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Thomas Melle: Sickster & 3000 Euro

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1975 geboren
    • Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Philosophie
    • 2007 Erzählband "Raumforderung"
      2011 Roman
      "Sickster"

      2014 Roman "3000 Euro"
    • lebt in Berlin
 
       
   
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    Thomas Melle in seiner eigenen Schreibe

     
       

    MELLE, Thomas (2005): Jedem sein Jenseits.
    Hohepriester des Aussenseitertums.
    Auf dem neuen Album "Pure Vernunft darf niemals siegen" hat sich die produktive Ratlosigkeit von Tocotronic in mystisches Wohlgefallen aufgelöst,
    in: Freitag Nr.7  v. 18.02.

    Thomas MELLE zeichnet den Wandel der Band Tocotronic nach. Mitte der 1990er Jahre war die Band Sprachrohr einer Jugend, deren Handlungsimpuls nicht mehr zum aktiven Engagement reichte und bei der sich deshalb Selbstmitleid mit Alltagsweltverdammnis paarte:

    "Der Hass auf Welt und Selbst zog sich in Formen rebellischer Lethargie zusammen, deren bekannteste Formel die Schuldfrage an einem nahezu willkürlichen Objekt abarbeitete, um der namenlosen Wut wenigstens irgendeinen Namen zu geben: »Michael Ende, nur du bist schuld daran / Dass aus uns nichts werden kann / Du hast uns mit deinen Tricks / Aus der Gesellschaft ausgeixt / Mit den Eltern aller Schichten / Willst du uns vernichten / Michael Ende / Du hast mein Leben zerstört.«"

    Diese infantile Haltung findet man heutzutage vor allem bei Vertretern der Generation Golf, die z.B. wie Sophie DANNENBERG, einigen "68ern" die Schuld an  gesamtgesellschaftlichen Fehlentwicklungen geben, völlig unbesehen der gesellschaftlichen Machtverhältnisse.

    Mittlerweile sind für MELLE aus Projektionsflächen einer richtungslosen Jugend Hohepriester des Außenseitertums geworden. Trotz der damit verbundenen Gefahr des Eskapismus findet MELLE:

    "Tocotronic wären nicht die spannendste deutsche Band, wenn sie nicht eben doch jene drei, vier Songs mitlieferten, die es schaffen, selbst den säkularisierten Hörer mit links für sich einzunehmen. Gegen den Strich, Keine Angst für Niemand und Ich habe Stimmen gehört vermögen zu versöhnen. Allein für Aber hier leben, nein danke lohnt es sich, die ganze Messe brav durchzustehen.

    MELLE, Thomas (2006): Klick mich.
    Sie ist in Deutschland. Er in Brasilien. Im Chatroom könnten sie sich die Treue halten. Doch da kommen ganz andere Kräfte ins Spiel,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.12.

     
           
       

    Thomas Melle im Gespräch

     
       
    • HENTSCHEL, Joachim (2013): Im Zweifel für den guten Song.
      Jazzerin Lisa Bassenge und Schriftsteller Thomas Melle reden über ihr gemeinsames Album, den Einfluss von Blumfeld und ewige Klischees,
      in: Rolling Stone
      , März
     
           
       

    3000 Euro (2014)
    Berlin: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Für dich Peanuts, für mich ein Leben ... Thomas Melles heftiger, poetischer Roman über zwei Underdogs und die Liebe.

    Denise kommt mehr schlecht als recht mit ihrem Leben klar. Sie arbeitet im Discounter, ihre kleine Tochter Linda überfordert sie oft; eine langersehnte New-York-Reise bleibt ein immerhin tröstlicher Traum. Mit dem Lohn für einen Pornodreh will sie endlich weiterkommen, aber man lässt sie auf ihr Geld warten. Immer öfter steht Anton an ihrer Kasse, der abgestürzte, verschuldete Ex-Jurastudent, der im Wohnheim schläft. Vorsichtig kommen sich die beiden näher. Während Denise wütend, aber auch stolz um ihr Recht und für ihre Tochter kämpft, während Anton seiner Privatinsolvenz entgegenbangt, arrivierte frühere Freunde trifft, mal Hoffnung schöpft und sie dann wieder verliert, entwickelt sich eine zarte, fast unmögliche Liebe. Beide versuchen, sich einander zu öffnen, doch als Denise endlich ihr Geld bekommen soll und Antons Gerichtstermin naht, müssen sie sich fragen, wie viel Nähe ihr Leben wirklich zulässt ... Thomas Melle erzählt von einer Liebe am unteren Rand der Gesellschaft, von der menschlichen Existenz in all ihrer drastischen Schönheit und Zerbrechlichkeit ein zärtlicher, heftiger Roman über zwei Menschen und die Frage, was dreitausend Euro wert sein können."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    Neu:
    SCHRÖDER, Christoph (2014): Die Träume des Flaschensammlers.
    Brutales Gegenwartsmärchen: Thomas Melles brillant wütender, für den Deutschen Buchpreis nominierter Roman "3000 Euro",
    in: Tagesspiegel
    v. 05.09.

     
           
       

    Sickster (2011)
    Berlin: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Zwei junge Männer stehen an vorderster Front einer überhitzten Konsum- und Leistungswelt – und halten stand, bis die Beschleunigung ihr Leben erfasst, überwuchert: Der idealistische Magnus Taue schreibt für das Kundenblatt eines Ölkonzerns, fühlt sich als Loser und hasst seine Arbeit mit der Wut eines Schläfers. Thorsten Kühnemund, Manager und Macho, leidet insgeheim am erfolgreichen Hochglanzleben voller Druck und Alphatierneu­ro­sen, er betäubt sich mit Alkohol, schnellem Sex und Abstürzen im molochartigen Clubbing der Stadt. Aus Schulzeiten bekannt, freunden die beiden sich zögerlich an. Doch dann brechen die Fassaden ein. Magnus fühlt sich zu Thorstens Freundin Laura hingezogen, und alle drei strudeln ins Haltlose. So beginnt eine Suche nach irgendeiner Wahrheit des Empfindens, Denkens und Tuns – eine Suche im Rausch, Schmerz und Wahn, und in der eigenen Seele …"

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    BALZER, Jens (2011): Schizo-Kapitalismus.
    Ob in Bonn oder Berlin, krank sind wir alle: Thomas Melles grandioser Debütroman "Sickster",
    in: Literaturmagazin der Berliner Zeitung
    v. 11.10.

    BAßLER, Moritz (2011): Nervöse Supertasker.
    Grenzzustände: Pop, Psychosen, Projekte: der feiernswert reichhaltige Debütroman "Sickster" von Thomas Melle,
    in: TAZ v. 12.10.

    Infos zu: Moritz Baßler - Autor der Single-Generation

    SCHNEIDER, Wolfgang (2011): Höllenritt durch ein absurdes Berlin.
    Ein schnöseliger Jungmanager, ein gescheiterter Drehbuchautor und das Kreativ-Milieu von Berlin Mitte: Thomas Melles Romandebüt ist heißlaufende Literatur zwischen Party und Psychose. Es erzählt von Einsamen, Verstörten, Verrückten - und ihrem selbstquälerischem urbanen Hedonismus,
    in:
    DeutschlandRadio v. 16.11.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. März 2009
    Update: 25. Mai 2015