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Ulrich Greiner: Wir 68er gegen Euch 89er!

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1945 in Offenbach geboren
    • Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften
    • 1993 Herausgeber von "Revision"
 
       
     
       
   

Ulrich Greiner in seiner eigenen Schreibe

 
   

GREINER, Ulrich (1973): Von einem, der auf den Füßen zu gehen lernt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.12.

Rezension der Erzählung Lenz von Peter SCHNEIDER.

GREINER, Ulrich (1994): Die Neunundachtziger.
Der Streit über Botho Strauß und die Verrisse seines jüngsten Buches sind Ausdruck eines Machtkampfs. Eine neue Generation tritt gegen die Achtundsechziger an,
in: Die ZEIT Nr.38 v. 16.09.

GREINER, Ulrich (2001): Der Wiedergänger.
Uwe Timm erzählt in seinem Roman "Rot" von der Liebe, vom Älterwerden und vom Sterben und erinnert an die Geschichte der verlorenen Utopien,
in: Die ZEIT Nr.41 v. 04.10.

Rezension des Romans Rot von Uwe TIMM.

GREINER, Ulrich (2001): Warum wollen wir Kinder?
In den alten Zeiten kamen sie von selber, heute können wir darüber bestimmen. Das ist für manche ein Segen, für andere ein Fluch. Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist die Antwort von entscheidender Bedeutung
in: Die ZEIT Nr.47 v. 15.11.

Feindbild Single als Identitätsstabilisator für unzufriedene Eltern

GREINER, Ulrich (2003): Bücher vor Gericht.
Kunstfreiheit ist kein Freibrief für Vertrauensverrat,
in: Die ZEIT Nr.44 v. 23.10.

Ulrich GREINER schreibt gegen den Bedeutungsverlust der eigenen Zunft an: "Andy Warhols Versprechen im Ohr, jeder könne zehn Minuten ein Star sein, ergreift ein Volk von Exhibitionisten jeden Strohhalm des Ruhms, sei es als Bewerber um den Posten des »Superstars«, als Studiogast in einer Ehekrisen-Show oder als Alleinunterhalter vor der Web-Kamera. Die Einschaltquote und das Zählwerk der Homepage beweisen, dass die Mühsal nicht vergeblich war. Wem Tausende oder gar Millionen zuschauen, der kann nicht bedeutungslos sein. Ich werde gesehen, also bin ich." Und man muss in Bezug auf die Feuilletonisten hinzufügen: Ich werde gelesen, also bin ich...

GREINER, Ulrich (2006): Abglanz des Gelebten.
Volker Weidermann betreibt Biografismus als Literaturgeschichte,
in: Die ZEIT Nr.14 v. 30.03.

Ulrich GREINER, von Hubert WINKELS  als Gnostiker bezeichnet, wird ganz Empathiker, wenn er WEIDERMANNs Buch Lichtjahre als "anregend - und ausgesprochen ärgerlich" bezeichnet.

GREINER, Ulrich (2006): Was der Mann nicht kann.
Je mehr sich Frauen emanzipieren, desto entbehrlicher fühlen sich viele Männer – und ziehen sich aus der Verantwortung. Eine Antwort auf Iris Radisch,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.

Ulrich GREINER leidet eindeutig am SCHIRRMACHER-Syndrom.
Das führt dazu, dass das Wechseln der Windeln zum erotischen Erlebnis wird, das ein Mann niemals in gleicher Weise erleben kann wie die Frau!
Die Frau MUTTIert durch die Geburt, hat GREINER aus dem Focus gelernt! Er würde so gern ein alter Patriarch sein, wenn frau ihn nur ließe:

"Der Mann wird, wenn sich die Frau zu ihrer Andersheit bekennt und alles, was damit zusammenhängt, austrägt und aushält, bereit sein, seine alte Rolle als entsagender Beschützer zu übernehmen. Da aber nicht wenige Frauen, kaum haben sie die Geburt überstanden, alles daransetzen, mit den in der Tat teuren Hilfsmitteln wie Kinderfrau et cetera den Status quo ante wiederherzustellen und so rasch wie möglich ihre berufliche Position wieder einzunehmen, gibt es für den Mann keine emotionale Basis, an der Beseitigung dieses Problems wirklich mitzuarbeiten."

Dann sind wir endlich dort, woher der neubürgerliche Zeitgeist der 68er weht, bei der Aufwertung der Hausfrauenehe:

"Ich bin Vater zweier Töchter, die beide intelligent genug scheinen, um ihren beruflichen Weg zu machen, wo immer er hinführen mag. Meine Frau ist, abgesehen von gelegentlichen und schlecht bezahlten universitären Lehraufträgen, Hausfrau, was sie in ein permanentes moralisches Legitimationsdefizit bringt. Hausfrau zu sein gilt in dieser Gesellschaft als das Letzte. Die nicht geringe Kunst, Kinder im häuslichen Umkreis zu bilden und zu erziehen, ist aber der Anfang der Kultur, und diese Aufgabe an den Staat zu delegieren hieße, ihn zu überfordern. Ich wünsche mir, dass die Leistung meiner Frau, nämlich zu Hause zu sein, wenn die Kinder sie brauchen, nicht von wohlmeinenden Freundinnen herabgesetzt wird. Und ich wünsche meinen Töchtern viel Erfolg. Ich könnte nicht sagen, worin er in meinen Augen bestehen sollte. Würden sie Karriere machen, ich wäre zufrieden. Bekämen sie Kinder, ich wäre glücklich."

Im Gebärneid der Männer sieht GREINER die Triebfeder der Reproduktionsmedizin:

"Männer können keine Kinder kriegen. Die Märchen, die Mythen der Völker und die Werke der Weltliteratur erzählen immer wieder von der einen und großen Kränkung des Mannes: dass er alles kann – aber keine Kinder kriegen. Deswegen hat der Mann die Frau immer umworben (...). Deswegen hat er sie in Schach gehalten (...). In den alten Zeiten war eine gebärfähige Frau das größte denkbare politische wie emotionale Kapital. Schon immer hat der Mann alles unternommen, um diesen von der Natur eingerichteten ungeheuren Vorsprung der Frau wettzumachen. Die Furcht, die ihn dabei umtrieb, ist im Vokabular des römischen Rechts aufbewahrt: Pater semper incertus – den Vater weiß man nie genau.
Deswegen ist der Mann heute im Begriff, diese Schmach endgültig zu überwinden. Die Anstrengungen der Reproduktionsmedizin haben ihre innere Logik eben darin.
"

Nicht, dass z.B. homosexuelle Paare mittels Eizellspende und Leihmutterschaft, Kinder adoptieren können, ist für GREINER das Ziel, sondern der Klon, weshalb er Steven SPIELBERGs Film A.I. als Beispiel aufführt.

GREINER, Ulrich (2007): Mittlere Bücher, mittlere Gefühle.
Die aktuelle deutsche Literatur wird von Handwerkerinnen bestimmt, die selten Fehler machen. Vielleicht ist das ihr größter Fehler,
in: Die ZEIT Nr.42 v. 11.10.

Ulrich GREINER kann sich mehr für die Männerromane von Peter HANDKE oder Botho STRAUSS begeistern als für die Frauenliteratur einer Julia FRANCK, Katja LANGE-MÜLLER oder Annette PEHNT.

GREINER, Ulrich (2009): Die Würde der Armut.
Der neue Klassenkampf bricht los: Warum wir nicht länger von Gleichheit reden sollten,
in: Die ZEIT Nr.47 v. 12.11.

"Der Konsens bröckelt. Wir befinden uns in einem Prozess der Desolidarisierung und der Repolitisierung. Wenn der Schriftsteller Richard David Precht im Spiegel behauptet, der Konflikt zwischen Rechts und Links, zwischen Freiheit und Gleichheit sei ein alter Hut, den im Ernst keiner mehr trage, so ist das Gegenteil wahr: Der alte Streit entzweit uns von Neuem", meint Ulrich GREINER.
CICERO-Titelgeschichte: Sehnsucht Familie.
Hoffnung oder Horror?

GREINER, Ulrich (2011): Familienbande im Patchworkzeitalter.
Von den Nibelungen bis zur modernen Literatur: Immer noch geht es um Vater, Mutter und die Kinder,
in: Cicero, Dezember

Neu:
GREINER, Ulrich (2014): Die Herstellung des Menschen.
Wir gewöhnen uns an sie, aber sie bleibt ein Skandal: Mit der Reproduktionsmedizin handeln wir uns nicht nur ein Züchtungsprojekt ein, sondern verlieren auch eine große kulturelle Errungenschaft, die Genealogie,
in: Die ZEIT Nr.40
v. 25.09.

Ulrich GREINER hat Verständnis für die Sichtweise von Sibylle LEWITSCHAROFF und sieht im Buch Kinder machen von Andreas BERNARD lediglich einfältigen Fortschrittsoptimismus. Seine reaktionäre These mixt er aus Altem Testament, Peter SLOTERDIJK ("Die schrecklichen Kinder der Neuzeit") und Edmund BURKE zusammen:

"Allein in Deutschland entstehen auf künstlichem Weg pro Jahr etwa tausend Kinder unklarer oder verborgener Herkunft. Die genealogische Ordnung, die eine kulturelle Leistung ersten Ranges darstellt, scheint an ihr Ende gekommen."

Die "Generation Reagenzglas" wird bei GREINER auf die "Generation Neustart" reduziert:

"Die Generation, die in den Reproduktionsfabriken hergestellt wird, ist die Generation Neustart. Sie beginnt mit einer jungfräulichen Festplatte und hinterlässt nach Möglichkeit wiederum eine leere. (...).
Elternschaft, reproduktionstechnisch betrachtet, ist nur noch ein schwaches soziale Konstrukt, das mit Blutsbanden nichts mehr zu tun hat und sich von Fall zu Fall neu zusammensetzt",

jammert GREINER. Wer dabei an Frank SCHIRRMACHERs Klage Minimum denkt, der liegt nicht falsch.

Genealogie ist bei GREINER gleichbedeutend mit patriachaler Ordnung, weshalb, er das häufig zitierte, aber kaum von jemand gelesene Buch Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft von Alexander MITSCHERLICH mit lesbischen Paaren in Verbindung bringt, während homosexuelle Paare ausgeblendet werden. Und nicht zuletzt wird der Optimierungswahn von Frauen wie Nicole ABÉ gegeißelt:

"Wie bei allen Optimierungsprozessen (...) wird Abfall entstehen, wie es schon jetzt das Schicksal zahlloser per IVF befruchteter Eizellen ist. Man wird sich daran gewöhnen, doch ist und bleibt es ein krimineller Akt."

Dabei sind sich GREINER und ABÉ in ihren anderen Ansichten weit ähnlicher als die selektive Lesart von GREINER dies (nicht nur bei ABÉ) Glauben machen will.

 
       
   

Revision (1993).
Denker des 20. Jahrhunderts auf dem Prüfstand. Eine ZEIT-Serie,
Hildesheim
: Claassen Verlag (vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"»Man kann auch ein Erdbeben verpassen«, schrieb der Schriftsteller Peter Schneider im April 1990, und er meinte damit die Unfähigkeit vieler deutscher Intellektueller, nicht nur den Zusammenbruch der sozialistischen Staaten, sondern auch das historische Scheitern einer Gesellschaftstheorie in seiner gesamten Tragweite zu begreifen und produktiv damit umzugehen.
Seit 1989 stimmen die vertrauten Muster nicht mehr. Was vorher klar schien, ist nun diffus; was geordnet wirkte, erscheint chaotisch. Aber es bietet sich die Chance, die scheinbar bekannten Theorien und Denkansätze noch einmal zu lesen und neu zu bewerten. Wichtige Denker unseres Jahrhunderts werden in der ZEIT-Serie REVISION einer Überprüfung unterzogen."

 
     
 
       
   

Die Beiträge des Sammelbandes

GREINER, Ulrich - Der Verrat der Intellektuellen. Über Julien Benda

FUCHS, Jürgen - Die Ablehnung der Mutlosigkeit. Über Manès Sperber

RADDATZ, Fritz J. - Der Lederstrumpf der Utopie. Über Ernst Bloch

SMOLTCZYK, Alexander - Von der Sinnlichkeit der Welt. Die Geschichtsschreibung des Fernand Braudel

KUHLMANN, Andreas - Deutscher Geist und liberales Ethos. Die frühe Sozialphilosophie Helmuth Plessners

FRITZ-VANNAHME, Joachim - Des Aristoteles verzweifelte Tochter. Über Hannah Arendt

KRZEMINSKI, Adam - Die Verführung de Denkens hört nicht auf. Über Czeslaw Milosz

SCHERRER, Jutta - Der Sozialismus als Civitas Dei. Über Nikolaj Berdjajew

ENGLER, Wolfgang - Wächter in finsterer Nacht. Über Karl Mannheim

STOESSEL, Marleen - Aura und Menschenwelt. Über Walter Benjamin

ZIMMER, Dieter E. - Die sexuelle Revolution. Über Wilhelm Reich

SEILER, Manfred - Das Elend des Historizismus. Über Karl Raimund Popper

NORDHOFEN, Eckhard - Das Prinzip der Gleichgültigkeit. Über Ernst. H. Gombrich

BAIER, Lothar - Die Bedingungen der Hellsicht. Über Albert Camus und sein Buch "Der Mensch in der Revolte"

LÜTKEHAUS, Ludger - Die Epoche, in Explosionsform gedacht. Über Günther Anders

BUCH, Hans Christoph - Wer betrügt, betrügt sich selbst. Über André Gide und seine Reise in die Sowjetunion (1936)

KUNERT, Günter - Im Eismeer der Geschichte.
Theodor Lessing und die "Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen"

TÜRCKE, Christoph - Wie der Imperialismus verschwand. Über Wladimir Iljitsch Lenin und seine Kapitalismuskritik

SAHL, Hans - Alles kam anders. Über Ignazio Silone

HINDERER, Walter - Auf die Spitze getrieben. Die politischen Schriften von Karl Jaspers

LEHMANN, Joachim - Stürmer, Dränger, Don Quichotte. Bernward Verspers Romanessay "Die Reise"

OPITZ, Peter J. - Die Offenheit der Seele. Über Eric Voegelin und "Die neue Wissenschaft der Politik"

GLOTZ, Peter - Auf dem nationalistischen Blocksberg ist heute Walpurgisnacht. Die erneuerte Aktualität des radikalen Internationalismus der Rosa Luxemburg

LEONHARDT, Rudolf Walter - Die Sehnsucht nach Liebe. Bertrand Russell: Zwischen Mathematik und dem Atomtod

GRUNENBERG, Antonia - Die Macht des Ganzen über das Individuum. Über Herbert Marcuse

BUSCHE, Jürgen - Die Wissenschaft denkt nicht. Über Martin Heidegger

GÜNTNER, Joachim - Zurück zur Kultur. Über Arnold Gehlen

KILB, Andreas - Anschwellende Geistesfinsternis. Über Oswald Spengler und Botho Strauß  

 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
     
   
 
   
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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 01. August 2005
Update: 04. Juli 2015