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Rainer Paris: Doing Gender

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1948 in Oldenburg geboren
    • Studium der Soziologie, Psychologie und Germanistik an der FU Berlin
    • 1984 Buch "Klassenbewußtsein und Intersubjektivität
    • 1994 Buch "Figurationen sozialer Macht"
      (zusammen mit Wolfgang SOFSKY)
    • 1998 Buch "Stachel und Speer"
    • Professor für Soziologie an der FH Magdeburg
       
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Rainer Paris in seiner eigenen Schreibe

     
       

    PARIS, Rainer (2003): Doing Gender,
    in: Merkur, Nr.5 , Mai

    Eine Kritik der Identitätspolitik von Rainer PARIS

    PARIS, Rainer (2003): Über das Folgen.
    in: Merkur, Nr.12 , Dezember

    Rainer PARIS entwickelt eine Soziologie des Folgens. Deren Grundlagen lauten:

    "Menschen wollen folgen. Wenn sie keine Orientierung haben, suchen sie Orientierung durch andere. Wo immer soziale Ordnung, die dem Alltag einen gewohnten Rahmen gibt, plötzlich zusammenbricht, entsteht Führungsbedarf, der nicht auf Dauer unabgedeckt bleiben kann."

    PARIS, Rainer (2005): Vom Mißtrauen.
    Soziologiekolumne,
    in: Merkur Nr.673, Mai

    Rainer PARIS nähert sich wieder einmal seinem Lieblingsthema. Diesmal aus einer "Soziologie des Vertrauens", die im Grunde aber eine Psychoanalyse des Misstrauens ist:

    "Während der kleine Junge die Hinwendung und spätere Abwendung der Mutter als elementaren »Verrat« erlebt, ist das Grundproblem des Mädchens, daß eine vergleichbar bedingungslose Hinwendung des Vaters gar nicht erfolgt. Die Grundangst der Männer gegenüber den Frauen sei daher die Angst vor Verrat, weshalb sie sich auch späterhin häufig in Gegenwart von Männern am wohlsten fühlten: Wenn keine Frauen da sind, können sie einen auch nicht verraten. Für die Frauen hingegen gelte die analoge Befürchtung, nicht wirklich geliebt zu werden, weshalb sie später immer wieder Liebesbeweise einforderten und sich oftmals in solchen Situationen am wohlsten fühlten, in denen sie die Blicke der Männer auf sich spürten, sich also ihres Begehrtwerdens sicher seien. (Dies ist übrigens eine einfache Erklärung dafür, warum die allermeisten Männer Anzeichen aggressiver Emanzenhaftigkeit – nicht zu verwechseln mit Selbständigkeit und Stärke, Emanzipiertheit also – sofort mit Abwesenheit beantworten. Männer haben ohnehin große Schwierigkeiten, zu Frauen Vertrauen zu fassen – wer aber einer Emanze vertraute, müßte verrückt sein.)"

    Nicht nur das Geschlechterverhältnis auch den Geburtenrückgang möchte PARIS als adäquate männliche Antwort auf den Feminismus verstanden wissen:

    "Die desaströsen Auswirkungen des feministischen Macht- und Gewaltdiskurses auf die gegenwärtigen Geschlechterverhältnisse habe ich in einer früheren Kolumne beschrieben (Merkur, Nr. 649, Mai 2003); dies braucht hier nicht wiederholt zu werden. Ergänzend nur soviel: Es macht einen großen Unterschied, ob Mißtrauen Resultat privater Enttäuschungen oder öffentlicher Daueragitation ist. Denn alle Ideologie verallgemeinert; die öffentliche Stigmatisierung lenkt unsere Typisierungen und zwingt jede Einzelwahrnehmung ins vorgegebene Raster. Der Verdacht schürt die Aggression, und die Aggression den Verdacht. Damit wird alle Selbstverständlichkeit, alles Spielerische im Umgang getilgt, es fehlt einfach der Raum des »naiven«, immer auch etwas leichtgläubigen Experimentierens, in dem sich tastendes Vertrauen entwickeln und stabilisieren könnte.
    Die Folgen sind ebenso weitreichend wie offensichtlich. Wenn Frauen und Männer nicht mehr zusammenfinden und jeder Bindung mißtrauen, gibt es nun einmal keine Kinder. Gegen elementar zerstörtes Geschlechtervertrau- en kann keine Familienpolitik ankommen.
    "

    Rainer PARIS' Analyse mag möglicherweise den Nerv der Zukurzgekommenen der 78er-Generation treffen, d.h. jener Zaungäste, die sich Ende der 70er Jahre/Anfang der 80er Jahre im so genannten Alternativmilieu bewegten. Die neue Generation des Postfeminismus kämpft dagegen ganz andere Kämpfe.

    PARIS, Rainer (2009): Gleichheit.
    Ein systematisches Argument,
    in: Merkur Nr.723, August

    Neu:
    PARIS, Rainer (2010): Das zersplitterte Ich.
    Zu Jean-Claude Kaufmanns Identitätstheorie,
    in:
    Merkur, Nr.735, August

     
           
       

    Rainer Paris im Gespräch

     
       

    KULTURZEIT (2003): Männliche Feminismuskritik.
    Der Soziologe Rainer Paris analysiert das Mann-Frau-Verhältnis,
    in: Kulturzeit. Sendung von 3 SAT am 22.10.

     
           
       

    Stachel und Speer (1998).
    Machtstudien
    Frankfurt a/M: Suhrkamp

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wie wird Macht von Menschen gemacht und zugleich von ihnen erfahren? Dieser allgemeinen Frage gehen die Ausätze dieses Bandes anhand politischer Konflikte und Alltagssituationen nach. macht wird dabei nicht als strukturell erzeugte Ungleichheit aufgefaßt, sondern als eine dynamische Beziehung zwischen Akteuren, in der einer dem anderen seinen Willen aufzwingt und seine Ziele durchzusetzen vermag. Anhand verschiedener Machtpraktiken (z.B. Drohungen, Provokationen, Lob, Schimpfklatsch oder Intrige) wird gezeigt, wie Macht funktioniert und sich oftmals auch gegen die Absichten derjenigen durchsetzt, die sich ihrer bedienen. Nicht nur das Machen der Macht, sondern auch, was die Macht mit den Menschen macht, die sie machen, ist Thema dieser Studien."

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    Zurücklehnen

    Drohungen. Über eine Methode der Interaktionsmacht

    Der kurze Atem der Provokation

    Vermummung

    Eine Gretchenfrage. Sachverständigkeit als Problem

    Dreierlei Schimpfklatsch. Über Dauergerede und Selbstverhetzung

    Solidarische Beutezüge. Zur Theorie der Seilschaft

    Die Politik des Lobs

    Negatives Organisieren. Das Muster der Intrige

    Über das Keifen

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    fehlen noch
     
       

    "Doing Gender" in der Debatte

    KÖPPEL, Roger & Thorsten STECHER (2003): "Ich bin es leid, eine Frau zu sein".
    Lässt sich das Patriarchat doch noch abschaffen? Weshalb betrügen die Männer ihre Partnerinnen immer mit einer Jüngeren? Und was ist das Geheimnis wirklicher Pornografie? Zu Gast bei Alice Schwarzer, Deutschlands grosser Feministin,
    in: Weltwoche Nr.49  v. 04.12.

    Alice SCHWARZER u.a. zum "Krieg der Geschlechter" :

    "Könnte es sein, dass das Postulat von der absoluten Gleichheit die Geschlechter überfordert?
    Man bekommt Freiheit natürlich nicht geschenkt. Man hatte sich eingerichtet in der Hierarchie, in den Abhängigkeiten, es wurde geschwiegen, die Türe zugemacht. Jetzt versucht frau den aufrechten Gang. Natürlich löst das Verunsicherung aus, bei beiden Geschlechtern. Sie gleiten ja nicht von der die Menschen verbiegenden Ungleichheit strahlend in die Gleichheit. Und trotzdem ist in diesen wenigen dreissig Jahren eine wahre Revolution in den Köpfen passiert. Für die jungen Frauen von heute ist es selbstverständlich, neben der Familie einen Beruf zu haben. Wir sind für solche Forderungen früher ausgelacht worden. Auch den jungen Männern von heute tut es gut, auch mal Mensch sein zu dürfen und nicht nur Maschine wie ihre armen Väter und Grossväter.
    Sie reden von «Verunsicherung». Ihre Kritiker, wie der deutsche Soziologe Rainer Paris, sprechen von einer aktuellen «Eiszeit». Die permanente Ideologisierung des Geschlechterverhältnisses, die Tatsache beispielsweise, dass jedes Kompliment als plumpe Anmache interpretiert wird, habe das Grundvertrauen zwischen Mann und Frau zerstört.
    Ach wissen Sie, so ein Wissenschaftler steht ja auch nicht ausserhalb seiner Haut. Dem ist vielleicht gerade die Frau weggelaufen, schon fängt er an, von einer «Eiszeit» zu reden", kontert
    Alice SCHWARZER.

  • ZUCKER, Renée (2003): Schule des Sterbens.
    Hannelore Schlaffer war übel gelaunt, als sie ihr Erbauungsbüchlein übers "Alter" schrieb,
    in: TAZ  v. 06.12.

  • Renée ZUCKER kritisiert das Bild der Single-Frau bei SCHLAFFER:

    "Schlimm dran sind die allein stehenden Frauen. Vor allem, wenn sie unangepasst sind. Mit dieser Drohung befindet sich Schlaffer in momentan angesagter Gesellschaft. Vor allem bei Suhrkamp. Dort tat jüngst Rainer Paris kund, dass alles Elend dieser westlichen Welt seinen Anfang mit der Emanzipation und Selbstverwirklichung der Frau genommen habe."

    Hannelore Schlaffer - Das Alter
     
       

    Weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. Dezember 2003
    Update: 19. Mai 2015