[ Autoren der Generation Golf ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Heide Oestreich: Familienpolitik als Frauenpolitik

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1968 geboren
    • Studium der Politikwissenschaft und Germanistik
    • 2004 Buch "Der Kopftuch-Streit"
    • Redakteurin bei der taz
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
  •  
           
       

    Heide Oestreich in ihrer eigenen Schreibe

     
           
       

    OESTREICH, Heide (2001): Ende des Ernährers.
    Mit der neuen Rolle des Vaters als Erzieher, so eine Studie des Familienministeriums, fangen die Probleme erst an,
    in: TAZ v. 17.07.

    Heide OESTREICH bezweifelt das vom Spiegel ausgerufende Comeback der Mutter. Die empirische Studie von Wassilios FTHENAKIS spricht nach OESTREICH dagegen. Der Familienforscher hat ein neues Vaterideal entdeckt. Nicht mehr der "Ernährer", d.h. Väter als Vollzeitkarrieristen mit familiärem Anhang möchte er sein, sondern "Erzieher". Die Realität sieht aber anders aus: Karriereverzicht, hier als Beantragung von Erziehungsurlaub definiert, das geht dann doch zu weit.

    "Allerdings lehnen auch, und das dürfte neu sein, die Mütter den Karriereverzicht zugunsten des Kindes ab. Eine Renaissance der klassischen Mutterrolle ist also empirisch nicht zu belegen",

    schreibt OESTREICH. Mütter, die ihre Karriere nicht aufgeben, sind sogar im Vorteil. Sie können damit Väter zu einer egalitäreren Arbeitsteilung zwingen und können auch im Berufsleben auf mehr Verständnis hoffen.

    OESTREICH, Heide (2001): Irrtum einer Ikone.
    Muss man wie Doris Lessing die verunsicherte Spezies Mann mütterlich unterstützen gegen die Feministinnen? Wohl kaum, denn sie hat an ihren Problemen selbst Schuld
    in: TAZ v. 06.09.

    Heide OESTREICH berichtet über den Abwehrdiskurs der männlichen "Unterhaltszahler, Quotenverlierer und Katalogfrauenbesteller", die nicht am Feminismus erkrankt sind, sondern an ihrer verkorksten Identität. Das Defizit des Feminismus sieht sie im Fehlen eines Konzeptes von Männlichkeit jenseits der schlichten Negation. Die Kritik von Doris LESSING, die vor kurzem die Männer vor dem Feminismus in Schutz genommen hat, geht ihr entschieden zu weit.

    "»Man konnte kleine Mädchen sehen, fett vor Selbstgefälligkeit und Einbildung, während die kleinen Jungen zusammengekrümmt dasaßen, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dies sei nun das vorgegebene Muster ihres Lebens.« Der Feminismus sei wie eine Religion geworden, die man nicht verraten dürfe. »Es ist endlich Zeit, dass Männer zurückschlagen«",

    zitiert sie LESSINGs Schelte.

    OESTREICH, Heide (2002): "Ich bin hundert Prozent Feminismus, ey".
    Alice Schwarzer trifft Aziza A: Oma erzählt vom Krieg. Eine Imageberatung im Gegenzug lehnt die Generation "Lila" ab,
    in: TAZ 11.03.

    Heide OESTREICH berichtet von einer Diskussion zum Thema Lila trifft Handy auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung. OESTREICH findet die postfeministische Generation Handy sympathischer als die Generation Lila der 1970er Jahre Feministinnen à la Alice SCHWARZER & Co.

    OESTREICH, Heide (2002): Achtung, Frau am Steuer!
    Mit ihrem Buch "Generation Ally" wurde Katja Kullmann bislang lediglich als Trittbrettfahrerin kritisiert. Dabei überbrückt ihr Bestseller erfolgreich die Kluft zwischen den Frauengenerationen
    in: TAZ v. 03.06.

    Heide OESTREICH rechnet mit Susanne GASCHKE (ZEIT vom 14.03.2002) und der Generation Berlin ab, indem sie KULLMANNs Bestseller verteidigt:

     "Seine Position sowohl im Generationendiskurs als auch im feministischen Diskurs könnte sogar markant sein, würde es in diesen Gefilden nicht als tendenziell 'seichter Bestseller' gelabelt und entsprechend ignoriert."

    OESTREICH geht sogar noch weiter:

    "Das Buch füllt das kommunikative Loch, das zwischen Alice Schwarzer und Verona Feldbusch klafft - auf eine Weise, die in der nichtfeministischen Öffentlichkeit angekommen ist. Aus der heilen Welt der Frauenzeitschriften guckt ein unglückliches Gesicht. Es zu zeigen ist heute ein geradezu politischer Akt."

    Der Glücksanspruch des neoliberalen Ich-Feminismus, der von KULLMANN aus der Innenansicht beschrieben wird, gerät mit der Kinderfrage an seine Grenzen:

    "Wo die gesellschaftlichen Wellen der alten Frauenbewegung sie nicht mehr tragen, versagt diese Gruppe. 'Dann mache ich es doch lieber selber', seufzt Kullmann über den liegen gebliebenen Haushalt - genau wie ihre siebtelemanzipierte Mutter, die ihre Selbstverwirklichung in den Volkshochschulkurs verlagert hat. Die Karriere reicht genau bis zum biologischen Scheitelpunkt, an dem sich die Kinderfrage stellt. Entscheidet man sich für Kinder, ist sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit beendet. Und plötzlich sieht das Rollenangebot gar nicht mehr so attraktiv aus: Luder mit Geschäftssinn, Karrierefrau ohne Familie oder Mama mit Halbtagsjob."

    Katja Kullmann - Generation Ally

    OESTREICH, Heide (2002): Warum Aschenputtel rückwärts läuft.
    Woran liegts eigentlich, wenn Mütter hierzulande kaum Karriere machen?, fragte die Friedrich-Ebert-Stiftung. Am Staat mit seiner mangelhaften Kinderbetreuung? Oder an den Müttern selbst, die das Kind als bequeme Ausrede entdecken?,
    in: TAZ v. 11.11.

    Barbara Bierach - Das dämliche Geschlecht

    OESTREICH, Heide (2003): "Wovor haben Sie Angst?"
    Gretchen Dutschke wird vor allem als Pressesprecherin ihres toten Mannes gesehen. Ein Gespräch über Männer & Frauen, ungeliebten Kinderdienst sowie Ökonomie & Gewalt 1968 und heute,
    in: TAZ v. 18.01.

    Die 68er gelten allgemein als Idealisten bzw. als Verfechter postmoderner Werte. Tatsächlich muss manches wohl wesentlich nüchterner betrachtet werden, z.B. die Heiratsfrage:

    "Warum haben Sie eigentlich geheiratet? Das tat man doch gar nicht?
    Uns war egal, was die anderen taten und was nicht. Außerdem bekam man in Berlin Geld, wenn man heiratete. Und wir hatten kein Geld."

    OESTREICH, Heide (2003): Gender in die Agenda.
    Grüne wollen bei Agenda 2010 nachbessern: Anrechnung des Partnereinkommens für arbeitslose Frauen soll gemildert werden. Lange Beschäftigung zählt,
    in: TAZ v. 24.05.

    OESTREICH, Heide (2003): Mutti war die Beste!
    Im zarten Alter von 50 Jahren dehnt sich die deutsche Familienpolitik von der reinen Mutti-Förderung erstmals auch auf die Kinder aus. Noch 50 Jahre, und sie entdeckt auch noch den Vati. Ein Glückwunsch zum heutigen 50sten,
    in: TAZ v. 23.10.

    Damit der nächste PISA-Test besser ausfällt, hat die taz alle 14 westdeutschen Familienminister  aufgelistet. Darunter gab es nur drei Männer, alle CDU-Mitglieder.

    OESTREICH, Heide (2004): Eine politische Entscheidung.
    Katholische Theologinnen werden Opfer ihres Erkenntnisobjektes,
    in: TAZ v. 23.04.

    Heide OESTREICH unterstellt der katholischen Kirche fälschlicherweise eine generelle "Frauenphobie". Dies ist nur die halbe Wahrheit, denn die Politik für die Mütterelite von Renate SCHMIDT steht im Einklang mit der katholischen Sicht. Dagegen sind der katholischen Kirche kinderlose Frauen - solange sie nicht in kirchliche Organisationen oder in die Ehe eingebunden sind - ein Dorn im Auge.

    OESTREICH, Heide (2004): Kluge Mütter wollen Arbeit.
    Der Staat subventioniert die Familien grundlegend falsch,
    in: TAZ v. 29.04.

    OESTREICH, Heide (2004): Hoffentlich Allianz-versichert.
    Ein winziger Schritt in Richtung familienfreundliches Deutschland,
    in: TAZ v. 02.06.

    OESTREICH, Heide (2004): Der Schröder-Defekt schlägt wieder zu.
    Der Kanzler ärgert Kinderlose, anstatt die Pflege zu reformieren,
    in: TAZ v. 06.07.

    "Umfragen im Keller? Dann keine Belastungen mehr. Mit den paar Kinderlosen kann mans aufnehmen. Die haben keine Lobby. Vor einer Bild-Schlagzeile: »Kanzler schröpft uns alle auch noch bei der Pflege« dagegen graust es Schröder. Deshalb wird die Pflegekasse eben nicht solidarisch saniert, wozu nach einer gewissen Entlastungszeit der Eltern alle beigetragen hätten", kritisiert Heide OESTREICH.

    OESTREICH, Heide (2004): Bitte keine Tagesmutter-Ich-AGs.
    Die Deutschen haben den Wert des Kindergartens nicht begriffen,
    in: TAZ v. 12.07.

    OESTREICH, Heide (2004): Familienbild mit Hartz.
    Der Arbeitsmarkt wirds schon richten: Die Logik von Hartz IV behandelt Frauen und Männer gleich, ohne dass sie die Chance haben, sich auch gleich zu verhalten. Das Ergebnis: Frauen - und Mütter vor allem - werden in die gute alte Versorgerehe gedrängt. Oder in unsichere Billigjobs,
    in: TAZ v. 10.08.

    OESTREICH, Heide (2006): Familienpolitik im Wunderland.
    Der Kita-Ausbau ist wichtiger als die Finanzierung von Tagesmüttern,
    in: TAZ v. 18.01.

    Heide OESTREICH verteidigt die Vorrangigkeit des Ausbaus der staatlichen Kinderbetreuung (Gegenposition: Matthias KAMANN).

    taz -DOSSIERS: Das Auslaufmodell

    OESTREICH, Heide (2006): Das große Muttern.
    Feminismus und Mutterschaft: Eine verhängnisvolle Affäre,
    in: TAZ v. 08.03.

    Heide OESTREICH rollt noch einmal die ganze Geschichte der neuen Frauenbewegung auf und zieht ein hoffnungsfrohes Resümee:

    "Die Sinnlosigkeit des Streits zwischen Differenz-Müttern und Karriere-Feministinnen ist weitgehend erkannt. Die beiden Feminismus-Ansätze sind in der Praxis ohnehin nicht mehr zu spüren (...). Das zwangsweise große Muttern der Mütter hat ein Ende. Das große Muttern der Gesellschaft, des Staats und der Väter aber, das fängt erst richtig an."

    OESTREICH, Heide (2006): "Ich dachte, ich kriege Elterngeld".
    Petra Müller fühlt sich von der Regierung hintergangen. Die Ingenieurin wollte von der angekündigten Familienförderung profitieren. Doch sie wurde zu schnell schwanger,
    in: TAZ v. 05.05.

    TAZ-Brennpunkt: Das neue Elterngeld auf dem Prüfstand.
    Das Elterngeld ist heute Thema einer Expertenanhörung im Bundestag. Ein "Systemwechsel" hat damit gerade erst begonnen. Denn das alte Mutterbild sitzt fest - in Strukturen und Köpfen: Es fehlt an Kita-Plätzen und an Müttern, die ihr Kind nach einem Jahr "weggeben" wollen

    OESTREICH, Heide (2006): Rückkehr von einem deutschen Sonderweg.
    Deutschland hat am Ernährermodell festgehalten, als viele andere Europäer schon ihr Familienbild reformierten. Warum eigentlich?
    in: TAZ v. 03.07

    OESTREICH, Heide (2006): Alle Eltern rechnen.
    Vor allem ärmere Familien werden zum so genannten Systemwechsel gezwungen. Wohlhabendere können weitermachen wie bisher. Drei Beispiele,
    in: TAZ v. 03.07

    OESTREICH, Heide (2006): Fallstricke im Elterngeld.
    Expertenanhörung ergibt: In einigen Details konterkariert Elterngeld seine Ziele. Beruflicher Wiedereinstieg von Müttern könnte erschwert werden,
    in: TAZ v. 04.07.

    OESTREICH, Heide (2006): Frauen? Oberpeinlich!
    "Die Zeit" fordert eine neue Frauenbewegung. Sehr gut! Aber wenn man genau hinsieht, muss man feststellen: Kein Mann will sich zur großen Forderung bekennen. Schämen sich die Herren etwa?
    in: TAZ v. 26.08.

    Eine bitterböse Abrechnung mit der Leben-Beilage der ZEIT zum Thema Feminismus liefert Heide OESTREICH. Ästhetischer, statt politischer Feminismus lautet der Vorwurf:

    "die Frauen (werden)(...) inszeniert wie bei der Abtreibungskampagne: man outet sie als Gruppe der heimlichen Feminismus-Anhängerinnen.
              
     Interessant, denn Abtreibung war ja damals illegal. Damit hat man den Status des Feminismus in der Zeit wahrscheinlich ziemlich exakt bestimmt.
              
     Das steht dann auch vorne im Editorial. Es sei ja eigentlich oberpeinlich, einen neuen Feminismus zu fordern. Man tut es aber jetzt trotzdem mal. Wegen dieser Art von Backlash à la Schirrmacher und Matussek. Aber was wird eigentlich gefordert? Männer, die sich um Kinder kümmern? Mehr Frauen als Chefs, beispielsweise in der Zeit? Oder wenigstens das Recht auf einen Kinderkrippenplatz? Nichts dergleichen. Nur ein »neuer Feminismus«. Was soll der Inhalt dieses neuen Feminismus sein? Nach sechs Seiten Lektüre ist man nicht schlauer. Feminismus wird hier nicht als politisches, sondern ästhetisches Projekt inszeniert."

    OESTREICH beklagt das Verschämte der Beilage. Doch wer sollte bei der ZEIT für den Feminismus eintreten? Etwa Susanne GASCHKE, die behauptet, dass der Feminismus gesiegt hätte und die Frauen deswegen in der Emanzipationsfalle säßen? Susanne MAYER etwa? Oder gar der Quotenmann Harald MARTENSTEIN, der erst vor kurzem mitgeteilt hat, dass er nichts von Kinderkrippen hält?

    OESTREICH, Heide (2007): Vorsicht vor kastrierenden Lesben.
    Backlash-Publizisten haben die zweite Stufe der Rakete in die Vergangenheit gezündet: Sie wollen nicht mehr nur alte Geschlechterbilder konservieren, sondern diffamieren nun auch die ProtagonistInnen der Gleichstellungspolitik,
    in: TAZ v. 10.01.

    OESTREICH, Heide (2007): Was keimt denn da?
    Nun wollen auch die Grünen ihr Programm stärker auf Familien ausrichten. Wie bitte passt das zu einer Partei, die einst für einen radikalen Bruch mit der patriarchalen Kleinfamilie eintrat?
    in: TAZ v. 11.01.

    Heide OESTREICH verbindet ihre Rechtfertigung der Hinwendung der Grünen zur traditionellen Familie mit einem Rückblick auf vergangene Parteiprogramme und das Herkunftsmilieu:

    "Man muss sich vielleicht kurz vergegenwärtigen, von wo aus die Grünen familienpolitisch einst starteten. Im Nach-68er-Milieu, aus dem zumindest die Linke bei den Grünen stammt, atmeten noch die Geister von Horkheimers »Autorität und Familie« oder der »sexuellen Revolution« von Wilhelm Reich. Im legendären Kursbuch 17 von 1969 zu »Frau - Familie - Gesellschaft« heißt es: »Die durchschnittliche Kleinfamilie produziert anlehnungsbedürftige, labile, an infantile Bedürfnisse und irrationale Autoritäten fixierte Individuen. Nur der radikale Bruch mit der überkommenen Dreiecksstruktur der Familie kann zu kollektiven Lebensformen führen, deren Ziel die Schaffung eines neuen Menschen in einer revolutionierten Gesellschaft ist.«
    Grünen-Wähler der ersten Stunde lebten vielleicht nicht mehr in sexuell befreiten Kommunen, aber die Wohngemeinschaft, das Haus- oder Hofprojekt, das waren durchaus gültige Leitbilder für ein Zusammenleben, das dem Horror der Kleinfamilie entgehen sollte."

    OESTREICH, Heide (2007): Freiheit statt Feminismus.
    In dem Band "Das F-Wort. Feminismus ist sexy" melden sich nun differenzierte, kluge Frauen und Männer zu Wort. Das "F" steht für sie zunächst für "Freiheit" - nicht die schlechteste Idee,
    in: TAZ v. 16.05.

    OESTREICH, Heide & Jens KÖNIG (2007): Bonus für Mutti?
    Ab 2013 gibt es den Anspruch auf einen Halbtagsplatz für Kleinkinder. CDU will eine Herdprämie, von der Leyen ist dagegen,
    in: TAZ v. 16.05.

    OESTREICH, Heide (2007): Ehe-Privilegien werden fallen.
    Die Union verschweigt: Das Modell Hausfrau wird immer riskanter,
    in: TAZ v. 25.05.

    OESTREICH, Heide (2007): Mama soll's richten.
    Um die demografische Wachstumsschwäche der kommenden Jahre auszugleichen, muss deutschen Müttern die Berufstätigkeit erleichtert werden, fordern einmütig Experten und auch die EU-Kommission. Doch das hiesige Steuersystem arbeitet dagegen,
    in: TAZ v. 05.06.

    Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat eine Studie erstellt, die einen Zusammenhang zwischen demografischer und wirtschaftlicher Entwicklung behauptet. Der "USA mit ihrer Traumgeburtenquote von 2,1 Kindern pro Frau" wird eine günstigere Entwicklung zugeschrieben. Der Soziologe Karlo Otto HONDRICH hat in seinem Buch "Weniger sind mehr" die enge Kopplung zwischen Geburten- und Wirtschaftsentwicklung widerlegt.

    OESTREICH, Heide (2007): Welche Frau darf es sein?
    Ortstermin unter Frauen: Trendforscher Matthias Horx hat für die neue Zeitschrift "emotion" Leserinnen katalogisiert und mal wieder einen Megatrend ausgemacht: die "Glücksstrateginnen",
    in: TAZ v. 27.06.

    Matthias HORX, Marktschreier in Sachen Megatrend, hat nach dem Single die Frau entdeckt:

    "Matthias Horx kündet der deutschen Wirtschaft mittlerweile schon seit 15 Jahren vom »Megatrend Frauen«, den er in den emotion-Leserinnen verkörpert sieht. Seit dem Jahr 2000 gibt es mehr gut ausgebildete Frauen als Männer. Aus dieser Umkehr schließt mittlerweile nicht nur Horx, dass Frauen bald mehr arbeiten, mehr Geld haben, mehr konsumieren - und deshalb dringend als Zielgruppe ins Auge gefasst gehören. Seit dem Merkel-Schock schwenkt auch die Medienwelt auf diese Schiene ein und schreibt nun allerorten »die Frauenrepublik« herbei, wie kürzlich der Spiegel. Großzügig übersehen solche Trendmeldungen, dass die gebildeten jungen Damen bisher meist in Teilzeitjobs landen, was den Konsum in Grenzen hält - und auch die Karrierechancen.
    Kann sich ja alles noch ändern, aber bisher wirkt die schöne neue Frauenwelt des Herrn Horx deshalb oft etwas verzerrt. Gern wird dann auch der Wunsch für die Wirklichkeit genommen: Die Frauen wollen beruflich erfolgreich sein und eine gleichberechtigte Partnerschaft",

    meint Heide OESTREICH dazu.

    OESTREICH, Heide (2009): Später Kindersegen? Nicht in Deutschland.
    Studie: In ganz Europa wird das Projekt Nachwuchs oft hinausgezögert. Aber hierzulande bleibt er dann ganz aus,
    in:
    TAZ v. 13.01.

    OESTREICH, Heide (2009): "Die Männer sind nicht im Blick".
    Kinderlose Männer: Mehr Männer als Frauen sind kinderlos. Die Politik ignoriert das, weil sie keinen Mumm hat, die Männerrolle ernsthaft zu verändern, meint Väterexperte Ralf Ruhl,
    in: TAZ v. 01.08.

    OESTREICH, Heide (2009): Von der Leyen kämpft um jedes Baby.
    Familienministerin von der Leyen widerspricht Eurostat: Die Zahl der Geburten in Deutschland sei nicht gesunken, sondern in etwa gleich geblieben, die Brüsseler Zahlen seien veraltet,
    in: TAZ v. 05.08.

    Heide OESTREICH geht im Gegensatz zu Vera GASEROW auf den Zusammenhang zwischen GeburtenZAHLEN und GeburtenRATE ein:

    "Ist nun also überhaupt keine Bewegung zu vermelden? Die Familienministerin gänzlich ohne gute Nachrichten? Nein. Vielmehr ist die auf den ersten Blick wenig spektakuläre Zahl eigentlich bemerkenswert: Denn die Zahl der Frauen, die Kinder bekommen können, sinkt auch seit Jahren. Seit 2005 ist diese Gruppe um eine halbe Million geschrumpft. Diese weniger gewordenen Frauen haben also dennoch relativ viele Kinder bekommen. Diese Geburtenrate der Kinder pro "gebärfähige" Frau könnte also, wie schon im vergangenen Jahr, gestiegen sein. Allerdings ist sie für 2008 noch nicht genau errechnet. Wenn das geschehen ist, könnte die Welt der Familienministerin wieder in Ordnung sein."

    OESTREICH, Heide (2012): Die allerletzte Postfeministin.
    Geschlechter: Nach Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sucht Ministerin Schröder in ihrem neuen Buch nicht. Sie kämpft lieber gegen Windmühlen,
    in:
    TAZ v. 16.04.

    Die Grünen stehen vor den Landtagswahlen scheinbar vor einem Fiasko. Gerade noch in der Rolle der Höhenflugpartei, stehen sie nun angesichts der Prognosen für die Piratenpartei mit dem Rücken zur Wand. Der taz, eng verbunden mit der grünen Hoffnung, droht das gleiche Schicksal.

    Der Unmut mit der die Phalanx der Vereinbarkeitsfechterinnen sich auf das Buch der Familienministerin stürzen, zeigt, dass die Zeit der Grabenkämpfe nicht vorbei, sondern in eine neue Phase eintreten. Man darf also auf die Reaktion von Elisabeth BECK-GERNSHEIM, der Schutzpatronin dieser Politik für die Mütterelite, gespannt sein. Heide OESTREICH hat schon einmal ihre Bataillone für diesen Kampf in Stellung gebracht:

    "Aber Feministinnen, die die »Karrierefrau« predigen? Allein in den Publikationen der letzten Jahre ringen Autorinnen wie Lisa Ortgies (»Heimspiel. Plädoyer für die emanzipierte Familie«), Susanne Gaschke (»Die Emanzipationsfalle«), Regine Zylka (»Das große Jein. Zwanzig Frauen reden über die Kinderfrage«), Anke Dürr und Claudia Voigt (»Die Unmöglichen. Mütter, die Karriere machen«), Iris Radisch (»Die Schule der Frauen«) und auch die vielzitierten Alphamädchen (»Wir Alphamädchen«), sie alle ringen darum, wie das Leben mit Beruf und Kindern gelingen kann. Das ermüdende postfeministische Feminismusbashing aus den 90er Jahren, dem Schröder offenbar noch anhängt, haben sie längst hinter sich gelassen. Sie wollen die gleiche Freiheit zum Beruf und, ja, auch zur Karriere, wie die Männer. Niemand will dagegen die »Freude am Muttersein« verbieten"

    Den Frontverlauf dieses Kampfes hat Ulrich BECK im Jahr 1986 vorgezeichnet. Dass er 25 Jahre später noch genauso aktuell wie damals ist, zeigt das ganze Dilemma der deutschen Familienpolitik, für deren Versagen Singles als Sündenböcke herhalten müssen.

    Der Angleichung von Frauen an Männern hat Ulrich BECK bereits 1986 eine Absage erteilt. Die kinderlose Karrierefrau ist längst ins gesellschaftliche Abseits geraten und muss  ihr ungeliebtes Dasein als Faustpfand in den Händen der Vereinbarkeitsverfechterinnen fristen (Motto: Gebärstreik). Das Schlimmste was der kinderlosen Karrierefrau in dieser Situation passieren könnte, ist, dass die Geburtenrate ansteigt, und sie politisch völlig überflüssig wird. Die Vereinbarkeitsverfechterinnen können dann jedoch darauf verweisen, dass das Elterngeld doch wirkt.

    Einen Ansatzpunkt zur Annäherung zwischen Schwarz-Grün gibt es dann aber doch:

    "Am Ende ihres langen Kampfes gegen die Windmühlen preist sie plötzlich doch die »große«, vollzeitnahe Teilzeit von 30 bis 40 Stunden für beide Eltern. Was ist das, wenn nicht ein Rollenleitbild? Was überhaupt ist gegen Rollenleitbilder zu sagen? Wie soll man denn ohne Leitbild Familienpolitik machen? Ja, die Eltern von heute wollen beides: Familie und Beruf. Die Zwei-Ernährer-Familie mit großen Teilzeitjobs könnte dieses Leitbild sein. Wer ist dafür zuständig? Die Familienministerin. Was schlägt sie vor? Nichts. Sie will ja niemanden bevormunden."

    OESTREICH, Heide (2012): Die Tücken der Wahlfreiheit.
    Zum Streit über das Betreuungsgeld,
    in:
    TAZ v. 14.05.

    "Das Wort »Wahlfreiheit« ist also völlig fehl am Platz. Stattdessen braucht es klare Aussagen und klares Handeln: »Zu lange daheim zu bleiben erhöht Ihr Risiko der Altersarmut«, ist eine solche klare Aussage. Und das Handeln wäre: schleunigst in gute Kitas investieren, nicht in irgendwelche",

    meint Heide OESTREICH. Der Begriff "Risiko" wird heutzutage häufig verwendet, um die Alternativlosigkeit einer politischen Strategie zu suggerieren. Mit dem Begriff "Risikogesellschaft" hat Ulrich BECK diese politische Allzweckwaffe des Risikos geprägt.

    Populäre Slogans wie "nur eine Scheidung weit entfernt von der Armut" suggerieren eine nivellierte Mittelstandsgesellschaft, die es so gar nicht gibt. Der Begriff Risiko wird deshalb selten mit Zahlen belegt, sondern wie von OESTREICH unspezifisch verwendet. Wenn mit Zahlen argumentiert wird, dann mit hoch aggregierten Zahlen, die Gleichheit suggerieren, selbst dort wo die Ungleichheit vorherrscht.

    Risikoabwägung wäre deshalb gefragt. Aber die typische Verwendung des Risikobegriffs soll ja gerade diese Risikoabwägung verhindern. Man könnte z.B. fragen, ob das Risiko der Arbeitslosigkeit für bestimmte soziale Gruppen nicht ungleich höher ist als das Risiko der Scheidung. Ist das Risiko der Altersarmut nicht für bestimmte Frauenjahrgänge oder soziale Gruppen höher als für andere?

    Der Risikobegriff ist mittlerweile zu einer publizistischen Allzweckwaffe verkommen, die sich einer akademischen Mittelschicht verdankt und deren Interessen wiederspiegelt.

    OESTREICH, Heide (2013): "Es gibt neue Allianzen".
    Aufschrei: Einen "kleinen feministischen Frühling" hat die Feministin Angela McRobbie nach der Brüderle-Affäre ausgemacht. Über die vergebliche Wut der Alice-Schwarzer-Generation, die kluge Coolheit von Slutwalks und die Schwächen des Netzfeminismus,
    in:
    TAZ v. 16.05.

    "Die neue Norm beinhaltet jetzt auch gleichgeschlechtliche Paare. Frauen, die Frauen heiraten, Männer, die Männer heiraten. Sie sollen auch gern Kinder bekommen. Damit werden sie vollends in das Kleinfamilienmodell gepresst, wo sich jeder auf die Hochzeit freut. Wer würde das schon schlechtmachen wollen? Aber es ist auch eine Normierung: Es geht immer um Kleinfamilien mit zwei Elternteilen. Familien mit einem Elternteil wirken dagegen wie gescheitert", beschreibt Angela McROBBIE das neue Familienideal.

    OESTREICH, Heide (2013): Und dann die Rente mit 70.
    Altern: Die Politik tut zu wenig, um das Land demografiefest zu machen, meinen ExpertInnen - und legen einen ehrgeizigen Plan vor, Arbeiten bis 70 inklusive,
    in:
    TAZ v. 13.08.

    Wirft man der taz den Köder Reform des Ehegattensplitting hin, dann bekommt man zum Dank einen unkritischen Bericht, der Kaffeesatzlesen mit Langfristdenken verwechselt.

    OESTREICH, Heide (2013): Die Festung am Rand.
    Zum Protest gegen das EKD-Familienpapier,
    in:
    TAZ v. 23.08.

    "Die bibeltreuen Christen und die FAZ wird die Kirche (...) nicht komplett mitnehmen können. Die sitzen in der Ehefestung und schießen auf alles, was sich drum herum bewegt. Diese Festung steht aber nicht mehr in der Mitte der Gesellschaft. Die hat sich längst weiter bewegt. Die Festung als Abenteuerspielplatz am Rande stört daher nicht mehr sonderlich",

    meint Heide OESTREICH über die Kritik an der Orientierungshilfe der EKD, die einen erweiterten Familienbegriff einführt, der auch  Alleinerziehende, Homopaare und Patchwork-Konstellationen umfasst.

    OESTREICH, Heide (2013): Superwoman will nicht mehr.
    Geschlechter: Teilzeitarbeit nach der Kinderpause ist einer der hauptsächlichen Gründe für die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Lobbyorganisation startet Kampagne,
    in:
    TAZ v. 05.11.

    Ein typischer Trick von Journalisten ist es, veraltete Daten so zu präsentieren als ob sie aktuell wären:

    "Christina Boll vom Hamburger Institut für Weltwirtschaft hat die Einkommensverläufe von Müttern und Frauen ohne Kinder verglichen. Die Mütter, die eine Weile ausstiegen, holten die Verdienste der kinderlosen Frauen nicht wieder ein. Mütter, die drei Jahre zuhause bleiben und dann drei Jahre Teilzeit arbeiten, verlieren Geld im Wert einer kleinen Eigentumswohnung: durchschnittlich 200.000 Euro"

    Erstens ist die Studie bereits im Jahr 2009 als Dissertation erschienen. Die Daten stammen vom Sozio-ökonomischen Panel, eine sozialwissenschaftliche Längsschnittuntersuchung der Jahre 1984-2005. Sie stammen damit aus einer Zeit vor der Einführung des  Elterngeldes und vor der Finanzkrise.

    Zweitens greift sich Heide OESTREICH einen von 9 Vergleichen heraus, und zwar denjenigen, der ihr am besten in den Kram passt, weil es sich um den höchsten Verlust handelt (2010, S.16). Die Spanne des möglichen Verlusts reicht immerhin von ca. 95.000 bis 201.000 Euro und variiert mit dem Erstgeburtalter und der Einkommenshöhe, die mit dem Bildungsniveau gleichgesetzt wird, d.h. Statusinkonsistenzen wie sie heutzutage typisch sind, werden nicht berücksichtigt.

    Vor kurzem hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung dagegen festgestellt, dass sich die Lohneinbußen von Müttern im Vergleich mit kinderlosen Frauen verringert haben.

    Außen vor bleibt die Tatsache, dass Scheidungen/Trennungen von Eltern eben nicht die Regel, sondern die Ausnahme sind (was einzelne Milieus, in denen sie verbreiteter sind, nicht ausschließt). Abweichungen von der "Normalität" haben jedoch in den Medien das höchste Erregungspotential, weshalb sie überschätzt werden. Deswegen mag der Vergleich Mütter contra Kinderlose zwar politisch korrekt im Sinne eines Elitefeminismus sein, aber die gesellschaftliche Realität der neuen Klassengesellschaft bleibt dabei außen vor.

    OESTREICH, Heide (2014): Verrechnet: Forscher korrigieren sich.
    Kinder: Nicht die Hälfte, sondern nur 27 Prozent der Bildungsfernen wollen Betreuungsgeld statt Kitas,
    in:
    TAZ v. 01.08.

    Die taz rudert zurück! Bereits am Montag wurde hier die Berichterstattung von Simone SCHMOLLACK zur Betreuungsgeld-Studie kritisiert. Am Mittwoch wurde dann auf einen Widerspruch zwischen der taz- und FAZ-Studienversion hingewiesen. Nun schreibt OESTREICH dazu:

    "Eine weitere Tatsache wurde in den Medien ebenfalls verzerrt: Die Befragung fand nicht unter den Empfängern von Betreuungsgeld statt, sondern war eine Vorabbefragung nach den Absichten der Eltern. Sie wurde im Juni 2013 erhoben. Das Betreuungsgeld wurde ab August 2013 eingeführt."

    Die Qualitätspresse reagiert mit Verharmlosung, so lautet im Tagesspiegel die Schlagzeile: "Die Aussage ist zwar die gleiche, nur ist sie weniger spektakulär".

    Was auf dieser Website bereits am Montag gefordert wurde, das ist nun aber möglich:

    "Als Reaktion auf die erregte Polit-Debatte, die ihre Forschung ausgelöst hatte, stellte das Dortmunder Institut den Betreuungsgeld-Abschnitt seiner – thematisch sehr viel umfassenderen Untersuchung, die vor allem den Betreuungsbedarf in den Kommunen ermitteln sollte – für jedermann nachlesbar ins Internet."

    Doch der Skandal geht weiter. Robert BIRNBAUM schreibt in seinem Dementi

    "Schnell auf Seite 134 nachgeblättert – die ominöse 54 ist verschwunden. Stattdessen steht dort nun: »Von den Familien, in denen kein Elternteil einen Bildungsabschluss besitzt, stimmen 31Prozent der Aussage zu, das Betreuungsgeld sei Grund für die Betreuungsentscheidung gewesen; bei einem Hauptschulabschluss sind es 23 Prozent.« Das ist jetzt korrekt. Dafür ist es nicht mehr so sensationsträchtig."

    Mit keinem Wort wird - nicht nur bei BIRNBAUM - erwähnt, dass die Zahlen einer Studie entnommen sind, die gar nicht repräsentativ für Deutschland ist, sondern lediglich das Ergebnis einer Befragung in 93 deutschen Kommunen ist. Die Forscher schreiben dazu:

    "Die Auswahl der Kommunen folgte keiner systematischen Stichprobenziehung. Vielmehr konnten sich Kommunen, welche Interesse an einer Elternbefragung hatten, für die Teilnahme melden. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass die beteiligten Kommunen ein repräsentatives Abbild aller Kommunen bzw. Landkreise in Deutschland darstellen." (S.15)

    Es ging in der Studie auch gar nicht darum Deutschland weit repräsentative Ergebnisse zu erhalten, sondern um die kleinräumige Bedarfsplanung der öffentlichen Kinderbetreuung:

    "Für eine datengestützte und passgenaue Planung von öffentlichen Betreuungsplätzen in Städten und Landkreisen sind Erhebungen zum Betreuungsbedarf auf Bundes bzw. Länderebene nur bedingt hilfreich, da erhebliche regionale Unterschiede in den Bedarfszahlen bestehen. Die Frage nach dem konkreten Betreuungsbedarf kann nur kleinräumig auf regionaler Ebene beantwortet werden. (...). Ziel dieses Projektes war es somit, den beteiligten Projektkommunen eine empirisch gesicherte Datengrundlage für eine passgenaue Planung des Ausbaus von Betreuungsplätzen zu liefern, indem der Bedarf von Eltern nach öffentlicher Betreuung kleinräumig erhoben wurde." (S.7)

    Das Kapitel 8, dem die falschen Zahlen entnommen wurden, wird folgendermaßen zusammengefasst:

    "Nach Ende der Einführungsphase werden ab August 2014 Eltern ein- und zweijähriger Kinder, die keine Kindertageseinrichtung bzw. Kindertagespflege besuchen, ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro monatlich erhalten. Was bedeutet dies für das Inanspruchnahmeverhalten der Eltern? Kapitel 8 untersucht die Frage, inwieweit die Möglichkeit, das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen zu können, die Eltern in ihrem Wunsch nach Betreuung beeinflusst. Gesucht werden auch hier relevante soziodemographische Einflussgrößen." (S.12)

    Angeblich wurden nach diversen Zeitungsmeldungen dazu ca. 100.000 Eltern befragt. Die Tabelle 8.1 (S.133) weist jedoch nur 31.690 Befragte aus. Das sind nicht einmal ein Drittel derjenigen, die angeblich befragt worden sind.

    Es stellt sich also die Frage: Können Journalisten überhaupt lesen? Oder woher beziehen unsere Meinungsführer ihre Informationen. Schreiben sie etwa auch ihre Dementis nur von anderen ab?

    Neu:
    OESTREICH, Heide (2014): Feminismus? Fuck, yeah!
    Frauen: "Weil ein Aufschrei nicht reicht": Der Twitter-Feminismus von Anne Wizorek wirbt nicht mehr, er fordert,
    in:
    TAZ v. 04.10.

    Generieren Medien Generationen? Heide OESTREICH glaubt dies, wenn sie den Twitter-Feminismus einer Anne WIZOREK vom "Blogger-Feminismus" der Mädchenmannschaft und vom "Fernseh-Feminismus" der F-Klasse abgrenzt.

     
           
           
       

    Der Kopftuch-Streit (2004).
    Das Abendland und ein Quadratmeter Islam
    Frankfurt a/M: Brandes & Apsel

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wie unter einem Brennglas bündeln sich im Kopftuch-Streit gesellschaftliche Konflikte. Die muslimische Frau mit Tuch - eine Provokation auf mehreren Ebenen. Staatliche Neutralität, Frauenbilder, »echte« oder »falsche« Toleranz, Integration, Religionsfreiheit, vieles gilt es zu überdenken. Kein Wunder, dass an den Schnittstellen dieser Diskurse die Emotionen hochkochen und die Argumentationslinien quer durch die Parteien und Bewegungen verlaufen.
    Heide Oestreich dokumentiert und diskutiert all diese Positionen gründlich und prüft kritisch deren Argumente. Das Buch spannt den Bogen vom Rechtsstreit der Lehrerin Ludin über die Gesetze der Bundesländer zu den Parteien, von den türkischen Vereinigungen und fundamentalistischen Organisationen bis zu den europäischen Nachbarn, von feministischen Positionen über sozialwissenschaftliche Studien bis hin zur mulitkulturellen Debatte.
    Entstanden ist ein Buch, das den Bemühungen muslimischer Frauen um Anerkennung Respekt zollt und eine reflektierte Politik der Toleranz einfordert."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    REUTER, Astrid 2004): Streit um Symbole.
    Dokumentation, Analyse und Plädoyer: Heide Oestreichs Sicht auf den Kopftuch-Streit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.

     
           
       

    Weiterführende Links

     
           
         
           
       
     
       

    Bitte beachten Sie:
    single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

     
       
     
         
       
     
       
    © 2002-2017
    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. August 2004
    Update: 08. März 2017