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Hermann Hesse: Der Steppenwolf

 
       
     
       
     
       
   

Hermann Hesse in seiner eigenen Schreibe

 
   

HESSE, Hermann (1924): Oswald Spengler - Der Untergang des Abendlandes, in: Volker Michels (Hg.)(1987): Hesse. Gesammelte Werke in zwölf Bänden, Bd.12 Schriften zur Literatur 2, Frankfurt: Suhrkamp

Demografische Niedergangsszenarien - Die Konvergenz von Neuer Mitte und Neuer Rechte
 
       
   

Beiträge zu Hermann Hesse

 
   

BITTERLI, Urs (2000): Die Verweigerung der Moderne.
Rückzugsphänomene bei Jacob Burckhardt und Hermann Hesse,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.11.

SCHICKLING, Ulla (2002): Der Dichter als Käthe-Kruse-Puppe.
Bei den Hippies war Hermann Hesse Kult. Weltweit gilt er als meistgelesener deutschsprachiger Autor des 20. Jahrhunderts. Für fünf baden-württembergische Orte Grund genug, seinen125. Geburtstag zu feiern,
in: Frankfurter Rundschau v. 05.01.

BRÜGGEMANN, Axel (2002): Der erste deutsche Popliterat.
Von wegen Pubertäts-Dichter und Esoteriker. Hermann Hesse ist Deutschlands erfolgreichster Export-Autor und wird zum anstehenden 125. Geburtstag neu entdeckt,
in: Welt am Sonntag
v. 17.03.

SCHRÖDER, Christoph (2002): Wo er das Chaos sieht.
Suhrkamp feiert seinen mäzenatischen Autor Hermann Hesse,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.06.

Christoph SCHRÖDER geht u.a. auf die Bedeutung von Hermann HESSE für den Schriftsteller Ralf ROTHMANN ein:

"Siegfried Unseld ist erkrankt, seine Festrede verlas der Schriftsteller Ralf Rothmann, den mit Unseld die eigene Leserbiografie verbindet".

MAZENAUER, Beat (2002): Lucy in the sky with Siddharta.
Romantische Beseeligung. Die Bücher des "Zauberers" finden noch immer ein großes Publikum. Zum 125. Geburtstag von Hermann Hesse,
in: Freitag Nr. 27 v. 28.06.

KUHN, Heribert (2002): Gleich um den Revolver gebeten.
Am 2. Juli vor 125 Jahren kam Hermann Hesse zur Welt - ein Schultrauma prägte sein Leben und Schreiben
in: Frankfurter Rundschau v. 29.06.

KRAUSE, Tilman (2002): Die helle und die dunkle Welt.
Eine Reise zu Hermann Hesse nach Schwaben und in die Schweiz aus Anlass seines 125. Geburtstags,
in: Welt v. 29.06.

VELMEKE, Anke (2002): Geh deinen eigenen Weg.
Hermann Hesse bleibt ein Lehrer fürs Leben,
in: Welt v. 29.06.

WEIDERMANN, Volker & Anne ZIELKE (2002): Der Waldverherrlicher.
Christian Kracht und Eckhart Nickel: Muß man Hesse lieben?
in: Frankfurter Allgemein Sonntagszeitung v. 30.06.

MENSING, Kolja (2002): Happy Birthday, Ikone.
Zwischen Rauch und Nickelbrille: Hermann Hesse begeht seinen 125. Geburtstag unter anderem als Poster. Das Warhol-Porträt gehört heute zum klassischen Bildprogramm des Teenager-Zimmers,
in: TAZ v. 02.07.

Kolja MENSING erzählt vom Umgang der Generation Golf mit HESSE: "Im Jahre 1984 gab der Suhrkamp Verlag bei Andy Warhol ein Porträt Hermann Hesses in Auftrag. Nur wenige Zeit später entstand auf Grundlage dieses Porträts das wohl erfolgreichste Werbeplakat des Frankfurter Verlages (...). Darüber hinaus gehört es mittlerweile (...) zum klassischen Bildprogramm des deutschen Teenager-Zimmers.
            (...).
Auf Warhols Bild wird das traditionelle Zeichenvokabular jugendlicher Aufmüpfigkeit ironisch gebrochen. Dem Zeitgeist der Achtzigerjahre kam das sehr entgegen. Die Sehnsucht nach der Revolte begann sich längst in den feinen Unterschieden der Postmoderne aufzulösen.

            (...). Lesen musste man Hesse dafür praktischerweise nicht mehr."

MÜLLER, Burkhard (2002): Der Humor des Nachtpfauenauges.
Sein Om-Denken ist kein Umdenken, und alle Stufen führen immer zum Jugendwerk zurück: Vor 125 Jahren wurde Hermann Hesse geboren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.07.

Burkhard MÜLLER erklärt die Feier des unrunden 125jährigen Jubiläums:

"Wenn bei Hermann Hesse (...) ein allgemeines Bedürfnis zu bestehen scheint, es zu begehen (...), dann wohl aus einem ähnlichen Grund wie der Papst, wenn er alle fünfundzwanzig Jahre ein Heiliges Jahr ausruft. Jede Generation soll einmal Anlass haben, ihr Verhältnis zu diesem Autor zu überdenken. Denn obwohl seine Bücher seit einem Jahrhundert in Umlauf sind (...), bleibt der Stellenwert Hesses nach wie vor den Fieberkurven anscheinenden Veraltens und der unverhofften modischen Verjüngung unterworfen und sein Rang völlig unausgemacht."

MÜLLER geht auch auf den Einfluss der Region auf den Reifeprozess von Künstlern ein:

"Ihnen allen gemeinsam ist die erheblich verzögerte Reife – das berühmte 'Schwabenalter' von vierzig Jahren, in denen der Südwestdeutsche erst zur Vernunft gelangt, und bei Hesse darf man getrost noch zehn Jahre drauflegen."

SCHRÖDER, Gerhard (2002): Mein "Steppenwolf",
in: Tagesspiegel v. 02.07.

Der Bundeskanzler bekennt sich zu seiner Steppenwolf-Lektüre: "Ich las es Anfang der 70er Jahre, als der 'Steppenwolf' über Nacht zum Bestseller einer ganzen Generation wurde (...). 'Der Steppenwolf' wurde zum Kultroman, Hesse zum Guru der Hippies: ein merkwürdiges Missverständnis – oder auch nicht.
Ich selbst gehörte nicht zu den Beatniks oder den Hippies, ich fühlte mich nicht von Esoterik und fernöstlichen Religionen angezogen (ich habe auch Hesses 'Siddhartha' nie gelesen); dennoch faszinierte mich der 'Steppenwolf'. Mir (...) gefällt noch heute die Vielschichtigkeit dieser spannenden Suche nach sich selbst. Deutlich inspiriert von den Erkenntnissen der Psychoanalyse, begegnet Harry Haller im 'Magischen Theater' den verschiedenen Facetten seiner Seele. Hermann Hesse geht es um das Individuum, das erst zu sich selbst finden muss, bevor es 'gut' sein kann – im umfassenden Sinn des Moralisten. Und es geht ihm um die Gefahren der Zivilisation."

ROTH, Jürgen (2002): Die Milch lau und fad wie das Leben.
Schwer, sich Hesses ambossartigen Metaphernkonstruktionen zu entziehen, besonders im deutschen Blätterwald,
in: Frankfurter Rundschau v. 05.07.

Jürgen ROTH ist beleidigt! Als einziges großes deutsches Blatt hat der Stern den Roman von Jonathan FRANZEN Die Korrekturen verrissen. Aus diesem Grund wütet ROTH gegen Hermann HESSE, dem der Stern eine 5teilige Serie widmet. Dabei haben FRANZEN und HESSE einige wichtige inhaltliche Berührungspunkte: beide sind Verächter urbaner Lebensstile und Konsumkritiker, d.h. sie kritisieren jeweils die Spaßgesellschaft ihrer Zeit.

DECKER, Kerstin & Gunnar DECKER (2002): "Er musste sich wohl von uns befreien".
2002 war das Hermann-Hesse-Jahr. Viele meldeten sich zu Wort, nur einer schwieg: sein Sohn. Heiner Hesse erzählt, wie es ist, mit einem ziemlich schwierigen Vater aufzuwachsen,
in: Tagesspiegel v. 19.12.

ZIMMERMANN, Eva (2003): "Die bleibenden, zeitlosen Ereignisse im Leben".
Peter Weiss und Hermann Hesse - der Schüler und sein Meister,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 26.04.

Eva ZIMMERMANN über Spuren von Hermann HESSEs Werk bei Peter WEISS: "In dem Roman «Die Situation», 1956 verfasst, doch erst im Jahr 2000 veröffentlicht, lässt Peter Weiss einen gewissen Emil Sinclair als Freund des Protagonisten Viktor auftreten. Nicht nur der Name, den Hermann Hesse sich als Pseudonym für seinen «Demian» wählte, weist auf das Vorbild. Dieser Emil Sinclair lebt nach dem Ersten Weltkrieg im Tessin in der erkennbar beschriebenen Casa Camuzzi in einer Weise, die deutlich Anklänge an «Klingsor» erkennen lässt. - Viktor erinnert sich an seine Besuche dort, an gemeinsame nächtliche Gespräche über die Zeitläufte, über die Zukunft des Menschen, über die Aussenseiter der Gesellschaft, die Emil Sinclair «Steppenwölfe» nannte".
 
       
   

HESSE-ABC (2002)
(von Gunnar Decker)
Leipzig:
Reclam

 
   
     
 

Klappentext

"Leben und Werk Hermann Hesses (1877-1962), des wohl meistgelesenen und –übersetzten deutschsprachigen Autors der literarischen Moderne, ist bis heute Gegenstand mannigfaltiger Deutungen. Die einen sehen in ihm den Begründer einer neuen romantischen Bewegung, den Wegbereiter der antibürgerlichen Revolten des späten 20. Jahrhunderts; anderen galt er als »Innerlichkeitsromancier«, wie es Gottfried Benn einmal formulierte. Das Hesse-ABC zeichnet die Symbiose von Leben und Werk anhand einer Reihe von alphabetischen Stichworten nach. Der feuilletonistische Stil der Beiträge macht es zu einem kurzweiligen Nachschlagewerk und Lesebuch für all jene, die mehr über den Autor, seine Motive und Positionen erfahren wollen, und die es mit dem Credo des Dichters halten: »Ausgedrückte Gedanken sind immer tot! Lassen wir sie leben!«"

     
 
       
   

Demian. (1919)
Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend
Berlin: Fischer
(1974 als
Suhrkamp Taschenbuch erschienen)

 
   
     
 

Zitate:

Die wilhelminische Spaßgesellschaft

"Sie fühlen alle, daß ihre Lebensgesetze nicht mehr stimmen, daß sie nach alten Tafeln leben, weder ihre Religionen noch ihre Sittlichkeit, nichts von allem ist dem angemessen, was wir brauchen. Hundert und mehr Jahre lang hat Europa bloß noch studiert und Fabriken gebaut! Sie wissen (...) nicht, wie man zu Gott betet, sie wissen nicht einmal, wie man eine Stunde lang vergnügt sein kann. Sieh dir einmal so eine Studentenkneipe an! Oder gar einen Vergnügungsort, wo die reichen Leute hinkommen! Hoffnungslos! - Lieber Sinclair, aus alledem kann nichts Heiteres kommen. Diese Menschen, die sich so ängstlich zusammentun, sind voll von Angst und voll von Bosheit, keiner traut dem andern. Sie hängen an Idealen, die keine mehr sind, und steinigen jeden, der ein neues aufstellt. Ich spüre, daß es Auseinandersetzungen gibt. Sie werden kommen, glaube mir, sie werden bald kommen! (...) Diese Welt, wie sie jetzt ist, will sterben, sie will zugrunde gehen, und sie wird es."
(aus: Hermann Hesse "Demian", 1974)"

Die Willigen und der I. Weltkrieg als schöpferische Zerstörung

"Denn dies war, gesagt und ungesagt, uns allen im Gefühl deutlich, daß eine Neugeburt und ein Zusammenbruch des Jetzigen nahe und schon spürbar sei. (...).
Dann wird unser Tag sein, dann wird man uns brauchen, nicht als Führer oder Gesetzgeber - die neuen Gesetze erleben wir nicht mehr-, eher als Willige, als solche, die bereit sind, mitzugehen und da zu stehen, wohin das Schicksal ruft. Sieh, alle Menschen sind bereit das Unglaubliche zu tun, wenn ihre Ideale bedroht werden. Aber keiner ist da, wenn ein neues Ideal, eine neue, vielleicht gefährliche und unheimliche Regung des Wachstums anklopft. Die wenigen, welche dann da sind und mitgehen, werden wir sein. Dazu sind wir gezeichnet - wie Kain dazu gezeichnet war. Furcht und Haß zu erregen und die damalige Menschheit aus einem engen Idyll in gefährliche Weiten zu treiben. Alle Menschen, die auf den Gang der Menschheit gewirkt haben, alle, ohne Unterschied, waren nur darum fähig und wirksam, weil sie schicksalbereit waren."
(aus: Hermann Hesse "Demian", 1974)"

     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

FRANK, Katrin (2001): Außenseiter im Kriegsrausch.
Hermann Hesses "Demian" kommentiert von Heribert Kuhn,
in: Literaturkritik.de
, Nr.11, November

 
   

Links zur Debatte um die Spassgesellschaft

Kaspar Maase - Die wilhelminische Spassgesellschaft

Das Ende der Spassgesellschaft - Kulturkämpfe in der Popmoderne

Monarchie und Kult(ur)betrieb - Ein Abgesang auf den Pop. Es lebe die Popmoderne
 
       
   

Der Steppenwolf (1927)
Berlin: Fischer
(1974 als
Suhrkamp Taschenbuch erschienen)

 
   
     
 

Klappentext zur Taschenbuchausgabe

"Der erstmals 1927 erschienene Roman Der Steppenwolf ist dasjenige Buch Hermann Hesses, das die internationale Renaissance seines Autors ausgelöst hat. Schon 1927 schrieb Kurt Pinthus:»Ich lese den Steppenwolf, dies unbarmherzigste und seelenzerwühlendste aller Bekenntnisbücher, düsterer und wilder als Rousseaus Confessions, die grausamste Geburtstagsfeier, die je ein Dichter selbst zelebrierte...Ein echt deutsches Buch, großartig und tiefsinnig, seelenkundig und aufrichtig; analytischer Entwicklungsroman mit romantischer Technik, romantischen Wirrnissen wie die meisten großen deutschen Romane und wie die meisten Bücher Hermann Hesses.«
»Wäre bei uns nicht jede Generation ein Partikularstaat..., so würde dieses Buch Hermann Hesses vom Steppenwolf den gebührenden allgemeinen Eindruck machen. So aber fällt den Zwanzigjährigen erst einmal ein, daß Hesse fünfzig Jahre alt wird, und den Älteren: daß er lieber nochmals »Schön ist die Jugend« schreiben sollte, statt einen neuen wilden Anfang zu machen; Bürger werden verächtlich feststellen, daß einer, der im Kriege nicht zum Patrioten geschaffen war, sich jetzt mit Recht zum Wolf degradiere; und die Gegenpartei fragt wohl, warum er sich statt dessen nicht einfach Proletarier nenne. Es handelt sich um einen Anarchisten, der voll rasender Wut auf dieses falsch dastehende Dasein Warenhäuser und Kathedralen zerschlagen und der bürgerlichen Weltordnung das Gesicht ins Genick drehen möchte. Es handelt sich um einen Revolutionär des Ichs... Der Steppenwolf ist eine Dichtung des gegenbürgerlichen Mutes.«
Alfred Wolfenstein
»Harry Haller ist in das kulturlose und unmenschliche Inferno unserer prunkenden und lärmenden Gegenwart vorgedrungen und steht mit seinem Begriff vom Menschenwert...einsam außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Seine Sehnsucht kennt eine unerreichbare Wirklichkeit: seine Verzweifelung treibt ihn zuweilen in die erreichbare andere zurück. Lust und Enttäuschung ihres Daseins führen in seinem Herzen und Hirn einen Kampf, an dem die Zivilisation Eruopas mit ihrem ganzen Bestande und Befunden teilnimmt. Hesse moralisierte nicht, sondern er räumte auf, nicht bei Nachbarn und Feinden, sondern bei sich selbst - und eben dadurch in der Nachbarschaft und Fremde.«
Oskar Loerke

Stimmen zum Roman

"In Deutschland hatte die Beliebtheit des Spätromantikers um 1957 seinen Höhepunkt erreicht."
(aus: Spiegel Nr.40/1968)

"Da klingt Sehnsucht nach Einsamkeit mit, Sehnsucht nach beschaulichem Leben, was dort besonders gedeiht, wo die Tendenz der Gegenwart als schlechthin lebensfeindlich empfunden wird und das Subjekt seinen Platz in ihr nicht finden kann, auch nicht einnehmen will."
(Leona Siebenschön in Psychologie Heute Nr.8/1982)

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

SPIEGEL (1968): Wonnen für Hippies,
in:
Spiegel Nr.40

SIEBENSCHÖN, Leona (1982): Bock auf Hesse,
in:
Psychologie Heute Nr.8, August

BUCH, Hans Christoph (2001): Wie der Steppenwolf in Seoul seine Heimat fand.
Wunder der Globalisierung: Die wahre Fangemeinde lebt in Asien. Ein Koreaner baut dem Dichter das größte Museum,
in: Tagesspiegel v. 17.03.

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Neu:
STADLER, Arnold (2004): Hesse, der Steppenwolf und ich, wir drei.
Konstruktive Katastrophenliteratur sieht Arnold Stadler im Hauptwerk seines Landsmannes Hermann Hesse, einem Buch, dessen Aufbau so kompliziert ist wie die Welt, in die es hineingeschrieben wurde,
in: Volltext Nr.6, Dezember/Januar

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 05. März 2001
Update: 31. Mai 2015