"Nichts erhoffe ich mir so sehr, als dass die digitale Öffentlichkeit einmal die intellektuelle Kraft und Offenheit jener Salons haben wird, die es etwa um 1800 in Berlin gab, als bei Rahel Levin die Grenzen der Stände, der Religionen, der Professionen nonchalant aufgehoben wurden",

verkündet Thomas HETTCHE pathetisch. Mit der Aufhebung der "Grenzen der Stände" ist jedoch nicht die klassenlose Gesellschaft gemeint, sondern ein elitärer Zirkel. Die dekadente  Schrumpfform davon zelebrierten HETTCHE & Co. auf Schloss Elmau. Wer wie HETTCHE lediglich erfolglose Manifeste publiziert hat und spät auf den rollenden Zug der Väterliteratur aufgesprungen ist, der hat es offenbar nötig die "literarische Hilflosigkeit" einer Helene HEGEMANN zu beschwören. Der Skandal um HEGEMANN zeigte jedoch vor allem eines auf: Die Funktionsmechanismen eines Literaturbetriebs, der einer Ökonomie der Aufmerksamkeit folgt und sich dadurch selbst entlarvt.