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Frank Schirrmacher: Minimum

 
       
   

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    Frank Schirrmacher: Gespräche und Porträts

     
       

    AUGSTEIN, Jakob (2006): Ein Mann ohne Komplex.
    In Kürze erscheint Frank Schirrmachers Buch »Minimum«. Der Bestseller-Erfolg scheint garantiert. Annäherung an einen Mann, der zu den Mächtigen dieses Landes zählt,
    in: Die ZEIT Nr.10 v. 02.03.

    FESTENBURG, Nikolaus von & Matthias MATUSSEK (2006): "Wir wurden umprogrammiert".
    FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, 46, über die Ursachen und Folgen des Geburtenrückgangs, die Mitschuld der Politik und die Chancen von immer weniger Deutschen, ihre Identität zu bewahren,
    in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.

    Der 1-Kind-Vater Frank  SCHIRRMACHER schwadroniert über sein extremistisches Milieu. Wo das Versagen unserer Eliten anzuprangern wäre, da will SCHIRRMACHER - sozusagen als Selbstentlastung - eine biologische Umprogrammierung am Werk sehen. Es lässt sich ja inzwischen statistisch nachweisen, dass in den 90er Jahren eine immer größer werdende Kluft zwischen der Single-Rhetorik und der Familienrealität bestand. Das wurde hier als Single-Lüge bezeichnet. Unsere Eliten haben unser Selbstbild auf den Kopf gestellt. Diesen Skandal aufzudecken, das wird die Aufgabe der nächsten Generation sein, denn dahinter stand nichts als die egoistische Besitzstandswahrung unserer Eliten. Das jetzt als biologische Umprogrammierung zu bezeichnen, ist absolut widerlich! Ob wir an einem demografischen Übergang stehen, und wohin der führt, dafür bleibt der Spiegel alle Beweise schuldig.

    Eine Entgegnung des Statistikers Gerd Bosbach zum Spiegel-Titel

    BAUMANN, Birgit (2006): Geburtenrückgang: "Ein Thema, das nicht erkannt wurde".
    Sinkende Geburtenrate, alternde Gesellschaft: Viele sehen den Untergang des Sozialstaates - einer ist Frank Schirrmacher, der in seinem Buch "Minimum" einen sozialen GAU skizziert,
    in: Der Standard v. 28.03.

    SCHÜTT, Julian (2006): "Auch Sie haben noch eine Chance".
    Wenn es mit der Geburtenrate weiter so bergab geht, geht es uns allen an den Kragen – und je enger der wird, desto wichtiger wird die Gemeinschaft. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, beschwört in seinem neuen Bestseller eine lang verkannte Bande: die Familie,
    in: Weltwoche Nr.14 v. 06.04.

    "ich werde ständig attackiert. Im Ernst, ich finde, «Minimum» ist gar kein schwarzseherisches Buch. Ich setze auf Überzeugungskraft und Aufklärung. Wenn ich sage, der Wohlfahrtsstaat schmeisse uns vom Wagen, stütze ich mich ausschliesslich auf gesicherte Daten und auf demografische Vorhersagen, die mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks eintreffen werden. Die Fehlerquote beträgt nur 0,5 Prozent. Höchstens ein Krieg oder eine schwere Katastrophe könnte daran etwas ändern",

    behauptet Frank SCHIRRMACHER. Kein einziger seriöser Demograf hat je behauptet, dass demografische Vorhersagen nur mit einer Fehlerquote von 0,5 Prozent behaftet seien. Eine Aussage, die erstens ohne Angabe eines betrachteten Zeitraums auskommt und zweitens die Sache, um die es geht, nicht benennt, ist sowie völliger Nonsens. Die Vergangenheit hat dagegen gezeigt, dass bereits nach 5 oder 10 Jahren Vorhersagen völlig überholt und unbrauchbar sein können.

    Der Bevölkerungsstatistiker Manfred BRETZ hat für das Statistische Bundesamt in Wiesbaden die Treffsicherheit der bisherigen Vorhersagen empirisch überprüft. Und zwar für die deutsche Nachkriegsgeschichte, die bekanntlich weder durch Krieg noch durch eine schwere Katastrophe gekennzeichnet war. Dennoch sind die Fehlerquoten deutlich höher als SCHIRRMACHER dies behauptet. Die Geschichte der demografischen Vorhersagen ist eine Geschichte der Irrtümer, denn den Demografen fehlt jegliche stichhaltige Theorie über ihren Gegenstand.

    Man darf gespannt sein, was die angesprochenen Frauen von den folgenden Aussagen SCHIRRMACHERs halten werden:

    "Erstaunt es Sie, dass schreibende Mütter mitunter etwas gereizt auf Ihr neues Buch reagieren?
              
    Schrecklicherweise hat die Debatte nun eine neue Art von weiblicher Bekenntnisliteratur hervorgebracht, in der Frauen darlegen, warum sie keine Gebärmaschinen sein wollen. Das eine Geschlecht schiebt nun den schwarzen Peter dem andern zu. Mir kommt das vor wie der Schlussakt von Ingmar-Bergman-Filmen. Später wird das anders wahrgenommen werden, weil die Realität eben ganz anders ist.
    (...).

              
    Ist kurzfristig die Gefahr eines neuen Geschlechterkampfes nicht realer als die eines Generationenkonflikts?
              
    Schauen Sie, wer da diskutiert: Das waren bis jetzt fast nur Menschen an der Grenze der Reproduktionsphase. Die haben teils schon Kinder oder werden keine mehr haben. Warten wir ab, was bei den Jüngeren geschieht. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen."

     
           
       

    Minimum (2006).
    Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft
    München: Karl Blessing Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Unsere sozialen Beziehungen werden in den nächsten Jahrzehnten einer großen Belastung ausgesetzt: Sie werden knapp werden wie ein kostbarer Rohstoff. Schon heute bewegen sie sich in Teilen des Landes auf ein historisch nie gekanntes Minimum zu. Als Ergebnis der unumstößlichen Schrumpfung unserer Gesellschaft und aufgrund vielfältiger Globalisierungseffekte wird es eine Reduzierung unserer kleinsten Welt, der unserer Freunde und Familien geben. Diese Revolution wird sich in allen Lebensbereichen Geltung verschaffen: in der Politik wie in der Kultur, in der Wissenschaft wie im Alltag.
    Wer ist da, wenn niemand mehr da ist? Jeder hat gelernt, dass er für die Zukunft vorsorgen muss. Wir sollen sparen, Geld und Vorräte anlegen. Aber kann man eigentlich Kinder sparen, die man nie geboren hat? Zu den knappen Rohstoffen der Zukunft wird etwas gehören, das man nicht sparen kann: Verwandte, Freunde, Beziehungen, kurzum das, was man soziales Kapital nennt. In den kommenden Jahren wird sich unsere Lebensweise radikal verändern. In vielen Ländern Europas wird eine wachsende Zahl von Kindern in ihrer eigenen Generation wenige oder gar keine Blutsverwandte mehr haben. Künftig sehen sich ganze Landstriche, wie heute schon Teile Ostdeutschlands, mit einer Wanderungsbewegung junger Frauen konfrontiert; zurück bleiben Männer, deren Chancen, eine Partnerin zu finden, immer geringer werden.
    Frank Schirrmacher zeigt, dass unsere Gesellschaften auf diese Entwertung ihres sozialen Kapitals nicht vorbereitet sind: Der Wohlfahrtsstaat zieht sich in einem Moment als großer Ernährer zurück, in dem sich das private Versorgungsnetz aus Freundschaft, Verwandtschaft und Familie auflöst. Kann es in diesem Umfeld Uneigennützigkeit und Altruismus, selbstlose Hilfe und Unterstützung für den anderen überhaupt noch geben?
    Der Zusammenbruch unserer sozialen Grundfesten zwingt uns, unser alltägliches Zusammenleben von Grund auf umzuorganisieren. Dabei werden Frauen eine alles entscheidende Rolle spielen."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    WAGNER, Gert G. (2006): Verwirrt am Donnerpass.
    Frank Schirrmacher stellt in seinem neuen Sachbuch-Schocker "Minimum" eine wichtige Hypothese auf. Um sie zu belegen, trickst er jedoch gehörig und kümmert sich viel zu wenig um neuere Forschungen,
    in: TAZ v. 11.03.

    Gert G. WAGNER, Experte in Sachen empirischer Sozialforschung, bespricht das Buch Minimum von Frank SCHIRRMACHER. Darin gehe es in 15 Kapitel immer wieder um dasselbe: "Blut ist dicker als Wasser". WAGNER bemängelt den laxen Umgang SCHIRRMACHERs mit sozialwissenschaftlichen Daten:

    "Manchmal trickst Schirrmacher regelrecht, um sein Argument zu stärken. Er hat offensichtlich die neuere Diskussion um die völlig überhöhte Zahl von kinderlosen Akademikerinnen in seiner FAZ sorgfältig gelesen und schreibt: »Achtunddreißig Prozent der westdeutschen Akademikerinnen in der Altersgruppe zwischen fünfunddreißig und neununddreißig Jahren leben ohne Kinder.« Richtig, aber das heißt nicht, dass sie keine Kinder haben! Bei einigen sind sie schon aus dem Haus - und etliche bekommen ihr erstes Kind erst noch.
    In Wahrheit liegt der Anteil kinderloser Akademikerinnen heutzutage zwischen 25 und 30 Prozent. Immer noch eine Menge, die durch bessere Kinderbetreuung und Ganztagsschulen reduziert werden könnte, aber eben weit weit weniger als 40 Prozent.
    "

    Im Gegensatz zu SCHIRRMACHER sieht WAGNER - in Übereinstimmung mit dem Soziologen Hans BERTRAM, den auch SCHIRRMACHER häufig zitiert - das Problem des Geburtenrückgangs nicht in erster Linie bei den Kinderlosen, sondern es beruht vor allem auf dem Rückgang der kinderreichen Familien.

    JÄHNER, Harald (2006): Zusammenhalten.
    Frank Schirrmacher schlägt in "Minimum" Alarm: Wo Familien schrumpfen, zerfällt die Gesellschaft,
    in: Berliner Zeitung v. 13.03.

    "»Minimum« ist das Buch eines geradezu wilden Vollblut-Journalisten, eines tollkühnen Dramatisierers und Vereinfachers. Schon jetzt, mit dem zweiten Buch, ist er der Reich-Ranicki der Demografie", meint JÄHNER.

    MARTENSTEIN, Harald (2006): Baby, come back.
    Herzlos, kinderlos: Frank Schirrmacher beschreibt in „Minimum“ das Deutschland der Zukunft,
    in: Tagesspiegel v. 15.03.

    Für Vater Harald MARTENSTEIN ist SCHIRRMACHERs Buch Minimum ein unterhaltsames Wohlfühlbuch. Außerdem sind ihm noch einige Fragen zum Buch eingefallen, von denen uns eigentlich nur eine einzige wirklich interessiert, weil alle anderen bereits ausgiebig debattiert wurden:

    "Frank Schirrmacher selber hat offenbar ein Kind, die Mutter und er leben getrennt. Auch diese Frage stellt man sich: Wie ist das, wenn man ein Buch schreibt, in dem eine bestimmte Verhaltensweise als Untergangsursache unserer Gesellschaft geschildert wird, und der Autor selbst hält es womöglich exakt genauso? Das Kinderkriegen und das Familiengründen sind private, intime Entscheidungen, die aber politische Folgen haben. Wenn man ein so entschiedenes Buch über das Thema Familie schreibt, sollte man es sich nicht ersparen, auch einmal auf sich selbst und seine eigenen Lebensentscheidungen zu sprechen zu kommen. Nicht aus moralischen Gründen, nein, es macht nur die Argumentation ein wenig runder."

    KEMP, Wolfgang (2006): Die nie Geborenen zetteln keine Revolution an.
    Nur eins ist wirklich nötig angesichts der Minusgrade des Lebens - Frank Schirrmacher hat ein weltliches "Wachet-Auf"-Traktat geschrieben,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.

    SEIBEL, Andrea (2006): Es lebe der Evolutionär!
    Auf der Suche nach dem verlorenen Altruismus: Frank Schirrmacher sorgt sich geradezu zärtlich um die Zukunft der Deutschen,
    in: Welt v. 18.03.

    Bislang war das Buch Minimum von Frank SCHIRRMACHER eher ein Rohrkrepierer - sieht man einmal von der heiligen Dreifaltigkeit der deutschen Medienbranche ab. SEIBEL darf nun für die Welt das Buch in den Himmel loben:

    "Wann stellt man die Kinderlosen an die Wand? Aber, mag man rufen: Halt, Gesellschaft ist doch kein Schachbrett, kein Verschiebebahnhof, kommt nicht einfach wie ein Gewitter über uns. Sondern hier agieren Menschen aus Fleisch und Blut. Ist jeder einzelne Wille Wahn? Alles Lemminge, oder was? Wo ist die Ansprache (...), mit der allein man sich den Rätseln und Abgründen menschlicher Beziehungen zu nähern vermag?
              
    Frank Schirrmacher hat diesen Ton gefunden."

    Die Biologie spricht zu uns durch Frank SCHIRRMACHER. Er ist der Evolutionär. So muss es sein! Nur das verstehen wir...

    SATTLER, Stephan (2006): Die Schrumpf-Gesellschaft.
    Frank Schirrmacher beschwört die Familie, um in kinderarmer Zukunft zu bestehen,
    in: Focus Nr.12 v. 20.03.

    "Nicht mehr finanzierbare Sozialsysteme, die Auflösung des Sozialstaats, die unverantwortlich hohen Schulden öffentlicher Haushalte erzwingen die Rückbesinnung auf den anpassungsfähigsten Sozialverband, die Familie, auch wenn diese schrumpft, weil 1- oder 2-Kinder-Ehen vorherrschen", meint SATTLER.

    HENTSCHEL, Dirk (2006): Salto mortale im Medienzirkus,
    in: Rheinischer Merkur Nr.12 v. 23.03.

    GAULAND, Alexander (2006): Familie als Keimzelle der Gesellschaft,
    in: DeutschlandRadio v. 24.03.

    RULFF, Dieter (2006): Stunde der Schicksalsgemeinschaft.
    FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher entdeckt den Wert der Familie und den Wunsch nach mehr Töchtern,
    in:  Frankfurter Rundschau v. 29.03.

    In der FR hat sich mit Ursula MÄRZ die Single-Generation in der Einschätzung des nationalen Notstands gegen die Generation Golf durchgesetzt. Dieter RULFF nutzt die gegenwärtige Hysterie schamlos aus, die durch falsche Zahlen zur demografischen Lage in Deutschland entstanden ist. Seine Übereinstimmung mit SCHIRRMACHER endet jedoch spätestens bei den politischen Lösungen: nicht neoliberale Freisetzung aus dem Sozialstaat, sondern sozialstaatliche Regulierung soll die angebliche Geburtenkrise lösen:

    "Frankreich oder Schweden - Länder, die gleichermaßen wohlfahrtsstaatlich organisiert sind.
              
    Deren Beispiel spricht eher dafür, dass ein Wiedererstarken der Familie paradoxerweise in einem Mehr an öffentlicher Erziehung gründet. Das bedeutet auch ein Zuwachs an öffentlicher Einmischung, das Private dürfte in den nächsten Jahren in stärkerer Weise politisch werden. Dem gegenüber steht das Modell USA einer mangels staatlicher Autorität und Fürsorge immer schon auf sich selbst verwiesenen Familie, die auf einem starken Wertefundament ruht."

    In Times Mager darf zum gerechten Ausgleich Christian THOMAS die "Frankfurter Traktatgeneration" geißeln:

    "Angesichts der deutschen Nachwuchsarmut wird seit Wochen schon der Geburtenscheinmalus gegen den Lebenserwartungsbonus aufgerechnet. Dazu, zum Traktatschreiben über den »biologischen Gau«, singt die 06er-Generation das Lied der Vermehrung und der Gebär-Mutter. Und wienert, wie einst die Putzteufelgeneration, heute die drei großen Textbausteine der Zukunft blank: Fruchtbarkeit, Familie, Frauen.
               Wenn für diese Traktatgeneration und Putzteufelgruppe eine innerdeutsche Ethnie geradezu extrem minderwertig abschneidet, dann - da sie für die 06er-Generation noch nicht vom Aussterben bedroht ist - die 68er-und 78er-Ethnie. Ihre Erkennungsmerkmale? Dass sie vorm Bauzaun von Brokdorf demonstrierte anstatt Kinder zu zeugen. Dass sie Hüttendörfer hochzog anstatt in Sicherungssysteme zu investieren (oder irgendwie so). Oder an der Startbahn West nach Waldschratmanier herumgammelte, anstatt Norbert Blüms Rentenpolitik in die Arme zu fallen (oder irgendwie so ähnlich).
              
    Mit anderen Worten: Kein Traktat über die Gemengelage aus Wirtschaftspolitik, demographischer Entwicklung und sozialen Sicherungssystemen, in dem die Frankfurter Traktatgeneration (und Putzteufelfraktion) nicht den moralischen Frevel und die volkswirtschaftlichen Schulden der 68/78er auszumachen fest gewillt ist, so dass man den Eindruck bekommen muss, dass dort, wo die Argumentation fehlt, der Textbaustein seinen Dienst tut."

    Was wäre geschehen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge das Bestandserhaltungsgebot befolgt hätten? Diesen demografischen Schrecken  beschreibt:

    Jürgen Voß - Die geburtenstarken Jahrgänge sind nicht schuld!

    BAUREITHEL, Ulrike (2006): Überlebensfabrik Familie.
    Schwundstufe.
    Im Eisschrank ist schlecht leben oder was sich aus dem demografischen Dauerbeschuss lernen lässt,
    in: Freitag Nr.13 v. 31.03.

    WALTHER, Rudolf (2006): Was Gesellschaften zusammenhält.
    Frank Schirrmachers apokalyptisches Szenario,
    in: Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, April

    "Die Geburtenrate sinkt. Das ist unumstritten, insofern stimmt der Buchtitel Minimum" von Frank SCHIRRMACHER, behauptet Rudolph WALTHER. Tatsächlich ist es durchaus umstritten, dass die Geburtenrate sinkt. Es stimmt zwar, dass die GeburtenZAHLEN sinken, dahinter verbirgt sich jedoch keine sinkende, sondern eine ziemlich konstante GeburtenRATE. Auch wenn die Mitte-Presse im März durch Falschmeldungen das Gegenteil suggerieren wollte. Ob die GeburtenRATE nicht sogar bei den jüngeren Frauenjahrgängen wieder angestiegen ist, das ist noch nicht geklärt, weil die Statistik immer nur die jüngere Vergangenheit, aber nicht die Gegenwart abbildet. WALTHER geht u. a. näher auf das Familienverständnis von SCHIRRMACHER ein:

    "Mit einem Sohn hat der Familienverband Schirrmacher bislang unterdurchschnittlich zur ominösen »Bestandserhaltung der Bevölkerung« (zu der er weder Ausländer noch Einwanderer zählt!) beigetragen.

    Neu:
    THURNER-FROMM, Barbara (2006): Wo wenig Kinder sind, sind bald noch weniger Kinder.
    Frank Schirrmacher führt mit seinem Buch "Minimum" neue Argumente in die altbekannte Debatte über den Geburtenrückgang ein, 
    in: Stuttgarter Zeitung v. 01.04.

    Neuerdings vollzieht sich ein Wechsel der Glaubensgemeinschaft. Die Anhänger der Kirche von Ulrich BECK laufen nun scharenweise zur Kirche von Herwig BIRG über. Dessen oberster Messdiener heißt Frank SCHIRRMACHER. Das neue Konvertitentum ist konsequent, denn der Wechsel von BECK zu BIRG verlangt keine Selbstkritik, sondern verläuft nahtlos. SCHIRRMACHER hat mit seiner Kritik an der Single-Ästhetik des Fernsehens den Leitartiklern der Zeitungen einen goldene Brücke gebaut. Keiner muss sich fragen lassen, warum eine gesellschaftliche Gruppe wie die Singles, die noch nicht einmal 20 % der erwachsenen Bevölkerung ausmachen. Deren größte Gruppe zudem ältere Witwen sind, die vor 40, 50 Jahren den Baby-Boom der Nachkriegszeit erst möglich gemacht haben. Wie also diese Gruppe jene gesellschaftliche Macht innegehabt haben soll, die ihr von den Familienfundamentalisten zugeschrieben wird.
     
    Man darf also durchaus gespannt sein, wie lange dieses  Ablenkungsmanöver noch erfolgreich funktioniert. Jene Generation, die nach der Generation Golf kommt, könnte Fragen stellen, die weniger die Single-Ästhetik als die Single-Rhetorik an den Pranger stellen wird. Natürlich folgt THURNER-FROMM nicht in allen Punkten SCHIRRMACHER. Die Selbstlosigkeit der Frau ist für sie nicht so einfach zu haben.

    LITERATUREN-Schwerpunkt: Land ohne Leute?
    Ein deutsches Dilemma

    ENGELMANN, Jan (2006): Deutschland, eine Nabelschau.
    Die Demografie avanciert zur neuen Leitwissenschaft der Berliner Republik. Politiker. Soziologen. Publizisten streiten über die Bevölkerungspyramide: Wie viele Alte verträgt das Land? Wie viele Kinder werden geboren? Und wer zahlt die Zeche? 
    in: Literaturen, Nr.6 , Juni

    Jan ENGELMANN hat die Literatur zum demografischen Wandel gesichtet. U.a. befasst er sich mit den Büchern von Kurt BIEDENKOPF, Herwig BIRG, Ulrich DEUPMANN, Franz-Xaver KAUFMANN und Frank SCHIRRMACHER.

     
       

    Das Buch in der Debatte

    KAHLWEIT, Cathrin (2006): Es ist Zeit für Gefühle.
    In der Debatte um Kinder und Familie geht es um einiges. Aber leider so gut wie nie um die Liebe,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.02.

    Anlässlich des bevorstehenden Erscheinens des Buches Minimum von Frank SCHIRRMACHER, das sich einreiht in die üblichen Pamphlete über die Zukunftsprobleme der kinderlosen Gesellschaft, jammert uns Mutter Cathrin KAHLWEIT die Ohren voll. Man fragt sich eigentlich nur: Warum machen sich Mütter und Väter in diesem Lande so viel Gedanken über die Minderheit der Kinderlosen? Warum verschwendet eigentlich niemand einen einzigen Gedanken über jene Menschen, die Kinder bekommen wollen? Seriös belegbar ist bislang nur ein Anteil von ca. 20 % lebenslang Kinderlosen. Alles andere sind Prognosen, die auf einem ungebrochenen nationalkonservativen Deutungsmonopol beruhen. Woher kommt der abgrundtiefe Hass dieser Gesellschaft auf Kinderlose? Man muss wohl ins Jahr 1986 zurückgehen. In jenem Jahr erschien das giftgrüne Buch Risikogesellschaft  von Ulrich BECK. Mit diesem Buch begann der "Klassenkampf zwischen Eltern und Kinderlosen". Es ist die Neue Mitte gewesen, die diesen Kampf der Lebensstile eröffnet hat. Wenn sich nun der Beamte Paul NOLTE in seinem neuen Buch Riskante Moderne  zum Antipoden von Ulrich BECK stilisieren kann, dann hat der Phantomschmerz der Neuen Linken den nächsten Grad der Perversion erreicht. Der Terror der Individualisierungsthese hat sich zum fatalen Selbstläufer entwickelt. Die Single-Rhetorik hat mittlerweile die Single-Lüge gezeugt. Das Selbstbild dieser Gesellschaft fußt immer noch auf einem überholten Gesellschaftsbild der 80er Jahre, nach dem alle so werden wollen bzw. können wie die Neue Mitte.
    Der Politikwissenschaftler Franz WALTER hat in seinem Artikel Paradoxien der Mehrebenendemokratie dagegen die neuen Polarisierungen beschrieben:

    "Die postindustrielle Gesellschaft der bürgerlichen Globalisierungseliten funktioniert anders. Die Eliten in der Wirtschaft, der Justiz und an den Universitäten rekrutieren sich seit einigen Jahren wieder - leistungswidrig! - in erheblichem Maß aus sich selbst, nach den Indikatoren von vertrauter Zugehörigkeit, kulturellen Codes und distinktem Habitus. Die Bildungs-, ja Heiratsmuster vollziehen sich erneut endogen, innerhalb des eigenen Klassenmilieus. Noch berühren sich in Deutschland (...) die sozial heterogenen Stadtteilviertel, aber sie mischen sich nicht mehr. Die sozialkulturelle Segregation des urbanen Raums schreitet jedenfalls massiv und bedrohlich voran. (...). Und sollte tatsächlich - wofür in der Tat einiges spricht - in Bälde ein konjunktureller Aufschwung auch die deutsche Republik erreichen, dann werden die Kontraste zwischen Verlierern und Gewinnern noch stärker sichtbar, noch unmittelbarer erlebbar. (...). Die einen genießen die Optionen, erweiterten Perspektiven, facettenreichen Chancen der Globalgesellschaft, die anderen - und keineswegs wenige - sind abgehängt, fühlen sich entbehrlich, durch Arbeitsagenturen gedemütigt, ohne die geringsten sozialen Mobilitäts- und Aufstiegschancen, die einst sowohl den sozialen Katholizismus als auch der sozialistischen Arbeiterbewegung programmatische Leitidee war."

    Im "Klassenkampf zwischen Eltern und Kinderlosen" geht es um horizontale Gerechtigkeit, d.h. um den Kampf zwischen Gleichen. Die neuen Klassenkämpfe dagegen werden wieder zwischen Ungleichen stattfinden. Aber bei KAHLWEIT findet sich nichts dergleichen. Stattdessen herrscht eitle Gleichheit und Ressentiments reihen sich aneinander. Typisch dafür ist ein Streifzug durch die Jahrzehnte, in dem das Verhältnis der Deutschen zu Kindern ausgeführt wird:

    "Dieses Land hatte schon immer ein seltsames Verhältnis zu Kindern. Im Kaiserreich wurden sie gedrillt, im Dritten Reich geknechtet. In den sechziger Jahren verstand man sie nicht, in den siebziger Jahren verstand man sie falsch, in den Achtzigern zu gut. In den Neunzigern wollte man keine, seit der Jahrtausendwende werden sie herbeigeredet."

    KAHLWEIT, eine Angehörige der Single-Generation, outet sich damit lediglich als typische Angehörige ihrer Generation, die allgemeine Tendenzen dort sieht, wo die besonderen Bedingungen von Lebensphasen, Milieus, Generationen und Lebenslagen wirken. Die 90er Jahre werden bald so lange zurückliegen, dass nun seriöse Sozialforscher die Phraseologie der Individualisierungsthese auf ihren empirischen Gehalt schrumpfen lassen können. Single-generation.de hat mit dem Beitrag über die Single-Lüge den Anfang gemacht. Spätestens am Ende dieses Jahrzehnts wird Ulrich BECK demontiert sein und mit ihm seine Jünger und Anti-Jünger. Dann werden die langen 80er Jahre mit ihrer No-Future-Mentalität endlich zu Ende gehen...

    AUGSTEIN, Jakob (2006): Ein Mann ohne Komplex.
    In Kürze erscheint Frank Schirrmachers Buch »Minimum«. Der Bestseller-Erfolg scheint garantiert. Annäherung an einen Mann, der zu den Mächtigen dieses Landes zählt,
    in: Die ZEIT Nr.10 v. 02.03.

    Die ZEIT inszeniert sich mit Jakob AUGSTEIN in der Gesellschaft des SCHIRRMACHER-Spektakels. Der neueste Bestseller von SCHIRRMACHER wird Minimum heißen. Dass es wieder ein Bestseller wird, dafür sorgt die heilige Dreifaltigkeit der deutschen Medienbranche:

    "Schirrmacher hat Helfer seines Erfolges. Schon das Methusalem-Buch war im Spiegel vorabgedruckt worden. Und die Bild-Zeitung hatte eine Serie daraus gemacht. Deswegen wurde in der Öffentlichkeit die Verbindung der mächtigen Medienmänner misstrauisch beäugt, Stefan Aust vom Spiegel, Mathias Döpfner von Springer und Frank Schirrmacher von der FAZ.
              
    (...). Das ist ein sonderbares Trio. Die haben festgestellt, dass sie sich mehr nützen können, wenn sie sich nicht schaden. Dass gemeinsame Macht keine geteilte Macht ist, sondern dreifache. Es gab Zeiten, da das undenkbar war."

    Aber wer ist SCHIRRMACHER? AUGSTEIN stellt ihn in eine besondere, geistesaristokratische Tradition:

    "Sein Verhältnis zur Politik ist ein ästhetisches, eines, wie man es vielleicht im George-Kreis pflegte. (...).
    Als man ihn fragte, welche Rollenvorbilder er habe, sagte er, jene Männer, die Ernst Jünger die »Waldgänger« nannte, interessierten ihn schon von Jugend an, Anarchisten, Verschwörer, die sich nicht von der Gesellschaft definieren ließen, sondern diese definiert haben.
    "

    Obwohl über den genauen Inhalt noch nichts bekannt ist, wird der Stil des Buches ganz gewiss keine Offenbarung werden:

    "Wer selbst Angst vor dem Morgengrauen hat, macht anderen Angst. Auffallend an Schirrmachers Texten ist das Drängende, Endgültige, Alarmierende, Entscheidende."

    "Panik-Frank" versetzt das 80er-Jahre-Projekt "No Future" mit einem kräftigen Schuß hippiesker Sehnsucht. Diese PUPPIES hat single-generation.de bereits im Jahr 2001 als die neue Kulturelite bezeichnet.

    "Er schreibt mit der Fähigkeit zur Bosheit und der Neigung zur Sehnsucht",

    bringt AUGSTEIN diesen Zug, den sowohl HOUELLEBECQ als auch Maxim BILLER auszeichnen, auf den Punkt.

    MATUSSEK, Matthias u.a. (2006): Unter Wölfen.
    Abnehmende Geburtenraten führen zur Vereinzelung der Kinder in unserer Gesellschaft. Nicht nur die finanzielle Zukunftssicherung ist davon betroffen - ohne Familie verlernt die Gesellschaft schlichtweg die Liebe,
    in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.

    Die Story von Matthias MATUSSEK ist ausgesprochen mager. Der Begriff Minimum, also der Buchtitel von SCHIRRMACHER taucht so oft auf, dass man fast meinen möchte, der bekommt für jede Nennung 100 Euro extra.  Ansonsten 0815. Man könnte jeden x-beliebigen Spiegel-Titel der letzten 5 Jahrzehnte zum Thema Familie raus zerren. Es würde überall fast das Gleiche drinstehen. Es wird u. a. aus einer ominösen Broschüre des Familienministeriums zitiert:

    "»In der Gruppe der dauerhaft Kinderlosen«, so heißt es (...), handele es sich oft um Personen, »die in überdurchschnittlichem Maß Wert auf Unabhängigkeit legen«."

    Wir hätten gerne Genaueres. Wieviele "dauerhaft Kinderlose" gibt es überhaupt? Das Orakel lässt uns im Stich. Überhaupt: Die Bevölkerungswissenschaft legt seit geraumer Zeit keinerlei neue Daten mehr auf den Tisch. Möchte man der Politik nicht in die Quere kommen? Gibt es Anzeichen für einen neuen Babyboom, der vor der Durchsetzung des Elterngeldes nicht publik werden darf? Gäbe es handfeste Anzeichen für einen weiteren Rückgang der Geburtenrate, der Spiegel hätte sie jetzt publizieren müssen. Dies ist nicht geschehen. Wir haben es hier also offenbar mit einem groß angelegten Bluff zu tun. Viel Wind um ein neues Buch, dem die empirische Basis fehlt.

    MÄRZ, Ursula (2006): Minimum.
    Times Mager,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.

    Ursula MÄRZ meint, man müsse SCHIRRMACHERs Buch  lieben - trotz MATUSSEK. Ihre Begründung entbehrt jedoch jeglicher Logik:

    "Offensichtlich geht es in Frank Schirrmachers neuem Sachbuch um den dramatischen Verlust gesellschaftlicher Bindungs- und Fürsorgekraft durch das Aussterben des Familiarismus. Dieser Gedanke ist nicht neu, er ist auch nicht gerade selten. Aber er ist durchaus wichtig, ja, für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder höchstwahrscheinlich höchstwichtig. Er sollte durchaus ins allgemeine Bewusstsein eindringen."

    MÄRZ meint entweder Familialismus oder Familiarität. Familiarismus ist jedenfalls ihre Eigenkreation. Inzwischen glaubt ja selbst Herwig Birg nicht mehr daran, dass die Deutschen aussterben werden, wie er in der Berliner Zeitung erläuterte. Aber dass nun der Familialismus oder die Familiarität aussterben soll, das ist nun vollkommen absurd. Diese Absurdität hat jedoch offenbar ihre Ursachen. Das extremistische Milieu, in dem sich unsere "Medientanten" (MATUSSEK) bewegt, hat seit 2002 sozusagen eiskalte Füße bekommen. Es dämmert vielleicht so manchem ganz langsam, dass die Glaubwürdigkeit dieser Kaste auf dem Spiel steht. Diese Hysterie mit der jetzt plötzlich die Bindungslosigkeit (von wem eigentlich?) beklagt wird, entspricht ja einer jahrzehntelangen Ignoranz jenen Milieus gegenüber, für die Individualisierung nie ein Thema war.

    BUHR, Elke (2006): Ein Leben als sozialer Kitt.
    Mimosen zum Frauentag,
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.03.

    Elke BUHR stellt erst einmal klar, dass es in der gegenwärtigen Debatte um den Kindermangel keineswegs um die Zunahme der Kinderlosigkeit im allgemeinen geht:

    "Es war ja nicht irgendeine Gebärmutter, deren Nicht-Funktion zunächst beklagt wurde: Es war das akademisch gebildete Mittelstandsorgan. Vierzig Prozent aller Akademikerinnen bekommen keine Kinder: diese spektakuläre Zahl stimmt zwar nicht, weil sie die vielen Spätgebärenden nicht erfasst, doch sie hatte beispielsweise entscheidenden Einfluss auf das Konzept des üppigen Erziehungsgeldes für Gutverdiener. So wird in einer Gesellschaft, in der Bildungserfolg in absurdem Maße an Herkunft geknüpft ist, das Kinderkriegen zu einer Frage des Klassenerhalts. Es ist der gebildete Mittelstand, der um Selbsterhalt strampelt"

    Danach rechnet sie - im Gegensatz zu ihrer Kollegin MÄRZ - mit dem "Hobby-Biologen" SCHIRRMACHER ab:

    "Nun ist eine kinderfeindliche, kinderentwöhnte Gesellschaft wahrlich kein schöner Ort zum Leben - allerdings wird sie nicht besser, wenn sie sich deshalb ängstlich hinter ihren Ressentiments und Klassenschranken verbarrikadiert. Und warum muss man den Umweg über Biologie und Stammhirn machen, wenn man soziale Probleme beschreiben will?
    Wahrscheinlich, damit man eleganter wieder bei den Frauen landen kann, denen Schirrmacher schlicht aus biologischen Gründen die Verantwortung für den Ausweg aus der Malaise zuschiebt.
    "

    BITTERMANN, Klaus (2006): Die Deutschen sterben aus!
    Nur Frank Schirrmacher stemmt sich dagegen,
    in: junge Welt v. 07.04.

    SCHLÜTER, Christian (2006): National-Klamauk,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.06.

    Christian SCHLÜTER sichtet einige Bücher, darunter Minimum von Frank SCHIRRMACHER: "Schirrmachers nicht anders als biopolitisch zu nennendes Projekt nationaler Erneuerung modelliert das »Neuentstehen unserer Gemeinschaft« nach dem Vorbild der Familienbande, einer homogenen, über blutsverwandtschaftliche Beziehungen geregelten und letztlich geschlossenen Einheit. Bei ihm ist von Deutschland als einer Zuwanderungsgesellschaft kaum die Rede. Vielmehr beschwört er den auf unserem Gemeinwesen lastenden Globalisierungsdruck vornehmlich im Bilde der Naturkatastrophe und damit als hinzunehmendes, alternativloses Schicksal: Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft im Ausnahmezustand. Bedauerlich nur, dass Schirrmachers zentrales Argument - die Vorzüge des Familiären - ganz offensichtlich nicht verfängt.
    Zwar lassen sich historisch-empirisch etliche Begebenheiten anführen, was Schirrmacher auch nicht müde wird zu tun, um die Überlebensdienlichkeit verwandtschaftlicher Blutsbande darzulegen. Doch normativ folgt daraus, von Erbaulichkeiten einmal abgesehen, nichts. Denn sogar in den besten Familien kommt es zu Mord und Totschlag, ein literarischer, vor allem aber sozialpolitischer Befund, kriminalstatistisch und also auch empirisch klar belegt. Auf die liebe Verwandtschaft ist nicht immer Verlass. Das Minimum bietet zu wenig, Schirrmachers biopolitischer Fehlschluss überzeugt deswegen auch nicht
    mit seinem Zahlenmaterial, das uns den demographischen GAU - wir sterben aus, wir vereinsamen, unsere Rente schrumpft - in Aussicht stellt.
              
     Zahlen sind aussagekräftig nur unter (normativ) plausiblen Prämissen, ansonsten fungieren sie als beliebig verwendbare Schreckgespenster."

     
       

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    Update: 21. April 2015