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Georg M. Oswald: Der Yuppie in jedem von uns

 
       
     
       
   
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    Georg M. Oswald in seiner eigenen Schreibe

     
       

    OSWALD, Georg M. (2000): Anfang für alle.
    Agony is over: In Tutzing entdeckte eine neue Schriftsteller-Generation sich selbst,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.04.

    Die Debatte um die Popliteraten im Anschluss an die Tutzinger Tagung

    OSWALD, Georg M. (2000): "Mein Haus, mein Auto, meine Yacht".
    Der Gestus der Affirmation hat Einzug gehalten in die Literatur,
    in: Transatlantik Nr.2, Juli/August/September

    OSWALD, Georg M. (2000): Subversion is over,
    in:
    TAZ v. 08.07.

    TAZ-Serie "Goldene Zeiten für Literatur"

    OSWALD, Georg M. (2001): Nach der Aktionärsversammlung.
    Man hat sicher mehr davon, sich ein Auto von DaimlerChrysler zu kaufen, als in die Aktien des Weltkonzerns zu investieren. Es ist höchstens eine Investition in den Lustgewinn, Jürgen Schrempp behaupten zu hören, er nehme die höchst merkwürdigen Aktionärssorgen ernst. Ein Kneipengespräch,
    in: TAZ v. 14.04.

    OSWALD, Georg M. (2001): Feuchte Schuhe im Lesesaal,
    in:
    Welt v. 28.04.

    OSWALD, Georg M. (2001): Die Pershing.
    Teil 24 der Serie "Das war die BRD",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.06.

    Georg Diez - Das war die BRD

    NIEMANN, Norbert & Georg M. OSWALD (2001): Aus der Einladung zur Mitwirkung an diesem Heft,
    in:
    Akzente. Zeitschrift für Literatur H.3, Juni, Schwerpunktthema "Politik"

    Die Debatte um das Ende der Popliteratur

    OSWALD, Georg M. (2001): An einem einzigen seidenen Faden.
    Seine Figuren treibt der amerikanische Schriftsteller Denis Johnson bis an die Grenzen ihres Selbstbewusstseins. Sein Roman "Engel" ist ein überdrehtes Gangster-Roadmovie sowie eine lange Reise in die Umnachtung. Der Entschluss, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, endet in einem Albtraum,
    in: TAZ v. 10.10.

    OSWALD, Georg M. (2001): Wann ist Literatur Pop? Eine empirische Antwort, in: Wieland und Winfried Freund (Hrsg): Der deutsche Roman der Gegenwart, München: Wilhelm Fink Verlag, S.29-44

    "Wann ist Literatur »Pop«? Die Frage läßt sich mangels Definition nur empirisch beantworten: Dann, wenn sie dafür gehalten wird",

    erläurtert OSWALD seinen Popliteratur-Begriff.

    "Nachdem sich Rolf Dieter Brinkmann schon vor seinem frühen Tod 1975 von seiner einstigen Pop-Begeisterung distanziert hatte, gab es in Deutschland keinen popsozialisierten Schriftsteller mehr, der diese Erfahrung in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellte. In dieser Hinsicht ist bei Rolf Dieter Brinkmann im übrigen das häufig zitierte »Rom, Blicke« viel weniger interessant als der kaum mehr gelesene, 1968 erschienene Roman »Keiner weiß mehr«",

    beginnt OSWALD seine Reise durch die Popliteratur, um dann mit Rainald GOETZ' Stirnschnitt beim Klagenfurter Bachmannwettbewerb 1983 und seinem Text Subito die Rückkehr des Pop in die Literatur zu beschreiben. Ausgiebig würdigt OSWALD den Text Abfall für alle, der zuerst im Internet veröffentlicht wurde:

    "Am 08.08.98 konnte man morgens Diedrich Diederichsens Artikel »Alles ist Pop« im SZ-Feuilleton lesen und am Nachmittag in »Abfall für Alle« postwendend, wie sich Goetz dazu stellt."

    Ausführlich behandelt OSWALD auch den Band Tristesse Royale und seine Rezeption im Feuilleton:

    "Es erzählt von einer Form des Elitarismus, wie sie seit Beginn des bürgerlichen Zeitalters gerne vom Nachwuchs der sogenannten besseren Kreise gepflegt wird. Alexander von Schönburg und Christian Kracht fällt dabei die Rolle der Schnösel aus gutem Hause zu. Kracht gibt den blasierten Snob, ein wenig hinfällig und verwirrt, von Schönburg, den ganz in seiner Abstammung aufgehenden, leicht unterbelichteten Adelsmann. Nickel posiert mangels Stammbaum als Geistesdandy in der Bernhardnachfolge, Bessing als Stilrichter und männliche Miß Manners. Von Stuckrad-Barre schließlich präsentiert sich als später Nachfahre der einst von Diedrich Diederichsen so genannten Hip-Intellektuellen, freilich reduziert um den in den Achtzigern noch obligatorischen »subversiven« Gestus."

    Benjamin STUCKRAD-BARREs Held des Romans Soloalbum wird von OSWALD als arroganter Bescheidwisser ("sozialkompetenter Einserschüler") beschrieben. Sein Urteil über Popliteratur der Generation Golf fällt entsprechend negativ aus:

    "In »Tristesse Royale« wie auch in »Soloalbum« wird der Leser mithin bis zum Überdruß mit den Befindlichkeiten der Akteure konfrontiert, die nicht agieren, aber unentwegt kommentieren. Soziologisch mag das von Interesse sein - literarisch bedeutsam ist es nicht."

    Besser weg kommen dagegen Andreas NEUMEISTER ("Gut laut") und Thomas MEINECKE:

    "Das »Ja zur Modernen Welt«, ursprünglich ein Nein zur enttäuschten Weltflucht übriggebliebener Hippies, brachte Meinecke dazu, nicht nur selbst neue Musik zu machen, sondern sie auch - vor allem als Radio-DJ - überall zu suchen: In den Achtzigern etwa im deutschen Underground zwischen Punk und Neuer Deutscher Welle, danach in Louisiana, Mississippi und Texas bei den Nachfahren deutscher Auswanderer (hiervon handelt auch »The Church of John F. Kennedy«), oder beim postfeministischen Postpunk von Riot Girls, der unter anderem auch den Soundtrack zu »Tomboy« liefert."

    OSWALD, Georg M. (2002): Die Geburtsstunde des Superbayern.
    "Hey Superbayern, olé, olé Superbayern, hey Superbaaayeeern!" Dieser Triumphgesang heult mitunter durch ganz Europa. Wie konnte das geschehen? Zugleich eine Analyse dessen, was nach der Bundestagswahl 2002 auf uns zukommen kann,
    in: TAZ v. 12.01.

    OSWALD, Georg M. (2002): Engagement,
    in: Perlentaucher v. 27.07.

    OSWALD, Georg M. (2002): Von Oberpfaffenhofen zum Mond.
    Rock 'n' Roll oder Raubtierkapitalismus? Wir Nachkriegsdeutschen und unser Amerika,
    in: Die ZEIT Nr.47 v. 14.11.

    Georg M. OSWALD beschreibt das Amerikabild der Zu spät gekommenen:

    "Wie Millionen anderer Jugendlicher träumte ich mich Mitte der siebziger Jahre in eine längst untergegangene, aber auf Vinyl, Zelluloid und Papier konservierte Gegenwelt hinein, deren kultisches Zentrum Woodstock war. Wie wohl den meisten Kindern der Post-Achtundsechziger-Generation erschien mir »Protest« vor allem als soziale Ausdrucksform, weniger als politisches Mittel.
             Wir waren unbewusste Nostalgiker, die glaubten, sie seien die Avantgarde. Das, was wir für Protest hielten, war Mimikry, die wir uns von den einschlägigen Popkulturerzeugnissen abgeschaut hatten. Die schmerzliche Grenze aber, die wir erst später erkannten, war, dass wir keine Amerikaner waren. Keinem Deutschen würde es je vergönnt sein, so sexy und revolutionär über die Kanäle zu flimmern wie Jim Morrison, der ohnehin längst tot war, als wir noch übten."

    Inzwischen sieht sich OSWALD jedoch auf der Höhe der Zeit, wenn er im amerikanischen Patriotismus das Versprechen einer neuen Pathosformel für Deutschland zu erkennen glaubt.

    OSWALD, Georg M. (2003): Verpasste Chance,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.06.

    • Auszug aus der Erzählung Die Kunst, unsichtbar zu sein.

    OSWALD, Georg M. (2003): Wie man Romane verbietet.
    Maxim Billers "Esra" erneut vor Gericht,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.

    OSWALD, Georg M. (2003): Das Ende des Schlüsselromans.
    Erneut verboten: Maxim Billers "Esra",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.08.

    Maxim Biller - Esra

    OSWALD, Georg M. (2003): Stoibers blühende Landschaften.
    Mach weiter, Edmund, da sind noch mehr Prozente drin! Denn alle Bayern müssen Sieger werden. Eine Wahlanalyse,
    in: TAZ v. 23.09.

    OSWALD, Georg M. (2003): Was ist schon Kunst?
    Der Schriftsteller und Rechtsanwalt Georg M. Oswald über das Besorgnis erregende Literaturverständnis deutscher Gerichte,
    in: Welt v. 18.10.

    Georg M. OSWALD über Vor- und Nachteil der Zensur: "Es gibt deshalb die gelegentlich an literarischen Stammtischen geäußerte Ansicht, nur unter der Knute der Zensur könne große Literatur entstehen. So abstrus diese Auffassung ist, sie ahnt zumindest, dass in unfreien Zeiten von der Literatur mehr erwartet wird als in freien. Wenn ästhetisch wie politisch alles erlaubt ist, ist alles egal, also nicht der Rede wert. Selbst, wer - ein kleiner Marylin Manson der Literatur - seine Schockeffekte so gekonnt setzt wie Michel Houellebecq, ist nach ein paar Jahren schon fast wieder vergessen. Hat sich Antje Vollmer eigentlich je über ihn geäußert?
    Umso erstaunlicher ist, dass in dieser Situation der Kunstmüdigkeit, ja Kunsterschöpfung plötzlich die Gerichte ins Spiel kommen, deren historische Rolle als Kunst- und Literaturverbieter man nur noch undeutlich in Erinnerung hat.
    "

    OSWALD, Georg M. (2004): Was verdient eigentlich ein Schriftsteller?
    Wer schreibt, bleibt. Aber was bleibt dem, der schreibt? Der Schriftsteller und Jurist Georg M. Oswald hat zum Start der Büchersaison nachgerechnet,
    in: Welt v. 14.08.

    FREUND, Wieland (2005): Viele Leser wollen einen naiven Autor. Vielzahl der Leser will naiven Autor.
    Michael Lentz und Georg M. Oswald über Rang, Erbfolgen und Planstellen der deutschen Literatur,
    in: Welt  v. 16.03.

    OSWALD, Georg M. (2005): Benedikt XVI. und die eingeschüchterten Westler,
    Früher waren wir Weltmeister, jetzt sind wir Papst - oder doch auf dem besten Wege, es zu werden: Anmerkungen über die Faszination der eigenen voraufklärerischen Wurzeln,
    in: TAZ v. 21.04.

    OSWALD, Georg M. (2005): Es kommt kein neuer König.
    Der Schriftsteller Georg M. Oswald denkt über eine Repolitisierung der Literatur und deren Chancen nach,
    in: Welt v. 28.05.

    "Im Lexikon wird Politik als Handeln mit dem Zweck definiert, »die politische Willensbildung der Bürger im Sinne bestimmter Interessen zu beeinflussen«",

    schreibt Georg M. OSWALD. Nimmt man den Politikbegriff von Ulrich von ALEMANN, der die Dimensionen des Politikbegriffs im Anschluss an die angelsächsische Tradition in Polity (Form), Policy (Inhalt) und Politics (Prozess) unterteilt, dann greift OSWALD hier nur jenen letzten Teilaspekt heraus, der überhaupt irgendwie mit Literatur in Verbindung zu bringen ist, denn Literatur und Politik ist sein Thema, das durch Uwe TELLKAMPs Roman Der Eisvogel für neokonservative Feuilletonisten an Aktualität gewonnen hat.

    OSWALD dagegen geht es weniger um das Verhältnis von Politik und Literatur, sondern um Literaturpolitik, d.h. um die Durchsetzung junger deutscher Gegenwartsliteratur am Buchmarkt, der nach dem 11. September 2001 eine Renaissance der Flakhelfer-Literatur (Günter GRASS, Siegfried LENZ, Martin WALSER, Hans Magnus ENZENSBERGER usw.) verzeichnete. Die Jungautoren rätseln seitdem darüber, wie sie die Auflagenzahlen dieser Giganten erreichen könnten. OSWALD vergleicht den Literaturbetrieb der 1970er Jahre mit einer Kirche, die es so für die Jüngeren nicht mehr gibt:

    "Als wir in den siebziger Jahren zu lesen anfingen, war die deutschsprachige Literatur noch organisiert wie eine Kirche, es gab einen Papst, Kardinäle (sogar beiderlei Geschlechts), es gab unautorisierte Zusammenschlüsse kritischer Glaubensbrüder und es gab vor allem gläubige Laien, deren große Zahl keinen Zweifel an der Macht dieser Kirche aufkommen ließ. Fraglos produzierte sie Lächerlichkeiten ganz eigener Art, aber sie war nicht ohne Bedeutung und Einfluß. So entstand bei manchem die Vorstellung, mit einem Roman in die Kultur eingreifen zu können, damit substantielle Wirkung zu erzielen. Es gab Beispiele dafür, daß das gelingen konnte. Die Erfahrungen hingegen, die wir später als Schriftsteller machten, glichen eher jenen Jonathan Franzens, die er in seinem mittlerweile schon geflügelten Wort beschrieben hat: »Ich hatte provozieren wollen, und was dabei herauskam, waren sechzig Rezensionen, die in einem Vakuum verpufften.«"

    Neu:
    OSWALD, Georg M. (2005): Denker auf Landpartie.
    Nach dem Großfeuer: Der Schriftsteller Georg M. Oswald über Schloß Elmau und seine Kultur,
    in: Welt v. 09.08.

    Das Trainingscamp der 78er - Schloß Elmau - ist abgebrannt. Der Schriftsteller Georg M. OSWALD plädiert für den Wiederaufbau, damit auch in Zukunft wieder Manifeste der 78er in Umlauf gesetzt werden können, für die sich niemand interessiert...

     
           
       

    Georg M. Oswald im Gespräch

     
       

    ELSS, Cathrin (2001): Warum Geldbündel nicht als Treppenstufen ins Glück taugen.
    Mit "Alles was zählt" legt Georg M. Oswald einen Roman aus der Banker- und Business-Welt vor - Morgen Lesung in Saarbrücken,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 29.01.

    GOEBEL, Thomas (2001): Fragen & Antworten: Fußball ist Fußball.
    Der Autor Georg M. Oswald über die Dramatik im Bundesliga-Finale,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.05.

    KREKELER, Elmar (2001): Der Club der vernetzten Dichter.
    Ein Gespräch mit dem Münchener Schriftsteller Georg M. Oswald über Netzliteratur und die Zukunft der Bücher,
    in: Welt v. 09.10.

    FREUND, Wieland (2002): "Ein Läuterungsprozess der Literatur".
    Der Schriftsteller Georg M. Oswald über den Roman zur Zeit: Jonathan Franzens "Die Korrekturen",
    in: Welt v. 01.07.

    Georg M. OSWALD, wie Jonathan FRANZEN ein Angehöriger der Single-Generation, identifiziert sich mit dem Protagonisten Chip:

    "Er repräsentiert den in der modernen Welt verlorenen Intellektuellen, der noch dazu mit einer Hypothek herumläuft, die für seine Generation typisch ist, nämlich die Hypothek der erfolgreichen, über-mächtigen Eltern, die das Koordinatensystem geschaffen haben, in dem sich die Kinder bewegen. Die Wahrnehmung dieses Phänomens ist in meiner Generation besonders stark. Wir bewegen uns in einer der längsten Friedensperioden der Geschichte. Das führt zu einer erhöhten Sensibilität, was Diskontinuitäten betrifft: Jobunsicherheit, gesellschaftliche Mobilität, fragmentierte Werdegänge. Die Generation der jungen Lamberts in Franzens Roman stellt Fragen, mit denen sich ihre Elterngeneration so gar nicht hat beschäftigen können."

    OSWALD bezeichnet FRANZENs Figuren als Klischees ("flat characters"), denen menschliche Würde verliehen wird.

    Jonathan Franzen - Die Korrekturen

    FILSER, Hubert & Hilmar KLUTE (2003): Im Sinkflug.
    Georg M. Oswald über Moral, Ludwig II. und Langeweile,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.09.

    Georg M. OSWALD u.a. über die Zukunft der Generation @: "In zehn, zwanzig Jahren wird es vornehmlich alte Leute geben. Die Jungen haben nicht mehr die gleiche Aussicht auf wirtschaftliche Prosperität wie die Nachkriegsgeneration. Gleichzeitig können sie bewährte Lebenspläne nicht mehr übernehmen. Das hat sich innerhalb weniger Jahre geändert. Wer versagt, versagt nicht aufgrund persönlicher Schlaffheit. Die Schlaffheit ist geprägt vom tiefen Empfinden, dass sich die Anstrengung nicht lohnt. Das dämmert in der Gesellschaft langsam herauf. Die Gesellschaft befindet sich in einem langsamen Sinkflug, der viel schwieriger wahrzunehmen ist als eine Katastrophe, die von heute auf morgen den Untergang beschert. Für dieses Sinkfluggefühl haben die Jüngeren ein waches Sensorium."

     
           
       

    Im Himmel (2003)
    Reinbek:
    Rowohlt Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Paradies nennen die Einwohner von Welting am Starnberger See das am Ufer gelegene reiche Villenviertel. Dort geht es zu, wie man sich das Leben in Paradiesen dieser Art so vorstellt. Man hat Geld und zeigt es auch. Es wird geprotzt und gefeiert - doch wird man das Gefühl nicht los, dass die Beteiligten ahnen, dass die große Party längst vorüber ist. Protagonist dieses Romans ist der zwanzigjährige Marcel. Er erzählt die Geschichte seiner letzten großen Ferien: von Pool-Partys, die regelmäßig in Umnachtung enden, von den Nachbarn, wo Mutter und Tochter sich einen Liebhaber teilen."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    KREKELER, Elmar (2003): Das Paradies ist zum Kotzen.
    Georg M. Oswald: Im Himmel,
    in: Welt v. 20.09.

    HALTER, Martin (2003): Generation Porsche.
    Arme reiche Kinder: Georg M. Oswald badet im Starnberger See,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.09.

    "Die Väter haben Erfolg im Beruf, Geliebte und weitläufige Anwesen, die Kinder nichts, was ihr Lotterleben in bester Lage rechtfertigen könnte. (...).
    Marcel (...) ist ein Loser, eben wieder mal sitzengeblieben, linkisch und schüchtern, und wird nur gnadenhalber in die Millionärsclique aufgenommen. (...).
    »Im Himmel« ist »
    Crazy« für Erwachsene, »Faserland« für Fortgeschrittene", meint Martin HALTER.

    SCHRÖDER, Christoph (2003): Neues aus dem Wohlstandsghetto.
    Georg M. Oswald üblickt die Unüberwindbarkeit von inneren Grundstücksgrenzen,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 08.10.

    WINKELS, Hubert (2003): Vorhölle mit Seeblick.
    G. M. Oswalds allzu zarte Abrechnung mit der Münchner Schickeria,
    in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.42 v. 09.10.

    Hubert WINKELS sieht in Georg M. Oswald einen Gegenspieler zur "Second-Order-Generation" (z.B. Thomas MEINECKEs Mode & Verzweiflung und Diedrich DIEDERICHSENs Sexbeat ) der 1980er Jahre:

    "Georg M. Oswald gehört zu den deutschen Autoren der mittleren Generation, die uns wieder über die realen institutionellen und sozialpsychologischen Verhältnisse unserer »turbo«-kapitalistischen Gesellschaft aufklären wollen und deshalb einen Erzählort jenseits der selbstbezüglichen Avantgardismen und der intelligenten Spielereien mit Second-Order-Welten suchen. Zu diesem Zweck hat sich der vierzigjährige Oswald in einen knapp Zwanzigjährigen versetzt, der als spätpubertierender Einzelgänger noch jenes tiefe Gefühl des »Alles ist falsch« hegt, aber nicht sagen kann, was genau und wieso, und wie komme ich hier raus?"

    WINKELS sieht auch Paralellen zum neuen Roman von Benjamin LEBERT, aber die Neue Ernsthaftigkeit erscheint WINKELS allzu zurückgenommen im Vergleich mit dem Erfahrungshunger der 1970er Jahre und deren Abrechnungen:

    "So kommt es, dass man bei der wohltemperierten Oswald-Lektüre manchmal sehnsüchtig zurückdenkt an die Darstellung des Schweizer »Paradieses«, der »Goldküste« am Zürichsee, einer Hölle, der Fritz Zorn in den siebziger Jahre seine wütende existenziell-radikale Abrechnung Mars entgegenschleuderte wie eine Kriegserklärung. Doch Radikalität kann nicht verordnet werden. Und die unaufgeregte Erzählhaltung in mittlerer Stillage hat immerhin den zweifelhaften Vorzug, die Welt nicht in Grund und Boden zu verdammen."

    SCHMIDT, Kathrin (2003): Am Pool nichts Neues.
    Adoleszentenprosa. Georg M. Oswalds neuer Roman "Im Himmel",
    in: Freitag Nr.42 v. 10.10.

    "Ein Jüngelchen trifft auf einem bayerischen Schloss ein, einem privaten Institut zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife, und verabschiedet sich von seinen Eltern und der Schwester, um sich wenig später an den Tisch zu setzen, seiner vermeintlichen Berufung zum Schriftstellerdasein zu folgen und die Geschichte der letzten Ferien aufzuschreiben. Darin liegt nichts Besonderes, und das macht auch schon den Kern des vorliegenden Romans von Georg M. Oswald aus, dem 1963 geborenen Autor und Rechtsanwalt aus München, der gern als »Literat der Single-Generation« gepriesen wird: Nichts Besonderes. In einer Sprache, die dem verschulten Adoleszenten alle Ehre macht, erzählt er in aller Nichtigkeit, in aller detailversessenen Langsamkeit von - nichts. So scheint es zumindest",

    erläutert SCHMIDT zu Beginn, um dann erst ganz zum Schluss zu erwähnen:

    "Wenn man die letzten beiden Sätze des Buches überliest, ist, was Georg M. Oswald mitzuteilen hat, wahrlich nichts Neues. Ein Stück Adoleszentenprosa, wie sie das ganze vergangene Jahrhundert über immer und immer wieder geschrieben wurde. Aber das weiß er, und das macht diese Geschichte auf seltsame Weise sympathisch."

    KRUMBHOLZ, Martin (2003): Starnberger Moralia.
    Georg M. Oswalds Roman "Im Himmel",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 25.11.

    MAIDT-ZINKE, Kristina (2003): Die Elenden.
    Still und starr ruht der See: Georg M. Oswalds "Im Himmel",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.12.

    RÜDENAUER, Ulrich (2004): Jenseits von jedem.
    Von einem, der auszog, Schriftsteller zu werden: Georg M. Oswald erzählt uns, wie es "Im Himmel" aussieht,
    in: Tagesspiegel v. 18.01.

    TIGGES, Ulla (2005): Belangloses aus dem Paradies,
    in: Literaturkritik.de, Februar

    MESSMER, Susanne (2005): Pool,
    in: TAZ v. 24.02.

     
           
       

    Alles was zählt (2000)
    München: Hanser
    (
    Dtv-Taschenbuchausgabe Juli 2002)

     
       
         
     

    Klappentext

    "Thomas Schwarz hat seinen Job in der Bank. Er ist stellvertretender Leiter der Abteilung Abwicklung und Verwertung, und er hat vor, die Karriereleiter ganz nach oben zu klettern. Er ist »drinnen«. »Draußen« sind die anderen, die Erfolglosen, die Gescheiterten. Die, bei denen Schwarz mit allen Mitteln überfällige Kredite eintreibt. »Abwicklung und Verwertung«, das heißt Chaos, Nervenzusammenbruch, Selbstmord, im Notfall auch Mord.

    Thomas Schwarz ist drinnen, er ist jung, sieht gut aus, verdient gut und ist verheiratet. Aber er wird nervös, denn der Weg nach draußen ist kürzer, als ihm lieb ist. Ein anderer wird Abteilungsleiter, und schon ist Schwarz draußen. Draußen aber zählt genau das gleiche wie drinnen. Ein paar Scheine abends am Tresen, ein paar zweifelhafte Freunde, die mit zweifelhaften Medikamenten handeln, ein Geldkoffer, den der bekommt, der am schnellsten ist. Thomas Schwarz ist schnell und am nächsten Tag mit der süßen Sabine auf dem Weg nach Monte Carlo."

    Pressestimmen zu Georg M. Oswald

    "Ein Houellebecq aus Bayern? Jedenfalls möchte er nicht mit Schnöselliteraten verwechselt werden".
    (Volker Weidermann in der TAZ v. 26.08.2000)

    "Anatom der Spass- und Ellbogengesellschaft"
    (Martin Halter im Tages-Anzeiger v. 02.09.2000)

    Pressestimmen zu Thomas Schwarz dem Protagonisten von "Alles was zählt"

    "Oswalds Romanheld Schwarz - larmoyant, verwöhnt, egoistisch und konsumvergessen - ähnlich verdächtig den Vertretern der 'Generation Golf', die Florian Illies in seinem gleichnamigen Buch zu beschreiben versucht hat, Leute, denen es vor allem um Autos, Markenkleidung und Coolness geht."
    (Elke Auer im Tagesspiegel v. 12.08.2000)

    "Dem »flexiblen Menschen« à la Oswald ist nichts fremder als der Bildungsbürger alter Schule."
    (Martin Krumbholz in der Neuen Zürcher Zeitung v. 19.08.2000)

    "typischer Vertreter der Ich-Gesellschaft"
    (Thomas Palzer im DeutschlandRadio, 18.09.2000)

    "Thomas der Banker lebt zusammen mit Marianne der Werbefrau. Sie sind Mittdreißiger und verheiratet. Kinder sind keine da. Ein Singlepaar kann sich im Geldverdienen ungebremst beweisen."
    (Eberhard Rathgeb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 27.09.2000)

     
         
     
           
       

    Porträt

    WEIDERMANN, Volker (2000): Der Moralist im schwarzen Golf,
    in:
    TAZ v. 26.08.

    Infos zu: Michel Houellebecq - Autor der Single-Generation
     
       

    Rezensionen

    FALCKE, Eberhard (2000): Erfolg ohne Raum,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 01.08.

    STEINERT, Hajo (2000): Ein Held unserer Tage,
    in:
    Focus Nr.32 v. 07.08.

    SCHMITT, Michael (2000): Der Karriereknick,
    in: Kulturzeit, Sendung in 3Sat
    v. 11.08.

    AUER, Elke (2000): Jeder ist ein potenzieller Gegner,
    in:
    Tagesspiegel v. 12.08.

    VOSS, Walt (2000): Thomas Schwarz ist nicht zu fassen,
    in:
    Jungle World Nr.34 v. 16.08.

    OHLAND, Angelika (2000): Haste was, biste was,
    in:
    Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr.33 v. 18.08.

    KRUMBHOLZ, Martin (2000): Abgewickelt, verwertet,
    in:
    Neue Zürcher Zeitung v. 19.08.

    HALTER, Martin (2000): Kampfzonen, drinnen und draussen,
    in:
    Tages-Anzeiger v. 02.09.

    LEIDINGER, Armin (2000): Geld, ein Fall für eine beißende Sozialsatiere,
    in:
    Saarbrücker Zeitung v. 08.09.

    KRAUSSER, Helmut (2000): Ich bin draußen!
    in:
    Welt v. 09.09.

    MÜLLER, Burkhard (2000): Die Unentbehrlichkeit der Aasgeier,
    in:
    Berliner Zeitung v. 09.09.

    PALZER, Thomas (2000): Georg M. Oswald: Alles was zählt,
    in:
    Büchermarkt, Sendung des DeutschlandRadio v. 18.09.

    RATHGEB, Eberhard (2000): Knallhartdeutsch,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.09.

    WINKELS, Hubert (2000): Turbokapitalismus in Zeitlupe.
    Georg M. Oswald führt uns in die Klippschule der geldbetriebenen Gemütszerstörung,
    in:
    Die ZEIT Nr.43 v. 19.10.

    MEIXNER, Christiane (2000): Schurkiger Saubermann.
    Georg M. Oswald wirft einen Blick auf den Zeitgeist,
    in: Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v. 05.11.

    HAGESTEDT, Lutz (2001): Nachrichten aus der Welt des Geldes.
    Georg M. Oswald unterteilt die Gesellschaft streng in Drinnen und Draußen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 10.02.

    REINHOLD, Ursula (2001): Nur das, was zählt, zählt,
    in:
    LeseZeichen Nr.3, März

     
       

    Berichte von Lesungen

    NIEDENTHAL, Clemens (2001): Klaustrophobischer Blick auf die Moral des Marktes.
    Georg M. Oswald las aus seinem Roman "Alles was zählt,
    in: Oberhessische Presse v. 01.06.,

     
       

    Das Buch in der Debatte

    • HÖRISCH, Jochen (2001): Zählen und erzählen.
      Geld ist das grosse Thema der Literatur,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.02.

     
       

    weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    webmaster@single-generation.de Erstellt: 19.August 2000
    Update: 05. Juli 2015