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Angela Voß: Ein Baby - jetzt, später oder nie?

 
       
     
       
   

Angela Voß in ihrer eigenen Schreibe

 
   

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Angela Voß im Gespräch

 
   

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Ein Baby - jetzt, später oder nie? (2004).
Das Dilemma der flexiblen Frau
Hamburg: Hoffmann & Campe (vergriffen)
(2006 als Taschenbuch bei Bastei/Lübbe erschienen; vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"Mutter zu sein bedeutet für viele Frauen das größte Glück der Welt. Die Entscheidung für ein Kind geht jedoch auf Kollisionskurs mit dem Bedürfnis, sich in einer ständig wandelnden Welt möglichst viele Optionen offen zu halten. Und da beginnt das Dilemma der flexiblen Frau: Ein Kind passt eigentlich nie richtig ins Leben. Solange die Baustellen Liebe, Karriere und Lebensglück den Sprung auf die Elternseite zum Risiko machen, wird die Kinderfrage verdrängt, verschoben und ab 35 plus zum Vabanquespiel gegen die Zeit gemacht. Weltweit breiten sich Trends zur späten Geburt und zum bewussten Nein aus vielfach wird der Zeitpunkt aber auch unfreiwillig verpasst. Das Buch soll helfen, eigene Wünsche und Bedürfnisse besser einzuschätzen, um eine bewusste Entscheidung fällen zu können."

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die verpasste Entscheidung

Deutschland - Entwicklungsland in Sachen Kinderbetreuung

Von Rabenmüttern und Schlüsselkindern

Das erste Baby - mit 20, 30 oder 40?

Kinderwunsch in Männerköpfen

Wenn Männer Väter werden

Samenbänke - eine Notlösung?

Welche Beziehung führt zum Kind? Die Theorie der Liebe

Lust und Frust der Kinderlosen

Was Ängste und Unsicherheiten über uns verraten

Take the best!

Zitate:

Kinderlosigkeit und Geburtenrate in Deutschland

"Immer mehr Menschen entscheiden sich spät oder gar nicht, Eltern zu werden. Von 1970 bis 1986 war die Bundesrepublik das Land mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt. Bis heute liegt der Mittelwert von 1,3 Geburten je Frau im weltweiten Vergleich im untersten Bereich. Über 40 Prozent der Akademikerinnen bleiben in Deutschland kinderlos. In einer Stadt wie Hamburg leben sogar nur noch in 19 Prozent der Haushalte Kinder, wie für das Jahr 2001 ermittelt wurde." (2004, S.8)

"Schon seit über dreißig Jahren gibt es in Deutschland eine relativ große Zahl von Frauen und Männern über 40, die keine Kinder haben. Im Jahr 2000 hatten von den 45-jährigen Frauen im Westen 30 Prozent keine Kinder. Im Osten waren es laut Familiensurvey 12 Prozent. Andere Statistiken weichen um ein paar Prozentzahlen davon ab, tippen auf mehr oder weniger Kinderlose. Von den 1 325 386 Menschen, die 1965 in Deutschland Ost und West geboren wurden, werden nach Schätzung von Experten der Bevölkerungsstatistik rund 398000 kinderlos bleiben. Das ist ein Drittel dieses Jahrgangs! Bei Frauen gilt: Je besser die Ausbildung, desto häufiger sind sie kinderlos. 25 Prozent der Hauptschulabsolventinnen, 33 Prozent der Realschulabgängerinnen und 40 Prozent der 1965 geborenen Akademikerinnen werden kinderlos bleiben, so der Familiensurvey. Andere Quellen sprechen sogar von 44 Prozent kinderlosen Akademikerinnen." (2004, S.173)

Das Bild der Kinderlosen

"Wie sind sie wirklich, die Menschen ohne Kinder? Sind sie wilder? Immerhin können sie Partys feiern, wie sie fallen, dicke Autos fahren und dreimal im Jahr ins Ausland reisen. So jedenfalls sehen viele gleichaltrige Eltern die Kinderlosen heute, die ihr Geld jahrelang nur für sich allein und für niemanden sonst ausgeben konnten. Vielleicht entsteht dieser wilde Eindruck jedoch bloß, weil auch die homosexuellen Männer zu den Kinderlosen gehören." (2004, S.173f.)

"Die gewollt kinderlosen Frauen werden in unserer Gesellschaft neuerdings oft beschimpft, weil sie ihren Beitrag zur Sicherung unseres Rentensystems, zur Zukunft der Bundesrepublik nicht leisten. Mann könnte antworten, dass viele von ihnen durchaus einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie viel arbeiten und hohe Steuern zahlen. Darüber hinaus sind sie seltener von Arbeitslosigkeit betroffen und fallen im Alter seltener den öffentlichen Kassen zur Last." (2004, S.179)

Differenzierung der Kinderlosen in drei Gruppen

"Die Kinderlosen lassen sich in drei große Gruppen unterteilen, die sich in ganz unterschiedlicher Weise mit ihrer Kinderlosigkeit auseinander gesetzt haben: kein Kinderwunsch vorhanden, unerfüllter Kinderwunsch mit ärztlicher Behandlung und unerfüllter Kinderwunsch ohne ärztliche Behandlung. Mittlerweile gibt es darüber viele Forschungsberichte. Seit kurzem liegt auch eine systematische Untersuchung aus dem Jahr 2000 vor, durchgeführt von einem Forscherteam um Bernhard Strauß vom Institut für medizinische Psychologie in Jena und Jürgen Bengel vom Psychologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. (2004, S.174)

Erwerbsorientierte Frauen und die Vereinbarkeitsfrage

"In allen Gruppen finden sich erwerbsorientierte Frauen, die eine Doppelausrichtung auf Beruf und Familie für nicht realisierbar halten. Manchen sehen dies grundsätzlich so und vermissen nichts, andere haben den Kinderwunsch immer wieder aufgeschoben, in der Hoffnung, dass die Umstände eines Tages günstiger sein würden. Und irgendwann war es dann einfach zu spät, mit oder ohne ärztliche Hilfe" (2004, S.175)

Nichtberücksichtigung des Kinderwunsches von Lesben und Homosexuellen

"Ausgelassen habe ich bei meiner Beschreibung die homosexuellen Frauen und ihren Kinderwunsch. Das Thema würde ein eigenes Buch füllen (...). Homosexuelle Paare müssen sich rechtfertigen, wenn sie ein Kind wollen, bei Heterosexuellen ist es eher umgekehrt." (2004, S.175f.)

Kinderlose ohne Kinderwunsch

"Das wichtigste Merkmal der bewusst kinderlosen Gruppe ist ihre berufliche Orientierung. Absichtlich kinderlose Frauen und Männer wollen meist ohne Kompromisse ihre beruflichen Ziele verfolgen. Die Liebe ist gegenseitig. Überall im Berufsleben sind heute Kinderlose zu finden. Kinderlosigkeit ist aus Firmensicht kein Stigma. Nicht einmal mehr in einer konservativen, familienorientierten Partei wie der CDU, die eine Parteivorsitzende wie Angela Merkel an ihrer Spitze hat und in Hamburg einen Ole von Beust als Bürgermeister durchsetzen konnte. Für Frauen im Berufsleben ist Kinderlosigkeit immer ein Pluspunkt gewesen, weil die Schwangerschaft jeder Mitarbeiterin ein Unternehmen Zeit und Geld kostet. (...). Junggeselle oder Familienvater? Diese Frage stellt sich bei der Karriere nicht mehr so wie früher, als Junggesellen skeptischer beäugt wurden und eine Heirat noch der Karriere förderlich war. Die jüngeren Personalchefs haben keine Vorurteile gegenüber Junggesellen mehr - homo oder hetero." (2004, S.178f.)

"Bewusst Kinderlose beurteilen das Leben anders als Eltern. Sie finden nicht, das ein Kind dem Leben mehr Sinn geben würde. Sie glauben auch nicht, dass ein Kind ihnen mehr soziale Anerkennung verschaffen würde. Ihre Selbstverwirklichung ist ihnen wichtiger als die sinnlichen Erfahrungen einer Elternschaft. Unterschiede zeigen sich auch in Sachen Partnerglück. Für die gewollt Kinderlosen braucht Liebe Freiheit. (...). Die meisten wünschen sich auch einen intensiven Austausch innerhalb der Partnerschaft. Erwachsenenthemen statt Kinderthemen. Gewollt Kinderlose gehören wesentlich häufiger keiner religiösen Gruppierung an, und sie leben am liebsten in Ballungszentren. In den Großstädten hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte eine breitere Vielfalt der Lebensformen durchgesetzt. Hier gibt es mehr Kinderlose, mehr Singles, mehr Einelternfamilien." (2004, S.180)

Die Entscheidung zur Kinderlosigkeit bei bewusst Kinderlosen

"Die Entscheidung zur Kinderlosigkeit fällt meist früh. Schon mit 25 wissen oder ahnen die meisten bewusst kinderlosen Frauen und Männer, dass sie keine Kinder wollen, schreiben Strauß und Bengel. Das hat oft mit ihren Erfahrungen aus der Kindheit zu tun. Die Männer sind (...) auffallend häufig nicht bei ihren Eltern aufgewachsen und auffallend oft ist ein Elternteil früh gestorben. Gewollt kinderlose Paare sehen in ihren Eltern häufiger keine Vorbilder für die Elternrolle." (2004, S.181)

Plädoyer für mehr Selbstbewusstsein

"Mütter und Väter haben es leichter, gesellschaftliche Anerkennung zu finden. (...). Politikerinnen können wie Hillary Clinton sagen, dass sie eine andere Politik machen, weil sie Kinder haben. Dasselbe Selbstbewusstsein sollten auch die Kinderlosen aufbringen. Sie sollten ruhig über sich reden und Kinderlosigkeit zur Normalität machen. Sie sollten zugeben, dass sie manchmal Mütter um ihre Kinder beneiden, dass sie manchmal ein Baby anschauen und sich in dem Moment auch ein Kind wünschen. Diese Wehmut muss niemand leugnen. Aber man sollte auch die Vorteile der Kinderlosigkeit nicht verschweigen. Das Leben ohne Kinder ist schön. Manchmal mehr, manchmal weniger." (2004, S.200)   

 
     
 
       
   

Beiträge von single-generation.de zum Thema

Die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen - Ist die Talsohle bei den Akademikerinnen erreicht? Eine Kritik der Debatte um die Geburtenentwicklung anhand neuer Erkenntnisse (Oktober 2012)

Ein Leben ohne Kinder - Ein von Michaela Kreyenfeld & Dirk Konietzka herausgegebener Sammelband fasst erstmals den sozialwissenschaftlichen Stand zur Kinderlosigkeit in Deutschland zusammen (Mai 2007)

Die Kultur der Kinderlosigkeit in Deutschland: Gewollte Kinderlosigkeit - ein Tabuthema rückt in den Mittelpunkt der politischen Debatte (März 2007)

Das neue Tabuthema - Gewollte Kinderlosigkeit in Deutschland (Dezember 2002)

 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 21. Februar 2014
Update: 21. Februar 2014