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Joachim Müller-Jung: Das Ende der Krankheit

 
       
     
       
   

Joachim Müller-Jung in seiner eigenen Schreibe

 
   

MÜLLER-JUNG, Joachim (2005): Die Last der prallen Leiber.
Wie die grassierende Fettleibigkeit die Demographie zerrüttet,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.03.

In der letzten Bevölkerungsvorausschätzung wurde angenommen, dass die Lebenserwartung in Zukunft noch stärker ansteigt, als dies in den letzten Vorausschätzungen angenommen wurde. Der Epidemiologe OLHANSKY von der Illionois Universität in Chicago belegt dagegen, dass die Lebenserwartung wieder sinken könnte. Für die USA bedeutet dies z.B.:

"Schon heute, so haben seine Analysen ergeben, würden die lebensverkürzenden Folgen der Fettsuchtepidemie - Zuckerkrankheit, Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Tumore etwa - die Lebenserwartung statistisch um vier bis neun Monate verkürzen".

MÜLLER-JUNG, Joachim (2005): Retortenkinderlosigkeit.
Angesichts gestiegener Kosten durch die Gesundheitsreform sind im vergangenen Jahr 8000 Kinder weniger nach einer künstlichen Befruchtung auf die Welt gekommen als zuvor - das entspricht der Geburtenrate einer Millionenstadt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.12.

"Im Jahr 2003 waren es noch knapp 25000 konventionelle IVF-Behandlungen, im Jahr danach nur noch knapp 11.800. Gleichzeitig ging die Zahl der in den rund 120 deutschen Reproduktionszentren vorgenommenen ICSI-Mikroinjektionen von etwa 51.000 auf rund 25.000 zurück. Im Ergebnis sank die Geburtenzahl durch künstliche Befruchtungen um annähernd achttausend Kinder. »Das entspricht nahezu der jährlichen Geburtenrate einer Millionenstadt wie Köln«, sagte Franz Geisthövel vom DVR in Münster. Statt der 17.606 Kinder, die im Jahr 2003 durch künstliche Befruchtung in Deutschland geboren wurden, waren es bis zum Ablauf des vergangenen Jahres nur knapp 9800 Retortenkinder",

präsentiert Joachim MÜLLER-JUNG die nicht-überprüfbare Rechnung der Lobbyisten der Reproduktionsmedizin. Man kann das auch anders sehen: Allein der viel gescholtene westdeutsche Frauenjahrgang 1965 hat im Jahr 2000 das Alter von 35 Jahre erreicht. Im Jahr 2000 brachten diese Spätgebärenden allein ca. 30.000 Kinder zur Welt. Im Jahr 2001 waren es noch über 20.000. Oder man könnte nach dem Beitrag der über 40jährigen Erstgebärenden zur Geburtenrate fragen.

MÜLLER-JUNG, Joachim (2006): Retortenbabys.
Kleines Volk aus der Schale,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.06.

"Annähernd die Hälfte der Reagenzglaszeugungen finden in vier Ländern statt: den Vereinigten Staaten mit 112.000, Deutschland mit 85.000, Frankreich mit 64.000 und Großbritannien mit 37.000 Behandlungszyklen. Mit 3,9 Prozent Anteil an der Zahl aller Geburten im Land liegt die Zahl der Retortenkinder in Dänemark weltweit an der Spitze", berichtet Joachim MÜLLER-JUNG anlässlich eines Kongresses der Reproduktionsmediziner über das Ausmaß der Branche.

MÜLLER-JUNG, Joachim (2007): "Zweiklassenmedizin".
Lauterbachs Schrei,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.06.

Joachim MÜLLER-JUNG, der das Buch Der Zweiklassenstaat von Karl LAUTERBACH einzig auf den Aspekt der Zweiklassenmedizin reduziert, stellt fest:

"Seitdem Lauterbach vorige Woche sein Buch vorgestellt hat, gab es viele Reaktionen, aber noch keine vernehmbaren, die sich grundsätzlich gegen seine ungenierten Angriffe auf das medizinische System richten."

LENZEN-SCHULTE & Joachim MÜLLER-JUNG (2010): Das bittere Ende kommt noch.
Gesund leben, gesund altern - jeder will das. Doch immer weniger Menschen werden damit rechnen können. Unser medizinisches System kapituliert vor dem demographischen Wandel,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.

Ist das nun ein Artikel über den Zusammenhang von demografischem Wandel und Gesundheitssystem wie die Headlines weismachen wollen oder doch nur Lobbyarbeit im Dienste des Bundesverbandes Geriatrie? Viel mehr als auf dessen Website steht im Artikel jedenfalls nicht. Sollte man also solche Artikel nicht besser gleich als Anzeigen deklarieren statt als Qualitätsjournalismus? Zum Beispiel für das Weißbuch Geriatrie des Bundesverbandes Geriatrie. Oder wäre es nicht besser, wenn man gleich den Bundesvorsitzenden schreiben ließe statt Journalismus vorzutäuschen?

MÜLLER-JUNG, Joachim (2014): Sportbremse Ehe? Krank durch Monogamie.
Der Bund fürs Leben - eine pathologische Falle, warnt die Forschung. Macht uns träge, dick und krank. Hoffnungslos? Nicht ganz, in den Daten findet sich auch ein Silberstreif,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.01.

MÜLLER-JUNG, Joachim (2014): Die "alten Alten" lassen sich nicht mehr wegschieben.
Jedes zweite Baby kann heute schon mit einem Lebensalter von mehr als 100 Jahren rechnen. Die ganz Alten schreien nach Respekt. In einer neuen Studie werden Gesellschaft und Politik aufgefordert, endlich etwas zu tun,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.03.

MÜLLER-JUNG berichtet über die Heidelberger Hundertjährigenstudie. Die Versicherungsbranche als Sponsor und die Gerontologie als "Lobbyorganisation privilegierter Alter" haben ein gemeinsames Interesse an der Überzeichnung eines Trends: Die Versicherungsbranche muss die Lebenserwartung möglichst hoch ansetzen, um bei einer steigenden Lebenserwartung, ihre Profite maximieren zu können. Die Gerontologie wiederum negiert die Heterogenität des Alters und nimmt die privilegierten Alten zum Maßstab. Silke van DYK fordert deshalb:

"Ein homogenisierender Blick auf das Alter wird der Facettenvielfalt des Alters, die nicht nur durch eine Pluralisierung der Lebensstile, sondern eben auch durch soziale Ungleichheit bedingt ist, nicht gerecht. (...). Eine kritische wissenschaftliche Rezeption der politischen Entdeckung des erfolgreichen und produktiven Alters sollte (...) an diesen Ungleichheiten ansetzen und zur Debatte stellen, inwiefern das propagierte Bild des produktiven Alter(n)s am Alltag einer kleinen, privilegierten Minderheit orientiert ist, deren (neue) Freiheiten zu (disziplinierenden) Normierungen für andere werden."
(PROKLA, 146, Nr.1, März 2007, S.109)

 
       
   

Das Ende der Krankheit (2014).
Die neuen Versprechen der Medizin
Hanser Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Die Medizin macht den Menschen zum technischen Großprojekt. Mit Stammzellen kann sie bald ganze Organe entstehen lassen. Die Heilung von Alzheimer und Parkinson, sogar ewige Gesundheit scheint plötzlich möglich. Doch die biomedizinische Revolution stellt unsere Gesellschaft vor vollkommen neue Herausforderungen. Wer wird sich den Fortschritt leisten können? Droht uns eine verschärfte Zweiklassenmedizin? Wer entscheidet über Fragen der Ethik? Joachim Müller-Jung führt uns die Schöne Neue Welt einer Ingenieursmedizin vor Augen, die hin- und hergerissen ist zwischen Perfektion und Menschlichkeit. Eine Welt, die näher ist, als viele von uns glauben."

Inhaltsverzeichnis

Prolog
1 Regenerative Medizin: die Vision
2 Humanität im biomedizinischen Zeitalter
3 Der Arzt: vom Heiler zum Humaningenieur
4 Regeneration: die Wunderkraft der Natur
5 Der Code des Lebens
6 Der Weg zum Stammzell-Code: die bioethischen Debatten
7 Die Selbstheilung des Menschen
8 Designte Organe: die neuen Versprechen der Medizin
9 Die neue Biomedizin – zwischen Missbrauch und Anti-Aging
10 Wie lange wollen wir leben?
Epilog

 
     
 
       
   
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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. September 2014
Update: 27. September 2015