arbeit der Verstorbenen eine große Rolle spielt. Das, was sie der Welt hinzugefügt haben, das, was ihre kleine Geschichte mit der großen Geschichte verbindet. Das, was in den meisten Reden auf Friedhöfen nicht vorkommt, weil es nicht der Rede wert ist."

GREFFRATH, Mathias (2003): Eine Art Turbofeudalismus,
in: TAZ v. 15.01.

Der bekennende 68er GREFFRATH versucht sich als Gegenspieler des Sessel-Demonstranten MÜLLER-VOGG. Statt um einen Steuersenkungsprotest geht es um den Kampf für mehr Staatseinnahmen und die Erhaltung des Sozialstaats:

"Ich schlage lustvolle kleine Anfänge vor, etwa eine freiwillige Steuerwehr, die vor der Deutschen Bank vorfährt, wenn eine ungerechte Steuersenkung ihr Milliardengewinne schenkt, oder die Zufahrtsstraßen nach Liechtenstein blockiert, bis das illegal dorthin verbrachte Geld wieder zurückkommt - ohne Reichenrabatt. Nachts fantasiere ich von gewaltigen Piss-ins, dort, wo die öffentlichen Örtchen kommerzialisiert wurden".

GREFFRATH, Mathias (2003): Barbarische Anpasser,
in: TAZ v. 24.09.

GREFFRATH, Mathias (2004): Der leere Sockel,
in: TAZ v. 14.01.

"Volkshochschulen, Wüstenrot und Lesering. Schelskys Mittelstandsgesellschaft wurde zum Spitzenslogan der soziologischen Nachkriegsideologie. Für ein Jahrzehnt verschwanden Klasse, Bürgertum, ja selbst Unterschicht aus der Diskussion",

doziert GREFFRATH. Paul NOLTE hat in der ZEIT vom 17.12. 2003 diese konservativ-bürgerliche Idee von der "klassenlosen" Gesellschaft verabschiedet, um sein sozialpädagogisches Konzept der neuen Werteelite vorzustellen.

"Das klingt fürsorglicher und weniger zynisch als etwa Peter Glotz fatalistische Prognose, ein Drittel werde eben im digitalen Kapitalismus nicht mehr gebraucht, man möge ihnen ein karges Grundeinkommen garantieren, damit sie nicht mit Steinen schmeißen. Nolte will die Prolls wieder in die »Mehrheitsgesellschaft« integrieren, an die bürgerlichen Werte »anschließen«",

anerkennt GREFFRATH erst einmal, um anschließend NOLTEs Vorschläge als Plädoyer für einen "Turbokapitalismus mit guten Manieren" zu kritisieren. GREFFRATH setzt NOLTE seine eigene Utopie entgegen, in der die Tradition der bürgerlichen Geschichte, und  ihren beiden Strängen - Aufklärung und Kapitalismus - vereint wird: "die der weltbürgerlichen Arbeitsgesellschaft."

"»Work hard and play by the rules«, das ist die halbierte Bürgerlichkeit, solange man nicht über die rules streitet. Und deshalb bleibt, wie Adorno schon sagte, der Sockel einstweilen leer",

entgegnet er NOLTE. Unkritisiert bleibt dagegen der lange Artikel von NOLTE in der TAZ vom 31.12.2003. Möglicherweise gibt es ja zwischen GREFFRATH und NOLTE mehr Übereinstimmungen als Unterschiede.

GREFFRATH, Mathias (2004): Unter Utopieverdacht.
Das Schlagloch,
in: TAZ v. 15.09.

GREFFRATH, Mathias (2005): Das Neue sozial denken,
in: TAZ v. 22.06.

Mathias GREFFRATH verteidigt den Familienkonservatismus des neuen Linksbündnisses gegen New Economy-Befürworter wie Mark TERKESSIDIS:

"Die Schwäche der Neugründung liegt (...) nicht im Sozialstaats-»Konservatismus«. Was soll denn das heißen? Die entscheidende politische Trennlinie liegt genau zwischen »das Soziale neu denken«, wie es neuerdings von der katholischen Bischofskonferenz bis zum Bertelsmann-Fellow Warnfried Dettling heißt - und »das Neue sozial denken«, was durchaus in der Tradition des rheinischen Kapitalismus ist, wie Heiner Geißler es jüngst so schön sagte"

GREFFRATH, Mathias (2005): Wieder Singen lernen,
in: TAZ v. 27.07.

Wer wissen will was eine Rede von Maynard KEYNES im Juni 1930 mit Punks, Birgit VANDERBEKEs Roman Sweet Sixteen und der Jugend von heute zu tun hat, der muss sich durch diesen typischen 68er-Artikel von Mathias GREFFRATH quälen.

Neu:
GREFFRATH, Mathias (2009): So herrlich wird das neue Jahr.
Und das ganze Jahrhundert gleich mit. Auf dem Weg in die wahre Wissensgesellschaft,
in:
Berliner Zeitung v. 08.01.

 
       
   

attac (2002).
Was wollen die Globalisierungskritiker?
(zusammen mit Christiane Grefe & Harald Schumann)

Berlin: Rowohlt

 
   
     
 

Klappentext

"»Globalisierung von unten - entwaffnet die Finanzmärkte!«
Unter diesem Leitspruch hat sich eine Bewegung formiert, die weltweit gegen die Auswüchse der Globalisierung und für eine gerechte Verteilung des Wohlstands kämpft. Immer mehr Menschen, auch in Deutschland, schließen sich dem Netzwerk von Attac an. Das erste Buch über die spektakuläre Protestbewegung, die im Begriff ist, die Agenda der Weltpolitik zu verändern."

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. Januar 2004
Update: 27. August 2015