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Friederike Knüpling: Tussikratie

 
       
     
       
   
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    Friederike Knüpling in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    BÄUERLEIN, Theresa & Friederike KNÜPLING (2004): Ich heirate keine Familie.
    Kein Kind mehr sein und auch keins haben: Wo sind wir eigentlich zu Hause?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.12.

    BÄUERLEIN & KNÜPLING finden es ungerecht, dass sie im Zeitalter der Demografiepolitik erwachsen werden müssen:

    "Nun ist es nicht erst seit gestern so, dass die Jungen erst mal gescheit erwachsen werden wollen, bevor sie Kinder kriegen. Aber wir sind die ersten, die die volle Breitseite der Folgen spüren werden, nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich."

    KNÜPLING, Friederike (2005): Jung, arm und tüchtig.
    Erwachsen zu sein wird derzeit vor allem einer Altersgruppe abverlangt: Der Jugend,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.

    Gerhard Matzig - Rollenspiele in der All-Age-Gesellschaft

    KNÜPLING, Friederike (2005): Das erste Mal im Fitness-Studio.
    Eigentlich will unsere Kolumnistin nur ihre Rückenschmerzen bekämpfen und in Ruhe Sport machen. Doch dann kommen die Schmeißfliegen, die sie unbedingt kennen lernen wollen,
    in: Neon, Juni

    KNÜPLING, Friederike (2005): "Kinder stören hier nur".
    Jugendkulturen (6):
    Julia, Karin und Katharina aus München sind junge Mütter – eine Minderheit in Deutschland, die sich in der U-Bahn schief ansehen lassen muss,
    in: Die ZEIT Nr.44 v. 27.10.

    Die ZEIT arbeitet an der Aufwertung junger Mütter. Mit KNÜPLING wird eine Journalistin an die bevölkerungspolitische Front geschickt, die noch nicht einmal das bevölkerungspolitische ABC beherrscht:

    "Die Geburtenrate in Deutschland nimmt schon seit dem so genannten Pillenknick in den Sechzigern ruckweise ab. Seit 1991 gibt es stetig weniger Neugeborene, im Durchschnitt kommen auf jede Frau 1,4 Kinder. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass ein Durchschnitt von 2,1 Kindern pro Frau erforderlich wäre, um die Bevölkerungszahl langfristig stabil zu halten – und um Deutschland gegen eine nahende Flut gesellschaftlicher und vor allem volkswirtschaftlicher Probleme abzusichern",

    will uns KNÜPLING weismachen. Erstens sinkt die Geburtenrate nicht erst seit dem "Pillenknick", zweitens ist die Geburtenrate seit Jahrzehnten nicht rückläufig (auch wenn in absoluten Zahlen gesehen die Kinderzahlen zurückgehen), sondern relativ stabil, drittens hängt die langfristige Stabilität einer Bevölkerung keineswegs nur von der so genannten Bestandserhaltungszahl 2,1 ab, sondern Sterblichkeit und Migration relativieren die Bedeutung der Geburtenrate. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Geburtenrate eigentlich nur aussagekräftig ist, wenn das Erstgebäralter stabil bleibt, was seit Jahrzehnten gerade nicht der Fall ist. Wir empfehlen deshalb nicht den Grundkurs von Herwig BIRG, sondern die Lektion von Karl Otto HONDRICH.

    Seit kurzem müsste auch der Öffentlichkeit klar sein: unsere deutsche Demografie ist dabei ihren Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung zu verspielen. Gerade die neuen Bundesländer zeigen, dass die nationalkonservative Demografie vor einem Scherbenhaufen steht, den sie selber zu verantworten hat.

    KNÜPLING, Friederike (2005): Das erste Mal: eigene Wohnung statt WG.
    Unsere Kolumnistin fürchtet zunächst, das Alleinwohnen sei der Heroinsucht recht ähnlich. Dann muss sie aber feststellen: An Stoff kommt man leichter als an Wohnraum,
    in: Neon, November

    Sind Singles Schuld an der Wohnungsnot in Deutschland?

    KNÜPLING, Friederike (2006): Das erste Mal: in einer neuen Stadt.
    Wie war das noch mal: keine Sau zu kennen und plötzlich abends Zeit für unsagbar dicke Romane zu haben? Unsere Kolumnistin erinnert sich mit gar nicht so schlechten Gefühlen,
    in: Neon, März

    KNÜPLING, Friederike (2006): Das erste Mal: Kinder möglich finden.
    Wenn gute Freundinnen mit Mitte 20 nette, verhaltensunauffällige Söhne einschulen, kommt man schon mal ins Grübeln: Lohnt es sich, erst noch auf eine bessere Familienpolitik zu warten?
    in: Neon, April

    Als die Zeitgeistpostillen Tempo und Wiener die Lifestyle-Familie entdeckten, gab es sie bald darauf nicht mehr. Inzwischen kann man des Öfteren junge Lifestyle-Familien im Neon-Heft blättern sehen. Man darf gespannt sein, ob Neon das überlebt...

    KNÜPLING, Friederike (2007): Eigentlich könnte ich gelassen sein.
    Emma & Ich: Friederike Knüpling gehört zu der stolzen Generation, die nach EMMA geboren ist,

    in: Emma, Januar/Februar

     
           
       

    Friederike Knüpling im Gespräch

     
       

    fehlt noch

     
           
       

    Tussikratie (2014).
    Warum Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können
    (zusammen mit Theresa Bäuerlein)
    München: Heyne

     
       
         
     

    Klappentext

    "Als Frau kann man heute eigentlich nichts falsch machen: Wenn es mit der Karriere nicht klappen will, sind die männlichen Strukturen im Betrieb daran schuld. Wenn die Kinder nerven, dann liegt es daran, dass ER sich nicht zuständig fühlt. Und wenn eine Frau erst gar keine Kinder bekommt, dann ist dafür eine Mischung aus beidem verantwortlich. Egal wo es hakt - Männer sind ignorante Egoisten. Und Frauen damit fein raus. Oder?

    Noch immer sind Frauen im Beruf benachteiligt, noch immer müssen sie mehr kämpfen als Männer, um zu bekommen, was ihnen zusteht, daran hat auch die Emanzipation nichts geändert. Doch die weibliche Wahl der Waffen ist neu - und alles andere als gerecht, denn sie besteht darin, sich entweder als Opfer des Patriarchats oder als heilige Alleskönner, als bessere Menschen gegen den ewigen Gegner Mann durchzusetzen. Das Ergebnis ist aber nicht Gleichberechtigung, sondern das, was Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling »Tussikratie« nennen: die Herrschaft von Frauen, hinter deren Feminismus nichts anderes steht als eine krankhafte Ich-Besessenheit, die am Ende dazu führt, dass Männer das unerwünschte Geschlecht sind. Und zunehmend die Orientierung und Stärke verlieren, die jeder Mensch braucht - Frauen und Männer."

     
         
     
           
       

    DEHOUST, Johan (2014): "Tussikratie": Jetzt übernehmen wir.
    Feminismus-Buch: Statt die Verhältnisse zu hinterfragen, denken viele Frauen zu stark an die eigene Macht: Das finden Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling und zweifeln in "Tussikratie" an der aktuellen Gender-Debatte. Eine wohltuend differenzierte Mahnung,

    in: Spiegel Online v. 23.04.

    DELIUS, Mara (2014): In jeder Frau steckt heute eine Tussi.
    Es gibt inzwischen eine versteckte Herrschaft von Frauen in unserer Gesellschaft - und genau darunter leiden sie,
    in: Welt v. 02.05.

    STEPHAN, Felix (2014): Koalitionszwang der Frauen.
    Feminismus: Das Buch "Tussikratie" ist ein intelligenter Beitrag zur Feminismus-Debatte. Doch die Autorinnen rechnen auf bedenkliche Art soziale Geltungskämpfe gegeneinander auf,

    in: Zeit Online v. 06.05.

    "Knüpling und Bäuerlein ersetzen den Kampf Mann gegen Frau nun mit dem Konflikt Feminismus gegen Klassenkampf. Der Effekt ist der gleiche: Auf beiden Seiten verlieren die Schwächsten, weil sie in der Diskussion keine Erwähnung mehr finden",

    kritisiert Felix STEPHAN, der dem "degenerierten Feminismus", den KNÜPLING & BÄUERLEIN beschreiben, einen "niedlichen" Feminismus entgegensetzt:

    "Allerdings besteht das wichtigste Anliegen des Feminismus nach wie vor darin, ein generelles Problembewusstsein zu schaffen und wach zu halten. Damit im besten Falle junge Frauen das Selbstbewusstsein bekommen, um sich gegen ihre Eltern durchzusetzen, wenn diese zum Beispiel von einem Informatik-Studium abraten, weil das Jungssache ist. Oder wenn sie ihnen Vorwürfe machen, wenn sie auch mit 27 noch nicht verheiratet sind. Oder ganz hart: Wenn sie ihnen die Ehemänner aussuchen. Diese Frauen sind es, denen der Feminismus sagt: Du bist nicht allein."

    Man fragt sich dann aber, warum in der ZEIT lediglich der "degenerierte Feminismus" diskutiert wird, während der "niedliche" Feminismus hierzulande eher in der Variante Thilo SARRAZIN vorkommt.

    Man könnte sich aber auch daran erinnern, dass der Feminismus in den 1960er Jahren als Nebenwiderspruch startete, will heißen, dass es damals in erster Linie um einen Klassenstandpunkt ging. Erst seit Ende der 1990er Jahre regt sich Kritik an einer "Politik der ersten Person" bzw. identitätspolitischen Ansätzen. Umverteilung oder Anerkennung? hieß deshalb eine Kontroverse zwischen Nancy FRASER und Axel HONNETH. Seitdem stellt sich auch die Frage, in wiefern Neoliberalismus und Feminismus noch unterscheidbar sind? Dazu nimmt Felix STEPHAN jedoch nicht Stellung, lieber verschanzt er sich hinter seinem niedlichen Feminismusverständnis.

    Eine viel wichtigere Frage wäre, ob es den Konflikt Frau gegen Mann - also eine Tussikratie - in Zeiten, in denen der Postfeminismus als Allianz von Karrieremann und Karrierefrau herrscht, überhaupt gibt. Haben wir es also lediglich mit einer wortstarken Scheindebatte zu tun? Und wer sind die "tatsächlich Schwachen"? Frauen ohne Selbstbewusstsein? Was ist dann aber mit den Männern ohne Selbstbewusstsein?

    "Inwiefern wird der Kampf der Frauen für mehr gesellschaftliche Zugänglichkeiten davon beeinträchtigt, dass gleichzeitig auch ein Klassenkampf stattfindet? Fast scheint es, als sei strukturelle Benachteiligung eine knappe politische Ressource, um die verschiedenen sozialen Gruppen zueinander in Konkurrenz stehen. Dabei ist beileibe genug für alle da",

    meint STEPHAN. Tatsächlich geht es um strukturelle Benachteiligung, die in Zeiten der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme als knappe politische Ressource inszeniert wird. Deshalb sind Opferdiskurse jeder Art politisch unkorrekt, denn jeder hat nur noch selber schuld zu sein.

    TULL, Claire-Lise (2014): Seid keine Tussis!
    Wir leben in einer "Tussikratie", in der Frauen reflexhaft über Benachteiligung klagen und sich auf der moralisch richtigen Seite wähnen. Entspricht das der Realität?
    in: Psychologie Heute,
    September

    Claire-Lise TULL kann den Neon-Autorinnen Theresa BÄUERLEIN & Friederike KNÜPLING nicht zustimmen:

    "Die Einführung des Betreuungsgelds zeigt es, genauso wie die mühsame Durchsetzung von Frauenquoten: Die Tussikratie ist ein fiktives Konstrukt."

     
       

    Das Buch in der Debatte

    Neu:
    WEIGUNY, Bettina (2014): Die Männer sind nicht schuld.
    Frauen haben es heute so leicht wie nie, nach oben zu kommen. Wenn es trotzdem nicht klappt, muss das Gründe haben,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.05.

     
       

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    © 2002-2016
    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 24. Mai 2014
    Update: 29. April 2016