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Dorothea Dieckmann: Klassentreffen der verlorenen Single-Generation

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1957 in Freiburg geboren
    • 2002 Roman "Damen & Herren"
    • freie Schriftstellerin und Kritikerin in Hamburg
 
       
   
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    Dorothea Dieckmann in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • DIECKMANN, Dorothea (2001): Wenn Literatur zum Geschwätz verkommt.
      Plädoyer für die Wiedereinführung des Begriffs Trivialliteratur,
      in: Die ZEIT Nr.48 v. 22.11.

    • DIECKMANN, Dorothea (2002): Kein Ausweg, nirgends.
      Zum 70. Geburtstag von Gabriele Wohmann ein neuer Roman,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 21.05.

    • DIECKMANN, Dorothea (2003): Schlüssellochroman.
      Maxim Biller besichtigt das wahre Leben,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.03.

    Rezension des Romans Esra von Maxim Biller.
    Dorothea DIECKMANN sieht hinter der Erinnerungsbedürftigkeit von Autoren wie Sophie DANNENBERG, Rainer MERKEL und Bernd CAILLOUX das gleiche Motiv wirken wie hinter den negativen Utopien eines KAFKA oder BECKETT oder den Endzeitvisionen von JELINEK bis HOUELLEBECQ: "ein allzuberechtiger Mangel an Zuversicht". DIECKMANN beunruhigt sowohl das eine als auch das andere:

    "Die Unheils-Projektionen sind die Kehrseite einer Sehnsucht nach Heilung in (und von) der Welt, die in beiden Zeitrichtungen leicht zur Sucht nach einer heilen Welt führt - einer herrlichen Zukunft, einer vollendeten Vergangenheit."

    DIECKMANN fordert dagegen den Möglichkeitssinn eines Robert MUSIL oder das Prinzip Hoffnung (Ernst BLOCH) ernst zu nehmen:

    "Noch, und immer wieder noch, ist das Gewesene nicht zu Ende. Die Erzählform der Erinnerung, die das Vergangene weiterschreibt, wäre die unvollendete Vergangenheit."

    Neu:
    DIECKMANN, Dorothea (2005): Der kurze Blitz der Anarchie.
    Bernd Cailloux' Romanerstling "Das Geschäftsjahr 1968/69",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.06.

    Rezension des Romans Das Geschäftsjahr 1968/69 von Bernd CAILLOUX.
     
           
       

    Dorothea Dieckmann in der Debatte

     
       

    WITTSTOCK, Uwe (2001): Das Gebot mit dem Freund der Freundin zu schlafen.
    Debatte um Kleistpreisträgerin Judith Hermann: "Es ist ja nicht purer Übermut, der heute so viele an der Unterscheidung zwischen Literatur und Trivialliteratur verzweifeln lässt",
    in: Welt v. 26.11.

     
           
       

    Damen & Herren (2002)
    Stuttgart:
    Klett-Cotta

     
       
         
     

    Klappentext

    "Marx, die Stones und Sergio Leone waren ihre Götter. »Easy Rider« war noch immer Kult, und Camus und Sartre waren die Themen in den Schulpausen, »zwischen Lehrerparkplatz und Eduscho«. Nun, zwanzig Jahre später, treffen sie sich wieder, in der Gaststätte »Waidmannsruh«. Draußen fällt Schnee.
    Es wird ein bizarrer Abend. Fast alle sind gekommen, und Marie, die Erzählerin, mischt sich in den Kreis der Gesichter, der schnell wieder vertrauten Stimmen. Befangenheiten, offene Rechnungen und unerfüllte Wünsche, abgebrochene Karrieren und zufriedene Mittelmäßigkeit – wie in einer Versuchsanordnung treibt die kleine geschlossene Gesellschaft auf Reaktionen zu, die niemand erwartet und gewollt hat."

    Pressestimmen

    "Man wollte immer schon anders sein als die anderen und doch genauso wie sie.
    (...) Denn sie alle lebten schon damals - das ist so genau kaum je registriert worden in einem anderen Roman aus dieser nahen fernen Zeit, den mittleren und späten siebziger Jahren - lebten vom kulturellen Abfall der nächstälteren Generation, eingesponnen immer noch in eine sekundäre Welt aus Camus, Sergio Leone, Jim Morrison und Verena Stefan, aus I can't get no satisfaction oder Das kann doch nicht alles gewesen sein und She loves you, and you know you should be glad, aus Hasch und Ho Chi Minh. Leben aus zweiter, dritter Hand, doch hautnah nacherlebt, wie ganz echt. Zwischen den schon unerreichbaren 68ern und der nicht einmal ahnbaren Generation Golf ein paar Jahrgänge im Niemandsland.
    Das alles ergibt sich kunstvoll wie nebenbei, denn der Roman und seine Erzählerin denken gar nicht daran, ihre Befunde hochzurechnen zu einer Psychosoziologie der kurz vor 1960 geborenen Jungintelligenzija. Beide haften immer nur an den herausgeschnittenen Gesichtern (...), beobachten neue und alte Paarbildungen und unterscheiden scharf Männer- und Frauenrollen: die einen ewige Junggesellen, ob mit oder ohne Bindung, »softe Machos«, die anderen schuftend in Karrieren oder Sozialfürsorge, versackt in Kinderglück, späten Notehen oder entschlossen feministisch. "
    (Reinhard Baumgart in der Zeit vom 16.05.2002)

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    FK (2002): Wenn aus alten Klassenkameraden lauter Damen und Herren werden.
    Johnny wird nicht kommen. Tobias hat schon eine Halbglatze, Petzi sieht langsam ihrer Mutter ähnlich,
    in: Welt Hamburg
    v. 07.03.

    VENSKE, Regula (2002): Dorothea Dieckmann: Damen & Herren,
    in: Divertimento. Sendung des NDR3 Radio v. 09.04.

    BAUMGART, Reinhard (2002): Noch eine verlorene Generation.
    Mit Dorothea Dieckmann auf einem Trip durch die Vergangenheit von Vierzigjährigen,
    in: Die ZEIT Nr.21 v. 16.05.

    FESSMANN, Meike (2002): Schwätzmaschinen.
    "Damen & Herren": Klassentreffen mit Dorothea Dieckmann,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.05.

    LANGNER, Beatrix (2002): Der maskierte Mund.
    Dorothea Dieckmanns erster Roman - und ein Essay,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.06.

    KOHSE, Petra (2002): Sachbearbeiter der Existenz.
    Dorothea Dieckmanns Roman "Damen & Herren" schabt an der Peripherie der Pubertät,
    in: Frankfurter Rundschau v. 22.06.

    Wer Hochliteratur von anderen einfordert, der darf sich nicht darüber wundern, wenn er an seinen eigenen Ansprüchen gemessen wird: "Das Klassentreffen (...) ist im Alltag nicht nur der ideale Ort, sondern in der lebensgeschichtlich interessierten Literatur auch das ideale Motiv, um ins Nachdenken und ins Erzählen zu kommen. Und gerade in letzter Zeit scheint es besonders gern verwendet zu werden. Von Robert Menasses Die Vertreibung aus der Hölle über Nachthaut von Sabine Friedrich bis zu Krimis und dokumentarischen Versuchen reicht sein Verbreitungsgebiet, und Dorothea Dieckmanns Roman Damen & Herren handelt sogar ausschließlich davon. Was erstaunlich ist. Denn ausgerechnet diese Autorin, die als Literaturkritikerin und Essayistin bekannt ist, hat im November letzten Jahres in der Zeit vehement über die Zunahme populärer und trivialer Aspekte in der deutschsprachigen Literatur geschimpft. Und musste doch ungefähr zur gleichen Zeit ein eigenes Buch in den Druck gegeben haben, das nicht nur ein definitiv populäres Motiv ausarbeitet, sondern auch zur Prime Time der Rückbesinnung spielt, zwischen Weihnachten und Neujahr".

    PETERS, Sabine (2002): Erinnerung an ein Anderes.
    Distanzierter Blick: Dorothea Dieckmanns Roman "Damen und Herren" und ihr Essayband "Sprachversagen",
    in: Freitag Nr.52 v. 20.12.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 16. Mai 2002
    Update: 19. Juli 2015