[ Autoren der Single-Generation ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Michael Wildenhain: Single in den Zeiten der Hausbesetzungen und des Deutschen Herbst

 
       
     
       
     
       
   

Michael Wildenhain in seiner eigenen Schreibe

 
   

WILDENHAIN, Michael (1989): Tag der Arbeit. In: Helge Malchow & Hubert Winkels (Hg.) Feindschaft. Neue deutsche Literatur, Köln: Kiepenheuer & Witsch

WILDENHAIN, Michael (1996): Beharrungsvermögen gegen den Zwang der Mobilität,
in: Berliner Zeitung v. 07.09.

WILDENHAIN, Michael (2001): Eine Schule der Widerborstigkeit.
Wie weit weg ist 68? Nicht so weit, wie uns selbst die Verteidiger von Joschka Fischer glauben machen wollen. Anmerkungen zu der Entscheidung der Linken, nicht zu gewinnen, und dem langen Lauf der deutschen Protestbewegungen zu sich selbst,
in: TAZ v. 01.03.

WILDENHAIN, Michael (2003): Die Single.
Weihnachten fing alles an. Eine Geschichte,
in:
Das Magazin, Dezember

WILDENHAIN, Michael (2004): Go West(Berlin).
Nicht nur Ostberlin ist verschwunden. Impressionen von einer verlorenen Heimat,
in: Freitag Nr.12 v. 12.03.

 
       
   

Michael Wildenhain im Gespräch

 
   

Neu:
REINECKE, Stefan (2012): "Die Grünen sind mir zu bieder".
Engagement: Ein Gespräch mit dem Autor Michael Wildenhain über seinen Eintritt in die Linkspartei und das Auslaufmodell Günter Grass,
in: TAZ
v. 28.07.

 
       
   

Erste Liebe Deutscher Herbst (1997)
Frankfurt a/M: Fischer
1999 als Taschenbuch erschienen

 
   
     
 

Klappentext

"Deutschland im Herbst 1977: Die Entführung Hanns Martin Schleyers, Anschläge der RAF, Berufsverbote, gewalttätige Demonstrationen gegen Atomkraftwerke.
Der Held des Romans hat im Frühsommer als Bester seines Jahrgangs Abitur gemacht und steht nun vor der Frage, was er mit seinem Leben anfangen soll. Die hochgradig politisierte Atmosphäre im Land kümmert ihn kaum - was sich ändert, als er zwei Frauen kennenlernt: die siebzehnjährige Barbara, mit der er schläft, und die zehn Jahre ältere, in einer linksradikalen Gruppe engagierte Lehrerin Manon, in die er sich verliebt. Auch sein Mitschüler Schöpp interessiert sich für Manon und für die Ideen der RAF.
Michael Wildenhain erzählt von den Wirrungen der ersten Liebe in einer hoch erregten Phase der deutschen Geschichte. Da sich alle drei, Barbara, Manon und Schöpp, in den politischen Kämpfen jenes Herbstes engagieren, wird der Held des Romans fast wider Willen in diese Konflikte hineingezogen. Barbara, kompromißlos in allem, was sie tut, radikalisiert sich rasch und wird verhaftet. Schöpp hat utopische Pläne, aber nicht die Kraft sie umzusetzen. Manon, die junge Lehrerin sorgt sich vor allem um ihr berufliches Fortkommen. Am Ende des Romans steht der Held allein - drei Wege des politischen Engagements sind vor seinen Augen gescheitert, einer endet gar im Selbstmord."

 
     
 
       
   

Rezensionen

MODICK, Klaus (1997): Marihuana, Ei und Alkohol,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 15.10.

SCHÄFER, Andreas (1998): Mit angefeuchteten Augen.
Michael Wildenhains Verklärungsbuch: "Erste Liebe Deutscher Herbst",
in: Berliner Zeitung
v. 21.02.

SPRANG, Stefan (1998): Schreckliche Gesichter,
in: Rheinischer Merkur Nr.9

 
       
   

zum beispiel k. (1983)
Berlin: Rotbuch (vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"...die s-bahn ist dunkel und stillgelegt, an den schwarzen zweigen hängen tropfen, es nieselt am himmel sind wolken, vorne steht das haus: groß und dunkel. »scheiße«, wispert einer, als er den fuß am schotter stößt, »still«, zischt eine frau und k, zieht sich einen dorn aus dem finger. die erste gruppe wartet schon im hinterhof, alle andern treffen fast gleichzeitig ein, die kellertür ist schon aufgebrochen, ein brett vernagelt den einstieg: sie sind im haus

k, lacht leise, küßt eine frau im treppenhaus und haut sich beim aufbrechen einer wohnungstür den kuhfuß vors auge, sieht kämpferisch aus und immer, wenn jemand ruft, binden sie sich tücher vors gesicht, ehe sie auf den balkon gehn. alle türen werden aufgebrochen."

Pressestimmen

"Michael Wildenhain (...) hat die Entwicklung der Hausbesetzerszene von innen beschrieben. Erst mit kritischer Solidarität in seiner Erzählung »zum beispiel k.«, dann mit trotzigen Gesten der Entfernung in »Prinzenbad« (1987)."
(Hubert Winkels in der Zeit v. 11.10.1991)

"Den preisgekrönten Dichter prägte eine Zeit, in der Kreuzberg das vielbesungene Zentrum des Häuserkampfes, Ziel der heißen Sehnsüchte westdeutscher Teenager war, die ihr Glück in besetzten Häusern fanden oder denen die wirkliche Wirklichkeit ihrer autonomen Vorstellungen in aufregenden Schlachten mit den gemeinen Bütteln des Schweinesystems eingetrichtert wurde. So das Klischee, das Wildenhain mit seinen Romanen ein wenig auch mitbestimmte.

Ganz so tough, wie sich die Kämpfer auf der Straße gaben, waren sie nicht; auch der hübsche Satz »Ich lebe sooooo gern« von Ute Scheub (in »Krawalle und Liebe«), der Bestseller »Tod eines Märchenprinzen«, selbst »Momo« wurde eifrig von den nach außen hart sich gebenden Hausbesetzern, Revolutionären und Politpunks rezipiert; kein Wunder, ging es doch um »Gefühl und Härte«, wie das Graffiti an jeder Hauswand verkündete. Mit »Gefühl und Härte« wirbt inzwischen die Firma Jeep für ihre toll individualistischen Autos, und auch Wildenhain, der mit seinem Erstlingswerk, dem Hausbesetzerroman »Zum Beispiel K.«, viele »nachgeborene 68er« ob des Verzichts auf Sinnsuche schockierte, schaut etwas unverklärter zurück."
(Detlef Kuhlbrodt in der TAZ Berlin vom 09.08.1993)

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

WINKELS, Hubert (1991): Ein Schlachtengemälde.
Michael Wildenhains schon historischer Berlin-Roman,
in: Die ZEIT Nr.42 v. 11.10.

Infos zu: Hubert Winkels - Autor der Single-Generation

KUHLBRODT, Detlef (1993): Das ist so meine Wahrnehmung.
Gesichter der Großstadt: Der Schriftsteller Wildenhain bastelte in drei Romanen mit am Mythos des Häuserkampfs. Heute sieht er alles mit mehr Distanz,
in: TAZ Berlin v. 09.08.

KORFMANN, Hans W. (2005): Michael Wildenhain.
»Ja, Kreuzberg, da zünden sie ab und zu eine Mülltonne an, und dann wird darüber noch Literatur gemacht.«,
in: Kreuzberger Chronik, Februar

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002-2013
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 03. März 2001
Stand: 03. November 2013