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Christina Berndt: Resilienz

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1969 geboren
      Studium der Biochemie
    • 2013 Buch "Resilienz"
      Redakteurin der Süddeutschen Zeitung
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Christina Berndt in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    BERNDT, Christina (2002): Der Wunsch nach dem fehlenden Sinn.
    In den USA hat sich ein lesbisches, gehörloses Paar mittels Samenspende seine große Sehnsucht erfüllt: ebenfalls gehörlose Kinder,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.04.

    BERNDT, Christina (2005): Baby-Bausatz fürs Leben.
    Für manche ist es eine der großartigsten Erfindungen seit der Anti-Baby-Pille: Immer mehr Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren - für den Fall, dass sie in späteren Jahren noch schwanger werden wollen. Doch Eizellen sind bei weitem nicht so leicht zu gewinnen wie männliches Sperma,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 28.04.

    Christina BERNDT berichtet über die Gründung der Firma Extend Fertility der Harvard-Absolventin Christy JONES und die Fortschritte beim Einfrieren von Eizellen:

    "Weltweit wurden aus tiefgefrorenen Eizellen noch nicht einmal 100 Kinder geboren."

    BERNDT zitiert skeptische deutsche Reproduktionsmediziner wie Klaus DIEDRICH oder Ulrich SCHNEIDER.

    Die Restriktionen beim Einfrieren von Embryonen haben gemäß BERNDT in Italien dafür gesorgt, dass die Forschung beim Einfrieren unbefruchteter Einzellen intensiviert wurden. Eleonora PORCU von der Uni Bologna ist der Durchbruch aufgrund einer neuartigen Flüssigkeit gelungen. Dadurch konnte die Erfolgsrate beim Einfrieren erhöht werden.

    Als Folgen der Medienkampagnen gegen späte Mutterschaft sieht BERNDT den Anstieg ungewollter Schwangerschaften und eine Zunahme von Abtreibungen bei älteren Frauen:

    "In Großbritannien erreichte die Zahl ungewollter Schwangerschaften unter Enddreißigerinnen vor kurzem ein Rekordhoch.
    Und hierzulande haben 2002 sogar mehr über 40-jährige Frauen abgetrieben als Teenager. Sie dachten eben, in ihrem Alter könnten sie gar nicht mehr schwanger werden."   

    BERNDT, Christina (2005): Kuckuckskinder.
    Wahre Vaterfreuden. Nur eins von 27 Kindern stammt nicht von dem Mann, der der Erzeuger zu sein glaubt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 29.09.

    BERNDT, Christina (2006): Kinder auf Krankenschein.
    Wie Ärzte die Geburtenstatistik aufbessern wollen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 26.06.

    Anlässlich der Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin liefert Christina BERNDT auf Seite 1 eine Plattform für die Interessen der Reproduktionsmediziner, die anlässlich der Einschränkung von Kassenleistungen den Geburtenrückgang als Argument für ihre Profitinteressen vereinnahmen:

    "Seit Januar 2004 müssen deutsche Paare die Hälfte der Kosten für die rund 3200 Euro teuren Reagenzglasversuche selbst tragen, die bis heute nur in jedem fünften Fall auch den ersehnten Erfolg bringen (...). In der Folge ist die Zahl der in Deutschland geborenen Retortenbabys drastisch zurückgegangen: Statt der 17600 Kinder, die im Jahr 2003 noch durch »assistierte Fortpflanzung« entstanden sind, waren es 2004 nur noch 9800."

    Obwohl Reproduktionsmediziner aufgrund fehlender amtlicher Statistiken gar nicht ihren Erfolg beziffern können, wird das trotzdem öffentlichkeitswirksam gemacht:

    "Die Zahl der Kinder pro Frau lasse sich mit ihrer Hilfe in den kommenden drei Jahren um 0,04 erhöhen, rechnete ein Team um Bill Ledger von der Universität Sheffield vor. Das klingt zunächst wenig, ist in der Tat aber eine stattliche Zahl: Schließlich geht es dabei um gut 20000 Babys - das sind mehr, als in einem Jahr in ganz München geboren werden. In Dänemark, wo europaweit am meisten künstlich befruchtet wird, machen Retortenbabys mehr als drei Prozent aller Geburten aus. Angesichts der drohenden Überalterung der Gesellschaft wären Deutschlands Politiker froh, wenn ihr Elterngeld solch einen Effekt hätte",

    meint BERNDT. Doch die Kosten-Nutzen-Rechnungen sind noch weitreichender, wenn Reproduktionsmediziner gar einen ganzen Lebenslauf bezifferbar machen wollen:

    "Ein Kind bringe dem Staat umgerechnet etwa 240000 Euro ein, wenn es bis zum 19. Lebensjahr in der Ausbildung ist und dann bis zur Rente einen Job hat. Im üblichen Rahmen krank darf es dabei auch ruhig werden. Die Erzeugung in der Retorte mindere den Ertrag im Durchschnitt nur um 19500 Euro (...). Somit hätte der Staat die Kosten für Entstehung und Heranwachsen des Retortenbabys an dessen 31. Geburtstag wieder raus - nur zwei Jahre später als bei einem natürlich gezeugten Kind."

    BERNDT, Christina (2006): Das Kind der Statistik.
    Gezeugt von den Demografen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.10.

    BERNDT, Christina (2008): Embryonen auf Eis,
    in: Süddeutsche Zeitung v.  25.07.

    BERNDT, Christina (2008): Verheiratete leben glücklicher, Singles auch.
    Die Ehe galt lange Zeit als Glücksfaktor schlechthin. Doch Alleinstehende sind mittlerweile ähnlich zufrieden und gesund,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.08.

    "Auch echten Singles geht es besser, wie Ruut Veenhoven von der Universität in Rotterdam bestätigt. Der Glücksforscher hat Eurobarometer-Daten ausgewertet - und kommt mit Blick auf die Zufriedenheit zu einem ähnlichen Ergebnis wie seine US-Kollegen",

    behauptet BERNDT. Wer "echte Singles" mit Partnerlosen gleichsetzt, der liegt falsch. Die Eurobarometer-Daten beruhen auf den amtlichen Statistiken, d.h. Singles werden als Einpersonenhaushalte erfasst.

    BERNDT, Christina (2010): Vater von vier Millionen Kindern.
    Robert Edwards hat die künstliche Befruchtung erfunden - und bekommt dafür 32 Jahre später den Nobelpreis,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.10.

    Christina BERNDT berichtet anlässlich der gestrigen Bekanntgabe des Medizinnobelpreises für den schwerkranken 85jährigen Biochemiker Robert EDWARDS, dem das erste "Retortenbaby" der Welt sein Leben verdankte, über die lang anhaltende Skepsis gegenüber der künstlichen Befruchtung.

    "Bevor sich der gelernte Biochemiker Edwards des Problems annahm, konnte die Medizin Menschen quasi gar nicht helfen, wenn sich ihr Wunsch nach einem Kind nicht erfüllte. Für viele war die Kinderlosigkeit ein lebenslanges Problem. Edwards erkannte den Krankheitswert der Kinderlosigkeit und tat diese nicht als Lifestyle-Frage ab,

    erläutert BERNDT. Im Vergleich zu früheren Berichten sind die präsentierten Zahlen zu den Geburten von IVF-Kindern eher niedrig:

    "Mehr als jedes hundertste Kind, das heute in Deutschland zur Welt kommt, wurde in der Kulturschale gezeugt."

    BERNDT, Christina (2011): Die einsame Zukunft der Männer.
    Weil Eltern lieber Söhne wollen, werden in manchen Gegenden Asiens 30 Prozent mehr Jungen als Mädchen geboren,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.

    SZ-Tagesthema: Wer soll künstliche Befruchtung bezahlen?

    BERNDT, Christina (2011): Zwischen Traum und Albtraum.
    Risiken für Mutter und Kind,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 29.11.

    BERNDT, Christina (2014): Glück auf Eis,
    Kinder oder nicht? Um diese Entscheidung aufzuschieben, lassen immer mehr Frauen Eiszellen einfrieren. Kann das Folgen haben wie einst die Anti-Baby-Pille?
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 19.07.

    Für Christina BERNDT tickt die biologische Uhr von Frauen mit 34 Jahren. Dies ist kaum ein Zufall, denn mit 35 Jahren gilt in der Wissenschaft eine Frau als späte Mutter - das Feindbild einer auf die Geburtenrate fixierten Gesellschaft.

    34 Jahre, das ist gemäß BERNDT das Alter, in dem sich zwei Frauen für das Einfrieren ihrer Eizellen entschieden haben: Christy Jones, eine US-Amerikanerin, die das Unternehmen Extend Fertility gegründet hat und eine Spiegel-Reporterin. 34 Jahre, das ist ein Alter, das weniger für die Gesellschaft als vielmehr die Akademikerinnen bedeutsam ist, denn das durchschnittliche Erstgebäralter liegt in Deutschland bei ungefähr 30 Jahren.

    BERNDT unterscheidet vier Reaktionsweisen auf das Ticken der biologischen Uhr, wobei die vierte neu ist: das Einfrieren von Eizellen (neudeutsch: "Egg-freezing"). Zuerst wurde dieses Verfahren bei krebskranken Patientinnen angewandt. Die Ausweitung auf gesunde Akademikerinnen, die sich ihre Chancen aufs Kinderkriegen erhalten wollen, wird dagegen als "social freezing" abgegrenzt. Für die einen ist das eine neue Freiheit, anderen erscheint das widernatürlich.

    Bislang wurden weltweit lediglich 1500 Kinder nach dieser neuen Methode geboren und die Klientel ist finanziell gut gestellt, nichtsdestotrotz tobt ein neuer Glaubenskrieg um dieses reproduktionstechnische Verfahren. BERNDT fürchtet gar, dass dadurch das Verständnis für berufstätige Mütter sinken könnte oder die für frühere Generationen selbstverständliche Erfahrung für Kinder ohne Großmütter aufzuwachsen wieder zunehmen könnte. Für die Bioethikerin Heidi MERTES sind Aufschieberinnen mit Klischees konfrontiert, während es in Wirklichkeit um eine "Notfallintervention" geht, weil in der Regel der richtige Mann zum Kinderkriegen fehlt.

    SZ-Wochenendthema: Ein unerfüllter Traum

    BERNDT, Christina (2014): Baby gesetzlos.
    In Deutschland gelten besonders strenge Regeln fürs Kindermachen. Doch Ärzte und Paare wissen die Lücken immer besser zu nutzen - legal, illegal und halblegal,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 11.10.

    Christina BERNDT berichtet über die Aufweichung des veralteten Embryonenschutzgesetztes, wodurch ethische Bedenken gegenüber den Eigeninteressen der Reproduktionsmedizin und der ungewollt Kinderlosen in den Hintergrund getreten sind:

    "Das Embryonenschutzgesetz gibt es nach wie vor. Aber es wird nun in vielen, sehr praktischen Aspekten anders ausgelegt - zu Gunsten jener Eltern, die sich ein Kind wünschen, zu Ungunsten der Ethik, wie Kritiker meinen, und mitunter der entstehenden Kinder, die ohne soziale Identität in völlig verwirrenden Familienkonstellationen hineinwachsen.
    So ist inzwischen die lang umkämpfte Präimplantationsdiagnostik (PID) unter Auflagen möglich. (...).
    Auch die Dreier-Regel, wonach bei einer künstlichen Befruchtung angeblich nicht mehr als drei Embryonen in der Kulturschale hergestellt werden dürfen, ist in dieser Form hinfällig. Ihre strikte Anwendung hatte die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung drastisch sinken lassen: Während in Deutschland die
    »Baby take home«-Rate lange Zeit nur bei 25 Prozent lag, konnten ausländische Kliniken Raten von bis zu 35 Prozent vorweisen.
    Neuerdings gibt es sogar die Möglichkeit zur Embryonenspende. In diesen Tagen wird das erste Kind geboren (...).
    Alle drei Techniken galten lange als illegal (...) bis die Kieler Strafrechtsprofessorin Monika Frommel kam. (...). Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung treibe sie an, sagt sie (...).
    So hat sie das Netzwerk Embryonenspende mitbegründet und den Berliner Mediziner Matthias Bloechle vertreten.
    Bei den Themen Leihmutterschaft und Eizellspende spricht das Gesetz hingegen eine eindeutige Sprache und die sagt: Verbot."

    BERNDT, Christina (2014): "Als schwules Paar werden wir Eltern!" (48jähriger Mann),
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.10.

    BERNDT, Christina (2014): "Kinder entstehen, die keine Chance hatten" (Hans-Peter Eiden, Netzwerk Embryonenspende),
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.10.

    BERNDT, Christina (2014): Forever young.
    SZ-Tagesthema: Wer früh Eizellen einfriert, kann später leichter schwanger werden,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 16.10.

    "Rund 1500 Babys sind bereits weltweit nach Egg Freezing geboren worden, an ihnen ist nichts auffällig",

    berichtet Christina BERNDT über die Praxisreife des Verfahrens. Das Verfahren wirft jedoch zwei Fragen auf: In welchem Alter sollte eine Frau ihre Eizellen einfrieren lassen und sollte es für eine solche Schwangerschaft eine Obergrenze geben?

    BERNDT, Christina & Ulrike HEIDENREICH (2014): Es geht aufwärts, Baby.
    Das Statistische Bundesamt meldet für 2013 ein leichtes Plus bei den Geburten: 682000 Kinder kamen in Deutschland zur Welt. Aber was bedeutet das schon, wenn man die ganze Gesellschaft im Blick hat? Informationen aus den Kreissälen der Nation,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.12.

    Christina BERNDT & Ulrike HEIDENREICH können leider nicht einmal richtig abschreiben:

    "Aber auch wenn die Mütter immer älter werden, sind Entbindungen nach dem 40. Lebensjahr nicht sehr häufig: Nur drei Prozent waren es im Jahr 2013."

    Das Statistische Bundesamt schreibt aber nur von 3 % ERSTEN Geburten. Dazu müssen zweite, dritte, vierte usw. Geburten hinzu gezählt werden. Leider klärt uns das Statistische Bundesamt darüber nicht auf, weil es bevölkerungspolitische Interessen vertreten muss.

    "1934 brachten Frauen in Gesamtdeutschland noch 2,2 Kinder zur Welt. Dann waren es jahrzehntelang, nämlich für die Frauen-Jahrgänge 1948 bis 1972, jeweils 2,0 Kinder pro Frau",

    erzählen uns BERNDT & HEIDENREICH. Zum einen wird sich auf ein Jahr bezogen, d.h. es geht um die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR). Zum anderen wird sich auf Frauenjahrgänge bezogen, sodass es eigentlich um die kohortenspezifische Geburtenrate (CFR) gehen müsste. Die Zahlen sind also absurd, weil nicht vergleichbar und zudem liegt die Geburtenrate des Frauenjahrgangs 1948 bei 1,75, während sie beim Jahrgang 1972 noch gar nicht endgültig ist. Das Statistische Bundesamt weist sie nur bis zum Frauenjahrgang 1963 aus und gibt sie mit 1,588 an.

    Selbst wenn man statt der Frauenjahrgänge die Jahre 1948 bis 1972 betrachtet, d.h. die zusammengefasste Geburtsziffer, ergeben die Zahlen keinen Sinn.

    Ansonsten geben die Autorinnen lediglich ein Sammelsurium von Fakten wieder, die sich aus unterschiedlichen Studien des Bundesinstituts für Bevölkerungswissenschaft zusammengebastelt haben. Da stehen dann Zahlen aus dem Jahr 2003 neben aktuellen Daten. So wird zum einen ausführlich die Ansicht von Jürgen DORBRITZ referiert, dass die Kinderlosigkeit schuld an der niedrigen Geburtenrate sei, obwohl an anderer Stelle nur im Nebensatz darauf hingewiesen wird, dass der niedrige Anteil von kinderreichen Familien ein entscheidender Faktor ist. Neuerdings wird dem kulturellen Faktor, d.h. dem negativen Mütterbild viel Aufmerksamkeit zuteil, während dem Geld seine Wirkung abgesprochen wird. Vom Faktor Kinderbetreuung wird erst gar nicht gesprochen, obwohl das gerade für Kinderlose ein wesentlicher Faktor ist.

    Betrachtet man die Medienberichterstattung der letzten 15 Jahre, dann wechseln sich die Moden der Ursachenzuschreibungen hinsichtlich der niedrigen Geburtenrate in Deutschland sozusagen von Jahr zu Jahr, je nachdem welche bevölkerungspolitischen Projekte gerade auf der politischen Agenda stehen. Kennt heutzutage z.B. noch jemand die ehemalige ZEIT-Journalistin Susanne GASCHKE? Noch 2005 sah sie die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen ihrer Generation bei 40 %, um das Elterngeld durchzusetzen. Dabei wusste man damals schon, dass dies falsch war. Es war der Tatsache geschuldet, dass 40jährige und ältere Akademikerinnen als lebenslang Kinderlose galten - eine Vorstellung, die die deutschen Statistiker immer noch - wider besseres Wissen - aufrecht zu halten versuchen. Inzwischen macht man dies jedoch durch Herabspielen des Beitrags dieser Altersgruppe zum Geburtenaufkommen. Z.B. dadurch, dass man die Zahlen einfach verschweigt.

    Neu:
    BERNDT, Christina (2015): Kinder machen.
    Medizin: Muss einer 65-Jährigen der Kinderwunsch erfüllt werden?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.04.

    Späte Mutterschaft wird hierzulande in den Medien verteufelt. Dazu werden Extrembeispiele wie die 65jährige Berlinerin missbraucht. Andererseits wird aber über die niedrige Geburtenrate gejammert. Beides hängt jedoch zusammen, denn nur in jenen westeuropäischen Ländern, in denen die späte Mutterschaft akzeptiert ist, wie z.B. in Frankreich oder Irland, wird auch eine höhere Geburtenrate erreicht.

    Nicht die Kinderlosigkeit ist in Deutschland das Problem, sondern die Zwei-Kind-Norm und die Verteufelung der späten Mutterschaft. Warum sollten nicht Kinderlose, 1-, 2-, und Mehrkinderfamilien miteinander koexistieren können? Viel wird über Diversity als Vorteil geschrieben - nur die Familienform wird dabei ausgeklammert. Wie absurd ist das denn?

    "Mütter sollten nicht überhöht, Kinderlose nicht bemitleidet werden",

    fordert Christina BERNDT. Wie wahr! Nur was hat das alles mit falschem Anspruchsdenken ("Optimierungswahn") und Perfektionismus zu tun? Ist das nicht größtenteils nur ein Medienphantom bzw. das Problem eines Milieus, das fälschlicherweise mit der Mittelklasse verwechselt wird?

    "Berufsfeldstudien belegen, dass die Strategie der Selbstoptimierung hauptsächlich in solchen Gruppen sichtbar wird, die Pierre Bourdieu als modernes Kleinbürgertum bezeichnete (...) und die in den letzten Jahren als »Kreative« oder »ökonomische Kulturvermittler« besondere Aufmerksamkeit erlangten", schreibt die Soziologin Cornelia KOPPETSCH in ihrem Buch Die Wiederkehr der Konformität.

    Vielleicht wird man bereits in ein paar Jahren fragen, ob man damals nicht drängendere Probleme gehabt hat...

     
           
       

    Resilienz (2013).
    Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft. Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burnout
    Deutscher Taschenbuchverlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "»Resilienz« nennen Psychologen die geheimnisvolle Kraft, aus einer deprimierenden Situation wieder ins volle Leben zurückzukehren, Widerstand zu leisten gegen die Zumutungen der Umwelt; den Blick optimistisch nach vorn zu lenken, aus einer Selbstsicherheit heraus zu handeln, die den Großteil der Kritik abprallen lässt und gezielt nur das verwertet, was konstruktiv ist. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt erzählt mit vielen Beispielen, welch hilfreiches Rüstzeug manchen Menschen von Natur aus mitgegeben ist, und geht anhand der neuesten Forschungen der Frage nach, wie es dazu gekommen ist. Sie gibt aber auch ganz praktischen Rat und zeigt Wege auf, wie man sich künftig besser durch die großen und kleinen Krisen des Lebens manövrieren kann. Denn obwohl die Fundamente der psychischen Widerstandskraft schon in frühester Kindheit gelegt werden, so lassen sie sich doch auch später noch aushärten, falls man die richtigen Strategien kennt."

     
     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 29. August 2014
    Update: 02. Mai 2016