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Roman Luckscheiter: Studentenbewegung und Postmoderne

 
       
     
       
   
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    Roman Luckscheiter in seiner eigenen Schreibe

     
       

    LUCKSCHEITER, Roman (1999): Geistesabwesenheit als Ideal.
    Der Generationenkonflikt findet nicht statt,
    in: Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte H.10, S. 894–898.

    LUCKSCHEITER, Roman (2001): Sexskandal
    Ausschweifungen mittelmäßiger Individuen: Michel Houellebecqs neuer Roman "Plateforme" erregt Frankreich,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.08.

    Michel Houellebecq - Plateform

    LUCKSCHEITER, Roman (2001): Sich gehen lassen zwischen zwei Bücher,
    in: Frankfurter Rundschau v. 05.09.

    • LUCHKSCHEITER berichtet über Houellebecq frappe encore im Magazin Lire und über das neueste Interview von HOUELLEBECQ im Le Figaro vom 04.09:
    GUIOU, Dominique (2001): Michel Houellebecq "Je suis l'écrivain de la soufrance ordinaire",
    in: Le
    Figaro v. 04.09.
    • LUCKSCHEITER, Roman (2001): Im Lolita-Taumel.
      Alain Robbe-Grillet sorgt mit seinem neuen Roman für Aufsehen und verdrängt Houellebecq,
      in: Frankfurter Rundschau v. 01.11.

    • LUCKSCHEITER, Roman (2001): Miniröcke statt Bomben.
      Vielleicht sind die Surrealisten schuld: Die französischen Intellektuellen verwandeln die Diskussion über den Krieg in eine nationale Nabelschau,
      in: Frankfurter Rundschau v. 04.12.

    LUCKSCHEITER berichtet u.a. über einen Vorschlag von Michel HOUELLEBECQ:

    "Als Zeichen dafür, dass inzwischen eine sanftere Generation herangewachsen ist, könnte die Empfehlung des nüchternen Realisten Michel Houellebecq verstanden werden, der kürzlich von Libération besucht wurde und dessen sexologisches Welterklärungsmuster wieder einmal von unschlagbarer Überzeugungskraft ist: Statt Bomben sollte man über Afghanistan einfach Miniröcke abwerfen. Dem Karikaturisten der Satirezeitschrift Le Canard enchainé scheint die Idee unmittelbar eingeleuchtet zu haben. Er zeichnete Mitarbeiter einer humanitären Hilfsorganisation, wie sie gerade diskutieren, ob nun Nahrungsmittel, Bikinis oder Rasiermesser zu verteilen seien. "

    LUCKSCHEITER, Roman (2003): Wegbereiter der Postmoderne.
    Über die literarische Hinterlassenschaft der Achtundsechziger. Nicht nur in der Politisierung der Literatur suchten die Achtundsechziger ihr Heil. Es gab auch eine starke Tendenz zur Poetisierung. Indem man sich aber ästhetisch retten wollte, rettete man zugleich die Autonomie der Ästhetik. Zwischen Achtundsechzig und Postmoderne bestehen daher mehr Kontinuitäten, als angenommen,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.08.

    Roman LUCKSCHEITER schreibt über das Verdienst von Bernward VESPERs Die Reise: "Das hybride opus magnum stellt den literarischen Nachlass der Achtundsechziger dar und übertrifft in seiner inhaltlichen Vielschichtigkeit (zwischen NS-Vergangenheit und Zukunftsvisionen) wie formalen Heterogenität (zwischen fragmentarischem Tagebuch und erzählerischem Essay) all jene Werke, die unter dem Eindruck der Studentenbewegung ihr Geschichtsbild neu konzipierten (siehe dafür die entsprechenden Niederschläge in Peter Weiss' «Ästhetik des Widerstands» oder Johnsons «Jahrestagen») oder rückblickend über die Läuterung ihrer Utopien berichteten (wie in Peter Schneiders Erzählung «Lenz», Uwe Timms Roman «Heisser Sommer» oder Enzensbergers Poem «Untergang der Titanic»).
    Mit Vespers Roman wird nicht nur deutlich, wie in der individuellen und kollektiven Bewusstseinskrise der späten Sechziger die pietistische Gattung der Bekenntnisliteratur wieder flottgemacht wurde, um bis in die Gegenwart hinein zum Instrument der Komplexitätsbewältigung und zur Darbietungsform narzisstischen Mitteilungsbedürfnisses werden zu können. Der Text illustriert darüber hinaus wie kaum ein anderer, dass «die Krise des Jahres 1968» der «entscheidende Moment im Übergang von der Moderne zur Postmoderne» (Luc Ferry, Alain Renaut) gewesen ist - was in der französischen Diskussion, in der die dekonstruktivistische «pensée postmoderne» mit der antiautoritären «pensée 68» zusammengedacht wird, als Selbstverständlichkeit gilt."

    LUCKSCHEITER, Roman (2003): Lob der Faulheit.
    Was ist konservativ? Frankreichs "Intellos" streiten sich",
    in: Tagesspiegel v. 01.12.

    Roman LUCKSCHEITER berichtet ausführlich über die neue Runde im Streit um die "neuen Reaktionäre". Im Mittelpunkt steht die Wortmeldung von Michel HOUELLEBECQ, der im Figaro Magazine (08.11.) erneut Stellung bezog:

    "Ein prominenter Vertreter der jüngeren Intellektuellengeneration, der ebenfalls als beliebtes Ziel linker Kritik gilt, (...) wirbt für eine gelassene Neudefinition des Konservativen. Im »Figaro magazine« warnt er davor, dieses Etikett mit dem des Reaktionären zu verwechseln und dabei das Potenzial jener Literaten zu übersehen, die sich nicht der vorherrschenden Ideologie des »bougisme« anschließen wollten, des kürzlich vom Philosophen Pierre-André Taguieff gegeißelten blinden Fortschrittswillens. Er, Houellebecq, fühle sich von der Routine ewiger Innovation ermüdet. Seinen Gemütszustand bezeichnet er als »intellektuelle Faulheit«, die nichts anderes als die »Wurzel des Konservatismus« sei. Auf dieses Bekenntnis folgt nun freilich keine Selbstkritik, sondern ganz im Gegenteil eine geradezu naturwissenschaftliche Herleitung der existenziellen Notwendigkeit des Konservatismus als Tugend.
    Schon in der Mathematik lerne man, so Houellebecq, dass die elegante, die kurze Beweisführung als die bessere gelte, weil sie Zeit und Gedächtnis spare. Ergo: Faulheit ist ein intellektueller Vorteil. (...).
    Der Konservatismus als Quelle des Fortschritts und die Faulheit als Mutter der Effizienz – diese eigenartige Konstruktion, mit der das Verhalten der Intellektuellen nach dem Zeitalter des unbedingten Engagements erläutert und nobilitiert werden soll, führt zum melancholischen Grundtypus, den der Autor so glaubwürdig verkörpert und der vom Publikum so begeistert goutiert wird. Am Ende seiner Intervention in der jüngsten französischen Intellektuellendebatte verleiht er diesem Typus die Aureole des Friedfertigen in Zeiten eines latenten Krieges: (...) im Gegensatz zum Reaktionären werde der Konservative (...) niemals über Helden oder Märtyrer verfügen. Doch auch wenn er konsequenterweise niemanden retten werde, so werde er auch keine Opfer fordern.
    "

    Der Beitrag von Michel HOUELLEBECQ ist im französischen Original auf der französischen Homepage der Freunde von Michel Houellebecq in der Rubrik "Presse" nachzulesen.

    Neu:
    LUCKSCHEITER, Roman (2007): Historisch-kritische Ich-Ausgabe.
    Bierernste Ironie: Matthias Polityckis vermischte Wortmeldungen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.06.

    Roman LUCKSCHEITER kann dem neuen Essayband Vom Verschwinden der Dinge in der Zukunft von Matthias POLITYCKI nichts abgewinnen. Er beschreibt POLITYCKI als Frontmann der postintellektuellen 78er, der sich um das Weltkulturerbe Ironie bemüht. Insbesondere den Anmerkungsapparat nimmt LUCKSCHEITER zum Anlass, um das Problem des Matthias POLITYCKI auf den Punkt zu bringen:

    "Alles ist kritisch editiert, als seien Handschriften aus dem Mittelalter wiederentdeckt worden. Daraus ergibt sich ein Kontrast zwischen der luftigen Unbestimmtheit der Essays und der philologischen Akribie ihrer Präsentation, zwischen der Banalität der Gegenstände und ihrer angestrengten Aufwertung."

     
           
       

    Der postmoderne Impuls (2001).
    Die Krise der Literatur um 1968 und ihre Überwindung
    Berlin:
    Duncker & Humblot

     
       
         
     

    Klappentext

    "Als die Studentenbewegung 1968 dabei war, die Literatur auf politische Handlungsanweisungen zu reduzieren, plädierte Leslie A. Fiedler für eine postmoderne Literatur, wie sie in Amerika gerade entstand: eine an Trivialmythen orientierte Literatur der Träume, Visionen und Ekstasen. Die Generation der Gruppe 47 reagierte entrüstet auf diese »Neueste Stimmung im Westen« (Walser), jüngere Autoren (Brinkmann, Handke) dagegen sahen in ihr einen überfälligen Vorstoß in unentdeckte Bereiche. Ausgehend von dieser spannungsreichen Konstellation fragt der Autor, inwiefern 1968 ein Paradigmenwechsel zur Postmoderne stattgefunden haben könnte. Er bettet die erste deutsche Postmoderne-Debatte in den Kontext von 1968 ein und unternimmt vor diesem Hintergrund eine neue Interpretation von Bernward Vespers Romanfragment »Die Reise« aus den Jahren 1969 bis 1971."

    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung: "1968" und Postmoderne?

    A "Impotenz" versus "Omnipotenz": Die Krise der Literatur

    1. "Betr. Gruppe 47"

    2. Der "Zürcher Literaturstreit"

    3. Die Postmoderne-Debatte

    4. "Kunst als Ware"

    a) Der SDS gegen die Kulturindustrie
    b) Die Reaktionen: Massenkultur und Subversion
    c) Markt und Macht

    5. Zusammenfassung: Annäherungen an die Postmoderne

    B. Die "postmodernisierenden" Aspekte der "ästhetischen Revolte"

    1. Krise und Kompensation

    2. Aspekte der "Ästhetischen Revolte"

    3. Zusammenfassung: Die Entstehung der Postmoderne aus An- und Widersprüchen

    C. Fliegender Teppich einer Reise in die Postmoderne: Bernward Vespers Romanessay "Die Reise"

    1. Kloake ordnen, Legende zerstören: Zur Frage der Form

    a) Die verschiedenen Ebenen
    b) Roman und Essay
    c) Autobiographie und Tagebuch
    d) Fragmentarizität
    e) Das Problem, die "Wahrheit" zu vermitteln
    f) Revolutionäre Formgebungen: Zerstören, Besetzen, Versöhnen

    2. Innenansichten eines Außenseiters: Zur Frage nach dem Ich

    a) Isolation und Selbstanalyse
    b) Bewußtseinserweiterung und Selbstbefreiung

    3. LSD fürs Volk: Die Religiosität der "Reise"

    a) Wiedergeburt
    b) Christliche Kinderstube
    c) Religiöse Leistung der Drogen
    d) Sakrale Deutung der Bewegung

    4. Leben im Zitat: Zur Frage nach literarischen Vorbildern

    a) "Beat Generation" und "Acid"-Reader
    b) Autobiographien von Revolutionären
    c) Mythen und Sagen
    d) "Klassiker"

    5. "Stummfilm" und exzessives Vokabular: Die Sprache

    a) Anything goes
    b) Sprachkritik
    c) Rauschprosa

    6. Zusammenfassung: Der Kampf um die Postmoderne

    Schlußkapitel: Der postmoderne Impuls als Lösung einer Literaturkrise   

     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 27. Oktober 2003
    Update: 03. Juli 2015