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Martin Spiewak: Wie weit gehen wir für ein Kind?

 
       
     
       
   
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    Martin Spiewak in seiner eigenen Schreibe

     
           
       

    SPIEWAK, Martin (2001): Leiden an der guten Hoffnung.
    Die Zahl der künstlichen Befruchtungen steigt rapide. Doch die psychische Belastung ist für viele Paare schwer zu ertragen,
    in: Die ZEIT Nr.52 v. 20.12.

    "40 000 Paare haben im vergangenen Jahr in Deutschland versucht, mithilfe künstlicher Befruchtung Eltern zu werden. Fünf von ihnen werden zurzeit freitags in der Serie Wunschkinder vorgestellt. Zwei Jahre lang haben ZDF-Reporter die Männer und Frauen begleitet. Die Paare reden über den Schock, als sie erfuhren, unfruchtbar zu sein - und die Hoffnungen, mittels Hormonstimulationen, Eizellgewinnung und Embryonentransfer sich doch noch ihren Lebenstraum zu erfüllen", berichtet Martin SPIEWAK anlässlich einer ZDF-Serie.

    SPIEWAK, Martin (2002): Schwanger um jeden Preis.
    Im Ausland kaufen deutsche Paare Eizellen und lassen Embryonen testen. Fortpflanzungstouristen umgehen die strengen deutschen Gesetze,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.

    SPIEWAK, Martin (2003): Mutterglück im Rentenalter.
    ZEIT-Serie "Land ohne Leute" (4): Frauen entscheiden sich immer später für ein Kind - häufig zu spät. Dieser Trend treibt die Reproduktionsmedizin zu absurden Rekorden,
    in: Die ZEIT Nr.5 v. 23.01.

    SPIEWAK betätigt sich als Speerspitze im Kampf gegen die späte Mutterschaft. Er findet, dass Deutschland wie Amerika eine groß angelegte Kampagne gegen kinderlose Karrierefrauen benötigt. Der Autor benötigt unnötig viele Worte für diese simple Botschaft.  Sylvie Ann HEWLETT hat mit Babyhunger in den USA und Großbritannien gezeigt, dass auch eine groß angelegte Marketingkampagne die Zielgruppe kinderlose Karrierefrau mit solchen Botschaften nicht erreicht. Trotz Medienhype, floppte das Buch grandios. Jene, die ein Baby auch im hohen Alter haben möchten, lesen lieber Ratgeberbücher, die ihnen sagen WIE es geht und jene, die gewollt kinderlos sind, sind nicht masochistisch genug, um sich so etwas anzutun. Katja KULLMANN hat zu diesem Thema alles Notwendige geschrieben.

    Die Ruhestandsfamilie: Spätgebärende als die neuen Trendsetter

    SPIEWAK, Martin & Roland KIRBACH (2003): Wenn die Eltern schwul sind.
    Dossier: Homosexuelle Paare wünschen sich immer häufiger ein Kind. Aber der Wunsch ist schwer zu erfüllen: Wie kommen Lesben zu einem Samenspender? Und Schwule zu einer Mutter? Noch dazu, wenn die Gesetze sie benachteiligen und sie sich selber fragen, ob ihre Kinder mit den neuen Lebensentwürfen zurechtkommen,
    in: Die ZEIT Nr.2 v. 31.12.

    Martin SPIEWAK & Roland KIRCHBACH beschreiben die Probleme gleichgeschlechtlicher Paare mit Kinderwunsch. Zur Entwicklung im Bereich dieser Regenbogenfamilien schreiben sie:

    "Vivienne und Sabine sind Teil einer neuen Generation von selbstbewussten Schwulen und Lesben. Sie wollen nicht nur als Paare akzeptiert werden, sondern beanspruchen für sich auch das Recht, Kinder zu haben, Familien zu gründen. Es ist, als sei »ein Tabu gebrochen«, schreibt der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) in einem »Familienbuch«, einer Art Ratgeber zum Thema »Wie kommen Lesben und Schwule zum Kind?«.
    Wie viele homosexuelle Eltern in Deutschland leben, darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen, die sexuelle Orientierung wird in keiner Bevölkerungsstatistik erhoben. Ausgehend von Daten aus den USA, schätzt Lela Lähnemann, die Leiterin des Fachbereichs für gleichgeschlechtliche Lebensweisen beim Berliner Senat, dass jede dritte Lesbe und jeder fünfte Schwule Kinder haben. Dies entspräche in Deutschland rund einer Million schwul-lesbischer Eltern, wobei die meisten Kinder dieser Eltern allerdings aus früheren heterosexuellen Beziehungen stammen. Doch der Anteil jener Kinder, die aus homosexuellen Partnerschaften hervorgehen, steigt, wie viele Indizien belegen – die Fülle einschlägiger Websites, das wachsende Literaturangebot zum Thema, die zahllosen Kleinanzeigen in den Szeneblättern, wo nach Samenspendern gesucht wird, sowie neue Selbsthilfegruppen von Homosexuellen mit Kinderwunsch. Schon ist von einem »Gayby-Boom« – Gay und Baby – die Rede.
    »Es ist eine vorwärts drängende Bewegung«, sagt Lela Lähnemann. Viele sind auf der Suche – nach Vorbildern, nach Gedankenaustausch, auch nach potenziellen Partnern, um den Kinderwunsch zu realisieren. Die vor eineinhalb Jahren gegründete Berliner Initiative »Queer family – Lesbisch? Schwul? Kinderreich!« hat inzwischen rund 140 Mitglieder, davon zwei Drittel Lesben. Die Gruppe ist eine Art Kontaktbörse, drei Kinder sind bereits daraus hervorgegangen.
    »Es ist ein Experimentierfeld«, sagt Lela Lähnemann. Sie hat einmal alle Konstellationen von »Regenbogenfamilien« aufgeschrieben, die ihr begegnet sind, und kam auf 16 Variationen. Da gibt es: die alleinerziehende lesbische Mutter; den schwulen Vater mit adoptiertem Kind plus Partner; zwei lesbische Mütter mit Kindern von anonymen Samenspendern; lesbische Paare, die beide Kinder aus früheren Ehen mitgebracht haben; schwule wie lesbische Paare als Pflegeeltern; und es tun sich Lesbenpaare mit Schwulenpaaren zusammen, um zu viert Kinder aufzuziehen. Der Weg zum Kind ist für Schwule und Lesben besonders schwer; dass sie ihn gehen, zeigt, wie stark ihr Kinderwunsch ist."

    SPIEWAK, Martin (2004): Die Uhr tickt unerbittlich.
    Oft verschieben Paare die Familiengründung bis Mitte 30. Das mindert die Chancen auf Nachwuchs,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 12.02.

    SPIEWAK, Martin (2006): Dr. habil. Kinderlos.
    Erstmals belegt eine Studie, wie kinderfeindlich es an deutschen Universitäten zugeht,
    in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.

    Frühgebären ist erste Akademikerinnenpflicht in der GASCHKE-Zeit. Heute knöpft sich Martin SPIEWAK die Universitäten vor. DRAMATISCH! (3mal!!!). Die Kinderlosigkeit steigt mit dem Bildungsniveau. Dies gilt vor allem für Westdeutschland. Dies ist keine neue Erkenntnis. Dass dies ein Skandal ist, das ist nun allgemeiner neuer Mitte-Konsens geworden.

    Es ist aber auch bekannt, dass die Kinderlosigkeit nicht in allen Studiengängen gleichermaßen hoch ist. Warum das so ist, darüber erfährt man von SPIEWAK leider nichts. Wenn Frühgebären Pflicht ist, dann bleiben Differenzierungen notwendigerweise auf der Strecke...

    Die von SPIEWAK zitierte Studie beschäftigt sich zudem nur mit einem Teil des AkademikerInnenmilieus: WissenschaftlerInnen. Auch hier zeigen sich jedoch Differenzierungen. 

    SPIEWAK, Martin (2007): Kein Baby auf Krankenschein.
    Künstliche Befruchtung kostet Paare viel Geld. Und das Bundesverfassungsgericht bestätigt: Unverheiratete müssen die ganze Behandlung zahlen. Das verhindert die Geburt von Tausenden Kindern,
    in: Die ZEIT Nr.10 v. 01.03.

    "Ungewollte Kinderlosigkeit hat sich zu einer stillen Volkskrankheit entwickelt. Jedes Jahr nehmen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 200000 Männer und Frauen fortpflanzungsmedizinischen Rat in Anspruch. Bei rund zehn Prozent aller Paare erweist sich mindestens ein Partner als unfruchtbar",

    fasst Martin SPIEWAK den gesellschaftlichen Hintergrund zusammen, vor dem das Gerichtsurteil zur Kostenerstattung bei künstlicher Befruchtung bewertet wird:

    "Kinderlosigkeit gilt gemeinhin (...) nicht als Krankheit, und es gibt kein Recht auf ein Kind. Genau dieser Argumentation hat sich 2004 der Gesetzgeber weitgehend angeschlossen, als er den Zugang zur Zeugung im Labor erschwerte. Seitdem werden Kinderwunsch-Paare stärker zur Kasse gebeten als jede andere Patientengruppe. Die Reproduktionsmedizin ist zu einer Heilkunst für Wohlhabende geworden.
    (...). Mittlerweile liegen Hunderte Klagen von unfruchtbaren Paaren gegen die finanziellen Belastungen vor. Einen Fall hat das Bundesverfassungsgericht nun am Mittwoch entschieden. Fast genau 25 Jahre nachdem die Schneiderin Maria Wimmelbacher in der Erlanger Universitätsklinik das erste deutsche IVF-Kind zur Welt brachte, hat sich das höchste Gericht damit erstmals zur künstlichen Befruchtung geäußert. Das Karlsruher Urteil bedeutet allerdings für Sterilitätspatienten und Fortpflanzungsmediziner einen Dämpfer."

    Angesichts des als negativ bewerteten steigenden Durchschnittsalters von IVF-Patientinnen sieht SPIEWAK zwar die Altersobergrenze von 40 Jahren gerechtfertigt, nicht jedoch die Altersuntergrenze von 25 Jahren. Hier kommt dann der Geburtenrückgang ins Spiel:

    "80 Millionen Euro im Jahr sollen die Krankenkassen durch die Eigenbeteiligung der ungewollt Kinderlosen sparen. Doch die Rechnung geht nur kurzfristig auf. Denn die Zuzahlungen hatten nicht nur weniger Behandlungen zur Folge, sondern auch einen Einbruch bei den IVF-Geburten. Rund 8000 Kinder fehlen seitdem in Deutschland – und damit 8000 künftige Beitragszahler der Sozialkassen, die jährliche Neugeborenenzahl einer deutschen Großstadt."

    Der Frage, ob die Krankenkassen bevölkerungspolitische Maßnahmen bezahlten sollen, geht SPIEWAK aus dem Weg, indem er den Krankheitswert ungewollter Kinderlosigkeit in den Mittelpunkt seiner Argumentation rückt:

    "Was Sterilität von Krankheit unterscheiden soll, ist rätselhaft. Ihre Ursachen liegen sehr wohl in körperlichen Defiziten: verwachsene Eileiter, Hormonstörungen, fehlende Spermien. Die Weltgesundheitsorganisation definiert ungewollte Kinderlosigkeit deshalb als Krankheit."

    Die mangelnde politische Organisationsfähigkeit der Interessen von ungewollt Kinderlosen sieht SPIEWAK in der damit verbundenen Scham:

    "Insofern liegt der Verdacht nahe, dass hier eine Patientengruppe zur Kasse gebeten wird, von der aus Scham kein Protest zu erwarten ist. Nur wenige Paare machten ihre Krankheit öffentlich, sagt Gaby Ziegler von der Vereinigung Wunschkind. Selbst das Sammeln von Unterschriften falle ihrem Verband schwer. Die Betroffenen hätten Angst, dass ihr Makel publik würde, sagt Ziegler."

    SPIEWAK, Martin (2010): Späte Anerkennung.
    Der Medizinnobelpreis feiert den Triumph der Forschung über die Kinderlosigkeit,
    in: Die ZEIT Nr.41 v. 07.10.

    Martin SPIEWAK hebt anlässlich der Bekanntgabe des Nobelpreises für den Biochemiker Robert EDWARDS geradezu pathetisch die beiden Triebfedern der Reproduktionsmedizin hervor:

    "Das schwedische Komitee ehrt damit einen Mann, den weder jahrelange Rückschläge noch ethische Bedenken von seinem Ziel abhalten konnten – einem Ziel, das die Welt für immer verändern sollte. Zugleich adelt es das biologische Bedürfnis nach eigenem Nachwuchs.
    Radikaler Forscherehrgeiz und unbedingter Fortpflanzungswille – das sind zwei unterschiedliche Wege, um unsterblich zu werden. Sie haben die moderne Reproduktionsmedizin hervorgebracht."

    SPIEWAK hebt aber auch hervor, dass die IVF-Technik auch die Basis ethisch immer noch umstrittener Technologien ist:

    "Präimplantationsdiagnostik, Stammzellforschung oder Klonversuche: Edwards’ Technik ist die Basis all der Kontroversen um die Biomedizin, die bis heute Politik und Öffentlichkeit beschäftigen."

    Die Angst vor "Designerkindern" hält SPIEWAK jedoch für unbegründet:

    "Die Manipulation von Eigenschaften wie Intelligenz, Größe oder Augenfarbe ist so kompliziert, dass sie wohl nie gelingen wird."

    SPIEWAK, Martin (2011): Für ein Baby nach Prag.
    Eizellspende: Bisher sind Eizellspenden nur im Ausland erlaubt – das sollte sich ändern. Unterwegs mit einem unfruchtbaren Paar,
    in: Die ZEIT
    Nr. 45 v. 03.11.

    ZEIT-Dossier: Fortpflanzung? Später!
    Ein neues medizinisches Verfahren stellt die biologische Uhr der Frau ab. Bis ins hohe Alter kann sie jetzt schwanger werden. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind?

    SPIEWAK, Martin (2013): Die biologische Uhr anhalten.
    Kinderwunsch: Etwa 3000 Euro kostet es Frauen, ihre eigenen Eizellen einfrieren zu lassen. Plus jährliche Gebühr für die Lagerung: Eine Versicherung, die vom Zeitdruck in der Lebensmitte befreit,
    in: Die ZEIT
    Nr. 29 v. 11.07.

    SPIEWAK, Martin (2013): Familie auf Vorrat.
    Das Kinderglück verschieben: Die Fortpflanzungsmedizin macht es möglich. Mit welchen Folgen?
    in: Die ZEIT
    Nr. 29 v. 11.07.

    ZEIT-Thema: In der Mitte des Lebens

    SPIEWAK, Martin (2014): Da geht noch was!
    Wendepunkt - die Zukunft wird kürzer als die Vergangenheit. Höchste Zeit, sich ehrlich zu machen,
    in: Die ZEIT Nr.10 v. 27.02.

    ZEIT-Thema: Ist Scheidung erblich?
    Auch Trennungskinder haben irgendwann Familie. Oft wiederholen sie die Fehler der Eltern. Doch zunehmend gelingt es ihnen, alte Muster zu durchbrechen

    SPIEWAK, Martin (2014): Das Trauma überwinden.
    Wenn Eltern sich trennen, sind Kinder häufig die Leidtragenden. Endlich drängen Familiengerichte und Jugendämter die Mütter und Väter, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen,
    in: Die ZEIT Nr.18 v. 24.04.

    "Jede dritte Ehe in Deutschland scheitert offiziell. Partnerwechsel gehören mittlerweile zum bundesrepublikanischen Alltag wie der Wechsel der Wohnung oder des Arbeitsplatzes. 140.000 Kinder verlieren dabei jedes Jahr den Zusammenhalt in ihrer Familie. Hinzu kommt noch die wachsende Zahl von Kindern aus den zerbrochenen Partnerschaften ohne Trauschein. Zwei Drittel der von Trennung betroffenen Kinder sind jünger als sechs Jahre",

    beschreibt Martin SPIEWAK das statistische Szenario vor dessen Hintergrund der behördliche Druck auf getrennte Eltern gerechtfertigt erscheint, den SPIEWAK in seinem Artikel anhand eines "hochkonfliktiven Trennungspaares" darstellt:

    "So eine staatlich verordnete Kooperation zerkriegter Eltern wurde Mitte der neunziger Jahre erstmals im rheinland-pfälzischen Cochem erprobt. Hier entwickelte der Familienrichter Jürgen Rudolph jenes Deeskalationsmodell, das heute in der ganzen Republik als vorbildlich gilt. Statt eines Urteils bekommen die Paare hier die Auflage, sich einer Mediation zu unterziehen." 

    SPIEWAK, Martin (2014): Das Recht der Väter.
    Im Kampf ums Kind haben auch unverheiratete Männer zunehmend gute Chancen,
    in: Die ZEIT Nr.18 v. 24.04.

    Martin SPIEWAK beschreibt die neue Sicht auf Scheidungsväter, die zum einen durch das neue gesetzgeberische Ideal des Adultworkers (Rollenangleichung von Mann und Frau) und zum anderen durch die Abkehr vom alleinigen Sorgerecht hin zum gemeinsamen Sorgerecht geprägt ist. Wie es sich für die Printmedien gehört, wird das Internet zum Feindbild erklärt, das diesen Wandel nicht begriffen hat, obwohl selbst im Verein Väteraufbruch der neue Geist weht:

    "Der Verein Väteraufbruch ist ein Zusammenschluss getrennter Männer mit Kindern gegen ihre Diskriminierung. Jahrelang pflegte der Verein mit kämpferischen Sprüchen das Feindbild der bösen Mutter (Slogan: "Die einzige Verbindung, die viele Mütter akzeptieren, ist die Bankverbindung"). Mittlerweile hat er erkannt, dass es auch bösartige Väter gibt und friedfertige Frauen, die vom Expartner aus dem Leben ihrer Kinder gedrängt werden. Seit einiger Zeit nimmt die Initiative nun auch Frauen auf – und erste Regionalgruppen des Väteraufbruchs werden von Müttern geleitet."

    SPIEWAK, Martin (2015): Dubioser Rekord.
    Vierlinge mit 65 Jahren? Das geht nur unter Missachtung aller deutschen Regeln für die Kinderwunsch-Medizin,
    in:
    Die ZEIT Nr.16 v. 16.04.

    "Die älteste Vierlingsmutter, das ist dein dubioser Weltrekord. Dass er ausgerechnet in Deutschland aufgestellt wird, ist nicht ohne Ironie. Denn nur wenige Länder regeln die Fortpflanzungsmedizin so streng wie die Bundesrepublik",

    meint Martin SPIEWAK. Bislang geht es lediglich um eine Vierlingsschwangerschaft, von einer Vierlingsmutter kann also noch gar nicht gesprochen werden. Ob am Ende der Schwangerschaft auch Vierlinge lebend geboren werden, das dürfte aufgrund des Medienrummels unter genauer Beobachtung stehen.

    Und ist es Ironie, dass dies ausgerechnet in Deutschland passiert oder nicht eher ein Beleg dafür, dass Medien, Politik und Wissenschaft längst das Vertrauen der Bevölkerung eingebüsst haben?

    Neu:
    SPIEWAK, Martin (2016): Was aus der Liebe wird.
    Vermächtnis-Studie: Partnerschaften werden pragmatischer gelebt - weil die Frauen es so wollen,
    in: Die ZEIT Nr.12 v. 10.03.

    Martin SPIEWAK zimmert sich aus Michael KUMPFMÜLLERs Romanheld Georg ("Die Erziehung des Mannes") und Anthony GIDDENS' Buch Wandel der Intimität ein Partnerschaftsbild der "Deutschen" zusammen, das dem Ergebnis der Vermächtnis-Studie entsprechen soll. Leider differenziert die Studie nicht nach Milieus und die Grafiken, die das Antwortverhalten belegen sollen, sind mehr als dürftig. Ein Beispiel:

    "Selbst die romantische Liebe lebt bei beiden Geschlechtern als Ideal weiter. Die Vorstellung einer "Lebensabschnittspartnerschaft" lehnen die Deutschen  - allen Trennungsstatistiken zum Trotz - ausdrücklich ab. Nur 10,9 Prozent der Befragten waren dafür",

    heißt es bei SPIEWAK. Die Grafik unterscheidet jedoch nicht zwischen den Geschlechtern, sondern fasst Männer und Frauen zusammen. Der Leser kann also nicht nachvollziehen, ob z.B. Männer und Frauen ein anderes Antwortverhalten gezeigt haben. Es entspricht auch nicht der Wahrheit, dass die Deutschen die Lebenspartnerschaft "ausdrücklich ablehnen". Immerhin 29,9 % stimmten weder zu noch lehnten sie die Lebensabschnittspartnerschaft kategorisch ab.

    Und ist der Begriff nicht völlig absurd? Warum sollte ich z.B. mit Eintritt ins Rentenalter einen neuen Partner suchen? Oder ist der Übergang vom Arbeitsleben ins Rentnerdasein kein Übergang von einer Lebensphase zur anderen? Und ist der Begriff Lebensabschnittspartner nicht eher ein mittelschichtorientierter Begriff, der in anderen Milieus gar nicht verstanden wird? Möglicherweise ein Grund für die hohe Zahl von Befragten ohne dezidierte Meinung.

     
           
       

    Interviews von Martin Spiewak

     
           
       

    SPIEWAK, Martin (2010): Der Sex, das Sperma, die Angst.
    Männliche Unfruchtbarkeit gilt immer noch als Tabu. Gespräch mit der Autorin Petra Thorn, die ein Buch darüber geschrieben hat,
    in: Die ZEIT Nr.42 v. 14.10.

     
           
       

    Martin Spiewak im Gespräch

     
           
       

    HEINTZE, Dorothea (2003): Hilfe oder doch nur verlängertes Leiden?
    IVF kann helfen. Doch nur jedes zweite der jährlich rund 40 000 behandelten deutschen Paare bekommt am Ende auch ein Kind,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 19.07.

     
           
           
       

    Wie weit gehen wir für ein Kind? (2002).
    Im Labyrinth der Fortpflanzungsmedizin
    Frankfurt a/M: Eichborn

     
       
         
     

    Klappentext

    "Jedes sechste Paar in Deutschland wartet vergeblich auf Nachwuchs. Kinderkriegen ist zu einem Problem geworden. Zunehmend mehr Männer und Frauen versuchen ihre Hoffnung auf ein Wunschkind mit Hilfe der modernen Fortpflanzungsmedizin einzulösen. So geht die Zahl der Kinder, die im Reagenzglas gezeugt wurden, bereits in die Hunderttausende. Neue Methoden, wie die Spermainjektion ins Ei (ICSI), finden rasant Verbreitung, obwohl die Spätfolgen heute noch nicht absehbar sind.
    In einer Mischung aus Reportage und Faktenwissen läßt Martin Spiewak jene zu Wort kommen, die in den Debatten der Öffentlichkeit wenig Gehör finden: die Betroffenen. Wie ergeht es Kinderlosen, die sich einer künstlicher Befruchtung unterziehen? Was versprechen sich Frauen, die für eine fremde Eizelle bis nach Spanien reisen? Wie wurde aus der »guten Hoffnung« einer Schwangerschaft ein neun Monate dauerndes Risiko?
    20 Jahre nach dem ersten deutschen Retortenbaby bietet Martin Spiewak den längst fälligen Überblick über den aktuellen Stand der Fortpflanzungsmedizin und informiert über die Möglichkeiten der Zukunft.
    "

     
         
     
           
       

    Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

    Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise - Eine Bibliografie der Debatte um Geburtenrückgang und ungewollte Kinderlosigkeit

     
           
       

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    webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. Februar 2004
    Update: 09. April 2017