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Barbara Dribbusch: Älter werden

 
       
     
       
   

Barbara Dribbusch in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   

DRIBBUSCH, Barbara (2000): Das Schwarzbuch der Liebe.
Immer mehr Paare trennen sich. Doch in der Liebe geht es zwischen Männern und Frauen nicht um Gleichheit, sondern mehr um die Frage, wer wen am meisten braucht,
in: TAZ v. 14.12.

DRIBBUSCH kommt beim Thema Trennungen ohne den Namen Boris Becker, aber nicht ohne HOUELLEBECQ aus. Sie hat den Focus Nr.45 v. 06.11. und den Spiegel Nr.48 v. 27.11. (Thema: ältere Frau liebt jüngeren Mann) gelesen, aber nur ersteres erwähnt. Ansonsten packt sie alles zu einem Weihnachtsgeschenk (Fest der Liebe!) zusammen, was gerade auf dem Beziehungssektor modern ist: multilokale Mehrgenerationenfamilie, Freundschaftsbeziehungen (Dezemberheft der Psychologie Heute) und die Resolidarisierung der Geschlechter (Woche Nr.48 v. 24.11.).

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Wenn der Kanzler schummelt.
Schröder verwendete falsche Arbeitslosenzahlen. Rede sollte schließlich "keine wissenschaftliche Arbeit" sein,
in: TAZ v. 06.01.

Barbara DRIBBUSCH regt sich zu Recht über den schlampigen Umgang von Politikern mit statistischen Zahlen auf:

"Wenn korrekte Arbeitslosenzahlen schon als »wissenschaftliche Arbeit« gelten, stimmt das nachdenklich. Wenn Bundestagsdebatten als Beweis dafür gelten, dass man Lügen weiterverbreiten darf, stimmt das noch nachdenklicher. Im Bundestag wird alles wahr (...). So setzt man neue Maßstäbe (...): Reden sind nur Reden, wers glaubt, ist selbst dran schuld.".

Leider sind da Journalisten auch nicht besser. Kritische Überprüfung ist meist Fehlanzeige und sie erfolgt nur, wenn sie zum journalistischen Interesse passt.

Der Geburtenrückgang ist ein solches Politikum, bei dem die Zahlen, die tagtäglich verbreitet werden, so zur Selbstverständlichkeit geworden sind, dass sich jegliche kritische Reflexion von vornherein verbietet. Wenn es um Familienpolitik geht, braucht man Zahlen nicht so genau nehmen, denn es dient ja einer guten Sache (siehe Ursula MÄRZ in der FR v. 04.01.).

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Eine doppelte Hierarchie.
Streit um Babyprämien: Kinder sind nicht nur ein Armutsrisiko,
in: TAZ v. 09.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Viel Job, wenig Liebe.
Die Leistungsgesellschaft führt zum heimlichen Gebärstreik. Jede dritte 35-Jährige ist kinderlos - die meisten bleiben es,
in: TAZ v. 02.02.

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Management der Triebe.
Sexualität wird in intimen Details immer öffentlicher behandelt - in Talkshows, Presse und Psycholiteratur. Längst besteht die öffentliche Moral nicht mehr im Verschweigen, sondern im grenzenlosen Ausplaudern des Geschlechtlichen. Eine neue Politik der sexuellen Befreiung muss deshalb über eine neue, individuelle Schamkultur verhandeln. Denn Scham ist notwendig. Nicht um das Begehren zu unterdrücken - sondern um es zu retten,
in: TAZ v. 21.04.

Es ist en vogue einen direkten Zusammenhang zwischen dem öffentlichen Reden über Sex und dem Verhalten im Bett herzustellen. Der Artikel von Barbara Dribbusch ist da nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Das Problem der Sexualwissenschaft ist jedoch, dass sie sich mit Befragungen begnügen muss. Befragungen haben aber den gravierenden Nachteil, dass sie erheblich vom öffentlichen Reden abhängen. Wer ist schon gern uncool, wenn man auch cool sein kann.
Wenn ein Popstar wie Britney Spears in der Öffentlichkeit die "freiwillige Jungfräulichkeit" zur Mode macht, dann herrscht in dieser Gesellschaft ein anderes Klima als vor 35 Jahren. Damals war es unheimlich cool, Sex zu haben. Wie peinlich, wenn die Angeberei heraus kommt.
Der entscheidende Wandel in der Sexualmoral besteht also nicht im zunehmenden Ausplaudern, sondern darin, dass Sexualität von etwas Verbotenem zu etwas Gebotenem geworden ist. Zwei mögliche Formen der Abweichung sind dann die "freiwillige" und die "unfreiwillige" Jungfräulichkeit.
Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone hat die "unfreiwillige Jungfräulichkeit" zum Thema gemacht. Es wird ein beruflich erfolgreicher Mann im mittleren Lebensalter beschrieben, der sexuell erfolglos ist. Der Erfolg dieses Kultromans hat sicherlich dazu beigetragen, dass inzwischen Talkshows Jagd auf "männliche Jungfrauen" machen, weil heute nicht mehr der "One Night Stand" die Sensation ist, sondern neben der "freiwilligen" auch die "unfreiwillige" Nicht-Teilhabe an der sexuellen Demokratie.
In einem österreichischen Nachrichtenmagazin (
siehe Profil Nr.11 v. 12.03.2001) konnte man vor einiger Zeit lesen, wohin diese Quotenjagd führen kann. Die Wende im öffentlichen Reden über Sexualität könnte man auf das Ende der 70er Jahre datieren. Meilensteine sind Bücher wie Mars (Bericht eines reichen Todkranken, der ohne Sex zu haben, gestorben ist) oder Svende Merians Der Tod des Märchenprinzen. Dieser Frauenroman war eine Absage an den "swinging Single" und propagierte die "serielle Monogamie". Wenn Dribbusch dieses Liebesideal mit den gestiegenen Scheidungsraten in Verbindung bringt, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Die angeblich so stabilen vor-68er Zeiten kannten "italienische Scheidungen" weil Scheidung rechtlich nicht in dem Ausmaß möglich war wie seit den 70er Jahren. Der größte Unterschied dürfte deshalb darin liegen, dass rechtliche Veränderungen und das öffentliche Reden über Sex das offen gelegt hat, was sich vorher nur jenseits der öffentlichen und statistischen Sichtbarkeit abspielte.

Die Rede von der "Single-Gesellschaft" verstellt offenbar den Blick darauf, dass wir in einer Paar- und Familiengesellschaft leben.
Im Jahr 1978 wurde der "Single"-Begriff in Deutschland popularisiert. Es war gleichzeitig das Jahr mit den wenigsten Geburten in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und nicht zuletzt fand damals jene Transformation des Sexualdiskurses statt, der sich seit dieser Zeit etabliert hat.
Diese Tyrannei-der-Lust-Debatte lässt sich - nebenbei bemerkt - erstaunlich gut für die politisch angestrebte Bevölkerungspolitik funktionalisieren. Vom Single zum "bevölkerungspolitischen Blindgänger" ist es dann nicht sehr weit.

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Wo Liebe hinfällt - und wann,
in: TAZ
v. 07.06.

Die "Onkel-Ehe" besitzt eine erstaunliche Kontinuität im Nachkriegsdeutschland:

"'Die nichteheliche Lebensgemeinschaft ist ein Schlager unter den Älteren', sagt Sozialforscher Christian Alt vom Deutschen Jugendinstitut in München. Späte Liebschaften enden oft nicht vor dem Traualtar, weil Witwen und Geschiedene nicht ihre Renten- oder Versorgungsansprüche mindern wollen."

Die "Ehe ohne Trauschein" ist also keine Erfindung der 68er, wie das fälschlicherweise angenommen werden könnte, sondern ein Nebenprodukt der Sozialgesetzgebung. Die Vorbildwirkung der Onkel-Ehen war erstaunlicherweise nie ein Thema. DRIBBUSCH geht auch auf den Heiratsmarkt in Verbindung mit traditionellen Rollenvorstellungen von Mann und Frau ein:

"Umfragen haben ergaben, dass die Partner in nichtehelichen Lebensgemeinschaften, in denen die Frau wirtschaftlich stärker ist, eher dazu tendieren, nicht zu heiraten, selbst wenn ein Kind da ist".

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Der Niedergang der Hausfrau.
Auch Mütter finden vor allem im Beruf Identität und Anerkennung,
in: TAZ v. 21.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2001): So leicht war Umverteilung nie.
Ehegattensplitting mit Rot-Grün: Hausfrauenehe ade,
in: TAZ v. 30.06.

DRIBBUSCH befasst sich vorrangig mit den Vorstellungen der Grünen und legt damit eine Umverteilung von der Hausfrauenehe auf Alleinerziehende nahe.

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Wir alle sind Experten.
Gebildete Frauen finden schwerer Liebhaber, weil zu wenig Männer Chef werden wollen. Oder was meinen Sie?
in: TAZ v. 22.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2001): Weihnachten? Reine Nervensache.
Weihnachten für die Familie: Sorgsam und sensibel gestalten die Eltern das Fest für die Kinder. Man hat ja seine Erfahrungen,
in: TAZ v. 24.12.

DRIBBUSCH stellt den "Kinderbesitzern" drei Typen von Kinderlosen gegenüber:

"Da gibt es die Bulthauptküchenfraktion, gut verdienende Paare, die zum viergängigen Dinner ins designte Dachgeschoss einladen, dann die Fernreisenflüchtlinge (...) und schließlich die Singles, die zu den alten Eltern nach Hause fahren."

DRIBBUSCH, Barbara (2002): Die Uschi-Glas-Gesellschaft.
Auf dem Partnerschaftsmarkt werden die tiefsten Ängste einer alternden Wettbewerbsgesellschaft verhandelt: dass man in der Liebe abgemeiert wird
in: TAZ v. 16.02.

Eine Kritik an HOUELLEBECQs These von der sexuellen Marktwirtschaft

DRIBBUSCH, Barbara (2002): Ende des Konsums.
Meinhard Miegel befasst sich mit den Problemen der alternden Gesellschaft, ohne neue Konzepte zu finden,
in: TAZ v. 21.03.

Meinhard Miegel - Die deformierte Gesellschaft

DRIBBUSCH, Barbara (2002): Netzwerk der Liebe.
Was ist die Familie wert? (2): Alle Parteien reden heute von Familie und Kinderkriegen - und setzen damit vor allem auf die Sehnsucht der Wähler nach sozialer Zugehörigkeit
in: TAZ v. 06.04.

Erstaunliches muss man lesen! Galt Bindungslosigkeit bei Familienrhetorikern bisher als Ausdruck von Hedonismus und damit als eine sozialunverträgliche Form des Lustprinzips, so wird daraus in der Perspektive der neuen Kinderpolitiksdoktrin eine "Furcht der Menschen vor der eigenen Bindungslosigkeit". Und Elternschaft wird zur "narzisstischen Entlastung" umdefiniert.
In den 50er Jahren reichte es aus, auf das Konzept der Reife zu verweisen, um die Optionslosigkeit (In den USA nannte man dies damals Konformität) der Eltern attraktiv zu machen.
Im Zeitalter der Selbstverwirklichung muss dagegen die Elternschaft als Selbstverwirklichung und Wahl vermarktet werden, um sie sexy zu machen. Wie
Stefan REINECKE in der taz vom 04.04.2002 bereits schrieb: Wenn es um "Kids für die Rente" geht, ist auch so etwas legitim!

DRIBBUSCH, Barbara (2002): Muttertag
Der Selbstbetrug der Männer,
in: TAZ v. 11.05.

DRIBBUSCH fordert Gleichheit und zwar auf dem Gebiet der Diskriminierung:

"Die partnersuchende ältere Single-Frau wird diskriminiert, für Männer aber, die eine feste Bindung und die Vaterschaft lieber verweigern, gibt es kein Beleidigungsvokabular."

DRIBBUSCH ärgert sich über Matthias HORX, dem sie vorwirft, mit dem Begriff "Panik Singles" an das Stereotyp der "alten Jungfer" bzw. "späte Mädchen" anzuknüpfen. Unerwähnt bleibt jedoch, dass HORX auch die Kategorie der männlichen Frustsingles im Sinne von "New Spinsters" (siehe Welt v. 20.04.2002) kreiert hat. Es stellt sich jedoch die Grundsatzfrage, ob man nicht besser Diskriminierung generell bekämpfen sollte, statt wie DRIBBUSCH einen Diskriminierungswettbewerb zu starten!

DRIBBUSCH, Barbara (2002): Das Kreuz mit den lieben Kleinen.
Während der Schwangerschaft werden Probleme oft vertagt. Nach der Geburt wirds für Paare dann umso schwerer - besagt eine neue Studie,
in:
TAZ v. 18.05.

Die LBS-Studie in der Debatte

DRIBBUSCH, Barbara (2002): Karriere ja - aber später.
Wegen des beruflichen Drucks schieben viele Frauen das Kinderkriegen auf ein zu enges Zeitfenster zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr - es ist notwendig, das zu entzerren,
in: TAZ v. 26.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Ein bisschen Sehnsucht nach Bullerbü.
Susanne Mayer will eine neue Wertedebatte führen, in der die Kinderfreundlichkeit einer Gesellschaft zum höchsten politischen Maßstab erkoren wird. Denn: Eine kindergerechte Gesellschaft wäre selbst für Kinderlose besser,
in: TAZ v. 18.02.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Ein Schritt zu weit.
Rentendebatte: Kinderlosigkeit darf nicht bestraft werden,
in: TAZ v. 31.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Junge sehen alt aus.
Neue Rentenpläne benachteiligen die Jüngeren. Wettbewerb um Jobs wird sich verschärfen,
in: TAZ v. 26.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Rot-Grün: Frauen sollen für ihre Partner büßen.
Beim Arbeitslosen II zählt das Partnereinkommen stärker mit - und bringt hunderttausende um ihre Ansprüche,
in: TAZ v. 14.05.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Der Schlagzeilen-Faktor.
Arbeitslosenhilfe: Die wichtigsten Kürzungen sind gut versteckt,
in: TAZ v. 14.05.

"Die gefühlte Politik ist entscheidend, und dabei sind einige Faktoren zu berücksichtigen: Rentner, Hunde, Autos - neuerdings sind auch Familien wieder ein sensibles Thema. Ganz hoher Bild-Zeitungs-Faktor! Anders sieht es bei Frauenthemen aus, die greift die Boulevardpresse eher nicht auf. Nicht, weil es so wenig Frauen gibt, sondern weil Klagen über die Benachteiligung von Frauen immer noch zu sehr nach Frustfeminismus klingen, kurz: unsexy wirken",

mault DRIBBUSCH. Nur Singles haben es da noch schlechter: sie existieren als Akteure in der sozialpolitischen Debatte erst gar nicht, sondern sind höchstens als Problem der Rede wert!

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Die neue Angstklasse.
TAZ-SERIE Agenda 2010, Teil 6: Das Konjunkturtief schürt in der Mittelschicht die Furcht vor dem Abstieg und gefährdet die Solidarität. Doch die Unterschicht ist stärker betroffen,
in: TAZ v. 05.06.

DRIBBUSCH widmet sich der "Angst vor dem Absturz" in der Mittelklasse. Nach den Vorstellungen der Agenda 2010 soll der Sozialstaat nur noch "die Abstürze nach ganz unten" auffangen, d.h. es ist eine stärkere Einkommenspolarisierung im Sinne einer neuen Klassengesellschaft geplant. Im neoliberalen Duktus heißt das "Lohnspreizung". Diese Polarisierung soll in neoliberaler Perspektive auch noch einen positiven Effekt haben: der soziale Vergleich und damit der schädliche Neid soll dadurch verringert werden:

"weil der Neid um so größer zu sein scheint, je geringer die sozialen Unterschiede sind, ist die soziale Demokratie ein guter Nährboden für den Neid", heißt es z.B. in einem Text zur ZDF-Sendung "Die Macht des Neides" aus der Reihe "Das philosophische Quartett".

Dieser neoliberalen Rechtfertigung des Sozialabbaus entspricht bei DRIBBUSCH das Problem des Bezugsrahmens.
Nach DRIBBUSCH ist die Angst der Mittelklasse unbegründet, muss jedoch bei der Vermittlung des "Umbaus" berücksichtigt werden. Entscheidend sei stattdessen die Frage:

"Wie beitragswillig wird künftig die (vor allem westdeutsche) Mittelschicht aus Facharbeitern, Angestellten, Akademikern sein, sich an dieser sozialen Sicherung zu beteiligen? Denn von Langzeitarbeitslosigkeit sind nach wie vor bestimmte Milieus überproportional betroffen: ältere Ungelernte, Immigranten, BürgerInnen in bestimmten ostdeutschen Regionen. Sie bilden das Patchwork der neuen Unterschicht in Deutschland. (...). Die Frage der Solidarität zwischen Mittel- und neuen Unterschichten ist die entscheidende Frage. In einigen Jahren wird sie die Sozialpolitik in Deutschland bestimmen."

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Deutsche sehen alt aus.
Statistisches Bundesamt legt neue Vorausberechnung zur Bevölkerung vor. Im Jahr 2050 kommt auf zwei Personen im Erwerbsalter ein Rentner. Ursachen liegen in der niedrigen Geburtenrate,
in: TAZ v. 07.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Cool bleiben und lässig altern.
Wer heute 25 Jahre alt ist, tut gut daran, über das Altern freundlich zu denken. Als Rentner wird er unter Rentnern leben, sagt die Statistik,
in: TAZ v. 07.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Science Fiction mit Rente und Erbe.
Altersvorsorge: Arbeiten, Sparen und vor allem gesund bleiben,
in: TAZ v. 25.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Politik, die auf den Körper zielt.
Die Rürup-Reform verändert künftige Erwerbsbiografien,
in: TAZ v. 30.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Richtig alt werden.
Fürs Altwerden gibt es zahlreiche Rollenmodelle. Entscheiden Sie selbst, welches zu Ihnen passt,
in: TAZ v. 13.09.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Keine Kinder, keine Kohle.
Neue Rentenpläne der CSU wollen Kinderlose benachteiligen. Der Vorschlag ruft Empörung hervor. Denn Biologie, Lebenswege und Schicksal dürfen niemals politisch belohnt oder bestraft werden,
in: TAZ v. 11.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Ist Sex mit Gleichaltrigen out?
Die ältere Frau und der jüngere Mann sind das neueste Rollenmodell auf dem Beziehungsmarkt. Hat es eine Chance gegen das etablierte Modell vom älteren Prominenten und der jungen Geliebten? Klar ist: Die Altersfrage ist das explosivste Schlachtfeld der Zukunft,
in: TAZ v. 20.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2003): Das Paradox des Wohlbefindens.
Jobs werden unsicherer, das Leben ungerechter, die Menschen einsamer - so die Mythen über Deutschland. Die Wirklichkeit sieht anders aus,
in: TAZ v. 31.12.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Eine unabhängige Lichtquelle.
Können Frauen Loser lieben? Die Arbeitslosenstatistik sagt: Ja. Aber nur mit Kopflampe,
in: TAZ v. 22.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Alpha-Weibchen knabbern nicht.
Wer bietet der Frau von heute wirklich Lebenshilfe? Tiermagazine. Keiner weiß besser, wie man Rivalinnen aussticht,
in: TAZ v. 19.02.

"Chrissy gehört zu den Frauen, die glauben, dass das soziale Netz der Zukunft in Deutschland sowieso aus alleinstehenden alten Frauen besteht, die sich über ihre Hunde unterhalten. Einfach, weil das mit den Männern zu schwierig ist und überhaupt die heterosexuelle Partnerschaft überschätzt wird", schreibt DRIBBUSCH.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Die Sehnsucht nach der Alpha Frau.
Ein wenig bekannter Finanzexperte und Familienvater wird nominiert, eine qualifizierte Frau, kinderlos, unverheiratet, hingegen nicht - dabei hätte diese Frau als Bundespräsidentin die politische Ikonografie in Deutschland verändert und erneuert,
in: TAZ v. 05.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Den Blick der Linken weiten.
Die Linke muss einen neuen Politik-Mix verfechten und gegen Diskriminierungen wegen Alter, Bildungsstand, familiären Verpflichtungen kämpfen,
in: TAZ v. 03.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Du wildes Triebtier, du.
Früher habe ich Wolf bewundert. Bis mir klar wurde, dass er sich seine serielle Polygamie vom Staat bezahlen ließ,
in: TAZ v. 10.06.

Neue-Mitte-Karrieremütter entdecken den männlichen Swinging Single als Sündenbock, um die Notwendigkeit von Sozialreformen zu rechtfertigen:

"Wie habe ich Wolf früher mal bewundert. Er, der Filmemacher, durch den ich Leute kennen lernte, die sonst nie ein Wort mit mir gewechselt hätten. Zwei Langzeitbeziehungen hat er nach mir gehabt, aus denen zwei Kinder hervorgegangen sind. Er zahlte immer Kindesunterhalt, heiratete aber nie. Seine zweite Freundin lebte mit der Tochter lange von Sozialhilfe. Die dritte Freundin, G., ließ sich lange vom Arbeitsamt unterstützen. Und die vierte liegt jetzt hier im Bikini auf dem Tisch.
»Du hast dir deine serielle Polygamie auch ganz schön vom Staat bezahlen lassen«, sage ich, »andere lassen die Mütter ihrer Kinder nicht auf Sozialhilfe hängen.« Wolf ist jetzt ehrlich irritiert. Das habe ich ja immer geschafft. Aber ich freue mich nicht über den Sieg. Wahrscheinlich wirke ich auf ihn wie eine moralische Tante, irgendwas Frustiges jedenfalls und garantiert unsexy.
"

HERRMANN, Ulrike und Barbara DRIBBUSCH (2004):
Der Trick mit der "Revisionsklausel".

Das Arbeitslosengeld II kommt wahrscheinlich doch am 1. Januar. Wirtschaftsminister Clement einigte sich mit den Kommunen, dass er zum Teil die Unterkunftskosten für die Langzeitarbeitslosen zahlt. Jedenfalls abstrakt. Reales Geld fließt später,
in: TAZ v. 10.06.

Die Hartz-Reformen definieren nicht nur neue Zumutbarkeitsregeln für die Annahme von Arbeit, sondern auch für die zumutbare Wohnungsgröße von Singles:

"Arbeitslosenhilfeempfänger (...) dürfen mit Beginn des Arbeitslosengeldes II nur noch »angemessenen« Wohnraum haben. Als »angemessen« gelten für einen Alleinstehenden Wohnungen mit einer Größe von 45 Quadratmetern, die Miete darf in Ballungsgebieten meist 300 Euro nicht übersteigen. Im Klartext bedeutet dies, dass die Arbeitsagenturen zwar fürs Erste die Miete übernehmen müssen, dann aber auf die Joblosen Druck ausüben können, in billigere Wohnungen umzuziehen."

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Im Land der kalten Herzen.
In Großbritannien ist der Partnerschaftsmarkt besonders hart - dafür die Arbeitslosenquote niedrig
in: TAZ v. 05.08.

Rachel Greenwald - Männerbeschaffungsmarketing

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Der neue Maßstab für Respekt.
Die Proteste gegen Hartz IV bedeuten einen "Wertewandel von unten": Das Thema Arbeitslosigkeit ist dort angekommen, wo es hingehört - in der Mitte der Gesellschaft
in: TAZ v. 13.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Eheretten in 15 Minuten.
Die Zahl der Scheidungen steigt, weil die Erwartungen zu hoch sind,
in: TAZ v. 14.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Wiederkehr der Wohngemeinschaft.
Die Grünen entdecken das Alter,
in: TAZ v. 28.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Ein rotes Herz für die Küche.
Schenkt Karrierefrauen mehr Liebe! Dann müssen sie sich keine Personal Trainer mehr kaufen,
in: TAZ v. 02.09.

DRIBBUSCH über die "Single-Gesellschaft", in der die persönlichen Beziehungen durch die Single-Industrie substituiert wird:

"Eine der Lieblingstheorien von Britt über die Singlegesellschaft besagt, dass wir alle nach Aufmerksamkeit hungern, aber die alten Formen verloren gegangen sind, in der man diese Zuwendung bekommt. Was nicht zuletzt an der Emanzipation der Frauen liege, die heute genauso viel Aufmerksamkeit für sich beanspruchen wie Männer."

DRIBBUSCH, Barbara (2004): Wenn die Eltern plötzlich älter werden.
Sich von den eigenen Erzeugern absetzen, an ihnen herumnörgeln - das war gestern. Denn wenn Mutter und Vater einsam und gebrechlich werden, dann vertauschen sich die Rollen. Dann müssen wir uns kümmern. Drücken? Gilt nicht! Neue Ratgeber helfen, diese neue Situation zu bewältigen,
in: TAZ v. 06.12.

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Kind kriegen ist Privatsache.
Tagesthema: Die Bundesregierung macht unzulässig Politik mit der Geburtenrate,
in: TAZ v. 21.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Gebärfreude ist nicht käuflich.
Muttertag: Eine geldfixierte Elternpolitik missachtet Biografien,
in: TAZ v. 07.05.

DRIBBUSCH weist auf eine Verschiebung in der öffentlichen Familiendebatte hin:

"Als PR-Aktion, um die eine oder andere Region dazu anzuregen, mehr Kinderbetreuungseinrichtungen und mehr Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen, mag der »Familienatlas« gut sein. Zu beachten ist jedoch eine Verschiebung in der öffentlichen Diskussion, die mit der erstmaligen Herausgabe eines solchen »Familienatlas« verbunden ist: Damit wird nämlich implizit die »Kinderquote« mit einer Aussage über die »Lebensqualität« in einer Region gleichgesetzt. Das Kinderkriegen wird damit funktionalisiert."

DRIBBUSCH unterschlägt jedoch, dass inzwischen nicht nur das Kinderkriegen instrumentalisiert wird, sondern auch die Partnersuche! Partnerlosigkeit wird damit zum politischen Problem. NEON, die Zeitschrift für die postpubertäre Lebensphase, hat vor einiger Zeit schon gefragt, ob in Deutschland nicht - wie in Singapur - die Partnersuche zur staatlichen Angelegenheit werden sollte.

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Nicht nur Amöben sind asexuell.
Seit kurzem gibt es auch in Deutschland ein Forum für "Asexuelle". Verweigerer oder Verklemmte? Allein der Austausch zwischen Leuten, die keinen Geschlechtsverkehr haben wollen, ist schon ein Protest gegen sexuellen Leistungsdruck,
in: TAZ v. 14.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Sehnsucht nach Sicherheit.
Kleinselbstständige, Akademiker und Facharbeiter - die deutsche Mittelschicht plagt die Angst vor dem Abstieg. Darum ist alles, was bürgerlich riecht, im Aufwind - auch die CDU
in: TAZ v. 12.07.

Für DRIBBUSCH sind bei Hartz IV nicht der Niedriglohn, sondern die fehlenden Distinktionsmöglichkeiten das Problem:

"Unter 1-Euro-Jobbern sind das Schwinden der Distinktionen und die Spannungen, die dadurch entstehen, gut zu beobachten: dann nämlich, wenn beispielsweise die studierte Kunsthistorikerin neben dem ehemaligen Maurer in einer Holzwerkstatt Möbel aufbereiten soll. Alle Beschäftigungsmaßnahmen, die etwas mit Computern oder geistiger Arbeit zu tun haben, egal wie stumpfsinnig, sind bei langzeitarbeitslosen Akademikern beliebter, um noch einen Rest der Distinktion des »Geistesarbeiters« gegenüber den »Handarbeitern« zu bewahren."

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Glücklich, wer eine Nische findet.
Eine Frage der Demografie: Die Vorruhestandsregeln laufen aus. Deshalb sollen alle länger arbeiten, um die Sozialkassen nicht überzustrapazieren. Aber schon heute findet kaum noch Arbeit, wer mit über 50 seinen Job verliert. Künftig werden Ältere einen harten Verteilungsstreit um Jobs führen, sagen neue Studien,
in: TAZ v. 14.07.

Barbara DRIBBUSCH beschäftigt sich mit älteren Herren und jüngeren Frauen.

DRIBBUSCH, Barbara (2006): Wonne auch ohne Windel.
Braucht man eine Familie und Kinder, um ein erfülltes, glückliches Leben zu führen? Die Glücksforschung sagt: Nein,
in: TAZ v. 08.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2006): Jeden Tag dein Gesicht.
Wechselnde Lebenspartner, serielle Monogamie? Das sind die Beziehungsmodelle von gestern. Heute sind Langzeitpartnerschaften angesagt - und die passenden Ratgeber dazu. Man beachte die 14-Tage-Suggestionsregel und die 15-Minuten-Zuhörtechnik,
in: TAZ v. 03.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2006): Schwarzmarkt der Liebe.
"Künftige Lieben" (1). In einer alternden Gesellschaft sind neue Bindungstechniken jenseits von Zweierpartnerschaft und Kleinfamilie gefragt - und sie sind möglich,
in: TAZ v. 24.07.

Traditionelle Kritiker des Single-Daseins wie Frank SCHIRRMACHER und traditionelle Verteidiger wie Barbara DRIBBUSCH eint ihr kurzsichtiger Ansatz: sie greifen auf Haushaltsstatistiken zurück, um ihre jeweiligen Positionen zu belegen:

"Eine »Familiarisierung« ohne Kleinfamilie praktizieren bereits Hunderttausende: Von den Alleinstehenden in Deutschland leben 1,5 Millionen Menschen nicht in einer Einzelwohnung, sondern mit FreundInnen, StudienkollegInnen oder Verwandten in nicht gerader Linie, etwa Geschwistern, zusammen. Sechs Prozent aller Haushalte in Deutschland sind Mehrpersonenhaushalte ohne elterliche oder großelterliche Beziehungen. Der Anteil dieser Haushalte hat zugenommen",

schreibt DRIBBUSCH. Haushaltsansätze sagen jedoch weder etwas über das AlleinWOHNEN, noch etwas über das ZusammenWOHNEN aus. Der Haushaltsansatz, der - politisch korrekt - einzig das Wirtschaften betrachtet, unterschätzt die Anzahl der ZusammenWOHNENDEN, aber nicht nur das.
Haushaltsansätze sind nicht in der Lage, Auskunft über die gelebte Solidarität zu machen. Warum eine alternde Gesellschaft nur mittels Ansätzen zu begreifen ist, die haushaltsübergreifende Sozialbeziehungen berücksichtigen, lesen Sie in dem Buch Die Single-Lüge.

DRIBBUSCH, Barbara (2006): Den Blick auf die zweite Welt öffnen.
Die Soziologin Maria Rerrich beschreibt einfühlsam die Subkultur der ausländischen Putzfrauen in Deutschland,
in: Literaturbeilage der taz v. 04.10.

DRIBBUSCH, Barbara (2006): Ein einvernehmliches Ende.
Die Zahl der Scheidungen sinkt, sagt die Statistik. Gleichzeitig steigt die Zahl der problematischen Scheidungen, fügen Experten hinzu - und da hat bekanntlich vor allem das Kind nur wenig zu lachen,
in: TAZ v. 09.12.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Silvester trennt arme und reiche Eltern.
Seit Neujahr gilt für die Mütter und Väter Neugeborener das neue Elterngeld. Viele nicht berufstätige Mütter aber waren froh, wenn sie ihr Baby noch vor dem 1. Januar, null Uhr, bekamen - für sie ist die alte Regelung zum Erziehungsgeld günstiger,
in: TAZ v. 02.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Opa erschießen hilft nicht.
Eine neue "Schocktabelle" soll mal wieder zeigen, dass die Jüngeren im Sozialsystem von den Alten ausgebeutet werden. Das ist nicht nur populär, sondern falsch. Es geht um andere Verteilungsfragen,
in: TAZ v. 23.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): "Rabenmütter" im Clinch.
Die Familiendebatte der Union bringt Frauen gegen Frauen auf,
in: TAZ v. 20.02.

taz-Sonderausgabe: Miss Feminismus.
Sie wollen Karriere. Sie wollen Kinder. Sie wollen den modernen Mann. Doch wie politisch ist der neue Feminismus?

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Es ist die Wirtschaft, Ladies!
Schluss mit der Versorgungsmentalität! Es gilt, männliche Konkurrenten zu überrunden und ein ordentliches Gehalt zu fordern. Warum Frauen sich endlich um die Finanzen kümmern sollten,
in: TAZ v. 08.03.

taz -Brennpunkt: Lohnt es sich jetzt noch, alt zu werden?
Alles über die Rente mit 67

DRIBBUSCH, Barbara & Thilo KNOTT (2007): Initiative weniger Ruhestand.
Die Rente mit 67 ist sicher: Jünger als 60? Dann müssen Sie länger jung bleiben - und bis zu zwei Jahre länger arbeiten. Oder auf Rente verzichten. Das hat der Bundestag beschlossen. Alles, was Sie zum Ruhestand mit 67 wissen müssen und wie sich die Arbeitswelt dadurch verändert, in 10 Fragen und Antworten,
in: TAZ v. 10.03.

DRIBBUSCH, Barbara & Ulrike HERRMANN (2007): Neue Rangfolge der Schwachen.
Reaktionen auf das neue Unterhaltsrecht sind zwiespältig. "Väteraufbruch" lobt Verbesserung für Männer. Anwältin beklagt, dass "serielle Monogamie des Mannes begünstigt" werde. Verband der Alleinerziehenden rügt: Mindestunterhalt sinkt,
in: TAZ v. 24.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Eisiele oder Nuttenschema.
Werden 50-jährige Frauen automatisch von ihren Männern verlassen? Wir haben mal nachgerechnet,
in:
TAZ v. 07.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Alter, was geht?
In 40 Jahren gehört jeder Siebte zur Generation 80 plus. Gerade die heute Jungen können sich also schon mal überlegen, welches Vorbild für sie passt: der Papst, die Queen, Margarete Mitscherlich, Loriot oder Hugh Hefner?
in:
TAZ v. 23.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Das Geld wird weiblich.
Niedrigere Steuersätze für Frauen? Richtige Debatte, falsche Idee,
in: TAZ v. 12.06.

"Der Gedanke (...), dass sich Frauen künftig mehr um ihr eigenes Geld kümmern müssen, wird nicht mehr aus der öffentlichen Diskussion zu verbannen sein und auch nicht aus der privaten Lebensplanung. Die anstehende Reform des Unterhaltsrechts legt Frauen eine größere Verpflichtung auf, sich um Erwerbsarbeit zu kümmern. Die Flucht vor den Härten des Arbeitsmarktes in die Versorgung des Heiratsmarktes funktioniert nicht mehr in einer Gesellschaft mit seriellen Lebenspartnerschaften, in der zudem viele Männer in prekären Jobs landen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das Steuer- und Abgabenrecht so reformiert wird, dass nicht vor allem der Ehemann auf seinem Konto den Löwenanteil des Ehegattensplittings wiederfindet", meint DRIBBUSCH.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Jeder Dritte wird knapsen.
Ein Drittel der Arbeitnehmer erwartet ab 2030 eine Rente unter Hartz-IV-Niveau, so der Sozialverband Deutschland. Er fordert mehr Mindestsicherung,
in: TAZ v. 22.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Geldzählen von Anfang an.
Die Altersarmut nimmt zu - das prägt die Erwerbsbiografien,
in: TAZ v. 22.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Geburtenrückgang hilft der Jobstatistik.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni weiter gesunken. Mehr Menschen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei den Ingenieuren zeichnet sich ein Ende des Jugendwahns ab. "Generellen Fachkräftemangel" gibt es laut BA aber noch nicht,
in: TAZ v. 29.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Neue Rutschbahn in die Altersarmut.
Die Gewerkschaft Ver.di protestiert gegen die Zwangsverrentung von Hartz-IV-Empfängern ab 1. Januar 2008,
in: TAZ v. 26.10.

  • taz-Tagesthema: Mütter müssen nicht mehr heiraten.
    Wenn's ums Geld geht

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Zweitfamilie kommt,
in:
TAZ v. 06.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Chancen für kleine Männer.
Singlefrauen mit Hochschulabschluss müssen nur ihr "archaisches Beuteschema" überwinden, dann finden sie leichter einen Mann. Behauptet ein Ratgeber - und empfiehlt die "Drei-Kategorien-Liste",
in: TAZ v. 20.11.

Barbara DRIBBUSCH beschäftigt sich mit einem neuen Ratgeber für Single-Frauen:

"Ob die Sache stimmt, weiß ja keine. Aber das Gerücht wird gerne schaudernd weitergegeben - dass nämlich beruflich erfolgreiche Frauen oft keinen Mann finden und deshalb einsam, kinderlos und unglücklich sind. Zwar gibt es auch den Gegenbeweis nicht, dass tolle Männer auf Hartz-IV-Empfängerinnen fliegen, aber egal. Die neueste Lieferung zum Thema kommt von einem Münchner Psychotherapeuten."

  • taz-Sonderausgabe: Lang lebe die Revolution.
    40 Jahre 1968

DRIBBUSCH, Barbara (2007): Mehr Sex, Selbst & Drogen.
Anspruch einer umstürzlerischen Zeit und ihre Nachwirkungen bis heute: Was sich an Lebensstilen mit dem Jahr 1968 änderte,
in: TAZ v. 29.12.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Renten-Lotto für die Jüngeren.
Wer heute arbeitet, braucht bessere Zukunftsaussichten. Im Alter arm zu sein, ist unzumutbar. Die Mindestrente ist nach dem Mindestlohn das Thema der Zukunft,
in: TAZ v. 17.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Die Oma als Ausweg.
Familienministerium möchte "Elternzeit" für Großeltern mit Enkeln von Teenager-Müttern einführen. Eigens Geld soll es dafür nicht geben. Können Großeltern kaputte Familien retten? Das ist zweifelhaft,
in: TAZ v. 18.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Generation Sandwich muss Alter fürchten.
Die 37- bis 47-Jährigen erwarten harte Zeiten: Ihre Rendite aus der Altersvorsorge ist besonders niedrig,
in: TAZ v. 25.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Die neue soziale Frage.
Der Jobmarkt hellt sich weiter auf. Nun geht es um Lebensplanung,
in: TAZ v. 01.02.

DRIBBUSCH, Barbara & Ulrike HERRMANN (2008): Die Rente in spe.
Die CDU-Parteispitze greift nicht nur ein trendiges Sozialthema auf, wenn sie sich heute in Sachen Rente verständigen will. Die Frage, ob heutige Einzahler im Alter noch abgesichert sind, bewegt längst Angehörige aller Generationen,
in: TAZ v. 05.05.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Der neue Deal.
Erste Urteile zum neuen Unterhaltsrecht zeigen: Frauen müssen verstärkt ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen. Männer können darauf hoffen, nicht mehr wegen ihres Geldes geheiratet zu werden. Das "Prostitutionsschema" ist passé,
in: TAZ v. 09.05.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Allein unter Männern.
Die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) klagt über Probleme erfolgreicher Frauen bei der Suche nach einem Partner. Für ältere Frauen gibt es indessen neue Wege bei der Männersuche,
in: TAZ v. 04.07.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Etwas Gift gehört dazu.
taz-Thema Freundschaft: Familien bröseln, Partnerschaften auch. Die "Freundschaft" ist der dritte Weg zu innerer Geborgenheit. "Austauschprinzip" beachten, "Beziehungsmarker" setzen, "Erlöschungspunkt" akzeptieren - für Freundschaften empfehlen Forscher heute ausgefeilte Sozialtechniken,
in: TAZ v. 04.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Zerstört die Müllkette.
Neue Ansätze für die Frauenfreundschaft: von Männern klauen und mal Unsinn machen,
in: TAZ v. 04.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Ackern für die Langzeitehe.
Die Zahl der Ehescheidungen sinkt: Wer heute heiratet, hat sich das gut überlegt. Das 90er-Konzept wechselnder "Lebensabschnittsgefährten" ist kein neues Leitbild geworden,
in: TAZ v. 29.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Wunsch nach dem gestylten Leben.
Auslandsschuljahre, Freiwilligendienste, Praktika: Es gibt einen Markt für "Lebenslauf-Design", der Karrierechancen verbessern soll. Das funktioniert nur bedingt. Zum Glück,
in: TAZ v. 05.09.

"Privatschulen in Deutschland beispielsweise gelten nicht zu Unrecht als Bildungsstätten, wo viele Kinder betuchter Eltern lernen, die es auf öffentlichen Gymnasien nicht schafften. Internate sind ein Sammelbecken für Scheidungskinder. Die Autorin Julia Friedrich hat in ihrem Buch: »Gestatten: Elite« beschrieben, dass auch teure Privatuniversitäten wie etwa die EBS in Oestrich-Winkel keineswegs nur besonders begabte Studenten aufnehmen, sondern überproportional oft den Nachwuchs einkommensstarker Eltern.
Wenn aber nicht klar ist, wie der eigene familiäre Status zu sichern ist, dann geht es beim Stylen der Biografie des Nachwuchses vielleicht auch um die Etablierung neuer Codes für eine Mittelschicht, die den Abstieg fürchtet", meint DRIBBUSCH.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Geschenktes Glück.
Die Reform der Erbschaftssteuer setzt falsche Massstäbe,
in:
TAZ v. 08.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2008): Patchworkfamilie kann teuer kommen.
Einkommen von Stiefvätern in nichtehelichen Gemeinschaften wird auf Hartz-IV-Anspruch des "fremden" Kindes angerechnet, sagt das Bundessozialgericht. Klassenfahrten von Hartz-IV-Kindern müssen vom Amt bezahlt werden. Urteil zu 1-Euro-Jobs,
in:
TAZ v. 14.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Die unromantische Suche nach der Liebe.
Die Partnerschaftssuche über "parship" kann ernüchternd sein. Weinfeste sind kuscheliger - hätte Lotti gesagt,
in:
TAZ v. 02.02.

Partnersuche - Die neuen Trends auf dem Partnermarkt und ein kleiner Streifzug durch die aktuelle Ratgeber- und Sachbuchliteratur

DRIBBUSCH, Barbara & Nicole JANZ (2009): Mit Kind durch die Krise.
Arbeitslose Männer schrecken in Krisenzeiten vor Familiengründung zurück, schlechter qualifizierte Frauen wechseln in Mutterrolle,
in:
TAZ v. 17.02.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Schuldprinzip bei Scheidungen kehrt zurück.
Urteil zur Unterhaltsversagung für "untreue" Ehefrau stößt auf Kritik des Juristinnenbundes: "moralischer Ton",
in: TAZ
v. 06.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Mann oder Memme.
Wenn Frauen Männer diskriminieren: Auch Männer leiden unter Herabsetzung - etwa dann, wenn sie in Bezug auf Job, Körperbau, Nervenstärke und Wortgewandtheit nicht dem Klischee des Siegers entsprechen. Doch über diese Verletzlichkeit offen zu reden, gilt immer noch als unmännlich,
in: TAZ v. 07.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Unfreiwilliges Väterexperiment.
Die Nachlässigkeit beim Kinderbonus ist Symptom,
in:
TAZ v. 18.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Jüngste Urteile zum neuen Unterhaltsrecht.
Die "Erwerbsobliegenheit" und "Rangfolge" sind zentrale Stichpunkte bei der Argumentation vor Gericht,
in:
TAZ v. 19.03.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Elterngeld bei Teilzeitjob soll verlängert werden.
Familienförderung - Ministerin: Höhere Dauer des Anspruchs für Väter und Mütter in Teilzeit,
in: TAZ v. 2
5.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Redet über eure Rollen!
Über das verlängerte Elterngeld,
in: TAZ v. 2
5.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Nicht nur Familienschicksal.
Verteilungsfragen und Altenpflege,
in:
TAZ v. 26.05.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Wer gerne gibt.
Umverteilung: Ohne eine abgabenbereite Mittelschicht gibt es keine gerechte Gesellschaft. Die linken Parteien haben damit ein Problem,
in: TAZ v. 16.06.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Jenseits der Hamsterräder.
Aufbruch: Der SPD-Absturz zeigt: Die Mittelschicht braucht neue Solidaritätsmodelle, die linke Elemente mit bürgerlichen Werten verknüpfen,
in: TAZ v. 10.10.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Ekelprophylaxe rettet Ehen.
Beziehungen: Paartherapeut Arnold Retzer rät in seiner Streitschrift zu einer neuen Form der Vernunftehe. Nur mit Humor könne man den Paradoxien in Beziehungen begegnen,
in: TAZ v. 20.10.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Stilettos oder Vibram-Sohle.
Brauchen Frauen um die 50 jüngere Liebhaber? Alles eine Frage der Gelegenheiten - und der passenden Bekleidung,
in: TAZ v. 26.10.

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Schluss mit den Vergleichen!
Lebensentwürfe: Karriere, Mutterschaft, Singledasein: Noch nie hatten Frauen so viele Optionen wie heute. Das erzeugt neuen Leistungsdruck. Der muss weg,
in: TAZ v.
16.08.

Schluss mit Biografie-Vergleichen! fordert DRIBBUSCH angesichts zweier taz-Artikel zu alleinerziehenden Müttern (hier und hier). DRIBBUSCH konterkarriert jedoch ihre Forderung dadurch, dass sie den Biografie-Vergleich per Verweis auf die Politik der Lebensstile durch die Hintertür wieder einführt. Schluss mit Biografie-Vergleichen ist letztlich also erst, wenn auch die Politik der Lebensstile abgeschafft ist.

  • taz-Thema: Regierung schafft Hartz IV ab!

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Kürzen, ohne dass es jemand merkt.
Haushalt: Die Einsparungen sind unauffällig, betreffen nur Minderheiten oder werden dubios gerechtfertigt. Ein Aufschrei bleibt so aus,
in: TAZ v. 16.09.

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Die guten und die schlechten Armen.
Sozialbetrüger, Dauerkranke und Hartz IV - Über dieses Thema kann mein eigentlich linker Bekanntenkreis heute heftig streiten,
in: TAZ v. 18.10.

VÖLPEL, Eva & Barbara DRIBBUSCH (2010): Trick 67.
Zahlenmagie: Immer mehr arbeiten noch im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Funktioniert also die Rente mit 67?
in: TAZ v. 17.11.

  • taz-Tagesthema: Die Pflege-Schweinerei


DRIBBUSCH, Barbara (2010): Am Ende geht's ins Heim.
Demenz: Die Kriterien zur Einstufung in die Pflegeversicherung sind zu grob. Alzheimerkranke können nicht richtig erfasst werden,
in: TAZ v. 23.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Gesucht: Polnische Pflegerin für Minijob.
Jobmarkt: Arbeitnehmer aus osteuropäischen EU-Ländern können sich ab dem 1. Mai überall in Deutschland anstellen lassen. Das hat Folgen für Privathaushalte - sie können Pflegekräfte ganz legal beschäftigen,
in: TAZ v. 02.12.

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Acht Sorten Millionär.
Geld: Wie ticken die besonders Wohlhabenden? Bei etwa einem Drittel legte eine Erbschaft das Fundament für das Vermögen, bei 16 Prozent eine Heirat. Die Mehrheit der Reichen glaubt, dass ein jeder im Leben das bekommt, was er verdient,
in: TAZ v. 09.12.

DRIBBUSCH, Barbara (2011): Macht mal, Supermädels.
Vorbilder: Schwangere Ministerinnen, die ihre Kinder eher so nebenbei zu kriegen scheinen, erzeugen Rollendruck für normale Frauen. Da gilt es, cool zu bleiben,
in: TAZ v. 21.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2011): Die neue Härte.
Familie: Das neue Scheidungsrecht zwingt Mütter zur konsequenten Berufsplanung. Egoistische Karrieremänner verlieren dabei an Wert,
in: TAZ v. 09.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2011): Mütter profitieren von der Aufstockung von Minirenten.
Alterssicherung: Für die "Zuschussrente" wird die Erziehung eines Kindes höher bewertet als bisher,
in: TAZ v. 10.09.

DRIBBUSCH, Barbara (2011): Die erfundene Cousine.
Trends: Nicht jeder hat "Angehörige": Wir brauchen neue Codes der Fürsorge auch in Freundschaften und Nachbarschaften. Und mehr Geld für die Pflege,
in:
TAZ v. 04.11.

DRIBBUSCH, Barbara (2012): Wenn das Licht anbleiben soll.
Prickeln: Laut einer Studie haben Frauen über fünfzig relativ häufig Sex. Unsere Autorin bezweifelt das. Sie hat sich umgehört. Bei ihren Freundinnen,
in:
TAZ v. 24.03.

  • taz-Tagesthema: Hurra, wir werden älter

DRIBBUSCH, Barbara & Hanna GERSMANNN (2012): Die Zukunft ist silbergrau.
Demografie: Eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt: Wer heute alt ist, lebt in einer ziemlich jungen Gesellschaft. Zumindest im Vergleich zu dem, was auf die heutigen Teenager zukommt. Ein Blick auf die nächsten 50 Jahre,
in:
TAZ v. 25.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2012): Alleinstehende Mütter sollen profitieren.
Rente: Von der Leyen legt Gesetzentwurf zur "Zuschussrente" vor und erntet Widerstand. In seltener Eintracht protestieren FDP, Grüne, Arbeitgeber und Gewerkschaften. Finanzierung aus Rentenkasse und Steuern geplant,
in: TAZ v. 10.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2012): Mütter diesmal privilegiert.
Über die Rentenpläne aus dem Haus von der Leyen,
in: TAZ v. 10.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2013): Mit 68 noch als Girlie an der Kasse sitzen.
Alter: Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum wagt eine Langfristprognose bis 2060: Dann ist nur noch ein Drittel der Bevölkerung jünger als 65 Jahre. Deshalb sollten alle in Zukunft noch länger arbeiten,
in:
TAZ v. 12.03.

Die Bertelsmann-Stiftung, das Sturmgeschütz des Neoliberalismus, hat eine Studie zur Reform des Rentensystems in Auftrag gegeben. Bereits die Auswahl des Autors, Martin WERDING (ein Schüler von Hans-Werner SINN) statt z.B. Gerd BOSBACH, ist Garant dafür, dass Kaffeesatzlesen höhere Weihen erfährt.

Wesentlich interessanter als die Studie selbst, die das Papier nicht wert ist, auf das sie geschrieben steht, ist deshalb die umfassendere Methodenstudie, in denen die grundlegenden Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung aufgeführt sind. Die Überlegungen von WERDING sind nur bei folgenden Gegebenheiten relevant:

"die zusammengefasste Geburtenziffer bleibt bis 2060 konstant auf dem Wert für 2008 (1,376)
die Lebenserwartung bei Geburt steigt entsprechend dem Trend der Jahre von 2000 bis 2008 bei Frauen bis 2060 auf 91,2 Jahre, bei Männern auf 87,7 Jahre

• der Wanderungssaldo erhöht sich bis 2020 wieder auf einen Zuwanderungsüberschuss in Höhe von 150.000 Personen pro Jahr (Zuwanderer: 800.000, Auswanderer 650.000) und bleibt anschliessend bis 2060 konstant." (2013, S.29)

Bereits der Wert 1,376 der zusammengefassten Geburtenziffer entspricht nicht der tatsächlichen heutigen Geburtenentwicklung, die bei den Babyboomern (Geburtsjahrgänge 1955 bis 1970) bei über 1,6 liegt. Dass die Geburtenentwicklung über 50 Jahre konstant bleiben soll - angesichts der familienpolitischen Reformen - ist ebenfalls nicht realistisch.

Entscheidender als die bereits Geborenen, ist die Entwicklung bei denjenigen, die in den nächsten Jahrzehnten geboren werden. Dies findet jedoch keine Berücksichtigung in der Studie, wie die Annahmen zur Geburtenentwicklung bis 2060 deutlich zeigen.

Der Berechnung von WERDING liegen zudem veraltete Daten zur Bevölkerungsfortschreibung zugrunde, die durch den 2011 durchgeführten Zensus deutlich revidiert werden müssen. Warum wurde mit der Studie also nicht zum Vorliegen der Zensusergebnisse gewartet? Könnte es sein, dass man erwartet, dass diese andere Tendenzen nahe legen würden?

Fazit: Die Studie ist alles andere als seriös. Sie soll lediglich das nahe legen, was von der Bertelsmann-Stiftung gewünscht ist: drastische weitere Rentenreformen. Offenbar ist der Stiftung die aktuelle Debatte um die zunehmende Altersarmut ein Dorn im Auge.

DRIBBUSCH, Barbara (2013): Wette auf das schlechte Gewissen.
Zu Reformplänen in der Pflege,
in:
TAZ v. 06.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2013): Lieber tot als im Pflegeheim.
Psyche: Suizidraten steigen leicht an. Der höhere Anteil Älterer und die Medien sind mitverantwortlich,
in: TAZ v. 10.09.

DRIBBUSCH, Barbara (2013): Die Luft war voller Sehnsucht.
Seele: Viel Sex ist gleichbedeutend mit viel Glück: Diese Gleichung funktionierte schon in den 70er Jahren nur bedingt. Westberlin war dafür so etwas wie ein kollektiver Großversuch,
in:
TAZ v. 05.12.

Während heutzutage Eva ILLOUZ in ihrem Bestseller Warum Liebe weh tut den Frauenüberschuss bei Frauen mit Kinderwunsch beklagt, schwelgt Barbara DRIBBUSCH in Zeiten, in denen Männerüberschuss in Westberlin herrschte:

"Macht viel Sex besonders glücklich und macht das vielfältige Angebot von Sex superglücklich? Dazu gab es eine Art unfreiwilligen Großversuch im West-Berlin der 70er und frühen 80er Jahre. Der hatte mit schlichten Zahlenverhältnissen zu tun.
West-Berlin war damals eine Art Losbude, bei der Frauen die größere Auswahl hatten, was das Angebot an Männern betraf. Der Grund war einfach: Junge Männer, die sich der Wehrpflicht entziehen wollten, gingen nach West-Berlin. Dort gab es keinen Wehrdienst. Die Folge war ein klarer Männerüberschuss, nicht nur an der Uni, sondern auch in Kneipen, Diskos und Bars. Frauen, die damals um die 20 Jahre und älter waren und ein paar optische Kriterien erfüllten, sahen sich einem Angebot gegenüber, das zum weiblichen Größenwahn hätte führen können, wenn es nicht auch ein bisschen unheimlich gewesen wäre."

 
       
       
   

Älter werden ist viel schöner, als Sie vorhin in der Umkleidekabine noch dachten (2012).
Neues aus der Lebensmitte
München: Mosaik Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Können Falten Freunde sein? - Der liebevolle und kluge Blick auf einen Neubeginn

Irgendwann tritt für jede Frau schlagartig ein neuer Gegenstand ins Zentrum des täglichen Lebens: die Lesebrille. Ferner verwandelt sich der Kleiderschrank in eine Art Theatergarderobe, völlig unerwartet wird man zu Themenpartys geladen ... Wenn Frauen in die mittleren Jahre kommen, öffnet sich ihnen eine Welt voller Merkwürdigkeiten und Abenteuer. Alles ebenso erstaunlich wie doch den Gleichaltrigen verdächtig vertraut: Barbara Dribbusch lässt die Leserin teilhaben und spürt gemeinsam mit Gefährtinnen wie Britt und Suse bei zahlreichen Gelegenheiten den Absurditäten, aber auch der überraschenden Romantik dieses Lebensabschnitts nach."

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserinnen und Leser

Friseurbesuch: Flirt mit der Vergänglichkeit

In der Modeabteilung: Rollenspiele in »Size Germany«

Partnersuche via Internet: Vom Forstarbeiter in Angermünde

Auf dem Betriebsfest: Zen mit Volker

Eine schräge Vernissage: So zähmen Sie Ihr Spiegelmonster

Nahbeziehungen: Haben die anderen mehr Sex?

Alte Kumpels, junge Geliebte: Unterwegs im Sperrgebiet

Tangokurs: Im Wiegeschritt durch die Langzeitehe

Frauenfreundschaften: Mädels, kappt die Müllkette!

Neue Wohnformen für Ältere: Heikler Grenzverkehr

Ayurveda oder das Sauerkrautritual: Man muss nur daran glauben

Outdoor: Späthippies in Goretex

Ertüchtigung: Romantiksport statt Problemzonengymnastik

Wenn die Kinder ausziehen: »Wir skypen dann mal!«

Konzeptfeten: Die Wiederkehr des Kindergeburtstags

 
     
 
       
     
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 06. Dezember 2013
Update: 07. Februar 2017