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Elke Buhr: Die Unvereinbarkeit von Popkultur und Mutterschaft

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1971 geboren
    • stellvertretende Chefredakteurin beim Kunst-Magazin Monopol
 
       
   
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    Elke Buhr in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    BUHR, Elke (2001): Apokalyptische Kaugummis.
    Über deutsche Mütter, die Erziehungskatastrophe und den rhetorischen Kurzschluss,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.07.

    BUHR kritisiert Susanne GASCHKE und ihr neues Buch Die Erziehungskatastrophe - Kinder brauchen starke Eltern. Wie dem Soziologen Alexander SCHULLER, der in der FAZ vom 03.07.2001 seine Sichtweise vom Tod der Familie präsentierte, geht es GASCHKE um eine undifferenzierte Kritik erzieherischer Praxis:

    "Gaschke konstruiert das Zerrbild einer von linken Laissez-faire-Anhängern dominierten Gesellschaft - und macht mit dem Gestus absoluter Provokation auch die berufliche Gleichstellung der Frauen dafür verantwortlich, dass sich die Lebensbedingungen von Kindern verschlechtert hätten. 'Vereinbarkeit' von Beruf und Familie zu fordern, sei eine familienpolitische Selbsttäuschung: Das Wesen von Beruf und Familie sei es, zueinander in einem antagonistischen Verhältnis zu stehen, weil beide den ganzen Menschen forderten - und dieser Mensch, da argumentiert Gaschke ausnahmsweise realpolitisch, ist nun mal meist weiblich.
              Damit redet Susanne Gaschke - voll berufstätig, ein Kind - genau der Ideologie von Mutterschaft das Wort, die Barbara Vinken - voll berufstätig, ein Kind - in ihrem Buch 'Die deutsche Mutter' (Piper Verlag) zu demontieren versucht. Wer sich daran macht, die Ursprünge bestimmter Ideologieformationen aus der aktuellen 'Erziehungsdebatte' à la Gaschke freizulegen, bekommt von Barbara Vinken das historische Material dazu."

    Obwohl hier BUHR mit Barbara VINKEN gegen GASCHKE argumentiert, ist sie auch mit deren Argumentationsweise nicht einverstanden:

    "Schaut man genau hin, ist der Fluchtpunkt ihrer historischen Analyse nämlich weniger die äußerst vernünftige Forderung nach mehr Ganztagsbetreuung als die Denunziation der nicht arbeitenden Mütter, die sich lammfromm dem deutschen Muttermythos ergäben, anstatt ihre Babys nach dem dritten Monat den Kinderkrippen anzuvertrauen (...).
                Wer, wie Barbara Vinken, alle anderen Frauen des falschen Bewusstseins bezichtigt, wird wahrscheinlich nicht erreichen, dass sie sich zusammenschließen, um das zu fordern, was nötig wäre: Kinderkrippen, in denen die Kinder wirklich Alice spielen können. Wer, wie Susanne Gaschke, alle Topoi apokalyptischer Modernekritik in einem billigen Achtundsechziger-Bashing zusammenrührt, wird ,zum Wohle des Kindes' auch nichts beitragen".

    BUHR, Elke (2001): Was macht eigentlich der ... Postfeminismus?
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.08.

    BUHR erzählt die Geschichte des Feminismus seit den 1970er Jahren im Schnelldurchlauf. Nach BUHR ist der Postfeminismus in Deutschland Mitte der 1990er Jahre angekommen. Frauen nannten sich Girlies und Hera LIND schrieb Superweib. Das Fazit:

    "Der Postfeminismus wollte nichts erfinden; er wollte genießen. Ein letztes Mal gelang ihm das als Dotcom-Girl, mit Whirlpool im Keller und den Aktien der eigenen Internet-Firma im Schrank. Nur ist die jetzt pleite, und die Jobaussichten schlecht (...). Der Postfeminismus aber war letztens mal wieder beim Spiegel. Sein Bauch wird seitdem immer dicker. Er schult um, auf neue Mutter."

    BUHR, Elke (2002): Alle so anders.
    Die aktuelle Familienkampagne der Bundesregierung, fotografiert von Herlinde Koelbl,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.01.

    Familie Deutschland - Ein Kommentar aus der Perspektive der Singles

    BUHR, Elke (2002): Im roten Ferrari durch den deutschen Heimatfilm brausen.
    Von Garage, Stau und Tempo: Allerlei vergnügliche bis kühne Thesen versammelt Ulf Poschardt in seinem neuen Elaborat über Sportwagen
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.05.

    BUHR, Elke (2002): Löcher in den Konten.
    Niemand wird auf ewig siegen - Fehlfarben, die Erfinder des deutschen Punk, probieren ein Revival,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.10.

    Elke BUHR macht sich Gedanken zur aktuellen Single Club der schönen Mütter der Band Fehlfarben:

    "Vielleicht werden irgendwann die Popgeschichtsschreiber feststellen, dass das wichtigste Ereignis des deutschen Popjahres 2002 die Entdeckung der Mutterschaft war. Man wird sich an die Bilder von Charlotte Roche erinnern, wie sie in ihrer Viva-Sendung Fast Forward mit kokettem Blinzeln und ausgefeilten Kalauern ihre Videos anmoderiert, und unterhalb des Blinzelns sitzt das kurze T-Shirt, und unterhalb des Shirts wölbt sich der schwangere Leib, und mit dem Kind wächst langsam aber unaufhaltsam die auf den Bauch der Mutter tätowierte Schlange. Demnach wäre es das eigentliche historische Verdienst der ehemals wichtigsten deutschen Punkband Fehlfarben, im Videoclip festgehalten zu haben, wie Charlotte Roche ihren dicken Bauch plus Kinderwagen über Felder und Wiesen schiebt und schließlich lachend mit den alten Herren in der Kneipe am Tisch sitzt."

    BUHR, Elke (2003): Dieser Zustand ist nicht tanzbar,
    in: Kursbuch H.154 Die 30jährigen, Dezember

    BUHR, Elke (2004): Scheitern,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.01.

    Elke BUHR macht sich anlässlich des Buchs Buch des Scheiterns Gedanken über das neue Modethema "Scheitern": "Die vielen gut ausgebildeten Jungjournalisten, Werbeleute und Mediendesigner, die auf den rezessionsgeplagten Markt drängen, produzieren vor lauter Produktivitätsstau jetzt Scheitern Short to Go, schick aufgemotzt wie der Kaffee bei Starbucks."

    BUHR, Elke (2004): Rotieren im Raum.
    Feminismus jenseits rascher Pointen? Leora Tanenbaum, Claudia Quaiser-Pohl, Kirsten Jordan und Elisabeth Badinter geben schwesterlichen Rat,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 24.03.

    Rezension der Bücher Catfight von Leora TANNENBAUM und Die Wiederentdeckung der Gleichheit von Elisabeth BADINTER.

    BUHR, Elke (2004): Achtung alle,
    in: Frankfurter Rundschau  v. 15.04.

    BUHR, Elke (2004): Carrie geht nach Hause.
    Zum Ende von "Sex & the City",
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.12.

    BUHR, Elke (2005): Himmelskörper.
    Jennifer Lopez versus Sarah Jessica Parker: Über die öffentliche Vermessung weiblicher Hinterteile, den Hochmut der Selbstdisziplinierung und Prinzessinnen-Dramen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.01.

    BUHR, Elke (2005): Im Walde.
    "Pure Vernunft darf niemals siegen" fordern Tocotronic auf ihrer neuen CD - und gehen die Blaue Blume pflücken,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.01.

    Besprechung der CD Pure Vernunft darf nicht siegen von Tocotronic.

    BUHR, Elke (2005): Grüße aus Neverland.
    Die Grenzen der Familienpolitik
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.01.

    Elke BUHR behauptet, dass Popkultur und Elternschaft unvereinbar seien, denn Pop macht infantil. Eine merkwürdige These, denn Popmutter BUHR ist das beste Gegenbeispiel. Heutzutage ist es modern, dass ehemalige Partymenschen zum Kreuzzug gegen die Popkultur neigen. Glaubwürdig ist das jedoch nicht! Lässt man also einmal diesen selbstreferentiellen Peter-Pan-Feuilletonismus beiseite, dann zeigt sich, dass nicht die Popkultur, sondern die gegenwärtige Gesellschaftsstruktur der Elternschaft widerspricht. Lange Ausbildungszeiten und ein blockierter Arbeitsmarkt sind Hemmnisse auf dem Weg zur gesicherten Familienexistenz (siehe auch Hans-Peter BLOSSFELD im taz-Interview). Cliquenstrukturen als Ersatzfamilien (siehe dazu Ethan WATTERS' Buch Urban Tribes) sind in solchen Situationen möglicherweise überlebenswichtig.

    BUHR, Elke (2005): Hölle & IKEA,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.04.

    BUHR, Elke (2005): Nachrichten aus Teenie-Land.
    Die Karlsruher Ausstellung "Coolhunters" forscht nach den "Jugendkulturen zwischen Medien und Markt",
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.04.

    Elke BUHR berichtet über eine Ausstellung zur Jugendkultur: "Sabine Himmelsbach und Peter Weibel halten auch in Zeiten erdrückender Kommerzialisierung der Popkultur an den Cultural-Studies-Thesen der Achtziger Jahre fest, denen zufolge Jugendkultur immer beides ist: Anpassung und Widerstand, Mainstream und Avantgarde"

    BUHR, Elke (2005): Jugend, verkorkst.
    Frank Goosen und die Abgründe des Ruhrgebietsspießers,
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.10.

    • Elke BUHR lobt Frank GOOSENs Roman Pink Moon.

    BUHR, Elke (2006): Ein Leben als sozialer Kitt.
    Mimosen zum Frauentag,
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.03.

    Elke BUHR stellt erst einmal klar, dass es in der gegenwärtigen Debatte um den Kindermangel keineswegs um die Zunahme der Kinderlosigkeit im allgemeinen geht:

    "Es war ja nicht irgendeine Gebärmutter, deren Nicht-Funktion zunächst beklagt wurde: Es war das akademisch gebildete Mittelstandsorgan. Vierzig Prozent aller Akademikerinnen bekommen keine Kinder: diese spektakuläre Zahl stimmt zwar nicht, weil sie die vielen Spätgebärenden nicht erfasst, doch sie hatte beispielsweise entscheidenden Einfluss auf das Konzept des üppigen Erziehungsgeldes für Gutverdiener. So wird in einer Gesellschaft, in der Bildungserfolg in absurdem Maße an Herkunft geknüpft ist, das Kinderkriegen zu einer Frage des Klassenerhalts. Es ist der gebildete Mittelstand, der um Selbsterhalt strampelt."

    Danach rechnet sie - im Gegensatz zu ihrer Kollegin MÄRZ - mit dem "Hobby-Biologen" SCHIRRMACHER ab:

    "Nun ist eine kinderfeindliche, kinderentwöhnte Gesellschaft wahrlich kein schöner Ort zum Leben - allerdings wird sie nicht besser, wenn sie sich deshalb ängstlich hinter ihren Ressentiments und Klassenschranken verbarrikadiert. Und warum muss man den Umweg über Biologie und Stammhirn machen, wenn man soziale Probleme beschreiben will?
    Wahrscheinlich, damit man eleganter wieder bei den Frauen landen kann, denen Schirrmacher schlicht aus biologischen Gründen die Verantwortung für den Ausweg aus der Malaise zuschiebt.
    "

    BUHR, Elke (2006): Lolitas vor der Kamera.
    Die Schirn Kunsthalle Frankfurt sucht nach der "Jugend von heute" und findet leider fast nur schöne Mädchen und traurige Teenies,
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.04.

    "Die Auseinandersetzung mit der Jugend tritt seit Jahren auf der Stelle. Die Jugend scheint gefangen in dem Kreislauf von immer glatteren Medienbildern und deren Imitation, von Subversionsversuchen und deren sofortiger kapitalistischer Verwertung. Eigenwilligkeit und Protest, also das, was man sich von der Jugend erhofft, ist nur noch in der subtilen Aneignung und Variation der Zeichen zu finden - ein postmodernes Spiel. Das mag für eine gewisse Schicht der Jugend zutreffen, doch man muss sich darüber klar werden, dass es längst eine Minderheit ist.
    Jugendkultur ist nicht nur eine Veranstaltung der Überflussgesellschaft und vor allem: Sie ist nicht nur weiß. Ja, der Markt liebt die blonden Lolitas. Aber was ist mit den schwarzen HipHoppern, die längst in der Popkultur den Ton abgeben
    ", kritisiert Elke BUHR eine Ausstellung über die Jugend von heute in der Frankfurter Schirn.

    BUHR, Elke (2006): Vatertagsfluchten.
    Der infantile Mann,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.

    "Gerade in den so genannten progressiven Milieus, wo die Männer die alten Männlichkeitsklischees entschlossen abgestreift haben, finden sich die Frauen gelegentlich als einzige wieder, die einen Nagel in die Wand zu schlagen bereit sind. Auf die ultrapatente Doppelbelastungs-Frau trifft dort der selbstverwirklichte Nach-68er-Mann, der seine Nichtsnutzigkeit pflegt wie seine Plattensammlung", meint Elke BUHR.

    BUHR, Elke (2006): Ob Küssen schwanger macht.
    Von Marilyn Monroe zu Tokio Hotel: Vor 50 Jahren, am 26. August 1956, erscheint die erste "Bravo",
    in: Frankfurter Rundschau v. 25.08.

    "Als Aufklärungsorgan ist die Zeitschrift bis heute ungeschlagen. (...) Mantra: Alles ist erlaubt, wenn beide es wollen, und: Nehmt euch Zeit. Das Heft versucht auch, dem allgemeinen Schönheitswahn etwas entgegen zu setzten. Ganz unprätentiös stellen sich hier Jugendliche nackt vor die Kamera und präsentieren sich und ihren Körper wie sie sind, und die Leser und Leserinnen haben die Chance, auch mal andere Maße als die von Models zu sehen und mit dem eigenen Körper zu vergleichen", meint Elke BUHR.

    BUHR, Elke (2006): Thea Dorn - Die neue F-Klasse,
    in: Literaturen, November

    BUHR, Elke (2007): Verschlafen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.01.

    Nach Meinung von Elke BUHR hat es Britney SPEARS durch 2 Babies und Scheidung endlich in den Rock 'n' Roll-Himmel geschafft, aber - so klagt sie - Exzesse seien leider out im Pop.

    BUHR, Elke (2007): Das Ernie-&-Bert-Prinzip.
    Dieser Grundsatz gilt in der Liebe, in der Freundschaft und auch immer im Job: Einer ist immer der Ernie und einer der Bert,
    in: Neon, März

    BUHR, Elke (2007): Identitätskrise.
    Minderheit Mann,
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 28.04.

    Die Gebrüder Andreas und Stephan LEBERT beschreiben mit ihrer Anleitung zum Männlichsein das "eigene Umfeld und letztlich das eigene Leben. Es ist die akademisch gebildete, links angehauchte Mittelschicht, die sich in den Typen wiedererkennen muss", behauptet Popmutter Elke BUHR aufgrund ihres eigenen Wiedererkennungseffektes. Der Chefredakteur der Frauenzeitschrift BRIGITTE und sein Bruder Stephan, der vor zwei Jahren in der ZEIT über nervende Eltern klagte, haben ihrem Milieu einen Trend zur Verweiblichung attestiert, dem sie mit einer Erweiterung des alten Männlichkeitsideals entgegen kommen möchten: Der Mann sollte z.B. nicht warten, bis ihn seine Frau den Müll ausleeren schickt, sondern von sich aus den Müll ausleeren! Das fände auch Elke BUHR gut, für die ein Entwicklungsdefizit des Mannes unübersehbar ist.

    Neu:
    BUHR, Elke (2008): "German Angst".
    Die aufgefressene Seele,
    in: Frankfurter Rundschau v. 25.09.

    Elke BUHR berichtet über eine Ausstellung zur "German Angst": "Im angelsächsischen Raum ist »German Angst« sogar ein feststehender Begriff für die traditionelle Lebensfurcht und diffuse Verzagtheit der Deutschen.
                Nun verkünden allerdings soziologische Trendforscher, dass die Deutschen in Wirklichkeit gar nicht mehr so viel Angst haben: Wiedervereinigung, Love Parade und der Prozess, den man gemeinhin »Normalisierung« nennt, hätten den emotionalen deutschen Sonderweg beendet. Und auch Marius Babias, Kurator der Berliner Ausstellung, möchte das nationale Stereotyp nicht blind reproduzieren: Um ein »transkulturelles« Deutschlandbild geht es ihm, allerdings um eines, das nicht dem neuen Friede-Freude-Eierkuchen-Bild erliegt, sondern das die behauptete Normalisierung kritisch abklopft."

     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 01. Februar 2006
    Update: 01. Juli 2015