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Cathrin Kahlweit: Ein Traum von Mann

 
       
     
       
   
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    Cathrin Kahlweit in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    KAHLWEIT, Cathrin (2000): Alice in Butter.
    Vom dunklen Herz der Männergesellschaft - ein weiteres Buch von Alice Schwarzer,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.12.

    KAHLWEIT, Cathrin (2001): Frauensache.
    Verona Feldbusch und Alice Schwarzer haben sich nichts zu sagen, das aber vor reichlich Publikum,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.06.

    KAHLWEIT, Cathrin (2001): Ungeplant, aber nicht ungewollt.
    Sie stürzen sich früh in ein Leben mit Kind und träumen von einer intakten Familie–warum Teenager als Mütter oft völlig überfordert sind,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.08.

    Junge Mütter sind die Lieblinge der Bevölkerungswissenschaftler, aber Teenager-Mütter sind weniger ein Lösung des Bevölkerungsproblems, sondern eher eine ungelöstes gesellschaftliches Problem.

    KAHLWEIT, Cathrin (2001): Frauenkommune in Bremen.
    Männer müssen draußen bleiben,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.08.

    KAHLWEIT berichtet über das Finanzierungsproblem des Beginenhofes in Bremen, einem Modellprojekt des 70er-Jahre-Feminismus. Im letzten Dezember lasen sich die Berichte über das Projekt noch optimistischer (siehe Bremer Zeitung vom 15.12.2000 und SZ vom 30.12.2000).

    KAHLWEIT, Cathrin (2001): Wo ist Mr. Big?
    Die amerikanische Erfolgsserie "Sex and the City" findet auch in Deutschland weibliche Fans, die dreckig über Männer reden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.12.

    KAHLWEIT, Cathrin (2002): Die doppelte Frau.
    Beruf und Kindererziehung sind für Eltern in Deutschland nach wie vor schwer zu vereinbaren - die Politiker versprechen, das zu verändern,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.07.

    Die Wahl 2002: Worum es im Wahlkampf geht, Teil 2: Familie

    KAHLWEIT, Cathrin (2002): Die gute alte Familie soll's wieder richten.
    In Zeiten knappen Geldes wird die versprochene strukturelle Entlastung schnell vergessen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 21.12.

    Im Gegensatz zu den lautstarken neoliberalen Besitzstandswahrern und -mehrern von Meinhard MIEGEL bis Roland BERGER sieht KAHLWEIT im geplanten Abbau des Sozialstaats keinen Fortschritt:

    "Der Generationenvertrag wird neu belebt und die tradierte Keimzelle der Gesellschaft als Rettungsnetz für gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufgewertet; der Gedanke, die rasante Entwicklung einer modernen Arbeitswelt auch mit einer strukturellen Entlastung überforderter Familienverbände zu begleiten, ist ad acta gelegt. Denn wer wollte das bezahlen?
    Das kann selbst konservative Geister, die gern das hohe Lied auf die Familie singen, nicht freuen. Denn auch wenn es stimmen mag, dass „der Staat“ all zu lange als Garant für eine umfassende materielle und geistige Grundversorgung angesehen wurde, so kann die Lösung nicht in einer Verlagerung von gesellschaftlicher Verantwortung auf individuelle Schicksalsgemeinschaften liegen. Sozial Schwache können damit ebenso wenig aufgefangen werden wie Singles, die an ihren einst als „modern“ , weil als unkonventionell gefeierten Lebensbiografien scheitern.
    Wo Konformismus zur Notwendigkeit, Risikofreude zur Gefahr und Emanzipation zur Unmöglichkeit wird, da kann sich keine kraftvolle, zukunftsgewandte und damit zukunftsfähige Gesellschaft entwickeln – die auch für eine ökonomische Gesundung des Landes eine Grundvoraussetzung wäre."

    KAHLWEIT, Cathrin (2004): Endlich eine Aufgabe.
    Jugendliche wissen heute meist viel über Verhütung - trotzdem steigt die Zahl der Teenager-Schwangerschaften,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.08.

    KAHLWEIT, Cathrin (2004): Dünn, schön und Sex mit 12.
    SZ-Serie Jugend in Deutschland (4): Teenager-Zeitschriften setzen vor allem junge Mädchen unter Druck,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.

    KAHLWEIT, Cathrin (2004): "Sex and the City" ist am Ende.
    Theoretisch und praktisch ist das Leben von Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha nicht für normalsterbliche Frauen gemacht. Und trotzdem ist diese Saga zu einem riesigen Wirtschaftsfaktor geworden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.12.

    KAHLWEIT, Cathrin (2005): Zu viel Zeit für Kinder.
    Die Wirtschaft mault über die Familienpolitik. Gleichzeitig hat sie jungen Eltern wenig zu bieten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.04.

    KAHLWEIT, Cathrin (2005): Rückkehr zur Familie,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 03.09.

    Für Cathrin KAHLWEIT liegt der Mangel an Nachwuchs im "Wesen gebildeter Wohlstandsgesellschaften begründet". Das Mega-Thema der folgenden Jahre lautet deshalb gemäß KAHLWEIT:

    "Es wird darum gehen, wie gegen den Geburtenrückgang im Allgemeinen und die niedrige Kinderquote bei gut ausgebildeten Frauen im Besonderen vorzugehen ist."

    KAHLWEIT, Cathrin (2005): Gefragte Väter,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.12.

    Cathrin KAHLWEIT plädiert bei der Ausgestaltung des Elterngeldes für die SPD-Variante:

    "Wenn die SPD sich durchsetzt, erhöht das die Aussichten, dass die meist besser verdienenden Väter Erziehungsurlaub nehmen. Außerdem ist dieses Modell sogar für die Staatskasse billiger."

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Es ist Zeit für Gefühle.
    In der Debatte um Kinder und Familie geht es um einiges. Aber leider so gut wie nie um die Liebe,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.02.

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Flucht in die Sexualität.
    SZ-Thema: In dieser Woche brachte eine Zwölfjährige in Hamburg ein Baby zur Welt. Die Zahl junger Mütter ist stark gestiegen und oft sind es Mädchen mit geringer Bildung, die sich aus Angst vor der Zukunft nach einer eigenen Familie sehnen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.03.

    KAHLWEIT ist bei der SZ sowohl für die kinderlose Gesellschaft als auch für die Teenager-Mütter zuständig. Das ist konsequent, denn Bevölkerungspolitik ist sowohl für das eine wie für das andere verantwortlich. Teenager-Mütter befolgen den Ratschlag der Bevölkerungspolitiker und ihrer Multiplikatoren à la KAHLWEIT, obwohl sie nicht gemeint sind. Diejenigen, die gemeint sind, leben z.B. wie KAHLWEIT am Starnberger See. Dort ist das extremistische Milieu zuhause. Im Jahr 2003 waren dort 34 % der Mütter 35 Jahre und älter. Das war Deutschland-Rekord. Alice SCHWARZER kommt dieses Spektakel wie gerufen.

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Die Angst vor dem Kind,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.

    Wir werden bis zur Verabschiedung des Elterngeldes immer wieder mit angeblich neuesten Schreckensmeldungen über den Geburtenrückgang bombardiert werden. Es ist die Stunde der Leitartikler. Cathrin KAHLWEIT liefert einen Wohlfühlartikel für Eltern ab. Die dürfen sich auf die Brust klopfen: Wir sind keine Angsthasen! KAHLWEIT meint, dass die Situation eine Bankrotterklärung der Politik sei. Dies ist nur die halbe Wahrheit. Es ist auch die Bankrotterklärung der Leitartikler. Der Versuch mit Alarmismus das Gebären zu fördern ist gründlich in die Hosen gegangen. Die Menschen haben einfach ihre Kinderwünsche den alarmistischen Meldungen angepasst. Wenn KAHLWEIT von sinkenden GEBURTENRATEN spricht, dann ist sie eine Hellseherin. Der Rückgang der GEBURTENZAHLEN, der prognostiziert wird, kann genauso gut mit einer steigenden Geburtenrate einhergehen. Die "Verwechslung" - ob bewusst oder nur aus Schlamperei - dieser beiden Dimensionen deutet darauf hin, dass hier die Stimmung angeheizt werden soll, statt sachlich zu diskutieren. Dies nützt weder Eltern noch Kinderlosen.

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Süßer Anfang, harter Alltag.
    Die Probleme in Adoptionsfamilien,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

    Cathrin KAHLWEIT zitiert für das heutige SZ-Tagesthema eine schwedische Studie, bei der die Lebenswege von 11.000 ausländischen Adoptivkinder untersucht wurden. Das Fazit:

    "Angenommene Kinder haben es in wohlhabenden Familien schwerer als in Arbeiterfamilien. Ursache seien zu hohe Erwartungen gut situierter Eltern.

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Baby per Mausclick.
    Viele Paare adoptieren Kinder auf illegale Weise im Ausland - Jugendämter schlagen Alarm,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Familien im Teufelskreis.
    Generationenvertrag:
    CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla möchte, dass in Zukunft erwachsene Kinder mit ausreichendem Einkommen Unterhalt für ihre arbeitslosen Eltern bezahlen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.08.

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Allein unter Frauen.
    Evas Welt: "Tagesschau"-Sprecherin Herman steht mit ihren antifeministischen Thesen einsam dar,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.

    KAHLWEIT, Cathrin (2007): Das Schütteln an der Krippe,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.02.

    Iris Radisch - Die Schule der Frauen
    KINDERLEBEN-Titelgeschichte: Emma ist eine Seltenheit.
    Warum es kaum noch dritte Kinder gibt

    KAHLWEIT, Cathrin (2007): Sind Kinder jetzt Statussymbole?
    Früher waren viele Nachkommen kein Zeichen für Wohlstand. Heute gilt schon ein drittes Kind als Luxus,
    in: Kinderleben, Beilage der Süddeutschen Zeitung v. 24.05.

    Erst belegt KAHLWEIT mit Haushaltszahlen (die weder über die Ein-Kind-Familien, noch über die kinderreichen Familien hinreichend Auskunft geben können), dass die kinderreiche Familie in Deutschland eine kleine Minderheit ist:

    "Mehr als die Hälfte aller Familien in Deutschland hatte 2005 nur ein Kind. Und nur etwa in zehn Prozent der Familien wuchsen drei oder mehr Kinder auf".

    Nur um einen neuen Trend zur kinderreichen Familie in Deutschland ausrufen zu können:

    "Wellingsbüttel ist kein armer Stadtteil. In den besseren Gegenden Deutschlands wird die Mehrkindfamilie wieder populär. Wer es sich leisten kann, leistet sich eine Großfamilie. Die Entwicklungspsychologin Meike Watzlawik, die an der Technischen Universität Braunschweig forscht, glaubt, dass dieser Trend durch die aktuelle Debatte über Kinderarmut befeuert wird: »Das Karrieredenken geht zurück, andere Werte rücken in den Mittelpunkt und die Wohlhabenderen wie die Jüngeren in der Gesellschaft greifen diese Debatte zögernd auf.«"

    Mit Blick auf die USA vermeldet KAHLWEIT einen Trend zur kinderreichen Familien, den die FAZ bereits im Januar 2006 auch schon für Deutschland proklamiert hat. Und nicht zuletzt kommt die kinderlose Akademikerin zur Sprache:

    "Von solchen Zuständen könne deutsche Frauen nur träumen. 40 Prozent aller Akademikerinnen verzichten mittlerweile ganz auf Kinder."

    Das Buch Ein Leben ohne Kinder weist darauf hin, dass die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen überschätzt wird. Außerdem gibt es eine große Ost-West-Differenz:

    "In Westdeutschland lebten 36 % der 40jährigen Akademikerinnen des Frauenjahrgangs 1960 ohne Kinder im Haushalt, während es in den neuen Bundesländer nur 8 % waren."

    Das Buch Kinderreiche Familien, herausgegeben von Marina RUPP und Bernd EGGEN, räumt mit manchen journalistischen Klischees über kinderreiche Familien auf. 

    KAHLWEIT, Cathrin (2008): Allein unter Frauen.
    Klebt sie an der Macht? Die rätselhafte Selbstdemontage der Feministin und Emma-Gründerin Alice Schwarzer,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.06.

    KAHLWEIT, Cathrin (2010): Stillen ohne Ende.
    In England propagiert ein Ratgeber, auch großen Kindern noch die Brust zu geben - Ärzte sind entsetzt, Übermütter begeistert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.02.

    KAHLWEIT, Cathrin (2010): Getrennte Schlafzimmer.
    Er schnarcht zuviel, sie friert ständig. Immer mehr Ehepaare überdenken den Alltag ihrer Nächte. Eine gute Idee, findet unsere Autorin,
    in: SZ-Magazin Nr.10 v. 12.03.

    KAHLWEIT, Cathrin (2010): Die Not der neuen Mütter,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.04.

    Cathrin KAHLWEIT kommentiert die Debatte um die 40 Prozent (ca. 600.000) weiblichen Alleinerziehenden, die Hartz IV beziehen. Gegen die in der FAZ und der Welt populäre These eines modernen Heldinnenmythos, obwohl  Bequemlichkeit oder das Verschweigen eines Lebensgefährten sowie fehlende Anreizsysteme Schuld an der Armut sind, wendet KAHLWEIT ein, dass oft verantwortungslose Väter sowie ein familienfeindlicher Arbeitsmarkt ein Grund seien.

    KAHLWEIT, Cathrin (2010): Feminismus light,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.11.

    KAHLWEIT porträtiert die Ministerin Kristina SCHRÖDER als Mitglied der neuen F-Klasse:

    "Mit ihrer pragmatischen Haltung repräsentiert die Ministerin jene Generation, die sich mit leichtem Schaudern Bilder und Slogans aus den 70er Jahren anschaut: Kampf dem Patriarchat, mein Bauch gehört mir, eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad. Mit ihren Einlassungen wiederum ruft sie nun »frühe« - und damit naturgemäß ältere Feministinnen wie die notorisch schulmeisternde Alice Schwarzer auf den Plan."

    KAHLWEITs Sympathie gehört dagegen dem alten Feminismus, der noch gläserne Decken kennt. Quoten und Gleichstellungsgesetze interpretiert sie als

    "Eingeständnis der Männer, dass sie den Frauen nicht einmal auf halbem Wege entgegengekommen sind".

    Neu:
    KAHLWEIT, Cathrin (2010): Generation Stütze.
    Viele Deutsche zwischen 30 und 50 erlebten als Kinder der Wirtschaftswundergeneration eine Jugend in Wohlstand. Aber heute, als Erwachsene, sind sie immer noch auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Warum ist das so? Und: Wie lang kann das gut gehen?
    in: SZ-Magazin Nr.45 v. 12.11.

    In einem Spiegel Online-Interview über das Leben ohne Partner wird das Single-Dasein von dem Sozialstrukturforscher Stefan HRADIL, der es eigentlich besser wissen müsste, implizit mit Alleinlebend im mittleren Alter gleichgesetzt. Dies hält weder die Journalistin noch der Wissenschaftler für nötig anzumerken. Dies weiß man nur, wenn man das Schriftum kennt. Bereits die Frage ist falsch, weil Singles in der Überschrift explizit als Partnerlose definiert wurden, dann aber unter der Hand über Alleinlebende gesprochen wird. Ganz davon abgesehen antwortet HRADIL auf eine Frage, die so gar nicht gestellt war:

    "SPIEGEL ONLINE: Ihre Studien belegen jedoch auch, dass Singles überdurchschnittlich gut gebildet sind und mehr Geld verdienen als Menschen mit Partnern.
    Hradil: Das stimmt, die meisten Singles sind wohlhabender als Menschen mit Familie. Sie können sich gewisse Dienstleistungen wie Waschen, Bügeln und Putzen über einen gewissen Zeitraum einkaufen. Doch selbst optimistischen Rechnungen zufolge reichen die Ersparnisse der meisten Singles nicht, um sich die Altenpflege leisten zu können. Wenn alle Singles pflegebedürftig würden und ihnen von professionellen Kräften geholfen werden müsste, weil es keine Angehörigen gibt, dann betrifft das Single-Dasein nicht mehr nur den Einzelnen, sondern den gesamten Sozialstaat.
    "

    Dass Partnerlose und Alleinlebende eine - nur in einer kleinen Schnittmenge identische - Gruppe sind, das hat das Forschungsteam um Hans-Werner WAHL - anhand einer Sekundäranalyse aktuellerer repräsentativer Studien gezeigt.
    Wenn es um Yuppies im Sinne von wohlhabenden Alleinlebenden im Familienlebensalter geht, dann steht implizit die alleinwohnende, partnerlose und kinderlose Karrierefrau im Fokus. Dieses Feindbild einigt die Mittemedien. Auch Verteidigungen arbeiten sich wie bei BRISENO daran ab.

    In ihrem Artikel Generation Stütze greift die 3fache Mutter Cathrin KAHLWEIT auf dieses Feindbild zurück, um den privaten Generationenvertrag als Problem anzuprangern:

    "»Irgendwas muss ich falsch machen, ich weiß nur nicht, was«, sagt Iris Sattler*, 40, und lacht, ein wenig verlegen. Alles kostet: ein Sakko fürs Büro hier, ein Paar Wildlederstiefel da, ab und zu ein Restaurantbesuch, die Wochenendtrips zu Freundinnen nach Berlin oder Köln. Ihr Gehalt reicht fast nie. Muss es aber auch nicht, denn das Konto wird ausgeglichen, darauf ist Verlass. Ihr Vater, der alte Herr Sattler, gibt gern (...). Etwa 1500 Euro alle drei, vier Monate.
    Ist das nun verantwortungslos? Verwöhnt? Unverschämt? Oder das gar nicht so ungewöhnliche Leben einer jungen Frau in Deutschland, die von daheim ein gutes Leben kennt und das Glück hat, dass ihre Eltern hart gearbeitet und viel gespart haben, erfolgreich waren und ihre Kinder gern beschenken? Iris Sattler hat einen festen Job, ein regelmäßiges Gehalt und eine kleine private Altersversorgung, man könnte sagen: Sie hat es geschafft. Man könnte aber auch sagen: Sie lebt über ihre Verhältnisse und lässt sich von Mama und Papa ihren relativ hohen Lebensstandard finanzieren, den sie sich aus eigener Kraft nicht leisten könnte. Sie gehört zu einer neuen »Generation Stütze«: Sie wird alimentiert – nicht vom Staat, sondern von ihrer Familie, und zwar dauerhaft.
    "

    Es ist das einzige Beispiel, bei dem gefragt wird, ob es sich dabei um den Normallebenslauf von jungen Frauen in Deutschland handelt! Auch das zweite Beispiel handelt von 3 Töchtern, während im letzten Beispiel zwei Söhne im Mittelpunkt der Generation Stütze stehen. Es werden implizit zwei Behauptungen aufgestellt: zum einen leben wir in einer Single-Gesellschaft und zum zweiten werden vor allen Dingen Töchter durch den privaten Generationenvertrag alimentiert (während die Rede von der digitalen Bohème als urbanes Pennertum eher das Gegenteil behauptet).

    Die Beispiele stellen in zweifacher Weise eine Verstoß gegen den traditionellen Anstand dar, auf dem KAHLWEIT das Ressentiment gegen den privaten Generationenvertrag aufbaut. Traditionellerweise steht Söhnen als Ernährer Unterstützung zu und nicht Töchtern und zweitens sollten nur junge Familien in Not Unterstützung erhalten. Vor diesem ressimentgeladenen Hintergrund führt KAHLWEIT dann in den wissenschaftlichen Disput ein: Auf der einen Seite stehen Martin KOHLI und Gert G. WAGNER als Anwälte des privaten Generationenvertrags, auf der anderen Seite Jens BECKERT und Berthold VOGEL, der mit seinem Buch Wohlstandskonflikte die Ängste der Mittelschicht à la KAHLWEIT thematisiert. Der Artikel endet entsprechend mit der nahe gelegten Botschaft, dass mit dem - bereits teilweise angegangenen - Abbau des öffentlichen Generationenvertrags (wobei man hier die Hartz IV-Gesetzgebung und nicht nur den Kern der Rentenversicherung dazuzählen sollte) auch in nicht allzu ferner Zukunft der private Generationenvertrag, d.h. die Alimentierung der Kinder durch Eltern und Großeltern gefährdet ist.

    Sind Deutschlands Medien gleichgeschaltet? Natürlich nicht, aber Singles dienen den Journalisten als Projektionsflächen eigener Sehnsüchte und Ängste. Da liegt Stefan HRADIL richtig, denn die Anzahl der Mittemedienerzählungen, in denen Singles - speziell alleinlebende Karrierefrauen - im Mittelpunkt stehen, steht in keinem Verhältnis zu ihrer quantitativen Verbreitung.

     
           
       

    Ein Traum von einem Mann (2004).
    30 Bekenntnisse
    München: Piper Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wer sind die Männer, von denen Frauen träumen? Gibt es sie wirklich? Zehn bekannte Journalistinnen bekennen sich in diesem Buch zu ihren persönlichen Traummännern. Dazu gehören echte Idole, aber auch Promis, Romanfiguren und ganz private Helden. Die üblichen Verdächtigen sind natürlich darunter, aber auch Überraschungskandidaten: Wer hätte gedacht, daß Prinz Charles ein Traummann sein könnte?

    Die Autorinnen geben mit ihren Porträts einen Einblick in die Lebenskonzepte dieser zumeist berühmten Männer - und erzählen mit Humor, einem Schuß Intimität und einer Prise Selbstironie etwas von den Träumen, Sehnsüchten und Projektionen, die Frauen mit ihren Lieblingsmännern verbinden."

     
         
     
           
       

    Die Beiträge des Buchs

  • KAHLWEIT, Cathrin - Vorwort
  • HENKEL, Doris - Rhett Buttler: Ein Pirat auf Landgang
  • KAHLWEIT, Cathrin - Prinz Charles: Was ist Ihr Geheimnis, Sire?
  • SCHLÖTZER, Christiane - Daniel Cohn-Bendit: Freihändig und immer in der Schwebe
  • RUBNER, Jeanne - Carl Djerassi: Endlich frei
  • HEIDENREICH, Ulrike - Campino: Lebe wild und gefährlich
  • GEBHARDT, Christa - Giogio Perlasca: Die spanische Liste
  • KAHLWEIT, Cathrin - Michail Gorbatschow: Ein Alpha-Tier im Rückwärtsgang
  • SAUTTER, Claudia - T. E. Lawrence: Unter Beduinen
  • AUFFERMANN, Verena - Hubertus Graf von Korff-Schmising: Papi
  • GEBHARDT, Christa - Johnny Depp: Aus dem Schatten in den Schatten
  • SCHMITT-GLÄSER, Angela - William Forsythe: Der Glücksbringer
  • SAUTTER, Claudia - Froschkönig: Ein Kater in meinem Bett
  • SPERBER, Katharina - Joachim Gauck: Bruderherz
  • SCHLÖTZER, Christiane - Manolis Glezos: Lebensgefahr auf der Akropolis
  • HENKEL, Doris - Muhammad Ali: Ein Mann ohne Fantasie hat keine Flügel
  • SPERBER, Katharina - Michel aus Lönneberga: Der Unfugmacher
  • AUFFMERANN, Verena - Gerhard Richter: Herr der Stille und der Wildnis
  • SCHLÖTZER, Christiane - Zeki Müren: Singen bis zum bitteren Ende
  • HEIDENREICH, Ulrike - Leoluca Orlando: Aus dunklen Straßen ans Licht
  • SCHMITT-GLÄSER, Angela - Jeff Bridges: Jenseits der Zeit
  • RUBNER, Jeanne - Robert Cailliau: Der Anti-Gates
  • HEIDENREICH, Ulrike - Arthur Cohn: Ein Freund der Freundschaft
  • KAHLWEIT, Cathrin - Albus Dumbledore: Ein Magier der alten Schule
  • HENKEL, Doris - Richard Gere: Loverman
  • SAUTTER, Claudia - Hilmar Hoffmann: Vorhang auf, Spotlight on, Auftritt!   
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    Weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 15. Oktober 2007
    Update: 21. August 2015