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Gregor Dotzauer: Es gibt kein Leben nach der Ironie

 
       
   
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    Gregor Dotzauer in seiner eigenen Schreibe

     
       

    DOTZAUER, Gregor (2000): Intergenerationeller Abgrenzungswahn.
    Szenediagnosen haben Konjunktur - kann man ihnen trauen? Generation X, @ oder Golf: Die Parzellierung der Jugend in immer kleinere Gruppierungen schreitet ständig weiter fort,
    in: Tagesspiegel v. 24.02.

    Eine Einführung in die Generationendebatte

    DOTZAUER, Gregor (2000): Zwischen Pop, Postmoderne und Poesie der Stadt.
    Haruki Murakami schreibt so amerikanisch wie kein anderer japanischer Schriftsteller,
    in: Tagesspiegel v. 22.03.

    DOTZAUER, Gregor (2002): Willkommen im Hotel Insomnia,
    in: Tagesspiegel v. 20.10.

    Das diesjährige Saisonthema heißt Schlaflosigkeit. Die Zeitschrift Neue Rundschau hat dazu jetzt ein Themenheft Über den Schlaf herausgebracht, das DOTZAUER vorstellt. Ein Beitrag stammt von Jochen SCHIMMANG ("Aus der Müdigkeit kommend"), der mit dem Roman Murnaus Lücke das Thema literarisch bearbeitet hat.

    DOTZAUER, Gregor (2002): Es gibt kein Leben nach der Ironie,
    in: Tagesspiegel v. 15.12.

    DOTZAUER hat den Slogan Irony is over von
    Jarvis COCKERs Song The Day After the Revolution auf dem 1998er Pulp-Album This is Hardcore über Christian KRACHT bis zu Jedediah PURDYs Elend der Ironie verfolgt. Am Ende steht DOTZAUER im Nirgendwo zwischen Neuer Ernsthaftigkeit und ironischer Losgelöstheit. Dort trifft er sich wohl mit Reinhard MOHR...

    DOTZAUER, Gregor (2003): Eine kleine Herbstmusik.
    Sound der Vergeblichkeit: Judith Hermanns lang erwarteter Erzählungsband "Nichts als Gespenster",
    in: Tagesspiegel v. 28.01.

    DOTZAUER, Gregor (2003): Depression als Demutsübung.
    Adrian Naef steigt hinab in die Katakomben der Seele und berichtet mit schwarzem Humor Stein oder Nichtstein,
    in: Tagesspiegel v. 01.06.

    DOTZAUER, Gregor (2004): Wer nichts hören kann, soll fühlen,
    in: Tagesspiegel v. 21.03.

    DOTZAUER über das Heft Geschichtsgefühl der Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation:

    "Hier muckt sich eine Redaktion, die noch nicht recht weiß, wohin sie will - außer an die Meinungsmacht."

    DOTZAUER, Gregor (2004): Das Pendel, das die Welt bewegt.
    In "Kafka am Strand" wagt Haruki Murakami einen Parforceritt durch die westliche Mythologie,
    in: Tagesspiegel v. 24.03.

    DOTZAUER, Georg (2004): Die Woche der klaren Empfindung.
    Trauer als Kraft. Peter Handke erzählt von Don Juan und anderen Schemen,
    in: Tagesspiegel v. 01.08.

    • Rezension des Buches Don Juan von Peter HANDKE.

    DOTZAUER, Georg (2004): Gegensätze ziehen sich um.
    Die Devise heißt: Schwul macht cool. Aber die Auflösung der Geschlechtergrenzen ist reine Augenwischerei,
    in: Tagesspiegel v. 07.08.

    DOTZAUER über sexuelle Identitätspolitiken am Beispiel von WESTERWELLE und Kardinal RATZINGER: "Es ist kein Zufall, dass Guido Westerwelles selbst inszeniertes Outing nicht als Abweichung von seiner bisherigen Rolle gelesen werden kann. In der Erinnerung (...), verbindet sich mit Homosexualität immer noch die Idee einer aus dem Minderheitenstatus gewachsenen politischen Avantgarde. Wie soll man das jemandem zutrauen, der vor allem politisches Karrierebewusstsein demonstriert? (...).
             Unverändert retrosexuell verhält sich nur eine Institution. Datiert auf den 31. Mai, hat Josef Kardinal Ratzinger ein vom Papst approbiertes »Schreiben an die Bischöfe der Katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt« unterzeichnet, das allen, die gender (kulturelle Konstruktion) über sex (biologisches Geschlecht) stellen wollen, eine Lektion erteilt. Die Pointe dieser Kampfschrift gegen »die Gleichstellung der Homosexualität mit der Heterosexualität« besteht darin, dass sie selbst die Universalverteidigung der Geschlechtsnatur im Namen der katholischen Partikular-Kultur vollzieht. Seltsame Sätze sind in diesen »Anmerkungen« zu lesen, die »eine Perspektive korrigieren« wollen, »in der die Männer als Feinde betrachtet werden«. Noch seltsamer wird es, wenn der Anspruch widerlegt werden soll, »die Frauen in ein bloß biologisches Schicksal einzuschließen«. So heißt das Gegenmittel zur Übertreibung der Mutterschaft – in aller symbolisch-theologischen Bescheidenheit – ausgerechnet Jungfräulichkeit. Ob Judith Butler darauf gekommen wäre?"

    DOTZAUER, Gregor (2003): Alles im Wunderland.
    Die Erotik des Träumens: Der Dichter Botho Strauß erkundet "Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich",
    in: Tagesspiegel v. 29.08.

    DOTZAUER, Gregor (2005): Klassenkampf von oben.
    Wie junge Provos die Neue Rechte beleben – und warum die deutschen Intellektuellen schon lange nicht mehr links sind,
    in: Tagesspiegel v. 23.01.

    Verglichen mit Günter GRASS und Jürgen HABERMAS und ihren Gegenspielern Martin WALSER und Hans Magnus ENZENSBERGER lässt der Nachwuchs zu wünschen übrig, denn

    "inzwischen kompensieren nicht mehr so sehr traumatisierte Altlinke ihre Vergangenheit mit rechten Bußgängen. Dreißigjährige üben sich in einem haltlosen Renegatentum, zu dem sie biografisch gar nicht in der Lage sind."

    Als Beispiele dienen DOTZAUER u. a. die Anti-68er der Generation Golf:

    "Umso fremder wirken die ihrer Tradition wahrscheinlich nicht einmal bewussten Schwundstufen der Bewegung: die Patriotismus-Debatte der CDU und der Anti-68er-Rochus, der sich in Sophie Dannenbergs Debütroman »Das bleiche Herz der Revolution« und Joachim Bessings Polemik »Rettet die Familie!« austobt und nicht annähernd die Größe von Michel Houellebecq erreicht. Man kann 1968 vermutlich nur dann als Gehirnwäsche-Projekt beschreiben, wenn man nie den Verheerungen wirklich autoritärer Erziehung ausgesetzt war, und man kann als Kind der »Tristesse Royale« gegen die Patchwork-Familie mit allen Folgen für Scheidungskinder nur dann vom Leder ziehen, wenn man eine Ahnung hätte, wie eine Gesellschaft aussehen würde, in der Paare bis zur Diamantenen Hochzeit zusammenbleiben müssen."

    DOTZAUER, Gregor (2005): Töte, was du liebst.
    Sehnsucht nach einer konservativen Revolution: Uwe Tellkamps Roman "Der Eisvogel",
    in: Tagesspiegel v. 16.03.

    DOTZAUER, Gregor (2005): Schmitteinander.
    Der ungeheuerliche Staatsrechtler aus Plettenberg,
    in: Tagesspiegel v. 10.04.

    DOTZAUER listet auf, wer mittlerweile Gefallen am Dezionismus eines Carl SCHMITT findet: "Was Schmitts Aktualität ausmacht, wissen Linke vermutlich am besten. Und keiner weiß es besser als Jürgen Habermas. In Schmitt hat er den entscheidenden Widerpart seiner Vision von der Verrechtlichung aller zwischenstaatlichen Verhältnisse erkannt. Schmitts Freund-Feind-Dichotomie lehnt er ebenso ab wie die Überlegenheit des Rechts über das Gesetz. Schmitt begründet sie in seiner Souveränitätstheorie mit der Fähigkeit, jenseits der politischen Ordnung den Ausnahmezustand verhängen zu können: Was zählt die Norm gegen ihre Durchbrechung.
    Die Faszination dieses anarchischen Denkens ist politisch gut verteilt. Schon Rudi Dutschke rüstete sich für seine Stadtguerilla-Träume mit Schmitt-Lektüre. Dass sein APO-Kombattant Günter Maschke heute Schmitts eifrigster Schüler ist und gerade dessen Aufsatzsammlung »Frieden oder Pazifismus? Arbeiten zum Völkerrecht und zur internationalen Politik 1924 –1978« (Duncker & Humblot, Berlin 2005, 98 €) herausgegeben hat, zeigt, wie unscharf die Trennungslinie ist. (...).
    Andere Fans sind Wohlstandsintellektuelle, die ihre Angeödetheit vom Sozialstaat mit kessen Ausfallschritten zur Schau stellen, dazu ein Zitat von Ernst Jünger auf den Lippen
    "

    DOTZAUER, Gregor (2005): Sing doch mal'n obszönes Lied, Maleen!
    Rolf Dieter Brinkmann, der lyrische Extremist: Zum 30. Todestag erscheinen unbekannte Tonaufnahmen und Gedichte,
    in: Tagesspiegel v. 23.04.

    Porträt von Rolf Dieter Brinkmann.

    DOTZAUER, Gregor (2006): Örtlich betäubt.
    Eine Beichte, ein Schock: Günter Grass, das Gewissen der Nation, war Rekrut bei der Waffen-SS. In seinem Erinnerungsbuch „Beim Häuten der Zwiebel“ schreibt er erstmals darüber,
    in: Tagesspiegel v. 12.08.

    Für Gregor DOTZAUER stellen sich nach dem Geständnis von GRASS neue Fragen: "Ist sein Geständnis ein Akt der Größe? Ein Akt der Befreiung unter der Last einer übergroßen Scham? Oder – man muss auch das fragen dürfen – der Akt einer Eitelkeit, die ihre moralische Autorität gerade durch das eingestandene Versagen neu nobilitiert? Ist es womöglich der Auftakt einer Reihe ähnlicher Konfessionen von Kollegen?
              
     (...).
    Nach all den Debatten über das Verhalten deutscher Intellektueller während des Nationalsozialismus, die in der Bundesrepublik zu Vorzeigedemokraten mutierten, gilt auch im Fall Grass: Den Maßstab seines Ungenügens bildet die Tatsache, dass er seine Mitgliedschaft selbst in Zusammenhängen, wo er offen darüber hätte sprechen müssen, verheimlicht hat.
    "

    DOTZAUER, Gregor (2008): Links, linker, linkisch.
    Alter Rotwein, neue Schläuche: Über den zweifelhaften Erfolg der Linkspartei,
    in: Tagesspiegel v. 02.02.

    Gregor DOTZAUER schreibt über die Unversöhnlichkeit zwischen sozialer (Linkspartei) und kultureller Linke (z.B. Poplinke). DOTZAUER ist der Meinung, dass die soziale Linke theoriemäßig - im Gegensatz zur kulturellen Linke - nicht auf der Höhe der Zeit sei:

    "Die Linke zerfällt seit geraumer Zeit in eine soziale und eine kulturelle Linke. Die soziale Linke steht für Umverteilung von oben nach unten, für organisierte Interessenvertretung und das Vertrauen in einen Staat, der in der Lage ist, die geforderte Verteilungsgerechtigkeit durchzusetzen. Die kulturelle Linke dagegen steht für die Rechte von Minderheiten, für die informelle Bewegung und die Skepsis gegenüber etatistischen Lösungen. Das ganze Staats- und Parteiwesen ist ihr fremd, nachdem es ihr vor allem um Blick- und Sprachveränderungen geht – mit einem abgenutzten Wort: um Diskurse.
                Der Begriff der kulturellen – oder kulturalistischen – Linken geht auf den in Harvard lehrenden afroamerikanischen Literaturwissenschaftler Henry Louis Gates zurück. In »Loose Canons: Notes on the Culture Wars« beschrieb er 1992 die stille Allianz von Schwarzen und Schwulen, Lesben und Hispanos. Man muss davon nicht die geringste Ahnung haben, um die deutsche Linkspartei zur sozialen Linken zu rechnen. Ja sie scheut die kulturelle Linke wie der Teufel das Weihwasser."

    Die Spaltung der Linken geht nicht etwa auf die 1990er Jahre zurück, sondern ist bereits im Urkonflikt der so genannten Neuen Linken der 68er-Bewegung angelegt. Auf single-generation.de wurde dieser Aspekt auch im Zusammenhang mit dem Kampf um die Normalfamilie der Neuen Mitte ausführlich erörtert.

    DOTZAUER, Gregor (2008): Nächste Abfahrt vom Gleis gegenüber.
    Trauer ohne Tränen: Nach über vierzig Jahren wird die Zeitschrift "Kursbuch" eingestellt,
    in: Tagesspiegel v. 13.06.

    DOTZAUER, Gregor (2008): Taugenichts und Söhne.
    Über die Eroberung von Städten und Erinnerungen,
    in: Tagesspiegel v. 15.06.

    Neu:
    DOTZAUER, Gregor (2009): Im Sturzflug himmelwärts.
    Warum die Literaturkritik nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden darf. Eine Leipziger Preisrede,
    in:
    Tagesspiegel v. 13.03.

     
           
       

    Interviews von Gregor Dotzauer

     
       

    DOTZAUER, Gregor (2003): Wir leben in einer gefallenen Welt.
    Der amerikanische Schriftsteller Denis Johnson über Christentum, Willensfreiheit und die Sucht nach Drogen,
    in: Tagesspiegel v. 20.01.

    DOTZAUER unterhält sich mit Denis JOHNSON, Jahrgang 1949, der 2001 in den USA den Reportagenband Seek: Reports from the Edges of America & Beyond veröffentlicht hat, in dem es auch um die als Feindbild heiß geliebten Hippies geht:

    "In mehreren Ihrer Texte, besonders in der Reportage »Hippies«, schimpfen Sie auf den Aufbruchsgeist der 60er Jahre. Wollten Sie nie gegen Ihre Eltern rebellieren?
    Ich fühle mich von der FlowerPower-Ideologie regelrecht abgestoßen. Wir waren die Generation, die im Weißen Haus einen Joint rauchen wollte, und die glaubte, dass es nie mehr Krieg geben würde, wenn wir nur endlich an die Macht kommen würden. Das ist doch alles Quatsch, Die Vereinigten Staaten sind das prüdeste Land, das es gibt. Man kann sich nicht mal mehr eine Zigarette anzünden, ohne gleich verhaftet zu werden. Und es ist meine Generation, die dafür verantwortlich ist. Wir wollten die Welt befreien, und jetzt halten wir es nicht aus, jemandem zuzuschauen, der seinen Spaß hat. Ich bin also sehr ärgerlich, und bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet, haue ich erneut in diese Kerbe. Wir sind eine Bande von Heuchlern, schlimmer, als es unsere Eltern je waren."

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 24. April 2005
    Update: 22. Mai 2015