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Helene Hegemann: Axolotl Roadkill

 
       
     
       
   
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    Helene Hegemann in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • HEGEMANN, Helene (2010): An meine Kritiker.
      "Axolotl Roadkill", der Debütroman der siebzehnjährigen Helene Hegemann, war das große Feuilleton-Thema dieses Frühjahrs: Was ist daran Plagiat, was Kunst? Jetzt bezieht die Autorin erstmals Stellung zu dem erbitterten Streit, den ihr Buch ausgelöst hat,
      in: ZEIT Nr.18 v. 29.04.

    "In diesem Roman geht es nicht primär um Drogen oder Sex oder eine bestimmte Generation. Schon gar nicht geht es um Grenzen zwischen Generationen, Geschlechtern, Altersgruppen oder sozialen Schichten. Wenn es überhaupt um irgendeine Grenze geht, und das muss es ja in einer alles und jedem bestimmte Wertesysteme und Raster überstülpenden Gesellschaft, geht es um eine Grenze, die sich durch jeden Menschen zieht. Und um eine Gruppe von Leuten, die ihr Leben dieser Grenze, diesem Riss, dieser Widersprüchlichkeit verschreiben, anstatt das abzulaufen, was unter glatter »Normalität« verstanden wird und genauso wenig funktioniert wie »Asozialität« oder »Verwahrlosung«",

    schreibt Helene HEGEMANN. Sie wendet sich gegen Versuche einen Generationenkrieg herbeizuschreiben, statt den Generationenfrieden, der in unserer Gesellschaft herrscht, anzuerkennen. Damit rüttelt HEGEMANN am zentralen Selbstverständnis der politischen Mitte, deren Anhängsel das Feuilleton der Qualitätszeitungen ist. In einem Land, dem Generationengerechtigkeit - und damit wachsende soziale Ungleichheit -  verordnet werden soll, muss es Generationenkrieg geben. Daran arbeitet man mit Hochdruck - wenngleich bislang noch eher erfolglos. Helene HEGEMANN steht damit mit ihrer Position von vorneherein auf verlorenem Posten.

     
           
       

    Helene Hegemann: Gespräche und Porträts

     
       

    HEIDEMANN, Britta (2010): 17-Jährige schreibt über Drogen, Sex und Verwahrlosung.
    Helene Hegemann im Gespräch,
    in: WAZ Online v. 20.01.

    DIEZ, Georg (2010): Zum Glück.
    Helene Hegemann wird im Februar 18 und hat ein sehr erstaunliches Buch geschrieben. Es erzählt von einer Generation, für die das Wort Freiheit bedrohlich klingt - und es liest sich ein Nachruf auf die Berliner Bohème. Treffen mit einer schüchternen, jungen Frau,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

    RIEDHAMMER, Julia (2010): Die Jungautorin Helene Hegemann Im Gespräch,
    in: Stilbruch. Sendung des Radio Berlin-Brandenburg v. 28.01.

    SIMON, Jana (2010): Wie sie euch gefällt.
    Helene Hegemann ist fast noch ein Kind - mit ihrem ersten Roman soll sie der neue Berliner Literaturstar werden. Wir haben ihre Verwandlung über Monate begleitet,
    in: ZEIT-Magazin Nr.5 v. 28.01.

    WENZEL, Tobias (2010): "Ich bin eine totale Spießerin".
    Die 17-jährige Helene Hegemann über sich und ihren Debütroman,
    in: DeutschlandRadio v. 08.02.

    LUTZ, Cosima (2010): "Ich beraube meine Freunde schonungslos".
    Zurzeit stürmt Helene Hegemanns Buch "Axolotl Roadkill" die Bestsellerlisten. Doch jetzt wies ein Blogger Parallelen zu dem Roman "Strobo" des Untergrund-Autoren Airen nach. Im Interview mit WELT ONLINE verteidigt sich Hegemann gegen die Vorwürfe und beruft sich dabei auf Shakespeare und Goethe,
    in: Welt Online v. 08.02.

    BARTELS, Gerrit (2010): Helene Hegemann: "Originalität gibt's nicht, nur Echtheit".
    Man könnte es auch Kunst nennen. Helene Hegemann spricht lieber von einem "Experiment",
    in: Tagesspiegel v. 12.02.

    WAHBA, Annabel (2010): "Ich bin halt leider auch altklug".
    Sie mag: die coolen 70er Jahre, ihren Vater, Filme machen, das Unglatte. Was Helene Hegemann nicht so schätzt: Schule, Heidi Klum, alleine Schreiben,
    in: Tagesspiegel v. 21.02.

     
           
       

    Helene Hegemann in den Medien

     
       

    KALLE, Matthias (2010): Über feige Berliner und Literaturtalente.
    Sind Steuersünder, die sich selbst anzeigen, feige oder mutig? Muss eine 17-jährige Autorin Mut aufbringen, wenn sie zu Harald Schmidt geht?
    in: Tagesspiegel Online v. 12.02.

    Infos zu: Matthias Kalle - Autor der Generation Golf

    SCHNEEBERGER, Ruth (2010): Schulmädchen-Report.
    ARD-Moderator Harald Schmidt umschmeichelt Helene Hegemann. Nur einmal fragt er die Skandal-Autorin: Muss das sein? Eine kleine Nachtkritik,
    in: sueddeutsche.de v. 12.02.

    KÖNIG, M. (2010): "Ich verrenne mich, ich muss aufhören".
    Mit einem irrwitzigen Auftritt bewirbt sich Skandalautorin Helene Hegemann in München um einen Buchpreis - und klagt über eine "barbarische Maschinerie",
    in: sueddeutsche.de v. 03.03.

     
           
       

    Axolotl Roadkill (2010)
    Berlin: Ullstein Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "»Schreckliche Leben sind der größte Glücksfall«, schreibt die 16jährige Mifti in ihr Tagebuch. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt sie in Berlin, und als »pseudo-belastungsgestörtes« Problemkind durchläuft sie nach »Jahren der Duldungsstarre« gerade eine extrem negative Entwicklung.

    Obwohl intelligent und gut situiert, nimmt sie Drogen, verweigert die Schule und hat sogar Argumente dafür. Anstatt sich an Konventionen abzuarbeiten hinterfragt und analysiert sie nämlich permanent die gesellschaftliche Situation, in der sie sich befindet. Sie wohnt bei ihren wohlstandsverwahrlosten Halbgeschwistern und ihr Vater steckt noch immer in seiner frühkindlichen Allmachtsphase. Freiheit und Selbstzerstörung fallen zusammen und Mifti entlarvt in ihren von Wahn und Genie geprägten Zwischenwelten Sprache, Lebensentwürfe und Vorgegebenheiten der Erwachsenen. Sie kokettiert mit ihrer Kaputtheit und sucht im »allgemeinen Dahinschimmeln« nach einem Zugriff auf ihr eigenes Leben.

    Der siebzehnjährigen Helene Hegemann ist ein sprachmächtiges, kluges Debüt über einen Zustand gelungen, in dem Traum, Alptraum und knallharte Realität nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind."

     
         
     
           
       

    Beiträge von single-generation.de zum Thema

    Axolotl Roadkill und die Mediengesellschaft - Eine Annäherung an das Phänomen

    Berlin, Techno und der Easyjetset. Oder wie Techno zur einflussreichsten Hauptstadtkultur geworden ist

     
       
    • Rezensionen

    RAPP, Tobias (2010): Das Wunderkind der Boheme.
    Die Schülerin Helene Hegemann ist erst 17 und lebt in Berlin. In ihrem ersten Roman erzählt sie, wie schwer jungen Menschen die Rebellion fällt, wenn schon die Eltern Rebellen sind,
    in: Spiegel Nr.3 v. 18.01.

    Infos zu: Tobias Rapp - Autor der Generation Golf

    LUTZ, Cosima (2010): So schön ist es am Frühstückstisch der Kommune.
    Wunderkind der Berliner Kreativszene: Helene Hegemann hat mit 17 ihren ersten Roman geschrieben,
    in: Welt v. 20.01.

    MÄRZ, Ursula (2010): Literarischer Kugelblitz.
    Im Koksnebel: Helene Hegemanns heftiges Romandebüt »Axolotl Roadkill«,
    in: Die ZEIT Nr.4 v. 21.01.

    Infos zu: Ursula März - Autorin der Single-Generation

    DELIUS, Mara (2010): Mir zerfallen die Worte im Mund wie schlechte Pillen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.01.

    LANGE, Nadine (2010): Ich ist ein Drogentrip.
    "Axolotl Roadkill": Das erstaunliche Romandebüt der 17-jährigen Helene Hegemann,
    in: Tagesspiegel v. 23.01.

    LANGE, Nadine (2010): Torpedo Girl.
    Ich ist ein Drogentrip: „Axolotl Roadkill“, das erstaunliche Romandebüt der 17-jährigen Helene Hegemann,
    in: Potsdamer Neueste Nachrichten v. 23.01.

    BILLER, Maxim (2010): Glauben, lieben, hassen.
    Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben: Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill" ist ein Buch der Revolte gegen die Welt der Erwachsenen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.

    Infos zu: Maxim Biller - Autor der Single-Generation

    EWERT, Laura (2010): Es gibt kein Alter.
    Drogen, Sex und wahnsinnige Weisheiten, die 17-jährige Helene Hegemann begeistert und verschreckt mit ihrem Debütroman "Axolotl Roadkill",
    in: Welt am Sonntag v. 24.01.

    APIN, Nina (2010): Souverän in die Fresse gefeuert.
    Adoleszenz: Die ganze Unbedingtheit und Radikalität der Jugend: Die 17-jährige Autorin Helene Hegemann und ihr schneller und grandios böser Roman "Axolotl Roadkill",
    in: TAZ v. 27.01.

    ANDRE, Thomas (2010): Repräsentantin einer verlorenen Generation.
    Die 17-jährige Autorin wird mit ihrem sprachmächtigen Debütroman über ein wohlstandsverwahrlostes Teenagerleben zum Star der Literatursaison,
    in: Hamburger Abendblatt v. 27.01.

    JANOVSKY, Silke (2010): Das Leiden der Lurche.
    Der Debütroman der 17-jährigen Helene Hegemann kann zumindest Erwachsene schockieren,
    in: Berliner Zeitung v. 30.01.

    SCHULTE, Bettina (2010): Ein Leben im Horrorfilm,
    in: Badische Zeitung v. 30.01.

    WEISER, Ulrike (2010): Das Berliner Wunder.
    Das Debütbuch der 17-jährigen Helene Hegemann gilt als "Coming-of-age-Roman der Nullerjahre". Denn "Axolotl Roadkill" macht nervös. Sex und Drogen haben damit nur am Rande zu tun,
    in: Die Presse v. 31.01.

    MICHALZIK, Peter (2010): Ein Fall finsterster Romantik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 03.02.

    Infos zu: Peter Michalzik - Autor der Single-Generation

    BENEDICT, Daniel (2010): "Arrogantes Arschkind".
    Sie ist noch nicht mal 18 und kennt das intellektuelle Berlin trotzdem in- und auswendig. In ihrem ersten Roman legt sie eine verblüffende Verbalparodie der kulturellen Hauptstadt-Schickeria vor,
    in: Neue Osnabrücker Zeitung v. 03.02.

    DIECKMANN, Dorothea (2010): Nicht gesellschaftsfähig?
    Die gemässigte Rebellion von Helene Hegemanns Roman «Axolotl Roadkill»,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.02.

    Infos zu: Dorothea Dieckmann - Autorin der Single-Generation

    REBHANDL, Bert (2010): Ein Crash-Kurs für das richtige Leben.
    Die erst 17-jährige Autorin Helene Hegemann ist die neue Sensation der deutschen Literaturszene. In ihrem Roman beschwört sie das Dasein eines jungen Mädchens am Rande der Wohlstandsverwahrlosung.
    in: Der Standard v. 06.02.

    NÜCHTERN, Klaus (2010): Der ganze Scheiß soll aufhören!
    Megahart, superdepri und ein bissl abgekupfert: Die 17-jährige Helene Hegemann liefert den literarischen Hype der Saison,
    in: Falter Nr.6 v. 10.02.

    SCHWAB, Sylvia (2010): Raubkopierendes Wunderkind?
    in: DeutschlandRadio v. 11.02.

    MÜLLER, Lothar (2010): Sex, Lügen und Bücher.
    Als Wunderkind der Bohème reicht es nicht, den schärfsten Sex zu haben und die härtesten Drogen zu nehmen. Man muss schon auch Foucault zitieren können,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

    Lothar MÜLLER, der gern auch mal den Untergang des Abendlandes herbei schreibt, verbindet seine Rezension des Buches mit Überlegungen zu den Hochbegabten des Bürgertums und des Anti-Bürgertums (Bohème): den Musterschülern und den Wunderkindern. MÜLLER liest das Buch nicht als Dokument eines Generationenkonflikts, sondern eines generationenübergreifenden Milieus. Sowohl das Bürgertum als auch die Bohème kennt typische Karrieren. Zum Schluss verhilft MÜLLER seinem gekränkten Milieu wenigstens in der SZ zum Punktsieg:

    "Erstaunlich ist in diesem Fall die prompte Bereitschaft des Publikums, hinter der »Intertextualität« sogleich ästhetische Souveränität zu vermuten und mindestens Büchner, Brecht und Thomas Mann als Schutzheilige der jungen Autorin zu bemühen. Es gibt aber seit je nicht nur aus ästhetischer Souveränität und Unbedenklichkeit geborene »Intertextualität«, sondern auch die aus der Not geborene, die panische Kompilation. Ein solches Zusammenraffen aller möglichen fremden Textbausteine kann auch Wunderkindern beim Anreichern eines Manuskriptes helfen, auf dessen Fertigstellung ein Verlag - oder ein ehrgeiziger Vater - drängt."

    Die Literaturbetriebs-Öffentlichkeit wird von MÜLLER zum Publikum degradiert. Der Leser kommt ergo gar nicht mehr vor, da ist MÜLLER ganz der Musterschüler des Bürgertums.

    KRONES, Susanne (2010): Zwischen Salinger und Hegemann.
    Jugendrevolte im Roman,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, April

     
       

    Das Buch in der Debatte

    LÜCKERT, Katja (2010): Fräuleinwunder in Berlin.
    Die Aufregung um den Roman der 17-jährigen Autorin Helene Hegemann. Florian Illies im Gespräch,
    in: DeutschlandRadio v. 25.01.

    HILL, Karoline (2010): Schrei nach Beachtung.
    Die 17-Jährige Helene Hegemann sorgt mit ihrem Skandalroman "Axolotl Roadkill" für Aufsehen. Was sagt eine fast Gleichaltrige dazu?
    in: Freitag Online v. 04.02.

    SCHMETKAMP, Susanne (2010): Futter für die infantile Gesellschaft.
    Warum ärgern sich so viele über den Hype um Helene Hegemann? Weil ihr Roman einen Nerv der Zeit getroffen hat. Ein Kommentar,
    in: Zeit Online v. 05.02.

    TSP (2010): Mix it.
    Plagiatsvorwürfe gegen Helene Hegemann,
    in: Tagesspiegel v. 08.02.

    LOVENBERG, Felicitas von (2010): Originalität gibt es nicht - nur Echtheit!
    Mit siebzehn Jahren hat die Schriftstellerin Helene Hegemann das beeindruckende Buch "Axolotl Roadkill" geschrieben: Nun wirft man ihr vor, sie habe einen anderen Autor plagiiert,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.02.

    Infos zu: Felicitas von Lovenberg - Autorin der Generation Golf

    SONNABEND, Lisa (2010): Blogger entlarvt Fräuleinwunder.
    Schönes Buch mit Makel: Der Blogger Deef Pirmasens deckt auf, wie Jungstar Helene Hegemann für ihren Bestseller Axolotl Roadkill kopiert hat,
    in: sueddeutsche.de v. 08.02.

    HUGENDICK, David (2010): "Total gedankenlos und egoistisch".
    Zeitgeist oder Plagiat? In ihrem bejubelten Romandebüt hat sich Helene Hegemann bei einem anderen Autor bedient,
    in: Zeit Online v. 08.02.

    HAAS, Daniel (2010): Kreativität ohne Reinheitsgebot.
    Helene Hegemann, der neue Shootingstar der Literatur, hat abgeschrieben. Na und? Das haben schon ganz andere vor ihr getan. Die Plagiatsdebatte um ihren Roman "Axolotl Roadkill" ist naiv: Publikum und Kritiker wollen hinter die Errungenschaften der Moderne zurück,
    in: Spiegel Online v. 08.02.

    POKATZKY, Klaus (2010): Verweis auf die Webkultur ist "naiv".
    Zürcher Literaturwissenschaftler findet Ansatz der jungen Autorin wenig originell. Gespräch mit Philipp Theison,
    in: DeutschlandRadio v. 08.02.

    MICHALZIK, Peter (2010): Mieter im eigenen Kopf,
    in: Frankfurter Rundschau v. 09.02.

    Für Peter MICHALZIK, der das Buch erst in der vergangenen Woche besprochen hat, bleibt das Buch nach den Plagiatsvorwürfen das gleiche, aber er sieht es mit anderen Augen:

    "Das Buch bleibt das gleiche, die Autorin ist auch weiterhin enorm talentiert. Aber ein Untermieter, als den sie sich in der Rechtfertigung bezeichnet, muss doch Mietzins entrichten. Der wird nun darin liegen, dass sich weniger Exemplare ihres Buchs verkaufen. Auch für die Kritik, wir geben es gerne zu, liegt etwas Peinliches in dem Vorgang. Wer ehrlich ist, wird das Gefühl, jemandem auf den Leim gegangen zu sein, nicht verleugnen wollen. Der Fall erinnert daran, dass Helene Hegemanns wesentliche Leistung vielleicht darin besteht, eine Erfahrung von der Sub- in die Hochkultur (schau an, die beiden gibt´s ja doch noch!) transponiert zu haben. Deswegen haben wir Kulturzirkel davon überhaupt Notiz genommen. Auch das bedeutet: Das Buch bleibt das gleiche, aber wir schauen es jetzt mit anderen Augen an."

    WINKLER, Willi (2010): Untermieter im eigenen Kopf.
    Die junge Erfolgsautorin Helene Hegemann will für ihr Buch "Axolotl Roadkill" bewusst abgeschrieben haben. Das sei schließlich die Technik ihrer Generation. Geht so Sowjetpropaganda?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.

    Infos zu: Willi Winkler - Autor der Single-Generation

    APIN, Nina (2010): Axolotl Remix.
    Plagiat: Die gefeierte Jungautorin Helene Hegemann soll für ihren Roman "Axolotl Roadkill" aus einem Blog abgeschrieben haben. Sie selbst spricht vom "Recht auf Kopie",
    in: TAZ v. 09.02.

    KILB, Andreas (2010): Entriegelung der Sinne.
    Vom "poète maudit" zur verfluchten Poetin: Die junge Autorin Helene Hegemann hat sich von dem Roman "Strobo" des Bloggers Airen inspirieren lassen. Was taugt die Vorlage?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.02.

    GÜNTNER, Joachim (2010): "Total legitim".
    Kann Plagiat denn Sünde sein?
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.02.

    dirk-vongehlen (2010): Die Verteidigung des Remix gegen den Betrug.
    In der Debatte um die Abschreiberin Helene Hegemann verrutschen selbst renommierten Autoren die Begriffe. Zeit für eine Klarstellung,
    in: jetzt.sueddeutsche.de v. 09.02.

    christina-waechter (2010): "Das sind immer noch zwei unterschiedliche Bücher".
    Gespräch mit Frank Maleu, "Strobo"-Verleger,
    in: jetzt.sueddeutsche.de v. 09.02.

    fabian-fuchs & johanna-kempter (2010): Die Sehrjungautorin. Typologie eines Kulturspektakels.
    Nur mal theoretisch: Wenn man einen kleinen Buchskandal inszenieren müsste, wie würde dann das perfekte Personal dafür aussehen? Vielleicht zufällig so?
    in: jetzt.sueddeutsche.de v. 09.02.

    DELL, Matthias (2010): Die Kehrseite des Hypes.
    Vor zwei Wochen wurde die 17-jährige Helene Hegemann samt ihres Romandebüts "Axolotl Roadkill" gefeiert. Nun muss sie sich Plagiatswürfe gefallen lassen. Ein Zusammenhang,
    in: Freitag Online v. 09.02.

    BUCHNER, Kathrin (2010): Plagiatsdiskussion um "Axolotl Roadkill".
    "Das Original wurde unter Schmerzen geschrieben". Gespräch mit Frank Maleu,
    in: Stern Online v. 09.02.

    DIENER, Andrea (2010): Zwischen Gesetz, Moral und Remix: Das Plagiat,
    in: faz.blog v. 10.02.

    KAUBE, Jürgen (2010): Germany's Next Autoren-Topmodel.
    Hat Helene Hegemann selbst geschrieben oder nur selbst abgeschrieben? Ihr Roman "Axolotl Roadkill" dokumentiert weit über Plagiatsfragen hinaus die Verkommenheit des Betriebs, der sie feiert,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.02.

    Infos zu: Jürgen Kaube - Autor der Single-Generation

    KAMINER, Wladimir (2010): Der herbe Lohn der Kopie.
    Plagiate: Helene Hegemann hat für ihren Roman "Axolotl Roadkill" abgeschrieben. Wladimir Kaminers Sohn für eine Englischarbeit. Beide bekamen einen Tadel. Warum nur?
    in: TAZ v. 10.02.

    Infos zu: Wladimir Kaminer - Autor der Generation Golf

    BAUMGARTNER, Edwin (2010): "Axolotl" oder: Eine Verblendung.
    Eine 18-jährige Autorin mutiert innerhalb weniger Monate vom Star zur Buhfrau der deutschen Literatur,
    in: Wiener Zeitung v. 10.02.

    RÖHL, Bettina (2010): Hegemann - wieviel Plagiat verträgt die Literatur?
    in: Welt Online v. 10.02.

    Infos zu: Bettina Röhl - Autorin der Single-Generation

    SCHÄFER, Ulrike (2010): Plagiatsvorwürfe gegen Helene Hegemann.
    Fördert das Internet den Ideenklau?
    in: Stern Online v. 10.02.

    GRAFF, Bernd (2010): Paradies der falschen Vögel.
    "Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess": Im Streit um Helene Hegemanns Kulturtechnik des Zitats geht es um mehr als Kopieren. "Mashups" kolportieren, was das Zeug hält,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.02.

    STEINFELD, Thomas (2010): Ich bin in Berlin. Es geht um meinen Wahn.
    Die Autorin von Axolotl Roadkill war gezwungen, abzuschreiben: Nur so konnte sie verbergen, was ihr fehlt. Dieses Buch ist Pornographie, keine Literatur,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.02.

    Infos zu: Thomas Steinfeld - Autor der Single-Generation

    SUCHSLAND, Rüdiger (2010): Die Lehren der Helene Hegemann.
    Abschreiben ist was andres,
    in: Telepolis v. 11.02.

    RÜTHER, Tobias (2010): Das habe ich erlebt, nicht Helene Hegemann.
    Der bestohlene Blogger Airen im Gespräch,
    in: faz.net v. 11.02.

    KULISH, Nicholas (2010): Author, 17, Says It's "Mixing", Not Plagiarism.
    in: New York Times v. 11.02.

    HEINE, Matthias (2010): Die heilige Helene der Textblößen: Warum alte Männer sie hassen.
    Der Fall Hegemann rührt an einen ewigen Konflikt,
    in: Welt v. 12.02.

    Der Popper Matthias HEINE (flankierte in der Vergangenheit jede Wende des Feuilletons zum Neubürgerlichen mit Artikeln, ob gerade Infantilismus bekämpfen angesagt war oder Religion zum radikal chic des Neocons erklärt wurde) beschimpft seine Altersgenossen, denn er gehört selber zu den "alten Männern" der Single-Generation, die einerseits HEGEMANN hypten (z.B. Maxim BILLER oder Peter MICHALZIK) und andererseits ob des Plagiats kritisierten (z.B. Willi WINKLER oder Jürgen KAUBE). Es handelt sich denn auch nicht um einen Generationenkonflikt oder einen ewigen Konflikt zwischen Jung und Alt, sondern um die üblichen Style-Wars in der Popmoderne, Marke Spaßgesellschaft 2.0. Das Kulturestablishment bleibt bei dieser Debatte  auf alle Fälle unter sich...

    GRAFF, Bernd (2010): Die Kirche im Berghain lassen.
    Eigentlich wäre jetzt Schweigen angebracht. Doch das Geschwurbel ums tote Axolotl der Plagiatorin Hegemann geht ungebremst weiter,
    in: sueddeutsche.de v. 12.02.

    KNIPPHALS, Dirk (2010): Der Fall Hegemann geht weiter.
    Axolotl Roadill: "Diese junge Frau ist extrem begabt": Trotz der Plagiatsvorwürfe steht die Autorin Helene Hegemann auf der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse. Wie sensibel die Öffentlichkeit auf literarische Hypes reagiert, kann man dennoch befriedigt feststellen,
    in: TAZ v. 12.02.

    SZ (2010): Vom Wunderkind zum Dussel.
    Kritiker zu Helene Hegemanns Plagiat,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.

    RAPP, Tobias (2010): Aus Ernst wird Spiel.
    Im Internet und in einem Buch beschrieb ein Berliner Blogger, wie er sich in einer Subkultur aus Sex und Drogen verlor. Nun sind seine Erlebnisse in ein anderes Buch eingeflossen, das in der Bestsellerliste gelandet ist. Gefeiert wird die 17-jährige Helene Hegemann,
    in: Spiegel Nr.7 v. 13.02.

    SCHMITZ, Rainer (2010): Wunderkind abgestürzt.
    Auf den Leim gegangen: Der Fall der Autorin Helene Hegemann verrät weniger über Ideenklau als über den Zustand deutscher Feuilletons,
    in: Focus Nr.7 v. 13.02.

    SCHAPER, Rüdiger (2010): Schreib's auf, schreib's ab.
    "Axolotl Roadkill" ist ein Präzedenzfall, wie der Titel nahelegt. Roadkill, das sind überfahrene Tiere am Straßenrand. Das Copyright gehört zu den Kollateralschäden auf globalen digitalen Rennstrecken. Das macht die Hegemann-Debatte so signifikant,
    in: Tagesspiegel v. 13.02.

    ZURHEIDE, Jürgen (2010): "Jeder kann sein eigenes Süppchen aus dieser ganzen Affäre kochen".
    Journalist Hajo Steinert im Gespräch über die Plagiatsvorwürfe gegen Jung-Autorin Hegemann,
    in: DeutschlandRadio v. 13.02.

    ANONYMER KRITIKERPROMI (2010): Das Recht auf Reinheit.
    Hegemann-Airen-Geschichte,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.02.

    SUNDERMEIER, Jörg (2010): Pikante Stellen.
    Literatur: Plagiat oder nicht? Darum geht es bei "Axolotl Roadkill" gar nicht. Die Debatte um Helene Hegemann legt den Zustand der Literaturkritik bloß,
    in: TAZ v. 13.02.

    MUEHLBAUER, Peter (2010): Ist Axolotl Roadkill Jugendanscheinspornographie?
    Auch wenn die siebzehnjährige Autorin die sexuellen Exzesse in ihren Buch nur aus anderen Schilderungen übernahm, ging das deutsche Feuilleton offenbar davon aus, dass es sich um Erlebnisse einer Minderjährigen handelt,
    in: Telepolis v. 13.02.

    MARTENSTEIN, Harald (2010): Kempowski statt Hegemann,
    in: Tagesspiegel v. 14.02.

  • Infos zu: Harald Martenstein - Autor der Single-Generation

  • EWERT, Laura (2010): Fall Hegemann: Teenager sollen scheitern,
    in: Welt am Sonntag v. 14.02.

    WEIDERMANN, Volker (2010): Hegemann,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.02.

    BARTELS, Gerrit (2010): Warum sich Literatur und Clubkultur nicht vertragen.
    Die Sprache der Nacht: Hegemann, Airen, Rainald Goetz,
    in: Tagesspiegel v. 15.02.

    Gerrit BARTELS unternimmt anlässlich der Debatte um Helene HEGEMANN ("Axolotl Roadkill") und den Roman Strobo des Bloggers Airen einen Streifzug durch die (Techno-)Clubkulturromane von Rainald GOETZ ("Rave") über Martin SCHACHT ("mittendrin" und "Straßen der Sehnsucht") bis zu Rainer SCHMIDT ("Liebestänze"), nur um zu belegen, dass Literatur und Clubkultur nicht wirklich zusammenpassen. Einzig dem Roman Geschäftsjahr 1968/69 von Bernd CAILLOUX als Erinnerung an die "Urszene der Clubkultur" und mit Abstrichen Rave kann BARTELS etwas abgewinnen.

    Dumm nur, dass AIREN Strobo gar nicht als Roman versteht, wie er im FAZ-Gespräch mit Tobias RÜTHER (12.02.) erzählt:

    "Du gehst in den Club, kommst raus und wirst langsam wieder klar, dann fallen dir die ganzen Sachen wieder ein, dann bildest du dir die Geschichte von selbst noch mal nach. Aber es ist kein Roman: Es ist (...) eine Art Live-Biographie. Wir haben gehofft, dass die Leute das auch kapieren: Es ist nicht irgendein Techno-Roman, den sich jemand ausgedacht hat, sondern echt."

    Es handelt sich um die Schilderung von Erlebnissen, denen fälschlicherweise das Etikett "Roman" verpasst wurde, weswegen BARTELS mit seiner Kritik an Strobo ins Leere zielt:

    "Die Nacht, der Exzess, das Clubben, sie alle entziehen sich jedoch immer wieder einer konsistenten Erzählung. Das Flüchtige des Pop und der Anspruch der Literatur, Beständigkeit und Dauer herzustellen, passen nicht wirklich zusammen, und eine krasse Berghain-Szene an die andere zu reihen, wie es Airen in seinem "Strobo"-Roman macht, ist auf Dauer ermüdend. Dahinter verschwindet allzu schnell die von Airen angedeutete Sehnsucht des jungen Mannes, aus seinem Dasein zwischen Unternehmensberatung (tagsüber) und den Exzessen im Berghain (nachts) endlich ausbrechen zu können. Irgendwann kennt man das Berghain, weiß, was dort passiert, man will mehr: die Begründung, warum das einer alles erzählt, worin seine Notwendigkeit besteht."

    Wenn AIREN sein Werk als "Live-Biographie" beschreibt, dann wäre hier die Biografieforschung gefragt, denn auch Biographien haben ihre Tücken: z.B. die Sache mit der Echtheit...

    MARTIN, Marko (2010): Die Sache mit der Authentizität,
    in: Welt v. 15.02.

    Don Alphonso (2010): Der vergessliche Herr Weidermann,
    in: rebellmarkt.blogger.de v. 15.02.

    Der Blogger Don Alphonso kritisiert, dass Volker WEIDERMANN bei der gestrigen Verteidigung von Axolotl Roadkill den Lesern der gestrigen FAS nicht mitteilt, dass er in der Jury gesessen hat, die Helene HEGEMANN für den Leipziger Buchpreis nominiert hat.

    WEYH, Florian Felix (2010): Der Fall Hegemann.
    Literaturkritik als Teil enthemmter Marketingstrategien,
    in: DeutschlandRadio v. 16.02.

    ALBERS, Sophie (2010): Warum der Lektor nicht einfach gegoogelt hat.
    In der Diskussion um Helene Hegemanns Mix-Roman "Axolotl Roadkill" wird auch den Lektoren im Verlag Versagen vorgeworfen. Aber was sind eigentlich deren Aufgaben?
    in: Stern Online v. 16.02.

    WEGMANN, Thomas (2010): Die Leihen des jungen W.
    Auch du, Goethe: Erfolgreiche Jugendliteratur war schon immer ein bisschen abgeschrieben,
    in: Tagesspiegel v. 16.02.

    FISCHER, Karin (2010): Die Internetkultur sampeln.
    Gespräch mit Ines Dettmann,
    in: DeutschlandRadio v. 17.02.

    FLORIN, Christiane (2010): Axolotl overkill.
    Plagiat - Der Fall Hegemann blamiert die Buchkritiker: Auch gebildete Menschen fallen auf die billigen Marketingtricks der Verlage herein,
    in: Rheinischer Merkur Nr.7 v. 18.02.

    ZEIT-Titelgeschichte:
    Die Kunst des Täuschens.
    Der Fall Helene Hegemann stellt die Gretchenfrage: Was ist Literatur, was geistiger Diebstahl? Die junge Autorin hat abgeschrieben und machte damit nichts anderes als Büchner, Brecht und Thomas Mann

    RADISCH, Iris (2010): Die alten Männer und das junge Mädchen.
    Warum das männliche Kulturestablishment auf Helene Hegemann einschlägt,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.

    Infos zu: Iris Radisch - Autorin der Single-Generation

    JOFFE, Josef (2010): Über das Plagiat.
    Abgeschrieben wurde schon immer. Schlimm genug,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.

    KÜMMEL, Peter (2010): Autor und Über-Autor.
    Was hat Helene Hegemann mit dem deutschen Theater zu tun? Sie hat dort gelernt, den Begriff des Urhebers neu zu definieren: Der Urheber ist nur derjenige, der uns allen das »Material« liefert,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.

    GRAF, Jürgen (2010): Literatur an den Grenzen des Copyrights.
    Helene Hegemann schrieb nicht ab, sondern verfasste einen Montagetext – und sie hat berühmte Vorgänger wie Bertolt Brecht, Thomas Mann, Georg Büchner und Elfriede Jelinek,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.

    MANGOLD, Ijoma (2010): "Ich bin ein bibliomanischer Schreiber".
    Ein Gespräch mit Thomas Meinecke, dem Altmeister des literarischen Samplings, über Montage, Plagiat und andere literarische Ab- und Umschreibetechniken,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 18.02.

    MAUS, Stephan (2010): Klauen mit Ansage.
    Erst wurde sie als literarisches Wunderkind der Saison gefeiert, dann konfrontierte man sie mit Plagiatsvorwürfen. Nun wird der Jungautorin Helene Hegemann ein Hexenprozess gemacht. Zeit, den Fall genauer zu betrachten,
    in: Stern Nr.8 v. 18.02.

    BARTELS, Gerrit (2010): Axolotl Overkill.
    Der Hegemann-Wahnsinn geht in seine nächste, vermutlich letzte Runde - mit einem einmaligen Vorgang: Der Ullstein-Verlag legt offen, wo Helene Hegemann abschrieb – und sich inspirieren ließ,
    in: Tagesspiegel v. 18.02.

    DIECKMANN, Dorothea (2010): Jüngstes Trauma der Kritik.
    Räderwerk: Der Literaturbetrieb läuft heiß und verheizt eine Debütantin: Der Fall der Helene Hegemann – eine Missbrauchsgeschichte,
    in: Freitag v. 18.02.

    "Diese so extreme wie repräsentative Opfergeschichte umgibt ein soziokulturelles Panorama des ersten Millenniumsjahrzehnts, wie es nur eine wirklich kluge, wirklich beschädigte und wirklich junge Frau eröffnen kann",

    meinte Dorothea DIECKMANN in ihrer Rezension 4 Tage bevor die Plagiatsvorwürfe bekannt wurden in der NZZ. Die Gleichsetzung von Autorin und Protagonistin treibt die schäumende Literaturkritikerin ("die für eine dreistellige Summe über Hegemann" schreiben musste, "die derweil eine mindestens achtstellige Summe anschafft") im Meinungsmedium noch auf die Spitze:

    "Man braucht nicht viel Psychoanalyse, um im Hass auf die tote Mutter und in der Selbstentblößung vor einem gleichgültigen, abwesenden Vater, hinter dem eine ganze gleichgültige Gesellschaft steht, die Verbindung zwischen Helenes/Miftis Mädchenschicksal und dem Wahnsinn zu sehen, der über der Autorin hereingebrochen ist." Die "Entladung eines traumatisierten Bewusstseins" soll der Roman sein und HEGEMANN eine "traumatisierte Halbwüchsige".

    Es ist aber gerade diese Art von Psychologismus gegen den sich der Roman verwahrt. Die schäumende Literaturkritikerin, die sich zum Opfer des Hochkulturfeuilletons stilisiert ("weil die NZZ (...) es für nötig befand, und das wiederum, weil das Buch beim Riesen Ullstein erschien und nicht da, wo es doch hingehörte: in einen Undergroundverlag"), sitzt im Grunde der Popmoderne auf: nämlich der Popdialektik in der Nachfolge der 68er.

    Mit Helene HEGEMANN hat sich das Generationenkarussell eine Runde weiter gedreht. Im Gegensatz zum Puppietum eines Michel HOUELLEBECQ oder eines Maxim BILLER verhält es sich bei HEGEMANN wie der Punk zum Punkrock oder wie die Sex Pistols zu Nirvana. Der Artikel im FREITAG sagt mehr über Dorothea DIECKMANN als über Helene HEGEMANN aus.

    KRAUSE, Philip (2010): Literatur im Geiste des Copy & Paste.
    Die 17-jährige Helene Hegemann löst mit ihrem neuen Roman „Axolotl Roadkill“ eine intensive Debatte aus. Darin haben sich bisher aber fast nur ältere Kritiker zu Wort gemeldet,
    in: Literaturkritik.de v. 19.02.

    HEIDENREICH, Elke (2010): Helene und die Brotgelehrten.
    Der Fall Hegemann zeigt: Das Feuilleton schreibt nur noch füreinander, jeder will der Gescheiteste und Arroganteste sein. Der Leser ist den Kritikern egal. Aber er kann sich wehren,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.02.

    Infos zu: Elke Heidenreich - Autorin der 68er-Generation

    RABE, Jens-Christian (2010): Das Dokument zur Debatte.
    Was im Quellenverzeichnis zu Helene Hegemanns Bestseller steht,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.02.

    RABE bemängelt einzig, dass ein vielfach zitierter Axolotl-Roadkill-Satz im Quellenverzeichnis nicht hinreichend als Zitat gekennzeichnet wird:

    "Bemängeln könnte man allenfalls, dass Ullstein mit der Formulierung »S.49: Modifizierte Leserkommentare von Makita ( . . . )« doch etwas leichthändig über die Tatsache hinwegtäuscht, dass zum Beispiel der vielfach zitierte Axolotl-Roadkill-Satz: »Ich hingegen erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten, misshandelten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfeldes gleich mit entlarvt.« - dass also dieser Satz schlicht nicht von Helene Hegemann ist. Sie hat nur die Worte »von mir« eingefügt, alles andere ist identisch mit der Formulierung der Kommentatorin »Makita« auf der Internet-Seite www.kurzgeschichten.de."

    BARTELS, Gerrit (2010): Hegemann-Wahnsinn geht weiter.
    Der Ullstein Verlag feierte im Berliner Tresor den 18. Geburtstag von Helene Hegemann und die Veröffentlichung ihres Romans „Axolotl Roadkill“, dem Buch, das seit zwei Wochen Gott, die Welt und vor allem den Kultur- und Literaturbetrieb bewegt,
    in: Tagesspiegel v. 20.02.

    ZYLKA, Jenni (2010): Endlich voll!
    Skandalautorin Hegemann wird 18,
    in: Spiegel Online v. 20.02.

    Infos zu: Jenni Zylka - Autorin der Generation Golf

    KÄMMERLINGS, Richard (2010): Willkommen im Club.
    Hegemanns Buchpräsentation,
    in: faz.net v. 20.02.

    Don Alphonso (2010): Das Versagen des heiligen Feuilletons deutscher Nation vor dem Westviertel,
    in: faz.net/blogs v. 20.02.

    CASSIER, Philip (2010): Mit Lurch hinter Gittern,
    in: Welt am Sonntag v. 21.02.

    HAGE, Volker (2010): Tanz der Texte.
    War da was? Helene Hegemann feiert und liefert die Quellen für ihren Roman nach,
    in: Spiegel Nr.8 v. 22.02.

    KNIPPHALS, Dirk (2010): Ein Moment flirrender Erkenntnis.
    Literaturbetrieb: Wer nahe genug dran war, für den war bei der Ullstein-Party das Phänomen Helene Hegemann kurz ganz greifbar,
    in: TAZ v. 22.02.

    LUTZ, Cosima (2010): Helene Hegemann endlich hinter Gittern.
    Die Autorin feierte Geburtstag und den Erfolg ihres Bestsellers "Axolotl Roadkill",
    in: Welt v. 22.02.

    MÜLLER, Tobi (2010): Im "Tresor" bei Tanz und Zuckerwatte,
    in: Frankfurter Rundschau v. 22.02.

    SEIBT, Gustav (2010): Anything Ghost.
    Helenes 18. Birthday - eine Coverversion,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.02.

    Infos zu: Gustav Seibt - Autor der Single-Generation

    VOGEL, Sabine (2010): Lollies statt Ketamin.
    Helene Hegemann darf jetzt offiziell Zigaretten rauchen. Sie feierte ihren 18. Geburtstag und den Erfolg ihres Debütromans im Technoclub Tresor,
    in: Berliner Zeitung v. 22.02.

    HEIDBÖHMER, Carsten (2010): Kindergeburtstag im Raubtierkäfig.
    Die umstrittene Autorin Helene Hegemann feierte am Freitag in einem Berliner Club ihren 18. Geburtstag. Allerdings nicht im Kreise ihrer Freunde. Lieber las sie vor rund 1000 Gästen aus ihrem Buch "Axolotl Roadkill". Es war der traurige Abend einer zu früh Gereiften,
    in: Stern Online v. 22.02.

    GRÜNBEIN, Durs (2010): ""Plagiat"".
    Eine Wortmeldung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.02.

    "Begriffe wie Menschen, alles was nicht fühlt, dass dieses Buch jenseits der Nachprüfung steht und aller literarischen Intellektualismen. Dass von ihm jene erregende Sicherheit ausgeht, dass sich etwas Notwendiges und Neues unausweichlich auf einen zubewegt, jenes »Lawinengefühl«, wie ich es nennen möchte, das aufsteigt aus der großen amerikanischen Epik, sei es »Fänger im Roggen« oder dem Montageroman der Beatniks. Ob dabei die Handlungsorte aus der Netzliteratur oder dem Nibelungenlied stammen, das tritt wohl ganz vor dem zurück, dass jeder Satz und jeder Dialog durchatmet und durchströmt wird von der Inspiration einer großen Schöpferin",

    preist angeblich der Lyriker Durs GRÜNBEIN das Buch Axolotl Roadkill von Helene HEGEMANN. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Text von Gottfried BENN, der durch die Nennung des Fängers im Roggen und die Beatnikromane den Anschein von Aktualität erwecken sollte.

    "Wie du immer mal wieder »sozusagen« an Satzenden anbaust, überhaupt der Trick, mit Füllwörtern intellektuelle Sätze verworren und atemlos zu machen - beeindruckend, Mifti!"

    heißt es dagegen im Roman auf Seite 45 lapidar über den hochgelobten "Hegemann-Sound" (Maxim BILLER).

    KÄMMERLINGS, Richard (2010): Das "Plagiat"-Plagiat.
    Warum haben Sie geklaut, Herr Grünbein?
    in: faz.net v. 23.02.

    AUGSBURG, Jörg (2010): "Authentisch war schon Hitler"...
    ...sangen Kettcar auf ihrem letzten Album. Echtheit ist sowas wie das ungeschriebene Gesetz der Popkultur. Aber wie "authentisch" ist sie denn wirklich?
    in: Freitag Online v. 23.02.

    MALE, Eva (2010): Attitüde des arroganten Arschkindes.
    Das ungestüme Romandebüt von Helene Hegemann wurde in Berlin just an ihrem 18.Geburtstag vorgestellt. Ein nicht nur sprachliches Feuerwerk. Die Massen sind in Berlins legendären Technoclub Tresor gestürmt,
    in: Die Presse v. 23.02.

    RABE, Jens-Christian (2010): Im Datenhagel der Verweishölle.
    Der Schriftsteller Thomas Meinecke über den Zusammenhang von Literatur und humpelnden Beats,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

    MÜLLER, Burkhard (2010): Das Gesicht der Anonymität.
    Helene Hegemann begeht ein Eigentumsdelikt von paradoxer Art,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

    GEHLEN, Dirk von (2010): Das Genie in der Krise.
    Remix, Mashup, Plagiat: Zeit für eine Begriffsklärung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

    SCHMIDT, Christopher (2010): Klau ist Klau.
    Was führen die eigentlich für ein ödes Leben? Feridun Zaimoglu über Literaturkritik, popkulturelle Missverständnisse und die Fräuleins der Saison,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

    MEINHOLD, Philip (2010): Tropfende Sabberfäden.
    Die Jugend von Morgen: Das brisante Romandebüt einer Zwölfjährigen,
    in: TAZ v. 24.02.

    Die aufgebrachte Literaturkritikerin Dorothea DIECKMANN prophezeite in der Wochenzeitung Freitag:

    "die nächste (...) wird wieder weiblich - doch ich fürchte, nicht siebzehn, sondern dreizehn sein".

    MEINHOLD präsentiert nun eine zwölfjährige Autorin. Das ist nichts als die Wahrheit!

    WITTSTOCK, Uwe (2010): Grünbein baut ab,
    in: Welt v. 24.02.

    Uwe WITTSTOCK fällt auf den vorgezogenen April-Scherz der FAZ rein und die Welt Online interviewt ein Axolotl. Mit "Wie Durs Grünbein sich in Gottfried Benn verwandelt" entschuldigt sich WITTSTOCK bei den Lesern.

    WEIXLER, Antonius (2010): Ein authentischer Diebstahl.
    Der Fall Hegemann und die Authentizität,
    in: Literaturkritik.de v. 24.02.

    LIPPITZ, Ulf (2010): Lässt er Helene Hegemann rein
    Sven Marquardt, Türsteher des Berliner Clubs Berghain, über seine Einlasspolitik,
    in: ZEIT-Magazin Nr.9 v. 25.02.

    HENSEL, Jana (2010): Falsche Freunde.
    Ursprünglich war ich zu der Buchpremiere von Axolotl Roadkill gegangen, um meine – bitte lachen Sie jetzt nicht – Plagiatsvorwürfe höchstpersönlich vorzutragen,
    in: ZEIT Nr.9 v. 25.02.

    Infos zu: Jana Hensel - Autorin der Generation @

    KRAUSE-BURGER, Sibylle (2010): Die Legende von der frommen Helene.
    Das große Theater um den Roman "Axolotl Roadkill" belegt die Langeweile der Literaturkritiker,
    in: Tagesspiegel v. 25.02.

    Jeder darf mal in die Zeitung! Wer findet die jüngste zukünftige Autorin heißt das neue Lieblingsspiel der HEGEMANN-Kritiker. Die schäumende Dorothea DIECKMANN prophezeite eine 13Jährige. Die taz konterte mit einer 12Jährigen und KRAUSE-BURGER wettet auf eine 7Jährige. Alle viel zu alt: demnächst schreibt bereits ein Fötus seine Memoiren aus dem Mutterleib! Und die Talkshow wird direkt aus dem Uterus gesendet: Dort unterhalten sich seine Geschwister über ihren frühreifen Altersgenossen.

    THEISOHN, Philipp (2010): Nennt das Kind beim Namen.
    Die Debatte um die Plagiatsvorwürfe gegenüber Helene Hegemanns Roman zeugt von vielfacher Ignoranz,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 25.02.

    HASLINGER, Josef (2010): An den Quellen der Literatur.
    Ein musikalischer Remix trägt keine Fußnoten. Was aber, wenn es sich um Literatur handelt? Über Originale und Plagiate - Ein Essay,
    in: Der Standard v. 27.02.

    WEITIN, Thomas (2010): Eigentümlich genial.
    Schon Aristoteles erklärte die Nachahmung zum Grundprinzip der Dichtung - Historische Anmerkungen zu einer aktuellen Debatte,
    in: Der Standard v. 27.02.

    FÖDERL-SCHMID, Alexandra (2010): Der Hegemann-Hype im Feuilleton.
    Die überhitzte Debatte über Helene Hegemanns Roman legt die Mechanismen des Literaturbetriebs und der Medienkultur bloß,
    in: Der Standard v. 27.02.

    ANDERSON, Sascha (2010): Von einem der auszog, das Abschreiben zu lernen,
    in: Neues Deutschland v. 27.02.

    KRAUSE, Tilman (2010): Hegemann und die Herren mittleren Alters,
    in: Welt v. 27.02.

    STEPHAN, Cora (2010): Wahre Autoren verzweifelt gesucht.
    Das Menschenrecht auf kostenlose Information macht alle arm: Schriftsteller, Journalisten, Verlage und Leser,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.02.

    BITTERMANN, Klaus (2010): Das Plagiat ist notwendig.
    Es hegemanntelt immer noch gewaltig im Feuilletong,
    in: junge Welt v. 01.03.

    MARTENSTEIN, Harald (2010): Hegemann und Airen im Textvergleich.
    Harald Martenstein wundert sich über den Literaturskandal um Helene Hegemann. Er findet, sie hat den Text des Bloggers Airen verbessert,
    in: ZEIT-Magazin Nr.10 v. 04.03.

    Eigentlich wollte Harald MARTENSTEIN die Finger von Helene HEGEMANN lassen (siehe hier). Nun also doch. Er macht uns nun nochmals den Andreas KILB. Und das alles nur um das neue ZEIT-MAGAZIN in die Schlagzeilen zu bringen?

    BRAKEBUSCH, Lydia (2010): Operation Helene.
    Lesen und lesen lassen,
    in: Zitty Nr.6 v. 11.03.

    WITTSTOCK, Uwe (2010): Der Axolotl-Komplex.
    Sollte man Plagiate mit Preisen würdigen? Zum Beginn der Leipziger Buchmesse ist die Debatte über Helene Hegemanns Buch "Axolotl Roadkill" neu entbrannt,
    in: Welt v. 17.03.

    MICHALZIK, Peter (2010): Der VS erklärt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.03.

    WOLFF, Thomas (2010): Geliebter Lurch.
    Das Tier zum Buchpreis: Allein dem Roman von Helene Hegemann verdankt ein kaum beachtetes Tier eine neue Popularität: der Axolotl. Was kann er, was will er? Eine Annäherung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.03.

    MÜLLER, Lothar (2010): Doppelt hält schlechter.
    Kopieren ist kein Kavaliersdelikt, ein Preis für ein geklautes Buch würde den Betrug bagatellisieren. Eine Leipziger Erklärung vor der möglichen Verleihung des Buchpreises an Helene Hegemann,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.

    PREISSLER, Brigitte (2010): "Seitenweise Text abschreiben - das ist keine Intertextualität".
    Helene Hegemann sagt, sie schreibe "intertextuell". Aber was bedeutet dieser Begriff? Seine Erfinderin, die Philosophin Julia Kristeva, erklärt es uns,
    in: Welt v. 18.03.

    THOMAS, Christian (2010): Axolotl,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.03.

    BARTELS, Gerrit (2010): Abschreiben? Lesen!
    Leipziger Buchmesse (1): Die Alten dominieren den Betrieb – trotz aller Hegemanie,
    in: Tagesspiegel v. 18.03.

    MICHALZIK, Peter (2010): Was wirklich geschah.
    Nach der Hegemann-Debatte steht fest: Erstens - Literaturkritiker treffen sich lieber mit jungen Mädchen, als Bücher zu lesen. Zweitens - Eine Autorin wurde zu Unrecht beschädigt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 01.04.

    PACHALI, David (2010): Flaschengeist des Eigentums.
    Plagiatsdebatte: Die Diskussion um Helene Hegemann verfehlt eine Reflexion über Urheberrecht in Zeiten der Digitalisierung - und beschwört stattdessen ein romantisches Künstlerbild,
    in:
    TAZ v. 19.04.

    Neu:
    KEGEL, Sandra (2010): Problemkind Helene.
    Die Schriftstellerin Helene Hegemann ("Axolotl Roadkill") hat ihren Kritikern jetzt in der "Zeit" geantwortet. Sie scheint Feinde mit Problemen zu haben und braucht daher Freunde mit Prominenz. Trotzdem "danke",
    in:
    faz.net v. 29.04.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 06. Februar 2010
    Update: 19. Januar 2015