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Heinz Bude: Das Problem der Exklusion

 
       
     
       
   
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    Heinz Bude in seiner eigenen Schreibe

     
       
    BUDE, Heinz (2006): Vom Rand in die Mitte.
    Zum Linkssein gehört ein Begriff von sozialer Exklusion,
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.01.

    Heinz BUDE, ein Vertreter der neu formierten Elitensoziologie der Neuen Mitte, macht der gefühlten Linken den Begriff der sozialen Exklusion schmackhaft. Darunter kann sich jeder nach seiner eigenen Façon zum Opfer stilisieren, denn:

    "Der Exklusionsbegriff stellt eine Verbindung zwischen der Mitte und dem Rand unserer Gesellschaft her".

    Was aber ist ein solch sinnentleerter Begriff Wert, der keinerlei Rücksicht auf das unterschiedliche Kapital nimmt, das der einzelne durch Geburt und Lebensverlauf mitbringt? Die gefühlte Exklusion wird dann zur Identität einer Gefühlslinken, der damit zugleich ein Verzicht auf sozialstaatliche Absicherung verordnet werden kann.

    Herfried MÜNKLER hat in der Zeitschrift Merkur dazu passend den Republikanismus als Herrschaftsmodus der Stunde ausgerufen.

    BUDE, Heinz (2006): Abhanden gekommen.
    Was ist los mit der Unterschicht? Die Debatte führt ins Zentrum der deutschen Gesellschaft,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.10.

     
           
       

    Heinz Bude im Gespräch

     
       
    • WUTTKE, Gabi (2006): Bude: Ob Leistung zum Erfolg führt, ist unklar.
      Soziologe über Lethargie und Demotivation in der deutschen Gesellschaft,
      in: DeutschlandRadio v. 11.10.

      • Der Soziologe Heinz BUDE u. a. über die Veränderungen der Heiratsmuster und deren Folgen für die Entstehung der neuen Klassengesellschaft:

        "Die sozialen Milieus, was die Partnerwahl betrifft, schotten sich mehr und mehr voneinander ab. Es gibt weniger herkunftsübergreifende Partnerwahlen. Das nimmt eher zu, diese Abschottung der sozialen Bereiche voneinander. Also das wäre diese Dimension der sozialen Beziehung, die durchaus untere und mittlere Soziallagen voneinander unterscheidet. Und da gibt es eine zunehmende Tendenz, dass Leute etwa mit gleichem Bildungsstatus sich heiraten und dass man nicht innerhalb der Ehe oder Partnerschaft, die man findet, einen unterschiedlichen Bildungsstatus zusammenbringt. Das spricht auch dafür. Denn unterschiedlicher Bildungsstatus, wenn wir mal klassisch nehmen, die Frau hat etwas weniger als der Mann, das führt zu einer Motivationsstärkung für die Kinder, um Aspirationen, um Ideen zu entwickeln, wie man im Leben weiterkommen kann. Wenn sich das angleicht, wie wir sagen: homogenisiert, hat das für die Kinder auch nicht unbedingt einen Motivationsaspekt. Das muss man sehen, das findet in unserer Gesellschaft heute statt."

    • MOHR, Reinhard (2006): "Das Gefühl abgehängt worden zu sein".
      Hat Deutschland eine Unterschicht und darf man sie so nennen? Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt der Hamburger Soziologe Heinz Bude das tief verwurzelte Gefühl vieler Bürger, vom Wohlstand abgehängt zu sein - obwohl es ihnen finanziell gar nicht schlecht geht,
      in: Spiegel Online v. 20.10.

    • Neu:
      KAMMAN, Matthias (2006): "Wir stellen völlig überzogene Wissensansprüche".
      Ein Gespräch mit dem Soziologen Heinz Bude über die neue Unterschicht und über die Einfallslosigkeit der Konservativen,
      in: Welt v. 21.10.

     
           
       

    Das Problem der Exklusion (2006).
    Ausgegrenzte, Entbehrliche, Überflüssige
    (herausgegeben zusammen mit Andreas WILLISCH)

    Hamburg: Hamburger Edition

     
       
         
     

    Klappentext

    "Die Landschaft der sozialen Ungleichheit hat sich dramatisch verändert. Nicht nur die Schere zwischen Armen und Reichen öffnet sich immer weiter, eine wachsende Anzahl von Menschen verliert auch den Anschluss an den Mainstream unserer Gesellschaft. Sie leben an den Rändern der Großstädte, in den Neubaugebieten des sozialen Wohnungsbaus – in sozialen Zonen mit hoher Arbeitslosigkeit oder massiver Unterbeschäftigung, mit maroden Schulen und demolierten Bahnhöfen. Hier treffen ökonomische Marginalisierung, räumliche Abschottung und der Verfall der Zivilgesellschaft zusammen.

    In den Innenstädten von Lüttich, Aberdeen oder Duisburg trifft man am späten Vormittag auf Menschen, die aus der Welt der Chancen und Herausforderungen verbannt zu sein scheinen. Die Werbeplakate für italienischen Espresso und französische Coupés haben genauso wenig mit ihnen zu tun wie die auf Dienstleistung, Lebensqualität und Freizeitwert ausgerichtete Stadtentwicklungspolitik. Diese Menschen bewegen sich eine Spur zu langsam, ihr Blick geht wahllos am Warenangebot vorbei; schlechtes Essen, billige Unterhaltung und endlos viel Zeit hat ihnen die Energie geraubt, und die gesellschaftliche Teilhabe ist auf ein Mitlaufen ohne Ziel und ein Dasein ohne Ort reduziert.

    Bei den gegenwärtigen Formen sozialer Ungleichheit geht es nicht mehr allein um Unten und Oben, sondern vielmehr um Drinnen und Draußen. Die Sozialstrukturanalyse hat für diese Phänomene einen neuen Begriff geprägt: Man spricht nicht mehr von relativer Unterprivilegierung, die sich anhand allgemein geschätzter Güter wie Einkommen, Bildung oder Prestige messen lässt, sondern von sozialer Exklusion aus den dominanten Anerkennungszusammenhängen und Zugehörigkeitskontexten unserer Gesellschaft. Hinter dieser Unterscheidung verbirgt sich die Erkenntnis, dass nicht allein die finanziellen Mittel über die Art und Weise der gesellschaftlichen Teilhabe entscheiden. Es gibt Menschen, deren Einkünfte unter dem Existenzminimum liegen und die sich trotzdem auf eine selbstverständliche Weise als Teil des Ganzen fühlen. Und auf der anderen Seite finden sich Bezieher eines durchaus ihren Bedarf deckenden Transfereinkommens, die die Hoffnung auf eine Existenz in eigener Regie längst aufgegeben haben.

    Die Beiträge dieses Bandes ergründen verschiedene Formen gezielter Ausgrenzung, funktionaler Ausschließung und existenzieller Überflüssigkeit, die sich im Begriff der sozialen Exklusion spiegeln."

     
         
     
           
       

    Die Beiträge des Buchs

    BÖHNKE, Petra - Marginalisierung und Verunsicherung. Ein empirischer Beitrag zur Exklusions-Debatte

    Heinz BUDE & Andreas WILLISCH - Die Politiken der Exklusion

    EICK, Volker - Urbane Hygiene und sauberer Profit: Zur Exklusivität des privaten Sicherheitsgewerbes

    HÄUßERMANN, Hartmut -  Die Krise der "sozialen Stadt". Warum der sozialräumliche Wandel der Städte eine eigenständige Ursache für Ausgrenzung ist

    Heinz BUDE & Andreas WILLISCH - Die Politiken der Exklusion

    Peter SOPP & Dirk KONIETZKA -  Arbeitsmarktstrukturen und Exklusionsprozesse

    KOTTHOFF, Hermann - Überflüssige Loyalität in großbetrieblichen Sozialbeziehungen. Der Modellwechsel von Anerkennungsmustern

    KRONAUER, Martin -  "Exklusion" als Kategorie einer kritischen Gesellschaftsanalyse. Vorschläge für eine anstehende Debatte

    Rainer LAND & Andreas WILLISCH - Die Probleme mit der Integration. Das Konzept des "Sekundären Integrationsmodus"

    NASSEHI, Armin - Die paradoxe Einheit von Inklusion und Exklusion. Ein systemtheoretischer Blick auf die "Phänomene"

    OSWALD, Ingrid - Neue Migrationsmuster - Flucht aus oder in "Überflüssigkeit"?

    SOLGA, Heike - Ausbildungslose und die Radikalisierung ihrer sozialen Ausgrenzung

    TIETZE, Nikola - Ausgrenzung als Erfahrung. Eine Islamisierung des Selbst als Sinnkonstruktion in der Prekarität

    VESTER, Michael - Der Kampf um soziale Gerechtigkeit. Zumutungen und Bewältigungsstrategien in der Krise des deutschen Sozialmodells

    VOGEL, Berthold - Soziale Verwundbarkeit und prekärer Wohlstand. Für ein verändertes Vokabular sozialer Ungleichheit
     
       
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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 22. Oktober 2006
    Update: 03. Mai 2015