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Jakob Schrenk: Die Kunst der Selbstausbeutung

 
       
     
       
   
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    Jakob Schrenk in seiner eigenen Schreibe

     
       

    SCHRENK, Jakob (2001): Vier Kerle, die sich heimlich Brigitte nennen.
    Was macht Männermagazine nur so erfolgreich? Sie erfüllen dieselben Funktionen wie Frauenzeitschriften,
    in: Tagesspiegel v. 04.12.

    Jakob SCHRENK berichtet über die 4 Männermagazine GQ, Men's Health, FHM und Maxim, die bis auf GQ alle Auflagenzuwächse meldeten. Die Anzeigenkunden haben ihr Vertrauen in die Wunschzielgruppe noch nicht verloren:

    "Junge, konsumorientierte Männer, irgendwo zwischen 25 und 40, die sich ihre Unterhosen alleine kaufen".

    Das Adjektiv "finanzkräftig" darf man sich getrost hinzudenken. SCHRENK erklärt den Erfolg mit der zunehmenden Verunsicherung des Mannes. Eine solche Erklärung ist jedoch eher irreführend.  Allein die demografische Entwicklung macht eine Auflagenerhöhung wahrscheinlich. Zum einen sind jetzt die geburtenstarken Jahrgänge Mitte der 1960er Jahre im mittleren Lebensalter und zum anderen gibt es seit den 1990er Jahren einen Männerüberschuss. Es handelt sich hier also um eine ähnliche demografische Ausgangssituation wie jene, die auch die zweite Frauenbewegung hervorgebracht hat. Erst in zweiter Linie sind diese Männerzeitschriften eine Reaktion auf die Frauenbewegung.

    Unbeachtet bleiben bei der Betrachtung auch die Milieuunterschiede. Eine Zeitschrift wie GQ wendet sich an ein anderes Milieu als z.B. FHM. Diese Schichtunterschiede dürften in Zukunft wesentlich wichtiger werden.

    NEON -Titelgeschichte: Wir lassen uns ausbeuten!
    Teamwork, Gleitzeit, Chef-Geduze: Wie Lockerheit im Job dazu verführt, zu viel zu arbeiten

    SCHRENK, Jakob (2006): Gib das Letzte.
    Früher wurden Arbeitnehmer von ihren Bossen ausgebeutet. Heute machen sie es selbst. Für den Lebenslauf. Für das nächste Projekt. Für die Festanstellung. Wie weit wollen wir dabei noch gehen?
    in: Neon, Juli

    SCHRENK, Jakob (2006): Ach Mann!
    Über wenige Spezies wird so viel Unsinn erzählt wie über Männer. Hart oder soft, metro-, omni- oder ultrasexuell - ständig gibt's was Neues. Nachdem wir in der vergangen Ausgabe das aktuelle Bild junger Frauen überprüft haben, ist es nun Zeit zu fragen: Was will der MANN 2006 eigentlich?
    in: Neon, Juli

    NEON-Titelgeschichte: Wir arbeiten zu viel!
    Wie man Job-Ehrgeiz und den Spaß am Zeitverschwenden unter einen Hut kriegt

    SCHRENK, Jakob (2008): Arbeiten oder Leben?
    Viele träumen von mehr Freizeit und weniger Stress. Aber wirklich einen Gang herunterzuschalten, erfordert Mut. Wir sprachen mit Menschen, die sich für den Karriereknick entschieden haben,
    in: Neon,
    Juli

    SCHRENK, Jakob (2009): Und wer bist du?
    NEON-Redakteur Jakob Schrenk leidet unter einer gar nicht mal so seltenen Krankheit: Er kann sich keine Gesichter merken. In Zeiten von Networking und Bussi-Bussi ist das ein erhebliches Handikap,
    in: Neon,
    Januar

    SCHRENK, Jakob & Tobias ZICK (2009): Alles auf null.
    Noch mehr als dreißig Jahre arbeiten - aber wie und wo? Die Krise macht uns alle zu Arbeitslosen auf Bewährung. Doch durch Panik wird jetzt alles nur noch schlimmer,
    in: Neon, März

    SCHRENK, Jakob (2009): Die Null-Bock-Generation.
    Wir halten uns für erotisch kompetent und aufgeschlossen. Tatsächlich degenerieren wir zu gelangweilten Genussfeinden. Wir sind Täter und Opfer einer sexuellen Restauration,
    in: Neon, März

    • NEON-Titelgeschichte: Passen wir zusammen?
      Warum Liebe so wenig mit Zufall zu tun hat - und wie man merkt, ob eine Beziehung hält

    SCHRENK, Jakob (2009): Das neue Kastensystem.
    Die Liebe ist nicht blind. Schon gar nicht gegenüber Gehaltzetteln und Abschlusszeugnissen. Unseren Partner suchen wir fast immer in derselben Schicht. Warum ist das so? Und schaden wir uns mit kühlem Herzen selbst?
    in: Neon, April

    • NEON-Titelgeschichte: Allein unter Freunden.
      Trotz Familie und Bekannten: warum so viele Menschen einsam sind - und wie man hilft

    SCHRENK, Jakob (2009): Allein unter Freunden.
    Man kann sich von aller Welt verlassen fühlen, auch wenn man viele Bekannte hat. Jeder dritte Deutsche fühlt sich manchman einsam. Erwachsen werden heißt eben auch: Freunde verlieren. Umso wichtiger wird es, für eine Freundschaft zu kämpfen,
    in: Neon,
    Juni

    SCHRENK, Jakob (2010): Mannomann!
    Nicht Frauen werden in Deutschland diskriminiert - sondern Männer. Das behaupten Maskulisten. Ihr Ziel: den herrschenden Feminismus überwinden,
    in: Neon, Juli

    SCHRENK, Jakob (2010): Nackte Not.
    Um gegen hohe Mieten zu demonstrieren, strippen Berliner Gentrifizierungsgegner bei Wohnungsbesichtungen. Sie enthüllen so auch ihre Hilflosigkeit,
    in: Neon, Dezember

    SCHRENK, Jakob (2011): Die Doodle-Demokratie.
    Meine Meinung: Protest und Partizipation haben einen guten Ruf. Wenn aber alle mitreden, wird nichts mehr entschieden,
    in: Neon, Februar

    SCHRENK, Jakob (2011): "Aber hier leben? Nein danke!"
    Als Student und Berufsanfänger findet man das WG-Leben cool, aber spätestens mit dreißig ziehen alle aus. Warum eigentlich?
    in: Neon,
    März

    • SCHRENK, Jakob (2011): Die Quadratur des Greises.
      Schwarzer, Blüm, Schmidt: Offenbar gibt es das Recht auf öffentliche Meinung erst mit der Rente. Wir leben in einer Opakratie,
      in: Neon, November

    NEON-Titelgeschichte: Was tust du für die Liebe?

    SCHRENK, Jakob (2012): 23 Dinge, an denen du erkennst, dass du bald wieder Single bist.
    Manchmal ist man ja der Einzige, der nichts davon merkt, dass der Partner die Beziehung beenden will,
    in: Neon, September

    SCHRENK, Jakob (2012): Bin ich schön?
    Das Aussehen entscheidet über Karrierechancen und Liebesglück. Aber gerade Männer wissen nicht, wie attraktiv die denn nun sind. Also wollte unser Autor es herausfinden. Ganz genau,
    in: Neon, November

    SCHRENK, Jakob (2014): Erotisches Kapital.
    Mindestens so wichtig wie Geldverdienen ist das Flirten im Büro. Leider traut sich das kaum noch jemand,
    in: Neon,
    Januar

    SCHRENK, Jakob (2014): Wird schon.
    Sind Männer wirklich nur als Patriarchen oder Schluffis unterwegs? Auf dem Weg zur Gleichberechtigung sind sie weiter, als sie selber glauben. Darüber darf man sich auch mal freuen, findet unser Autor,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 26.07.

    Jakob SCHRENK stilisiert sich zum Tabubrecher (damit keiner merkt, dass er offene Türen einrennt) und schreibt angesichts der schon leicht angestaubten Männerverdammungsliteratur von Jana HENSEL bis Nina PAUER ein Loblied auf den neuen Vater:

    "Lange Zeit habe ich bei diesen Klagen immer schuldbewusst genickt. Bis mir auffiel: ich kenne diese Typen gar nicht, von denen da immer die Rede ist. Ich sehe sie nirgendwo und niemals! Ich habe selbst zwar noch keine Kinder, putze und koche zu Hause aber ganz sicher mehr als meine Frau."

    Da würden die alten wie die neuen Feministinnen natürlich kontern und behaupten, dass die Retraditionalisierung der Geschlechterrollen erst mit der Familiengründung käme und SCHRENK deshalb gar nicht mitreden könne. Dem erwidert SCHRENK, dass die neuen Väter in seinem Freundeskreis eben die Avantgarde seien:

    "Es kann sein, dass mein Freundeskreis in seiner sozioökonomischen Zusammensetzung nicht alle Milieus und Schichten dieser Republik exakt abbildet. Wenn schon: Dann sind wir halt die revolutionäre Avantgarde, der Rest wird folgen!"

    Die Revolution sei mit den Vätermonaten ("Einstiegsdroge") gekommen. Mit Jean-Claude KAUFMANNs Studie Schmutzige Wäsche argumentiert SCHRENK, dass Gewohnheiten und Gefühle hinter dem Wollen zurückbleiben. Den Frauen wirft er überzogene Erwartungen und dadurch entstehende Erwartungsenttäuschungen vor. Auch Männer würden sich in einen "Rausch der Männerbeschimpfung" hineinsteigern. Er findet deshalb, dass es an der Zeit ist für ein optimistischeres Männerbild:

    "Linke und fortschrittliche Menschen fühlen sich traditionell wohl in ihrem Empörungspanzer und dem Gefühl, dass die Welt ein schlechter Ort ist. Diese Verlierermentalität führt dazu, dass man die eigenen Siege nicht einmal mehr wahrnimmt".

    • Neu:
      SCHRENK, Jakob (2014): Ey, Alter!
      Warum wir immer in den Stand-by-Modus schalten, wenn es um Rentenpolitik geht. Und warum sich das ändern muss. Jetzt!
      in: Neon, August

      Jakob SCHRENK erklärt seiner Generation das Rentensystem und das Rentenpaket:

      "Die Altersversorgung ist das letzte Tabuthema unserer Generation. (...) (K)einer spricht mit mir über die ferne finanzielle Zukunft, ob er eine private Altersversorgung hat oder auf das Erbe einer reichen Tante setzt. (...).
      Das Rentenpaket ist eine Unverschämtheit, fast eine politische Kriegserklärung der Alten an die Jungen."

      Das Rentenpaket ist keine Kriegserklärung der Alten an die Jungen, weil es auch die Kluft innerhalb der Generation der "Alten" erhöht. Und wer von den Jungen zu den Erben einer "reichen Tante" gehört ist offenbar weniger davon betroffen als der große Teil, der auf ein solches Erbe nicht hoffen kann.

      "1991 kamen noch vier Erwerbsfähige für einen Rentner auf, im Jahr 2030 könnte dieses Verhältnis schon bei zwei zu eins liegen. Ich misstraue einfachen Lösungen, aber in diesem Fall ist es wirklich simpel: Wenn wir länger leben, dann müssen wir länger arbeiten",

      erläutert SCHRENK. Leider ist das wirklich zu simpel. Nicht die Anzahl der zukünftigen Erwerbsfähigen, eine Zahl die zudem von Faktoren wie durchschnittlicher Berufseinstieg, Erwerbsquote von Frauen und Rentenbeginn abhängig ist und deshalb für die Zukunft gar nicht festlegt, sondern die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen ist entscheidend. In Zeiten hoher Massenarbeitslosigkeit ist diese Zahl viel kleiner als in Zeiten von Vollbeschäftigung. Fazit: Der demografische Wandel ist für die zukünftige Entwicklung des Rentensystems viel weniger wichtig als die Entwicklung des Wirtschaftssystems und die Entscheidungen der Politik. Dies zeigt auch ein Blick in die bald 40 jährige Debatte um den Kollaps des Rentensystems.

      "Die Alten glauben an den Staat und seine Kraft und werden dafür belohnt. Wir Jungen misstrauen ihm und werden bestraft.
      Die Frage ist, wie sicher die private Altersvorsorge ist, der wir neoliberale Streber so unbedingt vertrauen. Ich habe gehört, dass mittlerweile selbst der Wirtschaftsprofessor Bert Rürup von der nach ihm benannten Rürup-Rente abrät",

      erläutert SCHRENK. Die Erklärung der Ursache ist eines neoliberalen Strebers würdig: Nicht die Bankenkrise, sondern die hohe Staatsverschuldung sei schuld. SCHRENK hat einen Kommentar zur DVD Soziologie ist ein Kampfsport verfasst. So wie Ulf POSCHARDT das Denken von Diedrich DIEDERICHSEN neoliberal gewendet hat, so wendet SCHRENK das Denken von Pierre BOURDIEU neoliberal.

      "Bei der Rente sollten wir endlich genau die Eigenschaften an den Tag legen, für die uns unsere Gemeinschaftskundelehrer immer kritisiert haben: Egoismus und Materialismus. Sogar wenn das bedeutet, dass man Mama und Opa etwas wegnimmt."

      Tatsächlich ist die Sache komplexer, denn neben dem öffentlichen "Generationenvertrag" (Rentensystem) existiert ein privater "Generationenvertrag" (private Transferzahlungen innerhalb der Verwandtschaft). Beide sind von einander abhängig. Man nimmt nicht einfach Mama und Opa etwas weg, sondern man ändert lediglich den Verteilungsmodus: Statt großzügiges Taschengeld ein weniger großzügiges Taschengeld, dafür einen Cent mehr Rente, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

     
           
       

    Jakob Schrenk im Gespräch

     
       

    GEHLEN, Dirk von (2007): Wir nennen es Feierabend.
    Jakob Schrenk und Matthias Spielkamp forschen über die Zukunft der Arbeit: Ein Gespräch über die Frage: Was soll aus mir werden?
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 22.10.

     
           
       

    Die Kunst der Selbstausbeutung (2007).
    Wie wir vor lauter Arbeit unser Leben verpassen
    Köln: DuMont

     
       
         
     

    Klappentext

    "Seit Jahrhunderten träumen wir von selbstbestimmter Arbeit. Nun wird der Traum Wirklichkeit. Und entpuppt sich als Alptraum. Jeder von uns kennt das: Wir machen Überstunden, ohne sie aufzuschreiben, buchen für das letzte freie Wochenende eine Fortbildung und kommen zur Not auch am Samstag in die Firma. Wir alle arbeiten viel und gern, doch manchmal beschleicht uns ein furchtbarer Verdacht: Was ist, wenn wir vor lauter Arbeit unser Leben verpassen? Was, wenn der Traum von selbstbestimmter, interessanter Arbeit zum Alptraum wird?
    Dieses Buch beschreibt die neue Arbeitswelt, die sich in den letzten Jahren allmählich, aber nachhaltig etabliert hat. Wir können immer schlechter zwischen Freizeit und Job unterscheiden, sind dank Handy und Computer rund um die Uhr erreichbar, und unser soziales Leben findet weitgehend in der Firma statt. Wann, wo und wie wir arbeiten, dürfen wir zunehmend selbst entscheiden. Doch hinter dieser neuen Freiheit steht oft ein einziger Befehl: »Macht, was ihr wollt. Aber seid profitabel«. Und so geben wir Tag für Tag das Letzte, arbeiten bis zum Burn-out. Wir lassen uns nicht länger vom Vorgesetzten ausbeuten; wir übernehmen diesen Job gleich selbst. Sogar ein Spaziergang ist kein Spaziergang mehr, sondern aktive Regeneration. Denn mit unserer Arbeitsweise hat sich auch unsere Art zu leben radikal verändert."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    RATHGEB, Eberhard (2007): Überleben ist etwas weniger als leben.
    Jakob Schrenk schwört auf den neuen Künstler der Arbeit,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.10.

    "Was bleibt nach Schrenk? Für einige bleibt das: während der Kunst der Selbstausbeutung die Kunst der Selbsttherapie üben. Für andere, darunter all jene, die keine Wahl haben, bleibt nichts außer: weitermachen", meint Eberhard RATHGEB.

    OCHS, Brigitte (2007): Überleben ist etwas weniger als leben.
    Jakob Schrenk beschreibt in "Die Kunst der Selbstausbeutung", wie wir vor lauter Arbeit unser Leben verpassen,
    in: Literaturkritik, Dezember

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. August 2014
    Update: 15. August 2015