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Jordan Meijas: Die Familiendebatte in den USA

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1949 geboren
    • 2000 Buch "Amerika"
    • Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in New York
 
       
   
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    Jordan Mejias in seiner eigenen Schreibe

     
       

    Jordan MEJIAS informiert über Tabubrüche im US-amerikanischen Fernsehen. In der Serie Three's a Crowd soll demnach 1984 das erste unverheiratete Paar eine Fernsehwohnung bezogen haben.

    MEJIAS berichtet über das 5 Milliarden-Dollar-Programm, das George W. BUSH am Dienstag zur Förderung der heiligen Ehe versprochen hat. MEJIAS hält zwar nichts von der These, dass Ehe Wohlstand schafft, denn die Beziehung zwischen Ehe und Einkommen ist umgekehrt: Armut verringert die Heiratschancen. MEJIAS hat jedoch - wie die meisten Journalisten - Probleme damit, Haushaltsführung und Familienstand auseinander zu halten. Anders lässt sich die folgende Aussage nicht erklären:

    "Nichts weniger als Wunder aber sind in einem Land vonnöten, in dem nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung erstmals Singles mehr Haushalte bilden als Familien mit Kindern. Allen Beziehungen zum Trotz führt das Warenhaus Amerika die Ehe nur noch als Auslaufmodell."

    Ehemann und Ehefrau können einen Einpersonenhaushalt führen. Dies ist kein Widerspruch! Das kann selbst der konservative Edmund STOIBER. Längere Ausbildungszeiten, Mobilität und höhere Lebenserwartung führen zum Paradox, dass sowohl der Einpersonenhaushalt als auch die Ehe kein Auslaufmodell sind, höchstens man beschränkt Ehe und Familie familienfundamentalistisch auf den Familienhaushalt als einzig legitime Lebensform. Ach ja, eigentlich wollte MEJIAS nur sagen, dass das Ehe-Programm einzig dazu dient die Wiederwahl von BUSH in den "unverzichtbaren Kreisen religiöser und wertkonservativer Fundamentalisten" zu sichern.

    Die Geschichte des Single-Daseins in den USA seit 1950

    MEJIAS, Jordan (2004): Auf Joey wartet jetzt viel Arbeit,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.05.

    Zur letzten Sendung der US-amerikanischen Serie Friends fasst MEJIAS nochmals die Vorzüge der erfolgreichen Sitcom zusammen:

    "»Friends« schaffte es, daß New York sich in eine nette, freundliche Stadt mit einigen skurrilen, aber alles in allem doch netten Menschen verwandelte und nichts von dem Zynismus und ungefilterten Egoismus übriggließ, die »Seinfeld« einst viel avantgardistischer und auch realistischer als Ingredienzien städtischen Lebensgefühls verkaufte. Sechs Kalifornier, die sich als New Yorker ausgaben, fanden Geborgenheit im urbanen Dschungel, der ihnen, Gott und Drehbuchautoren sei Dank, nur solche Problemen zumutete, die mit einem gezielten Gag oder einer herzlichen Umarmung zu lösen oder zu entschärfen waren. Über allem vertrackten, aber behandelbaren Liebesstunk und Beziehungszwist wuchs die Gruppe zur Familie zusammen".

    MEJIAS, Jordan (2004): Natalisten und Momisten.
    Blick in amerikanische Zeitschriften: Der neue Familienkampf,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.12.

    Jordan MEJIAS' Blick in amerikanische Zeitschriften widmet sich den rechten "Natalisten" und den linken Befürchtungen eines zukünftigen "Momismus" (Privatismus postfeministischer Supermütter, die Job und Familie unter einen Hut bringen).

    MEJIAS, Jordan (2005): Revolutionärinnen gesucht,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.05.

    MEJIAS berichtet über die neokonservativen Hoffnungsträger der "Später vielleicht Karriere-Mütter". Bessergebildete Frauen sollen vor dem Berufsstart zuerst Mutter werden und danach eventuell ihre Karriere starten. MEJIAS referiert drei Artikel der US-amerikanischen Kontroverse.

    Im Magazin der New York Times erschien am 26. Oktober 2003 der Artikel The Opt-Out Revolution der Kolumnistin Lisa BELKIN, in dem über Karrierefrauen berichtet wurde, die den Beruf zugunsten der Mutterschaft aufgegeben haben.

    In der neokonservativen Viertelmonatszeitschrift The Public Interest Ausgabe Winter 2005 erschien der Beitrag What Do Woman Really Want? von Neil GILBERT, Professor für Sozialpolitik an der Universität von Berkeley. GILBERT ereifert sich darin über die gestiegene Kinderlosigkeit von Karrierefrauen. Von wegen Opt-Out-Revolution.

    In der Kolumne Empty Nests, and Hearts von David BROOKS in der New York Times vom 15. 01.2005, wird als Lösung vorgeschlagen, dass Frauen nach dem College erst einmal heiraten und Kinder kriegen sollen. Zwischen 25 und 35 könnte sie Kinder erziehen und danach mit Hilfe eines speziellen Mütterprogramms eine Ausbildung machen. Immerhin hätte sie ja dann bis 70 Zeit einem Beruf nachzugehen.

    Der Familiensoziologe Hans BERTRAM wendet sich in seinem Gutachten Nachhaltige Familienpolitik gegen ein solches Ansinnen, denn nicht die Kinderlosigkeit ist das Problem, sondern der dramatische Rückgang der Mehrkinderfamilie.

    MEJIAS, Jordan (2005): Genesungsplan für die Gelähmten.
    Blick in amerikanische Zeitschriften: Abschied der Neocons, Hoffnung für die Fast-Linke,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.07.

    Jordan MEJIAS berichtet über die Einstellung der neokonservativen Zeitschrift The Public Interest. Nachdem der Neokonservatismus zur "Regierungsreligion" geworden ist, besteht für das 40jährige Blatt um Irving KRISTOL kein Bedarf mehr. Mission erfüllt. MEJIAS stellt die Zeitschrift Dissent als "linksliberalen Gegenentwurf" zu Publict Interest vor. Besser wäre es jedoch von Kommunitarismus zu sprechen, denn dafür steht der Philosoph Michael WALZER. 

    MEJIAS, Jordan (2005): In der Riesendenkfabrik.
    Die "White House Conference" zum Thema des Altern,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.

    Für SCHIRRMACHERs Feuilleton berichtet MEJIAS über die White House Conference on Aging in Washington. In SCHIRRMACHERs Weltbild passen in erster Linie die Ausführungen von David M. WALKER, denen MEJIAS deshalb viel Raum gibt: Vom baby boom zum baby bust heißt das Motto. Da wütet dann der "demographische Tsunami" und der Staatsbankrott droht. Es handelt sich also um die übliche nationalkonservative Rhetorik, die den Interessen der Besitzstandswahrer des alten und mittlerweile auch des neuen Bürgertums entgegenkommt.

    MEJIAS, Jordan (2006): Die Richtige heiraten.
    Phillip Longman sieht den neuen Frühling des Patriarchats,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.

    Nach SZ und taz befasst sich nun auch das SCHIRRMACHER-Feuilleton mit LONGMAN. Neue Informationen ergeben sich bei dieser Pflichtübung von MEJIAS nicht mehr.

    MEJIAS, Jordan (2007): Krippenkrieg.
    Amerika und seine Kinder: Neue Studien, alte Gefechte,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.07.

    Jordan MEJIAS berichtet über die Mütterkriege - d.h. den Kampf um die Normalfamilie der Neuen Mitte - in den USA. Im Kampf zwischen den Befürwortern der berufstätigen Mütter und der Hausfrauenehe sieht MEJIAS die Letzteren derzeit im Hintertreffen. Auf der einen Seite kämpfen Leslie BENNETTS ("The Feminine Mistake") und Linda HIRSHMAN ("Get to Work - A Manifesto for Women of the World"), auf der anderen Seite Lisa BELKIN ("opt-out revolution") und Caitlin FLANAGAN ("To Hell With All That - Loving and Loathing Our Inner Housewife"). Die Neocons sehen ihr Heil derzeit in der Leugnung des Kampfes. MEJIAS sieht dadurch eine Chance für einen konservativen Feminismus mit dem sich die jungen Postfeministinnen gewinnen lassen:

    "Wenn es da eine neue Note gibt, dann klingt sie im Verzicht auf klare ideologische Abgrenzungen an. (...). Was den Vorteil hat, dass auch junge Frauen wieder zuhören, die in ihrer postfeministischen Souveränität, sei sie trügerisch oder nicht, die alten Lieder nicht mitsingen wollen. Und was überdies dem zeitgenössischen Feminismus die Chance bietet, auch eine Verbindung zu konservativen und christlichen Organisationen herzustellen."

    MEJIAS, Jordan (2008): Kunst von der Hausfrau aus Brooklyn.
    Künstlerviertel Lower East Side,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.05.

    "Wer die Lower East Side von früher kennt, wird heute dennoch seinen Augen nicht trauen. Das von Soho und Chelsea allzu bekannte Szenario scheint auch hier unvermeidlich. Wieder geht es um Gentrifizierung, wieder waren es, viel zu kurz gesagt, zunächst Künstler, die sich wegen der erschwinglichen Mieten in einer verlotterten Gegend niedergelassen hatten, wieder waren ihnen Galeristen gefolgt, wieder heften sich nun an deren Fersen Boutiquen und Bars und zahlungskräftige New Yorker, die den Künstlerpionieren den Platz streitig machen", berichtet MEJIAS.

    Neu:
    MEJIAS, Jordan (2014): Als SoHo noch kein Boutiquenghetto war.
    Vier Jahrzehnte in Greenwich Village: Vieles hat sich in dieser Zeit zwar verändert, doch wo sich mit der Vergangenheit rentabel Eindruck machen lässt, wird sie auch erhalten. Ein Erfahrungsbericht,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.08.

    Der Artikel von Jordan MEJIAS stilisiert die 1970er Jahre im New Yorker Viertel Greenwich Village zum nostalgischen Ausgangspunkt der Gegenwart. Früher fand das wahre Leben der Postadoleszenz statt, während heute das wahre Leben ausgewandert ist und sich Yuppies ihre Wohnung als Museum einrichten:

    "Als Labor der Künste hat die Stadt längst ausgedient. Sie begnügt sich damit, wie ein Magnet zu wirken, ein höchst selektiver Magnet allerdings, der statt der Experimentatoren die weltweit arrivierten Stars anzieht. Die Lofts von Manhattan sind noch voller Kunst, aber die hängt nun an den Wänden von Hedgefondsmanagern und Oligarchen. Im Village müssen Touristen viel Phantasie und eine Handvoll Reiseführer mitbringen, um noch Spuren der Beats, Beatniks, Hippies und deren unangepasster Vor- und Nachfahren zu erahnen."

    Schon Anfang der 1980er Jahre aber beschrieb die Stadtsoziologin Sharon ZUKIN in Loft Living den Ausverkauf des wahren Lebens. Authentizität geriet damals zum Marketinginstrument, das die Rendite von Immobilien erhöhen sollte. Wer wie Jordan MEJIAS oder Katja KULLMANN vergangene Epochen der Popkultur feiert, der ist Teil jener Medienmaschinerie der symbolischen Gentrifizierung durch die einstige Kreativität zum spießigen Lifestyle verwandelt wird. Distinktion statt Szene- bzw. Künstlerviertel heißt dann der Geist, der durch die Viertel weht.

     
           
       

    Amerika (2000).
    Ein Porträt in Porträts
    Frankfurt a/M: Suhrkamp (vergriffen)

     
       
         
     

    Klappentext

    "Brillante Porträts von Shirley MacLaine, Andy Warhol, Paul Newman, Lauren Bacall, William S. Burroughs, Susan Sontag, Lou Reed, Patti LaBelle u. v. m. In ihren Gesichtern, Geschichten und Lebensläufen spiegelt sich Amerika in all seiner Größe, Verrücktheit und Faszination."

     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. Juli 2007
    Update: 18. August 2015