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Meike Fessmann: Poetik der Nähe

 
       
     
       
   
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    Meike Fessmann in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    FESSMANN, Meike (1997): Das Unkalkulierbare,
    in:
    Neue Zürcher Zeitung v. 10.06.

    Rezension des Romans Ein kurzes Buch über die Liebe von Jochen SCHIMMANG.

    FESSMANN, Meike (1999): Die kalte Sprache des Widerspruchs,
    in:
    Der Tagesspiegel v. 28.03.

    Rezension des Romans Die Ausweitung der Kampfzone von Michel HOUELLEBECQ.

    FESSMANN, Meike (1999): Die Quantentheorie der Liebe und des Hasses,
    in:
    Der Tagesspiegel v. 13.10.

    Rezension des Romans Elementarteilchen von Michel HOUELLEBECQ.

    FESSMANN, Meike (2001): Vom stillen Zauber des Alltäglichen.
    Der neue Roman von Wilhelm Genazino heißt "Ein Regenschirm für diesen Tag" und hat dem Autor den Durchbruch beschert. Er erzählt von Fußgängerzonen, Melancholie und der Kunst, die eigenen Probleme systematisch zu verkleinern,
    in: Financial Times Deutschland v. 05.10.

    Rezension des Romans Ein Regenschirm für diesen Tag vom Wilhelm GENAZINO.

    FESSMANN, Meike (2002): Der Amoklauf des Homo Faber.
    In Norbert Krons Debütroman fällt der "Autopilot" aus und der Held klont sich selbst,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.07.

    Norbert Kron - Autopilot

    FESSMANN, Meike (2004): Halb versteckt ist halb entblößt.
    Die Masken der Männer: Martin Walser entdeckt in seinem neuen Roman den "Augenblick der Liebe",
    in: Tagesspiegel v. 23.07.

    Rezension des Romans Der Augenblick der Liebe von Martin WALSER.


    FESSMANN, Meike (2004): Der große Meister des Nebenbei.
    Er findet Geschichten, wo andere nur Leere sehen: Wilhelm Genazino ist Büchnerpreisträger 2004. Nun erscheint sein neuer Prosa-Band,
    in: Financial Times Deutschland v. 27.08.

    Rezension des Essaybands Der gedehnte Blick vom Wilhelm GENAZINO.

    Neu:
    FESSMANN, Meike (2009): Tollkühn stürzt sie sich in unsere Krisenzeit.
    Und wieder ein grosser Wurf: In ihrem zweiten Roman erzählt Terézia Mora von Menschen in Zeiten der Weltwirtschaftskrise,
    in: Tages-Anzeiger v. 17.09.

    Terézia Mora - Der einzige Mann auf dem Kontinent

     
           
       

    Poetik der Nähe (2004).
    Zur Topologie des Intimen in der Gegenwartsliteratur
    in:
    Sinn und Form, Heft 1, Januar/Februar, S.58-76

     
       
         
     

    Zitate:

    Die Literatur und die Liebe in Zeiten des flexiblen Menschen

    "Die Literatur, so meine These, ist zur Zeit im Begriff, eine wesentliche Veränderung unserer Erfahrungswelt ins Bild zu setzen. Es geht dabei um das Spannungsfeld zwischen Globalisierung - also Mobilität, Flexibilität, Vernetzung - und dem, was man Näheverhältnisse nennen kann. (...).
    Wie läßt sich Nähe zu anderen Menschen unter solchen Bedingungen überhaupt noch herstellen und halten?" (S.58)

    Das Unmoderne des Nähe-Begriffs

    "Der Begriff ist durchaus ambivalent. Es fehlt ihm die schlichte Attraktivität von Liebe und Sexualität. Das Pathos der Distanz, charakteristisch für die Moderne, hat ihn als ernstzunehmende Kategorie diskreditiert." (S.58)

    Michel Houellebecq als Geborgenheitsfanatiker

    "»Ausweitung der Kampfzone« meint genau dies: Der sexuelle Liberalismus erzeugt, analog zum Wirtschaftsliberalismus, einen zweiten Kampfplatz. Auch hier gehe es schließlich nur um Erfolg und Mißlingen. Alles andere, insbesondere die Liebe, spiele keine Rolle mehr. Dabei wirft Houellebecq den 68ern vor, im Zuge der sexuellen Befreiung das Modell des Paars und der Familie geopfert zu haben. Damit seien nun auch die letzten Bollwerke geschliffen worden, die das Individuum vom Markt trennen. Seltsamerweise hat man diese These nie ernst genommen." (S.59)

    "Michel Houellebecq entwirft Bilder von Nähe und Vertrautheit, dorthin zielt seine Sehnsucht, aber er möchte schier verzweifeln, daß dies immer nur Augenblickskonstellationen sind. (...). Houellebecq ist nicht der einzige Autor, der die Großmütter zum Hort ehemals mütterlicher Geborgenheit erklärt". (S.61)

    Die Dienstleistungsgesellschaft übernimmt zunehmend die Funktion des Weiblichen

    "Die als klassisch weiblich geltenden Eigenschaften werden immer häufiger dem Markt überantwortet und ausgelagert. Wer sich danach sehnt, verwöhnt zu werden, geht ins Wellness-Center. Wer sich nicht wohl fühlt, zum Arzt oder Therapeuten. Wer ein Problem hat, belästigt nicht seine Verwandten und Vertrauten, sondern verschafft sich die Überweisung zum Psychoanalytiker oder findet eine andere Heilslehre, für die er gern bezahlt. (...).
    Mutet das nicht alles ziemlich verzweifelt an? (...). Die Zeichen dafür, daß das eine Notlösung ist, sind deutlich: Sobald sich das allgemeine Äquivalent des Geldes dazwischen schaltet, bedeutet das vermeintlich Selbe nicht mehr das Gleiche." (S.64)

    Martin Walser als Besessener von Nähephantasien

    "Sein im Jahr 2001 erschienener Roman »Der Lebenslauf der Liebe« erkundet wie kaum ein zweiter, was Nähe bedeutet - und wie entsetzlich sie sein kann. Die Ambivalenz dieses Begriffs läßt sich selten so gut illustrieren wie am Lebenslauf der Susi Gern, die schlichtweg alles tut, um den Menschen, die sie liebt, nahe zu sein." (S.64)

    Die Näheformel

    "Die Literatur hat jener Formel zur Konjunktur verholfen, die als das Zeichen der Liebe gilt: Ich liebe dich. (...). Die Formel der Nähe aber würde anders lauten: Ich bin da. Der das ausspricht, behauptet am selben Ort zu sein wie der andere, und das gilt nicht nur raumzeitlich, sondern auch imaginär." (S:68)

    Das Näheprojekt des Peter Sloterdijk

    "Peter Sloterdijks dreibändiges »Sphären«-Projekt (...) hat seine Ursache in der gewaltigen Spannweite dessen, was Sloterdijk philosophisch erkundet: die intimen Binnenräume jeder Art von Nähebeziehung in ihrer Relation zum Riesenformat dessen, was wir globalisierte Welt nennen. (...).
    Auf das volle Risiko der Lächerlichkeit und doch mit guten Argumenten philosophiert er das umhüllende Nebeneinander von Fötus und Plazenta als den Ursprung jeder Näheerfahrung. (S.69)"

    "Peter Sloterdijk denkt die Nähe (...) als eine nicht regressive. Trotz der Rede von der Plazenta und einer gewissen Bevorzugung des Weiblichen kriecht diese Philosophie nicht zurück in den Urschleim. Ganz im Gegenteil sucht sie technische Substitutionen für das, was dem Menschen wesentlich ist." (S.70)

     
         
     
           
       

    Der Essay in der Debatte

    fehlt noch
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 27. Juli 2004
    Update: 31. Januar 2015