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Marc Beise: Deutschland - falsch regiert

 
       
     
       
   
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    Marc Beise in seiner eigenen Schreibe

     
       

    BEISE, Marc (2002): Auf die Familien kommt es an.
    Ministerpräsident Koch hat ein Thema zur Profilierung gefunden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.02.

    Der umtriebige Promi Jürgen BORCHERT hat einen "Wiesbadener Entwurf" für den hessischen Ministerpräsidenten Roland KOCH verfasst. Marc BEISE bezeichnet BORCHERT als "Richterrebellen" und "brutalst möglichen Querdenker".

    Das Flair von BORCHERT lebt jedoch vor allem von einem großen Missverständnis, denn der Richter polemisiert zwar gerne gegen Kinderlose, aber so mancher Vater von 4 Kindern, der sich von BORCHERT ausgezeichnet vertreten fühlt, wird letztlich feststellen müssen, dass er SINGLE ist, weil seine Kinder nicht mehr im Haushalt leben. So war das aber nicht gemeint, sondern SINGLE sind immer nur die anderen, d.h. die angeblich so weit verbreiteten lebenslang Kinderlosen. Das Erwachen dieser Eltern wird dann kommen, wenn sie die Zeche der Familienpolitik bezahlen dürfen. Nicht Familienpolitik, sondern Familienhaushaltspolitik müsste es bei BORCHERT korrekt heißen.

    BEISE  führt die von Nikolaus PIPER angedrohte Serie fort. Er hat von der FAZ gelernt! Die Stimmung ist viel besser als die Lage, ist die inzwischen einhellige neoliberale Parole der Abbau-Hardliner:

    "Sie argwöhnen, es handle sich um übertriebene Horrorszenarien, und unterstellen, eine solche Darstellung diene nur der Rechtfertigung eines kaltherzigen Sozialabbaus. Gegen diese Ansichten seien einige Zahlen genannt",

    spricht BEISE überflüssigerweise die Leser des Wirtschaftsteils an, denn die nicken sowieso nur zustimmend. Die neoliberale Elite ist sich schließlich einig. BEISE hätte das im Feuilleton oder im Politikteil schreiben sollen. Was soll also dieses ganze Zahlenmaterial, das BEISE da herunterschreibt? Die Zahlen mögen sogar stimmen, aber deshalb muss man weder - der vom Autor unausgesprochen unterstellten Logik folgen - noch den Methoden und Zielen der Reform zustimmen. Als Leser ist man kaum erstaunt, am Ende zu lesen, dass es

    "zu radikalen Operationen keine Alternative mehr gibt".

    Man wurde ja schon durch die Überschrift darauf eingeschworen. Wozu dient also der Artikel? Es handelt sich um simple Identitätspolitik, die der Wir-Gemeinschaft der neoliberalen Elite Selbstbestätigung verschafft.

    "Immer mehr Menschen haben keine Kinder, jedenfalls in Deutschland",

    behauptet Marc BEISE. Beweisen kann er dies jedoch nicht. Es existieren keine genauen Zahlen, sondern nur Schätzungen und selbst die neuesten Zahlen sind immer schon veraltet. Und von welchen Kinderlosen spricht unser Singlefeind eigentlich? Von Kinderlosen im biologischen Sinne (gebären und zeugen), sozialem Sinne (erziehen), rechtlichem Sinne (adoptieren, erziehungsberechtigt sein), im ökonomischen Sinne (mit Kindern im gleichen Haushalt leben). Um nur einige Definitionsmöglichkeiten zu nennen. Für BEISE gibt es jedoch weder ein Zahlen- noch ein Definitionsproblem, schließlich vertritt er ja ein genau umrissenes politische Interesse:

    "Kinderlose sollen nach dem Willen von Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) künftig beim Beitrag zur Pflegeversicherung einen Aufschlag zahlen; es geht um einige Euro. Wobei im Unterschied zu manchen Plänen das Wort kinderlos bitte wörtlich genommen werden muss: Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind, sind deshalb nicht kinderlos; sie haben ihre Erziehungsleistung bereits erbracht".

    BEISE suggeriert hier, dass es in der öffentlichen Debatte um lebenslang Kinderlose geht. Darum geht es aber gerade nicht und schon gar nicht bei Ulla SCHMIDT. Das Missverständnis das BEISE hier bewusst produziert erklärt sich aus seinem Plädoyer für den SINN-Vorschlag:

    "In der Pflege soll diese seit Einführung des Systems offensichtliche Fehlkonstruktion nun offenbar korrigiert werden – bei der Rente ist es nicht minder nötig. Entweder man spaltet auch hier die Beitragssätze, oder man folgt etwa dem Vorschlag des Münchner Ökonomen Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, der die Rente nach der Zahl der Kinder staffeln will. Das ist ein kluger Gedanke",

    findet BEISE und verschärft gleich noch das SINN-Modell:

    "Sinn will die Normalrente bei drei Kindern ansiedeln, für jedes Kind weniger gäbe es Abschläge – bis maximal 50 Prozent."

    Bislang galt dagegen selbst beim Singlefeind SINN eine Normalrente bei zwei Kindern. BEISE ficht es nicht an, dass dieser Vorschlag jenseits aller Realisierbarkeit liegt, denn die Finanzierungsgrundlage wäre für ein solches Rentensystem nicht gesichert. Außerdem widerspricht sich BEISE offensichtlich, denn Eltern mit einem Kind oder zwei Kindern sind nicht Kinderlose, d.h. es müssen doch wieder Eltern höher belastet werden. Es bleibt dabei, auch bei BEISE lügen sich Eltern in ihre eigene Tasche.

    Statt dieses schlechte Imitat von BEISE zu lesen, sollte man gleich beim Singlefeind Jürgen BORCHERT nachlesen, denn BEISE geht in keiner Weise über dessen Ansatz hinaus. Es werden nicht einmal Fakten geliefert, sondern das Einverständnis des Lesers mit den Ansichten des Verfassers ungefragt vorausgesetzt. Solche Texte gehen über das Stammtischniveau nicht hinaus. Für eine angebliche Qualitätszeitung eine Schande!

    BEISE, Marc (2005): Kinder, Kinder,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.03.

    BEISE, Marc (2005): Der Buhmann.
    Geschlagen zieht sich der Steuerprofessor Paul Kirchhof wieder nach Heidelberg zurück. Aufstieg und Fall eines Quereinsteigers, der Politik mitgestalten wollte,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.09.

    BEISE, Marc (2008): Und was wird aus uns?
    Unten ist nichts mehr zu holen, oben sind es zu wenige. Also müssen wir ran. Ein Hilferuf aus der Mitte der Gesellschaft, an Angela Merkel und an alle anderen, die in diesem Land für Reformen zuständig sind,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.06.

    Marc BEISE macht sich zum Sprachrohr der Mittelschicht. Wer aber ist diese Mittelschicht? Dazu BEISE:

    "Allen soll gegeben werden, wenigstens ein bisschen. Allen - nur nicht mir. Oder, wenn ich das dann mal klarstellen darf: nur nicht uns. Denn wir sind viele. Und wir nennen uns: die Mittelschicht.
                (...).
    Ein (...) Mittelständler ist mindestens selbständig und hat 30 Mitarbeiter oder 3000 und fünf Millionen Umsatz oder 500 Millionen. Alles sehr ehrenwert - aber das sind nicht wir.

                (...).
    Meistens sind wir fremdbestimmt, als Angestellte, Facharbeiter, Handwerker, Kleinunternehmer, Beamte".

    Paul KIRCHHOF, der Professor aus Heidelberg, soll es deshalb richten meint BEISE.

    Neu:
    BEISE, Marc & Ulrich SCHÄFER (2015): Die Zerstörer.
    SZ-Serie Die Stunde 4.0: Die digitale Revolution erreicht die nächste Stufe. Wie wir leben, arbeiten und denken. Alles im Umbruch. Im Silicon Valley sprechen sie von "Disruption". In Deutschland haben viele noch nicht begriffen, wie radikal der Wandel ist,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.04.

    Wie viele Revolutionen wurden uns in den letzten Jahrzehnten bereits verkündigt? Immer ist die nächste Revolution gerade die Schlimmste gewesen. Neoliberale lieben Horrorgeschichten. Wer davon profitiert, das erzählen sie uns dagegen lieber nicht. Eine Seite zuvor wird uns sogar verkündigt, dass das Internet gefährlicher als die Atombombe sein könnte. Man spürt höchstens die Angst, die sich in den Redaktionen der Print-Medien ausbreitet, die um ihre Medienmacht besorgt sind und deshalb den Teufel an die Wand malen. Wer weder zu den Interneteuphorikern, noch zu den Internetapokalyptikern gehört, kann sich dieses Geschwätz schenken. 

     
           
       

    Deutschland - falsch regiert (2006).
    Das Elend der kleinen Schritte
    München: Hanser

     
       
         
     

    Klappentext

    "Deutschland unter Angela Merkel: Wohin steuert das Land? Von der anfänglichen Euphorie über eine große Koalition von Union und SPD ist wenig geblieben. Die Reformunfähigkeit der Regierung wird immer offensichtlicher. Dabei wäre jetzt die Zeit reif für einen großen Wurf - in vielen Bereichen.

    Was ist geworden aus der großen Steuerreform, dem Umbau der Sozialsysteme, der Offensive für mehr Beschäftigung? Wer hat die besseren Rezepte: Müntefering oder Sinn? Glos oder Merz? Steinbrück oder Kirchhof? Was steuern Arbeitgeber und Gewerkschaften bei? Und was ist mit Deutschlands Managern los?

    Seit vielen Jahren begleitet der Wirtschaftsjournalist Marc Beise die Politik der Regierungen Kohl, Schröder und Merkel und untersucht die Veränderungen in der deutschen Wirtschaft. In diesem Buch schildert er die Probleme des Landes und weist den Weg zu grundsätzlichen Reformen."

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    KAPITEL 1: Schon wieder Reformen
    KAPITEL 2: Jobs, Jobs, Jobs
    Von Franz Müntefering zu Hans-Werner Sinn
    KAPITEL 3: Was der Markt kann
    Von Michael Glos zu Friedrich Merz 
    KAPITEL 4: Der Staat nimmt, der Staat gibt
    Von Peer Steinbrück zu Paul Kirchhof
    KAPITEL 5: Hoffentlich gut versichert
    Von Ulla Schmidt zu Bernd Raffelhüschen
    KAPITEL 6: Kinder, Kinder
    Von Ursula von der Leyen zu Jürgen Borchert
    KAPITEL 7: Der mündige Verbraucher
    Von Horst Seehofer zu Thilo Bode
    KAPITEL 8: Zwischen Egoismus und Gemeinwohl
    Von Jürgen Thumann zu Patrick Adenauer 
    KAPITEL 9: Gut führen
    Von Jürgen Schrempp zu Berthold Leibinger
    KAPITEL 10: Angela Merkel – wohin?

     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 18. Dezember 2006
    Update: 16. Mai 2016