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Gabor Steingart: Das Ende der Normalität

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1962 geboren
      Studium der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft
    • 2004 Buch "Deutschland - Der Abstieg eines Superstars"
    • 2006 Buch "Weltkrieg um Wohlstand"
    • 2011 Buch "Das Ende der Normalität"
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Gabor Steingart in seiner eigenen Schreibe

     
       
    SPIEGEL -Titelgeschichte: Ich bin Deutschland.
    Der Kreuzzug der Ursula von der Leyen für Kinder, Kirche und Karriere

    STEINGART, Gabor u.a. (2006): Lächelnd beim Tischgebet.
    Kinder, Kirche, Karriere: Mit frommem Eifer kämpft Familienministerin Ursula von der Leyen für ihr Ideal von einem besseren Deutschland. Die Frauen sollen mehr Kinder bekommen, die Väter zu Hause bleiben, und der Nachwuchs soll nach christlichen Werten erzogen werden,
    in: Spiegel Nr.17 v. 24.04.

    Am 5. Januar 2004 titelte der Spiegel Der letzte Deutsche:

    "Deutschlands Frauen bringen im Schnitt nur noch 1,35 Kinder zur Welt (...). Rund 26 Prozent der 1960 geborenen Frauen sind kinderlos, unter den Akademikerinnen sogar 42 Prozent."

    Anlässlich der Veröffentlichung von SCHIRRMACHERs Minimum sah Matthias MATUSSEK Deutschland bereits Unter Wölfen. Jetzt lesen wir plötzlich, dass Deutschlands Frauen 1,4 Kinder zur Welt bringen und etwa ein Drittel der Frauen mit Hochschulabschluss keinen Nachwuchs bekommen.
              
     Dabei sah die gesamte Mitte-Presse Deutschland noch im März demografisch am Abgrund stehen! Wie ist es also möglich, dass beim Vergleich zweier Spiegel-Titel die demografische Lage der Nation besser erscheint, während die Berichte des März das Gegenteil weismachen wollten? Nirgends wird mehr behauptet, dass der Frauenjahrgang 1965 zu einem Drittel kinderlos geblieben ist, obwohl das bis vor kurzem noch zum Konsens der Mitte-Presse gehörte. Stattdessen wird auf einem Schaubild lediglich darauf hingewiesen, dass von den Frauenjahrgängen 1956 - 1961 20,8 % kinderlos geblieben sind. Für die jüngeren Jahrgänge wird dagegen darauf verwiesen, dass diese nicht erfasst werden können, da hier viele Frauen noch im gebärfähigen Alter seien. Woher plötzlich diese Vorsicht bei der Präsentation von demografischen Fakten? Man war doch in der Vergangenheit in dieser Hinsicht nicht so zimperlich. Was verschweigen uns die Demografen? Verbirgt sich hinter den zurückgehenden GeburtenZAHLEN etwa ein Anstieg der GeburtenRATE in den jüngeren Generationen? Warum herrscht dazu Schweigen? Der Spiegel-Titel hält bereits die Lösung parat: Es geht um die reibungslose Durchsetzung des Elterngeldes. STEINGART u. a. stehen diesem prinzipiell aufgeschlossen entgegen, auch wenn der Beitrag zum Geburtenanstieg eher vernachlässigbar ist. Man empört sich höchstens darüber, dass vom Elterngeld durch einen Sockelbeitrag von 300 Euro zu viele profitieren:

    "Sie haben aus dem gezielten Elterngeld für wenige ein Wohlfahrtsprogramm für alle gemacht.
              
     Egal ob Doppelverdiener-Paar oder Hausfrauenehe, egal ob Multimillionärshaushalt oder Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft".

    Wichtig wäre für STEINGART u.a. der Ausbau der Kleinkinderbetreuung.

    STEINGART, Gabor (2006): Die neue soziale Frage.
    Früher gab es nicht weniger Minderbemittelte als heute - doch damals wurden sie am Werkstor mit Handschlag begrüßt. Der Aufstieg Asiens hat in Deutschland zu Arbeitslosigkeit und einer neuen sozialen Verwahrlosung geführt. Dabei ist die Politik nicht so hilflos, wie sie sich fühlt,
    in: Spiegel Online v. 17.10.

     
           
       

    Gabor Steingart im Gespräch

     
       

    LAU, Miriam & Matthias KAMANN (2004): "Ihr müsst auf nichts verzichten".
    Verzichten muss man nur auf die Illusion vom garantierten Wohlstand - Paul Nolte und Gabor Steingart diskutieren über Reformen,
    in: Welt v. 03.04.

    MINKMAR, Nils (2004): Muß Deutschland wandern, baden oder pendeln?
    Die Bestseller-Autoren Gabor Steingart und Peter Richter im Streitgespräch über die kulturelle und wirtschaftliche Lage des Landes,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.05.

    Peter RICHTER sieht die Wessis in der Identitätskrise, während die Ossis nun jenes Verhalten kopieren, das die Wessis ihnen nach dem Mauerfall vorgelebt haben:

    "Das Gefühl der wirtschaftlichen Dominanz gegenüber dem Osten, das ein wichtiger Teil der westdeutschen Identität war, geht gerade verloren. Dafür hat sich kulturelle Arroganz längst weiter in den Osten verlagert. Dem westdeutschen Hungerleider, der früher wenigstens im Osten einen »auf dicke Hose« machen konnte, entspricht heute der Arbeitslose aus Dresden-Prohlis, der jetzt im tschechischen Dubi im »Nachtclub Diana« sitzt und dort den in mehrfacher Hinsicht präpotenten Schwerstverdiener spielt. Ich frage mich, ob so etwas wirklich ausschließlich irrsinnig ist oder nicht auch ein für beide Seiten ganz einträgliches Tauschgeschäft: Überlegenheitsdünkel gegen Kohle. Eigentlich haben ja alle was davon gehabt."

    Gabor STEINGART dagegen möchte in Deutschland eine große Völkerwanderung entfachen:

    "Lassen Sie doch die Leute wandern, die Welt ist voll von Menschen, die wandern. Ich halte es für eine sehr provinzielle Vorstellung, daß alle immer am gleichen Ort wohnen sollen. Zumal, selbst wenn sie es wollen, es wird nicht funktionieren".

     
           
       

    Gabor Steingart in der Debatte

     
       

    ARNING, Matthias (2005): Lob des Wölfischen.
    Verantwortung des Einzelnen heißt die Medizin der Neokonservativen, um den "Patienten Deutschland" zu kurieren,
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.07.

    Matthias ARNING versucht sich daran, die Neocons von den nur fälschlich so bezeichneten zu trennen. Die bösen Neocons sind demnach einerseits die CDU-Ordoliberalen um Kurt BIEDENKOPF & Meinhard MIEGEL (diese hat Peter J. GRAFE bereits Mitte der 80er Jahre im Buch Schwarze Visionen als die 68er der CDU bezeichnet) und andererseits der Spiegel-Journalist Gabor STEINGART. Man sollte das jedoch besser präziser einen libertären Konservatismus nennen.

    Auf der anderen Seite steht für ARNING der gute "Neocon" Paul NOLTE als Stimme des neuen Bürgertums. Diese Trennung schafft ARNING per Definition des Neocon:

    "jemand, der so tut als schwebe er über der Gesellschaft und schaue sich dieses System von oben an, um sagen zu können: Da ist was krank, da läuft was schief."

    Paul NOLTE ordnet ARNING dagegen den politischen Pragmatikern zu. Der paternalistische Elitismus von NOLTE wird bei ARNING zur Fürsorge mit menschlichem Antlitz verklärt. Dabei ist jedoch klar: NOLTE ist entschieden für die Diskriminierung von Lebensformen jenseits der Haushaltsfamilie. Dies ist Wertekonservatismus pur, der nur dadurch geschönt wird, dass der Stellenwert der Ehe nicht ganz so hoch angesiedelt ist wie beim Papst.

    RIECHELMANN, Cord (2006): Haben und halten.
    Wo das Ich am Steuer sitzt: Mit markigen Statements zur mangelnden Willensstärke reagiert die deutsche Elite auf die Misere der in Armut lebenden Teile der Bevölkerung. Dabei verkennt ein solcher bedingungsloser Erfolgsgeist, dass auch Egoismus nur trägt, weil er gesellschaftlich eingebunden ist,
    in: TAZ v. 21.10.

    RIECHELMANN beschäftigt sich mit Gabor STEINGART und Ulf POSCHARDT.

     
           
       

    Das Ende der Normalität (2011).
    Nachruf auf unser Leben, wie es bisher war
    München: Piper Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Was bleibt? Was kommt? Was verschwindet für immer?

    Früher war nicht alles besser, aber vieles verlässlicher. Die Welt drehte sich, aber sie rotierte nicht  ständig. Heute ist die Treue zur Automarke größer als die zum Ehepartner, aus dem Beruf wurde ein Job, bei Kirche denkt niemand mehr an Enthaltsamkeit. Heute ist selbst das Wort Zukunft dabei, seinen guten Ruf zu ruinieren.

    Normalität bedeutete das Verlässliche in der Gesellschaft. Es war jene Zeit, als Familie noch lebenslange Schicksalgemeinschaft bedeutete und sich nicht ein- und ausschalten ließ wie ein Pay-TV-Programm. Damals begann nach der Ausbildung der »Ernst des Lebens« und nicht das nächste Praktikum. Es war jene Zeit, als man drei Freunde im Café traf und nicht 500 Freunde auf Facebook. Damals bekamen Banker noch einen Schreck, wenn sie das Wort Risiko hörten, und nicht – wie ihre Nachfahren – einen Erregungszustand. Das Kennzeichen unserer Zeit ist das Verschwinden der vielen  Selbstverständlichkeiten. Millionen von Menschen spüren die Überforderung: Jedes Mal, wenn man alle Antworten gelernt hat, wechseln die Fragen. Dennoch muss der Gezeitenwechsel kein Drama sein, sagt Steingart. Das Gefühl der Fremdheit und die Vorfreude auf ein Leben, das anders sein wird als unser bisheriges, schließen sich nicht aus. Steingart berichtet in seinem schwungvollen Essay von dem, was geht, was bleibt und was kommt. "

     
         
     
           
       
    • Rezensionen

      • Neu:
        SCHLOEMANN, Johan (2011): Gesamtstörung.
        Für Gabor Steingart ist "Das Ende der Normalität" erreicht,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 26.03.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. März 2011
    Update: 18. April 2015