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Viola Roggenkamp: Frau ohne Kind

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1948 geboren
    • 2004 Debütroman "Familienleben"
    • 2004 Buch "Frau ohne Kind"
    • Mitglied im Kuratorium des Feministischen Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung
 
       
   
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    Viola Roggenkamp in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    ROGGENKAMP, Viola (2001): Nachfolger von Mutti und Vati,
    in: TAZ v. 25.07.

    Viola ROGGENKAMP beschäftigt sich mit der Frage, ob Hannelore Kohl der Prototyp einer "Reihenhausmutti" aus der Vor-Emanzipationszeit ist. Sie kommt zu dem Schluss:

    "Die propagierte Erscheinung einer sich dem Mann unterwerfenden Frau ist heutzutage anders als in der Elterngeneration. Poliert, strahlend, fit. Der heutige Mann wäre ja der Spießer, der sein Vater ist, würde seine Plastikpuppe nicht so emanzipiert aussehen wie Verona Feldbusch, die darin nur mehr die Tochter einer Hannelore Kohl bleibt. Der Frau ist ihre Selbstidealisierung heute erlaubt, wenn sie darin dem Mann als Objekt nicht verloren geht."

    ROGGENKAMP, Viola (2002): Sexismus and the City.
    Herr Kimmel sagt über seine Geschlechtsgenossen: Männer fühlen sich schlicht normal. (US-Soziologe und Profeminist in der taz vom 6. 9. 2002),
    in: TAZ v. 25.09.

    "Nicht die Moderne oder die Gleichberechtigung oder der Feminismus haben im Westen die Bedeutung der Familie untergraben, sondern die narzisstische Wut des Mannes über seinen Bedeutungsverlust. Nicht die gesellschaftliche Präsenz und das Können von Mädchen und Frauen zerstören familiären Schutz, sondern die Verweigerung verantwortlicher Väterlichkeit", meint Viola ROGGENKAMP."

    ROGGENKAMP, Viola (2003): Blassblaugrün wie das Leben und rot wie der Sex,
    in: Welt v. 08.02.

    Viola ROGGENKAMP u.a. über zwei Bücher von Sibylle BERG: "Das gute Buch tritt im Umschlag in die Öffentlichkeit. Ein gutes Buch kommt nicht nackt daher. Kaum habe ich das gute Buch zu Hause, ziehe ich es aus, und da ist der Moment von tief rotem Karton oder sandfarbenem Leinen.
    Zwei Bücher sind dabei von Reclam aus Leipzig, die haben nichts um. Die arme Ostverwandtschaft. Ich lege sie auf meinen runden Küchentisch und befühle den Einband. Sanftes Geriffel unter den Fingerspitzen. Beide hat
    Sibylle Berg geschrieben, und auf dem Titelbild des einen Buches liegt die Autorin höchstpersönlich im Bett und daselbst gleichfalls ohne Umschlag.
    Als „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ vor sechs Jahren erschien, war es sofort ein Erfolg. Ein sezierender Blick auf das Geschlechterverhältnis vorgetragen im Ton naiver Zumutung. Aber da ist mehr"

    ROGGENKAMP, Viola (2003): Leben im Frauenfeindesland,
    in: TAZ v. 30.07.

    Viola ROGGENKAMP setzt Frauenpolitik mit Mutterpolitik gleich. Kinderlosigkeit kommt deshalb nur als ungewollte in den Blick. Im Grunde geht es also um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie:

    "Ein Drittel der in Deutschland lebenden heute 28-jährigen Frauen werden voraussichtlich kinderlos bleiben wollen. Die Verweigerung des Staates, Frauen durch ganztägige Kinderbetreuung und Ganztagsschulen zu helfen, geben etwa 70 Prozent als Grund für ihre Kinderlosigkeit an. Denn wie sollen wir das anders nennen als eine Verweigerung. Gleichgültigkeit? Vergessen? Die zuständigen Ministerien leiten zwei Frauen, zwei tüchtige und in ihrer Grundeinstellung feministisch denkende Frauen. Aber handeln sie entsprechend?"

    Dank Jutta ALLMENDINGER, der neuen Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kann ROGGENKAMP nun von einem Skandal in Sachen Frauenförderung berichten.

    ROGGENKAMP, Viola (2004): Schuld hat nur der Feminismus,
    in: TAZ v. 07.01.

    Viola ROGGENKAMP schlägt nochmals in die gleiche Kerbe wie der neueste Spiegel: die Frau ist immer die Angeschmierte. Es gibt milde Kritik an der taz und trotzig wird Angela MERKEL zur neuen Bundeskanzlerin gekürt.

    ROGGENKAMP, Viola (2004): Das Alter ist im Kommen.
    Als meine Freunde mir eine Überraschungsparty zu meinem 60. Geburtstag spendierten, hätte ich sei alle ermorden können (Betty Friedan in "The Fountain of Age")
    in: TAZ v. 21.04.

    Viola Roggenkampf, die Frau ohne Kind, provoziert die Jungen und Frank SCHIRRMACHER samt Männer-FAZ mit Sätzen wie:

    "Ich gehöre zu der Generation, die länger lebt, als sich das die Rentenpolitiker vor dreißig Jahren so dachten. Ich bin da, mich gibt es. Ich will noch lange mitreden. (...).
    Das Alter ist im Kommen. Große Aufgaben liegen vor uns. Wir brauchen eine neue Frauenbewegung, wir brauchen den Aufstand der alten Frauen. Wir leben am längsten, wir sind wichtig"

    @jöt (2004): Wellenreiter.
    Aufstand der Großmütter,
    in: faz.net v. 21.04.

     
           
       

    Viola Roggenkamp im Gespräch

     
       
    SCHNEIDER, Christian (2004): "Mein deutscher Vater, ein Held".
    Viola Roggenkamp birgt in ihrem Roman "Familienleben" die Innenansichten einer deutsch-jüdischen Familie der Sechzigerjahre in Hamburg. Im taz-Gespräch erläutert sie Empfindsamkeiten aus einer Zeit, als Jüdisches besser beschwiegen wurde. Und die Autorin selbst als Spionin tätig war: Alles schien naziverdächtig,
    in: TAZ v. 21.04.
     
           
       

    Frau ohne Kind (2004).
    Gespräche und Geschichten - eine Tafelrunde
    Hamburg: Europa Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Viola Roggenkamp hat dreizehn kinderlose Frauen zusammengeführt und nach ihren Geschichten gefragt. Dabei ist ein wunderbar erzählerisches Buch entstanden, in dem ganz unterschiedliche Frauen sehr persönlich und offen erzählen, warum sie sich gegen die Mutterrolle entschieden haben: mal entschieden und selbstbewußt, mal traurig und voller Sehnsucht nach dem Kind, das es nie geben wird, mal wütend und trotzig, mal zart und innig. Keine der Frauen hat es sich leicht gemacht mit ihrer Entscheidung, jede offenbart mit ihrer Geschichte eine sehr verletzliche Seite, und alle können neben der eigenen Geschichte die der anderen verfolgen."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    ROX (2004): Frau, ohne Kind,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.04.

    ROX stellt das Buch Frau ohne Kind von Viola ROGGENKAMP vor: "Die Publizistin Viola Roggenkamp hat dreizehn Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren um eine opulent gedeckte Tafel versammelt. «Sechs von uns konnten noch bequem Mutter werden, drei sassen auf der Kippe, für die anderen vier an meinem Tisch war das Thema gegessen, sie waren Mitte, Ende vierzig und zwei über fünfzig, eine davon war ich. Keine von uns dreizehn Frauen war Mutter.»"

    BANTEL, Nadia (2004): Brachliegende Weiblichkeit.
    Viola Roggenkamp hat kinderlose Frauen in die Küche geladen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.07.

    Nadia BANTEL stimmt den Leser mit der üblichen politisch korrekten Konstruktion der Geburtenkrise auf die damit alternativlose Lesart des Buches Frau ohne Kind von Viola ROGGENKAMP ein:

    "Dreiunddreißig Prozent der heute neununddreißigjährigen Frauen sind kinderlos und werden es voraussichtlich bleiben, so die Schlussfolgerung es Bundesinstituts für Bevölkerungsfragen (Anm.: Bevölkerungsforschung). Das sind zwölf Prozent mehr als unter den zwischen 1960 und 1965 geborenen Frauen, zwanzig Prozent mehr als unter den Frauen des Jahrgang 1950. Vielleicht haben moderne Frauen sogar besseres zu tun: Fast die Hälfte (41 Prozent) der Kinderlosen um die Vierzig sind Akademikerinnen."

    Kinderlose Frauen werden in dieser Mainstreamperspektive zu Opfern gesellschaftlicher Verhältnisse stilisiert. Was Matthias WINKLER als grenzverletzende Diskussion ("Borderline der Gürtellinie") kritisiert, das wird von BANTEL begrüßt:

    "Die Furcht, das Gespräch unter den einander unbekannten Frauen könnte stocken, war unbegründet. Kein Kind zu bekommen, das verdeutlicht das Buch, nimmt in der Gedankenwelt eine beherrschende Rolle ein. Die Gedanken der Kinderlosen kreisen - um das fehlende Baby, um das Altern, um die eigene Mütterlichkeit und die Fürsorge anderer Frauen."

  • WALTER, Birgit (2004): Es fehlt an brauchbaren Vätern.
    Zwölf Frauen erklären, warum sie keine Kinder haben und ob sie deswegen etwas vermissen,
    in: Berliner Zeitung v. 16.08.

  • "Wer fragt schon eine Frau ohne Kind, warum sie eine Frau ohne Kind ist?"

    Birgit WALTER sieht hinter dieser Frage nur Abgründe lauern, weswegen Nicht-Verwandte sich vor falschen Fragen hüten sollten. Politiker hüten sich dagegen nicht vor falschen Fragen. Nein! Die öffentliche Debatte fragt erst gar nicht, sondern hat die Antworten schon parat. Dem gesellschaftlichen Geständniszwang durch den öffentlichen Diskurs hat Viola ROGGENKAMP mit ihrem Buch Genüge getan. WALTER bringt den kinderlosen Karrierefrauen, die ihre Motive offen legen, jedoch viel Unverständnis entgegen. Weder findet sie Beruf und Familie unvereinbar, noch lässt sie das Fehlen akzeptabler Männer als Rechtfertigung der Kinderlosigkeit in Deutschland gelten. Für WALTER ist Kinderlosigkeit stattdessen das Ergebnis der widernatürlichen Rationalität moderner Frauen:

    "Die Entscheidung trifft nicht der Intellekt, sondern der Instinkt. Und der wird nun zunehmend gestört durch die Unabhängigkeit der Frau, den Anspruch an ihr Leben, die gesellschaftlichen Umstände."

  • Neu:
    KLEIN, Judith (2004): Frau ohne Kind.
    Gespräche bei Austern und Rapunzelsalat,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, November

  • "Wie dem auch sei: »Ein Drittel der in Deutschland lebenden heute 28jährigen Frauen wird voraussichtlich kinderlos bleiben wollen, und etwa 70 Prozent dieser Frauen sagen, wenn es Ganztagsschulen und ganztägige Kinderbetreuung gäbe, wäre das zu machen«", zitiert KLEIN die Autorin als ob es sich um aktuelle Zahlen handeln würde.
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    Das Buch in der Debatte

    MÜNCHHAUSEN, Anna von (2004): Der Kinderschreck.
    Das Land vergreist, aber wer ist schuld daran? Frauen, die nur an Karriere denken? Von zögerlichen Männern ist in der Debatte um Kinder-Mangel selten die Rede,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.05.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 21. April 2004
    Update: 17. Juni 2015