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Juli Zeh : Die neue Bescheidenheit, längst passé

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1974 in Bonn geboren
    • Jurastudium und Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig
    • 2001 Roman "Adler und Engel"
    • 2002 Buch "Die Stille ist ein Geräusch"
    • 2004 Roman "Spieltrieb"
    • 2007 Roman "Schilf"
    • 2009 Buch "Corpus Delicti"
    • 2012 Roman "Nullzeit"
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Juli Zeh in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    ZEH, Juli (2002): Das Gregor-Prinzip.
    Juli Zeh über die neue Bescheidenheit junger Leute,
    in: Spiegel Nr.45 v. 04.11.

    Juli ZEH beschreibt Gregor (BWL-Student und bislang sicherer Yuppie-Anwärter), Füsser (Student der Geisteswissenschaften; das Studium als "Vorbereitung auf die Arbeitslosigkeit") sowie deren Partnerinnen Nina und Nele (Jura-Studentinnen) als typische Studenten der Leistungsgeneration Golf/Berlin. Während Gregor und Füsser bis vor kurzem in zwei verschiedenen Konsumwelten lebten, haben sich nun die Welten angenähert und ALDI-Sekt ist zum Symbol der neuen Bescheidenheit sowohl bei der zukünftigen idealistischen als auch bei der materialistischen Elite geworden. ZEH fragt sich deshalb wohin dies führt, denn in der Wirtschaftsdepression ist Konsum die erste Bürgerpflicht und der Yuppie avanciert zum Gutmenschen, während die Kostenlos-Kultur im Internet an kriminelle Machenschaften grenzt.

    ZEH, Juli (2003): Verbotene Familie.
    Ein gelungener Sonntag kann teuer werden - wegen der fälligen Bußgelder,
    in: Welt v. 26.07.

    ZEH, Juli (2004): Sag nicht Er zu mir.
    Oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor,
    in: Literaturen, Nr.3, März

    ZEH, Juli (2004): Wir trauen uns nicht.
    Viele Schriftsteller halten Politik für Expertenkram - und vor allem für Privatsache,
    in: Die ZEIT Nr.11 v. 04.03.

    ZEH, Juli (2004): Genie Royal,
    in: volltext.net v. 16.06.

    ZEH, Juli (2004): Sixties würzig, Sixties light.
    Die fetten Jahre sind vorbei I: Die Cabinet-Generation wird  politisch, aber deshalb noch lange nicht erwachsen,
    in: Freitag Nr.49 v. 26.11.

    Hans Weingartner - Die fetten Jahre sind vorbei

    ZEH, Juli (2004): Unzähmbar,
    in: Focus Nr.50 v. 06.12.

    ZEH, Juli (2005): "Lieber Wellness als Karriere? Dann lassen wir sie doch".
    Emanzipation Antworten I.
    In der ZEIT vom 3. März schrieb Jana Hensel, der Erfolg der Emanzipation sei »ein Märchen«, Frauenzeitschriften propagierten ein gestriges Rollenbild. Die Schriftstellerin Juli Zeh sieht das anders,
    in: Die ZEIT Nr.12 v. 17.03.

    TITTEL, Cornelius (2005): Nur keine falsche Bescheidenheit.
    Die Kanzlersuche war noch im Gange, da war der verwaiste Posten des linksliberalen Klassensprechers schon neu besetzt: Ein Treffen mit der Schriftstellerin und Einser-Juristin Juli Zeh,
    in: Welt am Sonntag v. 20.11.

    ZEH, Juli (2006): Zur Hölle mit der Authentizität.
    Der Echtheitswahn der Unterhaltungsindustrie verführt dazu, auch in der Literatur nach wirklichen Personen und Vorgängen zu fahnden. Dabei geht verloren, was Literatur ist,
    in: Die ZEIT Nr.39 v. 21.09.

    ZEH, Juli (2007): Joe Happy. In: Johannes Ullmaier (Hg.) Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S.1-23

    ZEH, Juli (2008): Jede schöpft ab, so gut sie kann.
    Wie Alice Schwarzer, Charlotte Roche und andere im Feminismusbetrieb ihr Auskommen sichern,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.06.

     
           
       

    Juli Zeh im Gespräch

     
       
    • KLIMM, Leo & Ines ZÖTTL (2004): Mehr Freiheit!
      Deutschland bewegt sich. Nur, wohin? Vier junge Deutsche - ein Unternehmer, eine Gewerkschafterin, ein Politiker und eine Schriftstellerin - diskutieren über die Zukunft des Landes, über ihre Erwartungen an den Staat und darüber was sie sich am meisten wünschen,
      in: Financial Times Deutschland v. 21.10.

    Die Generation Golf (Schriftstellerin Juli ZEH, die Gewerkschafterin Silke MADER, der FDP-Politiker Philipp RÖSLER und Axel SCHMIEGELOW) sitzt am Deutschland-Stammtisch.

    • TITTEL, Cornelius (2005): Nur keine falsche Bescheidenheit.
      Die Kanzlersuche war noch im Gange, da war der verwaiste Posten des linksliberalen Klassensprechers schon neu besetzt: Ein Treffen mit der Schriftstellerin und Einser-Juristin Juli Zeh,
      in: Welt am Sonntag v. 20.11.

    • BALZER, Vladimir (2006): Das Ende moralischer Instanzen.
      Schriftstellerin Juli Zeh nennt Grass-Diskussion einen "sekundären Medienstreit",
      in: DeutschlandRadio v. 15.08.

      • Für Juli ZEH, eine Angehörige der Generation Golf,  ist Günter GRASS schon längst keine moralische Instanz mehr, die man nun demontieren könnte:

        "Balzer: Aber ist er nicht auch eine moralische Instanz für viele?
                  
         Zeh: Also so weit ich für mich und Bekannte meines Alters sprechen darf, ist diese Annahme schon falsch. Also die moralische Instanz, die Grass möglicherweise mal gewesen ist, ist er glaube ich für die Generation über uns. Denn in meinem Bekanntenkreis wissen auch sehr interessierte und Zeitung lesende und literarisch interessierte Menschen oft überhaupt nicht, was Grass' Stellungnahmen zu bestimmten Themen sind. (...). Und wenn es eben so ist, dass die Äußerungen einer Person gar nicht mehr breit zur Kenntnis genommen werden, dann kann man einfach nicht von einer moralischen Instanz sprechen. Dementsprechend ist die Enttäuschung oder eben auch die Verletztheit in unseren Kreisen viel, viel geringer, weil Grass zwar geschätzt wird für bestimmte Dinge, für seine Literatur und dergleichen, aber nicht eben als so eine Art Papst der deutschen Republik empfunden wird."

    ZEH, Juli (2008): Jede schöpft ab, so gut sie kann.
    Wie Alice Schwarzer, Charlotte Roche und andere im Feminismusbetrieb ihr Auskommen sichern,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.06.

    MÜHLAUER, Alexander & Hannah WILHELM (2008): "Die Deutschen tun so, als müssten sie sich für Besitz schämen".
    Die Schriftstellerin Juli Zeh über den Mythos vom armen Poeten, Liebe als Kreativitätskiller und warum sie die Globalisierung gut findet,
    in: Süddeutsche Zeitung v.  25.07.

    Sechs Jahre nach ihrem Bekenntnis zur neuen Bescheidenheit, verabschiedet sich die Schriftstellerin Juli ZEH von diesem Lebensgefühl:

    "Ein paar Jahre vor mir gingen die Leute noch aus dem Studium raus mit dem Gefühl: Ich kriege irgendwo einen Job, das läuft schon. In meinen Jahrgängen kam dann Hysterie auf. Alle dachten, sie bekommen keinen Job, fallen aus der Gesellschaft raus. Wir haben das Festklammern am minimalen Lebensstandard zu einer Tugend erhoben, um so mit der Angst umzugehen."

    FREUDENSCHUß, Ina (2009): "Auch juristische Urteile beinhalten Fiktion".
    Mit "Corpus Delicti" hat die deutsche Autorin Juli Zeh die zunehmende Körper- und Gesundheitsorientierung unserer Gesellschaft ins Kreuzverhör genommen - Die Autorin im Gespräch,
    in: Der Standard v. 29.04.

    SCHMIDT, Wolf (2011): "Warum muss der Staat wissen, ob mein Haus eine Dusche hat?
    Streitgespräch: Erst wühlt der Staat im Privatleben und dann ist unklar, was damit passiert, sagt Autorin Juli Zeh und verweigert den Zensus. Eine Ausnahme, glaubt der oberste Volkszähler Gert G. Wagner. Die Leute wüssten, dass es für Protest keinen Grund gibt,
    in: TAZ v. 09.05.

    Neu:
    AHNE, Petra (2012): Juli Zeh: Am Ende entscheidet das Herz.
    Wir sollten uns mehr auf unser Bauchgefühl verlassen, sagt die Schriftstellerin Juli Zeh. Ein Gespräch über die Notwendigkeit, eine Meinung zu haben, das Landleben und den Drang, sich einzumischen,
    in:
    Magazin der Berliner Zeitung v. 28.07.

     
           
       

    Juli Zeh und die neue Bescheidenheit in der Debatte

     
       

    KNIPPHALS, Dirk (2002): Für meinen Geldbeutel sehe ich blau.
    Geiz ist geil! - behauptet der aktuelle Werbespot einer Multimediakette. Das Geldausgeben ist in Verruf geraten - schreiben junge Schriftstellerinnen. Statt Konsumfreudigkeit zu propagieren, entdeckt die werbetreibende Branche derzeit den Spaß an der Sparsamkeit. Es ist eben Rezession, Baby,
    in: TAZ v. 07.11.

    Dirk KNIPPHALS hat den Spiegel-Essay von Juli ZEH gelesen und im Wirtschaftsteil der SZ einen Bericht über einen Werbespot gefunden. Nun entlarvt er die neue Bescheidenheit der Leistungsgeneration Golf als aggressive Verteidigungshaltung:

    "Mit derselben inszenierten Brutalität, mit der noch vor zwei Jahren das Geldverdienen etwa am neuen Markt gepusht wurde - »Mein Haus, meine Frau, mein Auto« -, geht es jetzt darum, das Erreichte zu verteidigen. Während die Haffas in München vor Gericht stehen, retten ihre einstigen Fans - während sie auf den Titelbildern als »Generation arbeitslos« auftauchen - gerade, was zu retten ist: ihr Erspartes. Dass das Geld nicht mehr unbedingt für einen arbeitet, hat man verstanden; nun geht es darum, es zumindest zu behalten."

    Wurde bisher mit Rainer Maria RILKEs Gedicht "Herbsttag" die Einsamkeit der Alleinlebenden beschworen, so bekommt es nun im Kontext der rot-grünen Bevölkerungspolitik eine neue Bedeutung: "Wer jetzt kein Haus hat, der kriegt auch keine Eigenheimzulage mehr."

    ZUCKER, Reneé (2002): Born to shop wild,
    in: Frankfurter Rundschau v. 09.11.

    Reneé ZUCKER greift in die Debatte um die "neue Bescheidenheit" ein. Juli ZEH setzt sie die "alte Bescheidenheit" entgegen, die Anfang der 1990er Jahre im Luxus endete. Und ALDI ist auch nicht mehr Stand der Dinge, sondern LIDL...

    STEPHAN, Cora (2002): Die neue Bescheidenheit,
    in: Signale - Gedanken zur Zeit. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 17.11.

    MÄRZ, Ursula (2002): Das Billigmargarine-Gefühl.
    Die zähe Überlegenheitstheologie der Armut. Notizen zur aktuellen Sparmentalität,
    in: Frankfurter Rundschau v. 21.12.

    Ursula MÄRZ hat sich ein typisch bildungsbürgerliches Lass-mich-doch-endlich-in-Ruhe-Armutsbild zurecht gelegt:

    "Armut ist ein klassischer Fall von Ambivalenz. Ihr gelten existenzielle Furcht und soziale Sorge ebenso wie Idealisierung und Schwärmerei. Die Moral der Armut, ihr Prestige als Mittel der Läuterung hat in unserer Kultur- und Religionsgeschichte einen festen Platz. Armut kann Schande, aber eben auch Tugend sein. Den besonders Frommen adelt sie auf alle Fälle. Indem sie ihn vom Materiellem befreit, kommt er schon im Diesseits dem Jenseits näher, wo Besitz nicht zählt. Außerdem besitzt Armut einen poetisierenden Wesenszug, der dem Reichtum abgeht."

    Das Armutsbild von MÄRZ stammt aus ihrer 1970er-Jahre-Jugend:

    "In keinem anderen europäischen Land gab es in den 70ern eine linke Kultur, die der deutschen bei ihren normativen Armutsinszenierungen hätte das Wasser reichen können. Die Beispiele - Wohngemeinschaften, in den es aussah wie im Obdachlosenasyl, Billigpapier zum Zigarettendrehen, Billigmargarine zum Kochen, Lambrusco, Kohleschleppen und die entsprechende Verachtung all dessen, was nur entfernt nach Luxus, Komfort und Verschwendung roch - sind zahlreich. Wie auch immer: In dieser Epoche hatte die deutsche Phantomarmut eine Blütezeit".

    MÄRZ sieht nun diese 1970er Jahre "in anderer, unpolitischer Gestalt" wiederkehren:

    "Nicht, dass wir tatsächlich in einer Krise steckten, nicht dass sich diese in den kommenden Jahren nicht noch verengen und die Rentendecke in Jahrzehnten papyrusdünn sein wird. Aber diese realistische Prognose dieser Wohlstandssenkung einerseits und die Armutsbildung andererseits sind wohl zwei Paar Schuhe. Nach wie vor kann es rein rechnerisch so günstig sein, die Wintermonate in einem Hotelkomplex auf Mallorca oder in Tunesien zu verbringen wie zu Hause. Aber die Deutschen flüchten immer weniger aus dem Winter in den Sommer. Sie wurden nicht schlagartig zu arm dafür.
    Aber sie wurden schlagartig von dem Gefühl erfasst, die Zeit für derlei Extravaganzen sei einfach vorbei. »Verzicht schafft Freiraum«, schreibt die
    Schriftstellerin Juli Zeh in reinster, frömmelnder Blauäugigkeit in einem Spiegel-Essay zum Thema »Neue Bescheidenheit« und argumentiert verblüffend nah am Muffgeist der drei Jahrzehnte zurückliegenden Vergangenheit."

    ZEHs "Neue Bescheidenheit" steht in der Tradition der "privileged poor" (DIEDERICHSEN) und ist nicht zu Verwechseln mit der neuen Armut im Niedriglohnsektor, den MÄRZ mit ihrer typisch bildungsbürgerlichen Fixierung auf Ihresgleichen (d.h. Neue Mitte) elegant ausklammert.

    Barbara Ehrenreich - Arbeit poor

     
           
       

    Nullzeit (2012)
    Frankfurt a/M: Schöffling & Co.

     
       
         
     

    Klappentext

    "Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.

    Juli Zehs neuer Roman ist ein meisterhaft konstruierter Psychothriller in der Tradition von Patricia Highsmith, bei dem der Leser, genau wie Sven, alle Gewissheiten verliert. Zugleich gelingt Juli Zeh ein brillantes und hellsichtiges Kammerspiel über Willensfreiheit, Urteilsfindung, Schuld und Macht."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    KLINGENMAIER, Thomas (2012): Keine Luft nach oben.
    Abgetaucht auf Lanzarote: Juli Zehs Psychothriller "Nullzeit",
    in:
    Welt v. 28.07.

     
           
       

    Corpus Delicti (2009).
    Ein Prozess
    Frankfurt a/M: Schöffling & Co.

     
       
         
     

    Klappentext

    "Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier »Methode« genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.

    Juli Zeh entwirft in CORPUS DELICTI das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die »Methode« verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.

    CORPUS DELICTI handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?"

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    FINGER, Evelyn (2009): Das Buch der Stunde.
    Juli Zeh stellt sich den Staat als Gesundheitsdiktatur vor. In ihrer scharfsinnigen Zukunftsvision "Corpus Delicti" ist der perfekte Körper das höchste Gut,
    in:
    Die ZEIT Nr.10 v. 26.02.

    GEYER, Christian (2009): Geruchlos im Hygieneparadies.
    Die Diktatur der Vorsorge als Enteignung der Gegenwart: Mit ihrer negativen Utopie "Corpus Delicti" rührt Juli Zeh an den Nerv unserer zutiefst verängstigten Gesellschaft,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.02.

    Infos zu: Christian Geyer - Autor der Single-Generation

    KAUFFMANN, Markus (2009): "Das Projekt Aufklärung ist nicht zu Ende".
    Die Schriftstellerin Juli Zeh plädiert für möglichst viel individuelle Freiheit, spricht über "Corpus Celicti", ihren neuen Roman, und erklärt, wie man lernen kann, in Bildern zu denken,
    in:
    Wiener Zeitung v. 28.02.

    FREULER, Regula (2009): Der Körper ist eine Maschine.
    Spannend wie ein Krimi, rational wie eine intellektuelle Debatte: Juli Zeh entwirft das Leben in einer Gesundheitsdiktatur der Zukunft,
    in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag v. 29.03.

    KRUMBHOLZ, Martin (2009): Gesundheitsdiktatur als Zukunftsvision,
    in:
    DeutschlandRadio v. 20.05.

     
           
       

    Spieltrieb (2004)
    Frankfurt a/M: Schöffling & Co.

     
       
         
     

    Klappentext

    "Tief im Westen der Republik in unseren Tagen, an einem Bonner Gymnasium, entwickelt sich die atemberaubende Geschichte einer obsessiven Abhängigkeit zwischen einer Schülerin und einem Schüler, Ada und Alev, aus der sich erst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der Moral, des menschlichen Mitgefühls und des vorhersehbaren Verhaltens überschreiten. Die beiden jungen Menschen wählen sich ihren Lehrer Smutek als Ziel einer ausgeklügelten Erpressung. Es beginnt ein perfides Spiel.
    Ganz ruhig fängt das an: Ada, überaus selbstbewußte Schülerin, vierzehn Jahre alt, kommt neu an ein Gymnasium namens Ernst-Bloch, wo der Alltag sie nicht fordert und die Lehrer meist schwache Gegner beim intellektuellen Kräftemessen sind. Anfangs erregt Ada auf Ernst-Bloch wenig Aufmerksamkeit. Das soll sich ändern im Fortgang dieses Romans.
    Während im Großen und Ganzen der Weltpolitik die Fronten von »Gut« und »Böse« unter dem Eindruck von Terrorismus und den Spätfolgen einer zusammengestürzten Weltordnung durcheinandergeraten sind, entwickelt sich im Mikrokosmos auf Ernst-Bloch eine mitreißende Geschichte, die unausweichlich auf eine Kette unerhörter Begebenheiten zuläuft, bis der Lehrer Smutek sich schließlich in einer Gewaltorgie gegen seine Schüler rächt und befreit.
    SPIELTRIEB ist ein großer Roman über die Unmoral und ihre Folgen, letztlich also ein moralischer Roman, der die Fortgeltung von überkommenen Wertprinzipien in Frage stellt und sich damit einer der großen Fragen unserer Zeit annimmt: Wer weiß noch, was gut und was böse ist – und woher kann er das wissen?"

     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 30. Juli 2004
    Update: 02. Juni 2015