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Ann-Kathrin Eckardt: Mama, das hast du schon 5 mal erzählt!

 
       
     
       
   
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    Ann-Kathrin Eckardt in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    ECKARDT, Ann-Kathrin (2009): Die Last-Minute-Mütter.
    Vor allem gebildete Frauen verlegen den Kinderwunsch immer weiter nach hinten - Ärzte sehen das mit Skepsis,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.04.

    Späte Mütter - Ein Bibliografie

    ECKARDT, Ann-Kathrin (2009): Leerstelle im Leben.
    "Du bist doch noch jung", hören Menschen oft, deren Partner gestorben ist. Und: "Du wirst wieder jemanden finden." Aber wer mit Mitte zwanzig Freund oder Freundin verliert, denkt an alles, nur nicht daran, sich neu zu verlieben,
    in: Neon, Oktober

    ECKARDT, Ann-Kathrin (2009): "Du weißt ja gar nicht, was dir entgeht".
    Kinder, Kinder! (5): Wer sich gegen eigenen Nachwuchs entscheidet, wird oft schief angesehen - eine Frau und ein Mann über ihr Leben ohne Kinder,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.10.

    ECKARDT stellt Annette C. ANTON und den Bundestagabgeordneten Matthias W. BIRKWALD als Beispiele für den Typus der gewollt Kinderlosen vor.

    Über die Kinderlosigkeit in Deutschland wird mittels Interpretation statistischer Daten immer noch Absurdes in Umlauf gebracht. Wollte man einen Nonsens-Satz des Jahres küren, dann wären folgende Aussagen erster Kandidat:

    "Trotz aller Stigmatisierung steigt die Zahl der Kinderlosen. Im vergangenen Jahr haben 21 Prozent der 40- bis 44-jährigen Frauen keine Kinder zur Welt gebracht. Zehn Jahre zuvor waren es nur 16 Prozent",

    doziert ECKARDT. Im Jahr 2008 haben also 79 Prozent der 40- bis 44-jährigen Frauen Kinder in die Welt gesetzt? Das wäre wohl Weltrekord! Bei ca. 3,4 Millionen Frauen allein in dieser Altersklasse kann sich das jeder selbst ausrechnen.

    Scherz beiseite. Selbst wenn man die Aussage auf das reduziert, was ECKARDT tatsächlich schreiben wollte, nämlich dass die Kinderlosigkeit im Zeitraum von 1998 bis 2008 um 5 % gestiegen ist: Es  handelt sich nicht um die Darlegung der Faktenlage, sondern lediglich um eine Interpretation.

    Wie sieht die Faktenlage tatsächlich aus? Die bislang einzigste korrekte Mikrozensus-Erhebung zur Kinderlosigkeit in Deutschland war der Mikrozensus 2008. Die Ergebnisse wurden auf einer Pressekonferenz am 29.07. dieses Jahres vorgestellt.

    Kinderlosigkeit in Deutschland

      Frauen insgesamt (in Tausend) kinderlose Frauen (in Tausend) kinderlose Frauen (%)
    40-44 Jahre 3.402 706 21
    50-54 Jahre 2.754 432 16
    Quelle: Destatis: Tabelle 1 in: Mikrozensus 2008 - Neue Daten zur Kinderlosigkeit in Deutschland. Ergänzende Tabellen zur Pressekonferenz am 29. Juli 2009 in Berlin; eigene Berechnungen der Prozentzahlen

    Circa 3,4 Millionen Frauen, die 1964-1968 geboren wurden, waren im Jahr 2008 40-44 Jahre alt. Davon brachten während ihres Lebens bis zum Zeitpunkt der Erhebung ca. 706.000 Frauen keine Kinder zur Welt. Circa 2,8 Millionen der 1954-1958 geborenen Frauen waren im Jahr 2008 dagegen 50-54 Jahre alt. Circa 432.000 dieser Frauen hatten bis dahin keine Kinder zur Welt gebracht. Aus der Tabelle ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

    1) Der Anteil der kinderlosen Frauen wurde nicht 2008 mit 21 % und 1998 mit 16 % erhoben, wie ECKARDT in ihrem Artikel behauptet, sondern es handelt sich lediglich um den Kinderlosenanteil zweier Altersgruppen, nämlich zum einen der 40-44 und zum anderen der 50-54jährigen Frauen zum Zeitpunkt der Erhebung 2008.

    2) Der Anteil der 40-44 jährigen kinderlosen Frauen im Jahr 1998 ist unbekannt, weil vor 10 Jahren im Mikrozensus nur der Anteil der Frauen ohne Kinder im Haushalt erhoben wurde. Diese Praxis der Umdefinition von Eltern in Kinderlose wandte man noch bis zum Mikrozensus 2007 bedenkenlos an, was auf dieser Website seit dem Jahr 2000 immer wieder kritisiert wurde. Besonders hysterisch ist die Debatte um eine Kultur der Kinderlosigkeit in Westdeutschland. Im Jahr 2008 unterschied sich die Kinderlosigkeit bei den angesprochenen west- und ostdeutscher Frauenjahrgängen aber nur um 1-2 % wie die nachfolgende Tabelle zeigt.

    Kinderlosigkeit in den alten Bundesländern ohne Berlin

      Frauen insgesamt (in Tausend) kinderlose Frauen (in Tausend) kinderlose Frauen (%)
    40-44 Jahre 2.753 617 22
    50-54 Jahre 2.172 377 17
    Quelle: Destatis: Tabelle 1 in: Mikrozensus 2008 - Neue Daten zur Kinderlosigkeit in Deutschland. Ergänzende Tabellen zur Pressekonferenz am 29. Juli 2009 in Berlin; eigene Berechnungen der Prozentzahlen

    Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage: Wie hoch schätzte  man Mitte der 1990er Jahre die Kinderlosigkeit der obigen Frauenjahrgänge? Für die 1965 Geborenen (43-Jährige im Jahr 2008) schätzte Herwig BIRG im Jahr 1996 einen Anteil von 32,1 %. Die 1955 geborenen westdeutschen Frauen, also die 53-Jährigen, sollten dagegen NUR zu 22 % kinderlos bleiben. Mehr dazu hier.

    3) Nun gehen Schlauberger her (ECKARDT steht damit ja nicht allein) und interpretieren aus obiger Tabelle, dass die Zahl der Kinderlosen um 5 % zugenommen hat. Dahinter steht die Annahme: Die heute 50-54-jährigen Frauen waren auch schon als 40-44Jährige zu 16 % kinderlos. Dies stimmt aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen:

    a) die heute 40-44 jährigen Frauen setzen auch in Zukunft keine weiteren Kinder mehr in die Welt. Aber gerade hoch qualifizierte Frauen gebären auch als über 40jährige noch Kinder.
    b) Wie jeder weiß, steigt seit Jahren das durchschnittliche Alter von Müttern. Ein Vergleich wird durch diesen Tempoeffekt verzerrt. Entscheidend ist ja die endgültige Kinderzahl. Bei den blamablen Fehlschätzungen der deutschen Bevölkerungswissenschaftler hatte dieser Aspekt, der sich als
    Zunahme der Spätgebärenden auswirkte, großen Anteil.
    c) Im Zeitraum von 1998 - 2008 sind etliche der Frauen aus den Geburtsjahrgängen 1954-1958 gestorben. Wenn genauso viele Mütter wie Kinderlose gestorben wären, wäre das kein Problem. Da man dies nicht weiß, wird auch durch die Sterblichkeit der Vergleich erschwert.

    Fazit: Über den tatsächlichen Anstieg der Kinderlosigkeit zwischen 1998 und 2008 weiß man nichts Genaues. Dazu hätte man nicht nur die Anzahl der Kinder pro Frauenjahrgang, sondern auch den Zeitpunkt der Geburten jeder Frau erfragen müssen. Dazu schweigt sich die Statistik aber aus. Man kann den Anstieg der Kinderlosigkeit für die Vergangenheit also lediglich schätzen. Die blamablen Schätzungsversuche der westdeutschen Bevölkerungswissenschaftler in den 1990er Jahren zeigen anschaulich, dass zwischen Schätzung und tatsächlicher Entwicklung der Kinderlosigkeit Welten liegen. Erst in 4 Jahren kann man die tatsächliche Entwicklung des Anteils der Kinderlosen zwischen 2008 und 2012 empirisch erheben. Denn dann wird zum zweiten Mal die Kinderlosigkeit in Deutschland richtig erhoben.

    ECKARDT, Ann-Kathrin (2010): Für immer Probezeit.
    Die Hälfte aller Berufsanfänger erhält heute nur noch befristete Verträge. Das Leben in der Schwebe ist für viele längst zum Dauerzustand geworden,
    in: Neon, Dezember

    NEON-Titelgeschichte: Geliebte Nervensäge!
    Wie sehr uns das Verhältnis zu Geschwistern prägt - und wie sich Konflikte am besten lösen lassen

    ECKARDT, Ann-Kathrin (2011): Geliebter Feind.
    Sie kommen aus demselben Bauch, demselben Kinderzimmer, derselben Familie. Sie bleiben ein Leben lang Konkurrenten und Vertraute. Und doch sind unsere Geschwister vor allem eines: ganz anders als wir
    in: Neon,
    März

    ECKHARDT, Ann-Kathrin & Christoph HENN (2011): Passt schon.
    In wen man sich verliebt, ist auch eine Frage von gesellschaftlichen Normen. Man sollte sie einfach ignorieren - sagen diese drei ungleichen Paare,
    in: Neon, November

    ECKARDT, Ann-Kathrin (2012): Zwischendrin.
    Eines von 2000 Kindern kommt in Deutschland ohne eindeutiges Geschlecht zur Welt. Drei dieser intersexuellen Menschen erzählen ihre Geschichte,
    in: Neon,
    März

    Neu:
    ECKARDT, Ann-Kathrin (2012): Krieg und Liebe.
    Gemeinsamkeiten sind gut für die Liebe, heißt es. Stimmt - doch sie fördern auch Konkurrenz,
    in: Neon, Juni

     
           
       

    Ann-Kathrin Eckardt im Gespräch

     
       

    fehlt noch

     
           
       

    Mama, das hast du schon 5 mal erzählt! (2012).
    Geschichten über das Älterwerden der Eltern
    Rowohlt Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "»Unsere Eltern sind alt, solange wir denken können. Nicht umsonst heißen sie Eltern. Trotzdem denken wir nicht jedes Mal, wenn wir das Wort Eltern aussprechen, an ihr Alter. Im Gegenteil: Wir verdrängen es so lange wie möglich.« Doch irgendwann funktioniert das nicht mehr. Wenn die Kinder nach ein paar Monaten endlich mal wieder zu Hause vorbeischauen, ist da auf einmal dieser eigenartige Moment, in dem sie merken: Der stärkste Vater der Welt schnauft plötzlich beim Spazierengehen, die mutigste Mutter der Welt traut sich nicht mehr in die Großstadt. Plötzlich sind es die Kinder, die den Eltern die Welt und YouTube erklären und ihnen sagen: »Pass auf dich auf!«. Berührend und unterhaltsam erzählen sieben Autoren, wie es ist, wenn Eltern älter werden und dabei häufig noch einmal richtig aufblühen. Mit Maik Brüggemeyer, Ann-Kathrin Eckardt, Alexa Hennig von Lange, Lukas Hillger, Wlada Kolosowa, Claudia Thesenfitz und Malte Welding."

     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 01. Januar 2015
    Update: 13. Februar 2015