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Matthias Horx: Vom Ende aller Alternativen bis zum glücklichen Globalisierer

 
       
     
       
     
       
   

Matthias Horx in seiner eigenen Schreibe

 
   

HORX, Matthias (1998): Puzzle 2020.
Im neuen Jahrtausend pulsieren die Städte 24 Stunden am Tag,
in: Weltwoche Nr.1 v. 01.01.

HORX, Matthias (2001): Globalisierung macht glücklich.
Vom Nordkap bis zum Südpol - die Marktwirtschaft, beschleunigt durch medientechnische Revolutionen, macht aus der ganzen Welt eine Mittelstandsgesellschaft,
in: Welt
v. 09.06.

HORX, Matthias (2002): Auf der Suche nach Familie.
Die neue Vielfalt reicht über das traditionelle Ehemodell hinaus. Politik sollte Freiheit und Bindung fördern,
in:
Welt v. 20.04.

HORX folgt den ausgetretenen Pfaden des "Modernisierungs-Poeten" Ulrich BECK und landet im Individualsierungssumpf der Nicht-mehr Single-Gesellschaft. Wenn HORX behauptet, dass in "Berlin, Hamburg, München bereits "an die 60 Prozent Einpersonenhaushalte" existieren, dann hat HORX bereits einen Blick in die Zukunft getan. Er schreibt leider nicht, in welchem Jahr er sich mit seiner Zeitmaschine gerade befindet! Der FOCUS hat am 25. März 2002 die Top-Ten der Single-Städte veröffentlicht. An der Spitze liegt demnach München mit 51,8 % Einpersonenhaushalte. Danach folgt Hannover (51,2 %) und Frankfurt mit 50,6 %. Alle anderen Städte liegen unter 50 %. Auf Platz 10 liegt Dortmund mit nur 39,9 %. HORX prophezeit sogar einen Trend der "New Spinsters". Alle, die auf die Rückkehr der "alten Jungfern" ("Spinsters") warten, werden jedoch enttäuscht. Vielmehr handelt es sich um "männliche Frustsingles":

"In unseren Großstädten entsteht derzeit eine Schicht von wütenden, mindergebildeten Männern zwischen 25 und 45, die von den anspruchsvollen Frauen der neuen Generation nicht mehr 'abgeholt' werden. Diese 'New Spinsters' bilden in Ländern wie England heute bereits eine komplette Schicht oder Klasse: mit eigenen Medien (den neuen Männer-Magazinen), Konsumangeboten und eigenen Macho-Ritualen."

"Spinsters" muss also im übertragenen Sinne verstanden werden, denn die "Hagestolze" bzw. "bachelors" sind wie die früheren weiblichen "spinsters" die nunmehr männlichen Sitzengebliebenen! Die "Stärke" von HORX ist auch nicht unbedingt das Auffinden neuer Trends, sondern das Verpacken altbekannter Medienhypes in neue Begrifflichkeiten. So finden sich Begriffsschöpfungen wie "Entkinderung", "nomadische Haushalte" (statt Paare oder Familien mit mehreren Wohnsitzen). Als Fortschritt muss bereits die Unterscheidung zwischen Singles und "Dingles" (kinderlose Paare) bewertet werden. Den Beweis für die Behauptung, dass letztere den stärksten Zuwachs in unserer Gesellschaft haben, bleibt HORX schuldig. Muss er schuldig bleiben, denn der Begriff "Single" ist in dem genannten Kontext schwammig! Kühn muss es auf den ersten Blick erscheinen, wenn HORX das mittelfristige "Aussterben der traditionellen Hausfrau" verkündet! Mit dem Attribut "traditionell" hat sich HORX jedoch bereits das Schlupfloch gesichert, das jedes Dagegenargumentieren sowieso sinnlos erscheinen lässt. Hätte HORX dagegen das mittelfristige Aussterben des Allein- bzw. Hauptverdieners verkündet. Niemand hätte ihn ernst genommen. Für HORX ist zudem klar, dass

"bei den Wohlhabenden ein kleiner Aufschwung der Geburtenrate nach oben zu verzeichnen ist".

Nur die Familienpolitiker tun noch so, als ob das nicht der Fall sei!

"Heute gibt es in den westlichen Ländern mehr Schwangere zwischen 35 und 39 Jahren als unter 35 Jahren",

behauptet HORX. Eine Quelle nennt er jedoch nicht. Wie auch? Schwangere werden statistisch nicht erfasst! Aber wie schreibt HORX relativierend in seiner Einführung:

"der Individualisierungsprozess, der im Zentrum des sozialen Wandels liegt, (ist) ein äußerst weicher Vorgang. Er hat mit Haltungen, Selbst-Bildern, Wertelagen zu tun, die schwer zu erforschen sind. Deshalb sind die meisten Theoretiker der Individualisierung, wie etwa der Soziologe Ulrich Beck, im Grunde eher Modernisierungs-Poeten denn Sozialforscher, die mit kühler Empirie daher kommen."

HORX, Matthias (2002): Die rucklose Republik.
Rot-grüne Aufbrüche waren zu schwach, die Deutschen wollen Nachkriegsgesellschaft bleiben
in: Welt v. 06.08.

Matthias HORX verabschiedet sich von Rot-Grün:

"Vier Jahre Rot-Grün, das war, zumindest für jene Mitglieder der unruhigen Siebziger-Jahre-Aufbruchsgeneration (zu denen ich mich zähle) ein großer Akt der Versöhnung".

Danach wendet sich HORX seiner Bobo-Philosophie der Zukunft zu:

"Was uns (...) trösten kann, sind die ehernen dialektischen Gesetze der demokratischen Evolution. Die echten, die funktionierenden Reformen werden am Ende immer von 'den anderen' vollzogen. Die harten Reformen des Sozialstaats können nur die Linken, die zentralen Liberalisierungen immer nur die Konservativen durchführen, sonst spaltet sich die Gesellschaft. Die kommende Koalition wird in diesem Sinne ebenso 'unsere' Koalition sein."

David Brooks - Bobos in Paradise

HORX, Matthias (2003): Mehr Energie für die Zukunft,
in: Welt v. 08.01.

Matthias HORX kritisiert auf den ersten Blick das Generationenkonzept und damit Bernhard SCHLINK, der im Spiegel über die erschöpfte 68er-Generation geschrieben hat. Auf den zweiten Blick steht HORX dem 68er SCHLINK bei seinem Grundanliegen eines Elitenkonsens der Neuen Mitte als mächtiger Besitzstandswahrerkoalition bei. Dabei stören die alten Grabenkämpfe von früher nur. Lasst uns Eliten das Kriegsbeil begraben, um die Ansprüche der sozial Schwachen an den Niedriglohnsektor zu verweisen, so lässt sich das Credo von HORX umschreiben.

HORX, Matthias (2003): Die Industrie der Angst.
Angst ist ein Geschäft. Pessimismus ist eine Industrie. Panik ist eine Boom-Branche. Mit unabsehbaren Konsequenzen,

in:
brand eins Nr.4

Von der Spaßgesellschaft zur Angstgesellschaft?

HORX, Matthias (2003): Die krisophile Gesellschaft.
Die seltsame Lust der Deutschen am Untergang nützt den Medien, nicht der Zukunft,
in: Welt v. 23.05.

Im Maiheft von brand eins hat HORX bereits Die Industrie der Angst im Einklang mit neoliberalen Interessen analysiert. Auch in der Welt darf HORX nun seine kurzatmige Sicht auf die Angstgesellschaft darlegen. Angst interessiert HORX nur in dem Maße wie sie die Konsumlust als oberstes Gesellschaftsgebot stört. Ein "Angstshopper" wäre HORX dagegen willkommen...

HORX, Matthias (2003): Un-Konvent-ionelles Denken.
Die Stunde der Zukunft schlägt erst, wenn sich die Verantwortungsdelegierung verflüchtigt,
in: Welt v. 26.06.

HORX, Matthias (2003): Frauen auf der Siegerstraße.
Der neue Multi-Feminismus ist dabei, die Gesellschaft zu verändern. Was aber bedeutet dies für die Frauenrollen der Zukunft?
in: Welt v. 05.09.

Matthias HORX widmet sich dem aktuellen Thema Männerdämmerung aus einer etwas anderen Sicht. Für HORX ist u.a. die längere Lebensdauer der Frauen ein Grund für Macht- und Vermögenszuwachs von Frauen. Bildung forciert nach HORX zudem neue geschlechtsspezifische Ungleichheiten:

"Junge Frauen machen mit besseren Noten ihr Abitur, studieren mit weniger Abbrüchen inzwischen auch männliche Domänen-Fächer wie Jura oder Medizin (selbst in Ländern wie dem Iran liegt die Studentinnenquote bei über 60 Prozent). Währenddessen entwickelt sich am ungebildeteren Rand der Gesellschaft ein männliches Deklassierungsproblem. In den Sonder- und Hauptschulen liegt der Jungenanteil teilweise bei mehr als 75 Prozent. Arbeitslosigkeit und Abstieg - in Zukunft vor allem ein männliches Problem?
Dieses neue Bildungsgefälle kann jedenfalls auf Dauer nicht ohne Konsequenzen in der Arbeitswelt bleiben.
"

Unerwähnt bleibt hier jedoch, dass auch der Umbau des Sozialstaats vorwiegend zu Lasten der "traditionellen" Männer gehen wird. Im Anschluss an die britische Untersuchung von Catherine HAKIMS geht HORX von einer Pluralisierung weiblicher Lebensentwürfe aus. HAKIMS unterscheidet zwischen "home-centred women", "work-centred" und "adaptive women". Hier findet sich also die Kontroverse zwischen Vollzeitmüttern und erwerbstätigen Müttern wieder, während sich die Mehrheit der Frauen zu diesen extremen Lebensentwürfen ambivalent verhält. HORX betreibt im Artikel vor allem die Rehabilitierung der Vollzeitmutter, die zur "heimischen Göttin" stilisiert wird. Begriffe wie "Heim-Designer" und "Kinder-Manager" sollen diesem postfeministischen Lebensentwurf neue Attraktivität verleihen. Zum Abschluss widmet sich HORX der Schaffung eines neuen "Fruchtbarkeitsbewusstsein". Früh- und Spätfamilien sollen für einen neuen Baby-Boom sorgen.

HORX, Matthias (2003): "Aufbruch aus der Welt von Bossen und Befehlsempfängern".
Zukunftsforscher Matthias Horx über die Anforderungen der Wissensgesellschaft. Warum die Unternehmen eine Vertrauenskultur aufbauen müssen,
in: Tagesspiegel v. 26.10.

Matthias HORX wird als einflussreichster deutscher Trendforscher gepriesen. Dabei recycelt HORX ständig nur seine 1980er-Jahre-Ansichten. Mehr als der x-te Aufguss von Ulrich BECK ist da nicht zu erwarten. Jetzt hat HORX den angeblich neuen "Zyklen-Individualisten" entdeckt:

"In ihrem Buch »Cycles – How We Will Live, Work and Buy« schildert die amerikanische Sozioökonomin Maddy Dychtwald eine Kultur der neuen Lebenszyklen. In einer mittleren Lebenserwartung von 80, 90 Jahren, so Dychtwald, entwickeln sich zwangsläufig völlig neue Phasen und »Schleifenphänomene«. Menschen steigen mit 60 wieder in neue Berufe ein, sie beginnen vielleicht mit 70 ein Studium. Und sie verjüngen sich. Wer heute 60 ist, kann aussehen wie ein 50-Jähriger und denken wie mit 30. Mehrmals im Leben erleben wir nun Familienphasen mit verschiedenen Partnern. Auch »remarriages« sind möglich – Neuorientierungen mit demselben Partner."

Bereits 1978 hat der Pionier der Singleforschung Peter J. STEIN mit ETZKOWITZ das Modell der Lebensspirale (Life Spiral), das die nun wieder entdeckten "Schleifenphänomene" berücksichtigt, in der US-amerikanischen Zeitschrift Alternative Lifestyles vorgestellt.

Das Modell kritisiert die Annahme einer fest gefügten Abfolge von Rollen, wie sie im Lebenszyklusmodell von Erik H. ERIKSON vorgesehen sind, stattdessen geht das Lebensspiralen-Modell von Schleifenphänomen aus. Nicht die längere Lebenszeit, sondern der Wandel der Arbeitswelt und die Bedürfnisvielfalt sind nach STEIN & ETZKOWITZ verantwortlich für die Auflösung der starren Altersstufen. 1990 merkt Dorothea KRÜGER zum Lebensspiralen-Modell an:

"Das Lebensspiralmodell (...) ermöglicht das Nebeneinander verschiedener Entwicklungsstufen, die sich unabhängig vom Lebensalter wiederholen können. Es trägt somit dem sozialen Wandel Rechnung, indem Unterschiede der menschlichen Bedürfnisse (z.B. Heirat, Nichtheirat) Anerkennung finden."

Der Soziologe Günter BURKART sieht diese Auflösung des Lebenszyklus speziell auf jenes Alternativmilieu beschränkt, für das idealtypisch Matthias HORX steht.

Vom Familienzyklus über den Lebenszyklus zur Lebensspirale - Die Wissenschaft reagiert auf die Langlebigkeit

HORX, Matthias (2004): Deutschland im Jahre 2015.
Vier Szenarien für die Zukunft unserer Republik,
in: Welt v. 21.02.

HORX, Matthias (2004): Die späte Entdeckung des Ich.
Eine kleine Zukunfts-Geschichte des Alterns und die fünf Herausforderungen für die "silberne Transformation",
in: Frankfurter Rundschau v. 15.06.

Die FR dokumentiert einen Vortrag, den Matthias HORX als Sachverständiger von Bündnis 90/Grüne auf der Sitzung der Enquetekommission "Demographischer Wandel" des Hessischen Landtags am 28. April 2004 gehalten hat.

"Das hartnäckige Tief der Geburtenraten hat seine zentrale Ursache im ständig steigenden Bildungspotenzial der jungen Frauen",

verkündet der BECKianer. Ulrich BECK selbst hat bereits Mitte der 1980er Jahre die Gründe der Individualisierung - also des Geburtenrückgangs im Sinne von HORX - auf die deutschen Institutionen Bildungssystem, Sozialstaat und Arbeitsmarkt zurückgeführt. Damit sind wir dann wieder mitten im Kampf der Lebensstile, den HORX bereits im Sinne eines Zurück zur Familie entschieden sieht:

"Es existiert (...) eine BILDUNGSSPEZIFISCHE SPALTUNG DER FERTILITÄT. Hoch gebildete Frauen, und das sind in den Ballungsgebieten bereits über 40 Prozent, bekommen zu 50 Prozent keine Kinder mehr!
Es ist also IM GRUNDE ganz einfach, die Geburtenrate wieder zu erhöhen. Wir müssen nur einen Blick auf die europäischen Nachbarländer werfen, in denen die Geburtenraten hoch sind.
- Ganztagsschulen (...).
- Billige Dienstleistungen. (...).
- Ein anderes Mutterbild. Wir leben in unserem Kulturkreis mit einem »Kinder- und Mutter-Mythos«, der von beiden das Äußerste fordert. Kinder sind Projekte, Heilige und Zumutungen zugleich. Das hängt einerseits mit nachwirkenden religiösen Menschenbildern zusammen - mit dem Mutterbild im
Katholizismus etwa. Es hängt aber auch an einer Tradition von romantischer Verklärung von Kindheit als autonomer Ort, der so lange wie möglich vor den Unbillen der Umwelt geschützt werden muss.
- Ein anderes Vaterbild. (...).
- Familienfreundliche Steuern. In Frankreich zahlen Familien nach dem dritten Kind praktisch keine Steuern mehr. Die Geburtenrate liegt im letzten Quartal 2003 bei 1,9 Kinder pro gebärfähige Frau - europäischer Rekord.
- Flexibilität in den Unternehmen. (...).
Trotz aller dieser Handicaps bin ich optimistisch: Die deutsche Geburtenrate wird innerhalb weniger Jahre wieder stark steigen. Die Debatte ist in Gang gekommen, erste Ergebnisse im Bereich Kindergarten und Ganztagsschule sind sichtbar, die Gesellschaft artikuliert ihre Bedürfnis nach Wandel. (Städte wie
Laer in Nordrhein-Westfalen, die ihren Frauen die ganztägige Schulgarantie geben, zeigen, wie schnell ein kinderfreundlicher TURNAROUND passieren kann: Die Geburtenrate stieg dort in wenigen Jahren auf 2.2.) Unsere Probleme mit der Fruchtbarkeit haben mit den tiefen ideologischen Verkarstungen zu tun, die uns immer wieder von pragmatischen Reformen abhalten. Und mit einer Tradition, die nach dem Soziologen Esping-Anderson die »Hauptlast des Gesellschaftlichen in die Familie trägt«.
"

HORX, Matthias (2004): Glückliche Familien.
Eltern und Kinder passen ihr Zusammenleben sehr erfolgreich dem gesellschaftlichen Wandel an,
in: Welt v. 26.08.

Matthias HORX hat die glückliche Familie entdeckt. Er greift dazu bis zu Wilhelm Heinrich RIEHL und dessen Zerfallsrhetorik zurück, um diese Sichtweise dann zu verwerfen. Vier Familientypen stellt uns HORX vor, die er wieder mit seinem berühmt-berüchtigten Vokabular benennt als "neue Familie", "re-aristokratisierte Familie", "fraktale Puzzle-Familie" und die "Nicht-Familie" (hierin werden die Polarisierer natürlich einen Etikettenschwindel sehen). HORX wertet die Familiengründung als Lebenskunst auf und sieht in der Partnerwahl den entscheidenden Schlüssel dafür, ob die Familiengründung gelingt.

"Wer nach zwölfeinhalb ernsthaften Partnerschaften eine feste Bindung eingeht, hat die besten Chancen auf eine stabile lebenslange Beziehung",

prophezeit uns HORX in Anlehnung an spieltheoretische Überlegungen. Das Single-Dasein wird in dieser Sicht als notwendige Phase beschrieben. "Serielle Monogamie" ist also der erfolg versprechende Weg zu stabilen Beziehungen (wobei es zweifelhaft ist, dass es dazu zwölfeinhalb ernsthafter Partnerschaften bedarf). Diese Sichtweise deckt sich z.B. mit neueren empirischen Studien von Gunter SCHMIDT u.a.

Der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN hat in seinem Buch Der Morgen danach ebenfalls dieses pragmatische Liebesideal als den modernen Weg beschrieben. Damit ist HORX bei jener Sichtweise angekommen, die single-generation.de von Anfang an vertreten hat.

HORX, Matthias & Oona HORX (2004): Schöner denken.
Zuversicht und konstruktive mentale Auseinandersetzung sind Schlüsselfaktoren für die Wissensgesellschaft,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.12.

HORX, Matthias & Oona HORX (2004): Das große Liebesabenteuer.
Im Zeitalter von Internet und Globalisierung entwickelt sich eine neue "Großindustrie" der Partnersuche,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.12.

Die Partnersuche ist spätestens seit Beginn der Single-Hysterie Anfang der 90er Jahre Mittelpunkt der Single-Industrie. Das Internet schafft hier keine neue Großindustrie, sondern verändert nur die Formen der Partnersuche. Alte Formen müssen sich anpassen oder werden durch virtuelle oder modernisierte Angebote verdrängt. Was die Autoren hier als Trend 2005 propagieren, war zudem bereits 2004 in aller Munde (Online-Partnersuche als Killer-Applikation). Einigermaßen neu ist nur, dass seit dem Erfolg von Michel HOUELLEBECQ endlich der Single-Mann in den Mittelpunkt rückt. Auch wenn die allzu sehr vereinfachende These vom männlichen "Frust-Single" genauso daneben liegt wie die bisherige Fokussierung auf die weibliche Karrierefrau à la Sex and the City, so wird damit zumindest der Tatsache Rechnung getragen, dass das Alleinleben im mittleren Lebensalter nicht weiblich, sondern männlich ist. Weshalb sich dieser bekannte Fakt über ein Jahrzehnt medial nicht widerspiegelte, das wäre eine spannende Frage, die jedoch noch keiner stellen will. Liebe als unsere neue Religion gehört ebenfalls seit dem ganz normalen Chaos der Liebe zum individualisierungstheoretischen Gemeinplatz. Die Trendforschung greift inzwischen eben gerne in die eigene Mottenkiste, wie bereits das österreichische Magazin Profil feststellte.

HORX, Matthias (2005): Sehnsucht nach dem Feudalismus.
Der Soziologe Richard Sennett warnt vor den Sith Lords des Kapitals und interessiert sich nicht für pragmatische Lösungen,
in: Welt v. 28.05.

Matthias HORX, der schon frühzeitig den Weg vom Frankfurter Sponti zum Bobo gegangen ist und damit heutzutage den Inbegriff des Hip -Konsumerismus verkörpert, reagiert allergisch auf Kritiker des neuen flexiblen Menschentums. Richard SENNETT, ein kulturkonservativer 68er, sieht sich dagegen als Anwalt der kleinen Leute, d.h. der Modernisierungsverlierer, die mit der Kultur des neuen Kapitalismus ihrem Niedergang entgegensehen. HORX verweist auf die Opfer des alten Kapitalismus der Industriegesellschaft, um SENNETT das Recht abzusprechen, über die Opfer des neuen Kapitalismus zu schreiben. Am Ende mag man weder Matthias HORX noch Richard SENNETT folgen, denn während ersterer nur die Modernisierungsgewinner des neuen Kapitalismus vertritt, kommt SENNETT im Gewand des alten Patriarchen daher, der keine neuen Perspektiven für die Modernisierungsopfer eröffnet. Mit ein bisschen Respekt ist es da einfach nicht getan...

HORX, Matthias (2005): Die Geburt der Zukunft.
Werden wir klonen? Kommen unsere Nachkommen aus der Retorte? Wie realistisch sind die Schreckensvisionen der Science Fiction? Ein Blick in die virtuelle Kristallkugel,
in: Welt v. 03.09.

HORX, Matthias (2005): Kleine Verteidigung der Zukunft.
Bevölkerungskrise, Familienzerfall, Beziehungsfrust - Horrorvisionen machen vielen Deutschen angst. Dabei entwickeln wir uns ganz natürlich eher zu unserem Vorteil,
in: Welt v. 27.12.

Matthias HORX weist u.a. darauf hin, dass in der deutschen Bevölkerungsstatistik die Geburtenrate zu niedrig ausgewiesen wird:

"Schon aus statistischen Gründen wird die Geburtenrate wieder ansteigen: Ihr Niedergang ist auch auf einen Verzerrungseffekt zurückzuführen. Denn in einer spätindustriellen Gesellschaft verschiebt sich das Erstgeburtsalter: Viele Frauen bekommen später doch noch ein Kind. Das korrigiert unsere Geburtenrate von noch rund 1,4 auf etwa 1,6."

Neu:
HORX, Matthias (2008): In der Krise liegt die Zukunft.
Direkt am Abgrund blühen Heiterkeit und Entspannung. Und in der Wirtschaft schafft der Zusammenbruch Raum für Neues,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.11.

 
       
   

Matthias Horx im Gespräch

 
   

LEUPIN, Remo (1999): "Wir werden uns künftig Zeit kaufen".
Künftig werden sich immer mehr Konsumenten gegen High-Tech-Wahn und Überkonsum entscheiden, prognostiziert der deutsche Trendforscher. Zeit ist für ihn der "Luxus der Zukunft",
in: Beobachter Nr.13

PEITZ, Christiane (1999): Hat die Zukunft eine Zukunft, Herr Horx?
Ein Gespräch über Silvester, Waldsterben und das Briefeschreiben mit der Hand,
in: Tagesspiegel v. 29.12.

STEPHAN, Beat A. (2000): "Männer sind dumm und faul - Frauen sind gebildet".
Trendforscher Matthias Horx über Liebe, Lust und den Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau,
in: Brückenbauer Nr.10 v. 07.03.

EHRENBERG, Markus (2000): "Ich surfe nicht".
Über Gürtel-Handys, Internet 2, das weiße Rauschen, John Wayne und das Ende des Netzes,
in: Tagesspiegel v. 20.12.

WAEFLER, Christian & Beat A. STEPHAN (2001): Schlechter Stil macht Schule.
Guter Stil ist nicht mehr gefragt, Dummheit und schlechter Geschmack sind in,
in: Brückenbauer Nr.9 v. 27.02.

GLOGER, Alex (2001): Kampf um Talente.
Trendforscher Horx sagt neuartiges Personalmanagement voraus,
in: Welt v. 05.03.

LEUPIN, Remo (2001): "Selbst wer Menschen ausbeutet, kann die Produktivität nicht mehr erhöhen".
Trendforscher Matthias Horx über die künftige Gesellschaft, in der die Rohstoffe Wissen und Talent zum wertvollsten Gut werden,
in: SonntagsZeitung v. 30.12.

Matthias HORX bezeichnet seinen "illusionslosen Optimismus" als "Rebellion gegen den in unseren Breitengraden verbreiteten Kulturpessimismus" und bekennt sich ansonsten zum Glauben an den Evolutionsprozess.

MASCHER, Dietmar (2002): "Da kann ich gleich Wettergegner sein".
Trendforscher Matthias Horx über Markenkult und Globalisierung,
in: Oberösterreichische Nachrichten v. 07.03.

PROFIL (2002): "Es wird kräftig gepeitscht werden".
Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx über Sex als Hobbykultur, das neue Drama zwischen Mann und Frau und die Konsumideologie der Bobos,
in: Profil Nr.19 v. 06.05.

Matthias HORX prophezeit, dass die Bobos (David BROOKS) die kulturelle Macht übernehmen werden.

WACHE, Petra (2003): "Wer am lautesten jammert, bekommt am meisten".
Zukunftsforscher Horx über die deutsche Mentalität, Umdenken und die Arbeitswelt von morgen,
in: Berliner Zeitung v. 26.07.

WIRNER, Stefan (2004): "Ich attackiere das Zenitgefühl",
in: Jungle World Nr.13 v. 17.03.

Lange Zeit hat kein Mitte-Mensch in Deutschland den Begriff "Klasse" verwendet. Das hat sich inzwischen geändert. Matthias HORX hofft - wie viele ehemalige Linkslibertäre - auf einen schwarz-grünen Pakt der Mitte-Eliten. In dieser schönen neuen Welt, in der die Nicht-Eliten als Arbeitssklaven den Niedriglohnsektor bevölkern, könnte es sich unsere globale Elite gut einrichten. Zuvor müssen jedoch ein paar Klassenkämpfe überwunden werden, die sich in der Sicht von HORX folgendermaßen darstellen:

"Die zukünftigen Klassenkämpfe werden an anderen Fronten stattfinden. Es gibt eigentlich einen Aufstand der kreativen Klassen, also derjenigen, die die Wirtschaft vorantreiben, die Selbstständige sind, egal ob die viel oder wenig Geld verdienen, und die aus den alten Großorganisationen staatlicher oder auch ökonomischer Art sich herauslösen. Die FDP hat sich bei diesen Schichten als Apothekerpartei längst abgemeldet.
Und da gibt es ein Traditionsmilieu in der CDU, den klassischen Unternehmer, für den die Partei ja nach dem Krieg entstanden ist, den sie geschützt und vorangebracht hat, und es gibt einen Teil des grünen Milieus, das klassische Mitglied der kreativen Klasse, von der Werbung angefangen bis zu Selbstunternehmern, Ich-AGs, Medienschaffenden, die der grünen Partei immer von den Werten her zugeneigt haben. Aber durch beide Parteien geht auch ein Riss. Es gibt Reaktionäre in der CDU wie auch Modernisierer, und es gibt auch Reaktionäre bei den Grünen und auch Teile der kreativen Klasse."

Die so genannte "kreative Klasse" hat Robert B. REICH und Peter GLOTZ zu Zeiten der New Economy als "Symbolanalytiker" bezeichnet. Nur für jene, die meinen könnten, dass HORX besonders kreativ sei! In dieser schwarz-grünen Pax Elitopia sind Eliten unter ihresgleichen...

FOCUS-Titelgeschichte: Single-Alarm! Die Jagd nach Mr. Right & Miss Perfect.
Warum sich Männer und Frauen nicht mehr finden

FOCUS (2005): "Wir überwinden langsam die infantile Phase".
Zukunftsforscher Matthias Horx, 49, über den Reifeprozess der Single-Gesellschaft und das Joschka-Fischer-Syndrom,
in: Focus Nr.6 v. 05.02.

Matthias HORX sieht in der seriellen Monogamie zwar das Modell der Zukunft, nicht aber in der Variante des Außenministers:

"Eine gewisse Anzahl ernsthafter Beziehungen zu sehr verschiedenen Menschen ist existenziell für eine gewisse Liebesklugheit. Allerdings lieben viele »seriell«, suchen sich nacheinander immer wieder denselben Partnertypus und rennen wieder ins selbe Partnerschaftsdrama. Ich nenne es das Joschka-Fischer-Syndrom." 

ROßBACH, Henrike (2006): "Das Konsumzeitalter geht zu Ende",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.07.

Für den Trendforscher Matthias HORX hat die Dienstleistungsgesellschaft die Konsumgesellschaft abgelöst:

"Alle reden immer nur von Billigmärkten und vom Preisverfall. Der Diskurs ging bislang immer so: Der Kunde ist böse, weil er nur noch nach dem Preis geht, schuld daran ist die Politik, weil sie zu viele Steuern erhebt. Wir treten die Gegenthese an. Wir glauben, daß wir längst in einer sich entwickelnden Service-Gesellschaft leben, in der die Leute sehr wohl Geld für sinnvolle Zeitersparnis, Komfort und Services ausgeben würden, wenn man es ihnen nur richtig anbieten würde."

 
       
   

Matthias Horx in der Debatte

 
   

BALDINGER, Inge (2001): Die Rückkehr des Risikos.
Sicherheitsboom, Krisenvöllerei und "ehrliche" Produkte: Wie die Zukunftsforschung die Wirtschaft in Zeiten des Terrorkrieges sieht
in: Salzburger Nachrichten v. 19.11.

Matthias HORX möchte zu den Terrorgewinnlern gehören und hat schnell seine Begrifflichkeiten dem neuen (alten) Zeitgeist angepasst.

"Das (Un)Sicherheits-Zeitalter - Der Terrorkrieg und die Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft"

heißt diese schnelle Neuverwertung. Statt "Entschleunigung" heißt es horxianisch "Slowness-Kultur". Man lese nochmals Das Wörterbuch der 90er Jahre. Ein Gesellschaftspanorama aus dem Jahre 1991. Unter dem Stichwort "Biedermeier" findet man alles, was HORX jetzt wieder predigt.

Damals reagierte HORX auf die Wiedervereinigung, für HORX sozusagen die damalige Fassung des Terrors:

"In den nächsten Jahren erwartet uns auf breiter Front die Rückkehr des Gartenzwerges. 16 Millionen DDR-Bürger werden schaffen, was die Allianz aus Bayernkurier und Bild seit 1968 nicht vermochte: die Renaissance der alten, spießigen Wirtschaftswunder-Werte".

Für die "Rückkehr des Gartenzwerges" muss man nur den Begriff "Cocooning" einsetzen und schon ist das Update fast fertig.

HAGER, Angelika & Nina HOROWITZ (2002): Trendkost.
Wie liebt, kauft, arbeitet und wohnt der neue Mensch? Und was will er überhaupt vom Leben? Zwei neue Studien des deutschen Trend-Papsts Matthias Horx geben Aufschluss. Plus: Was wissen Trendgurus wie Naisbitt, Popcorn & Co wirklich?
in: Profil Nr.19 v. 06.05.

MÜLLER, Francis (2003): Alles wird gut.
Wie Matthias Horx den Weg vom Trendpapst zum Nostradamus unserer Zeit bewältigt hat,
in: Jungle World Nr.53 v. 24.12.

 
       
   

Future Living (2002)

 
       
   

Die Studie in den Medien

SANCHES, Miguel (2002): Das Jahrhundert der Frauen.
Die zentrale Ressource - Bildung - wird von den Jungen zu den Mädchen umverteilt,
in: Neue Ruhr Zeitung v. 15.03.

HORX prophezeit einen Baby-Boom für dieses Jahrzehnt. Single-generation.de geht noch weiter und behauptet, dass die Geburtenrate bereits jetzt höher liegt als dies die deutschen Bevölkerungswissenschaftler aufgrund ihrer Prognosen für die jüngeren Jahrgänge angeben.

NOLTE, Dorothea (2002): Weibliche Panik-Singles, männliche Frust-Singles.
Welche Trends werden das 21. Jahrhundert bestimmen? / Matthias Horx blickt in die Zukunft,
in: Tagesspiegel v. 18.03.

Wenn man NOLTE glauben darf, dann hat sich Matthias HORX von seinem BECK-gemässen Glauben an die Single-Gesellschaft verabschiedet:

"In die früher typische dreiphasige Biografie - Jugend und Ausbildung, Erwerbs- und Familienleben, Ruhestand - schieben sich zwei neue Phasen ein: Zwischen 20 und 30 experimentiert der Mensch, »post-adoleszent«, mit Partnern, Tätigkeiten und Wohnorten, ab 50 versucht er oder sie einen „zweiten Aufbruch“. Schwierig werden dabei jedoch die Übergänge: Viele schaffen es nicht, von der Post-Adoleszenz auf die bindungsstarke Familienphase umzuschwenken und leben als „weibliche Panik-Singles“ oder „männliche Frust-Singles“. Eine Vielzahl anderer Lebensformen tritt neben die traditionelle Familie, die ihre Dominanz einbüßt."

Statt der Vision von der Pluralisierung der Lebensformen, propagiert HORX nun wieder die Familie und das Single-Dasein wird zur abweichenden Lebensform der Gescheiterten erklärt. HORX bleibt sich treu, indem er immer nur das zum Trend erklärt, was bereits Trend ist. HORX muss man jedoch den Vorwurf machen, dass er den undifferenzierten Single-Begriff weiter benutzt und nicht zwischen Partnerlosen und Paaren unterscheidet. Dadurch verkennt er den
Megatrend des 21. Jahrhundert: es gehört dem Paar und damit weder der Frau noch der Familie!

DPA (2002): Der Mythos der Single-Gesellschaft verblasst.
90 Prozent der Deutschen wollen in Partnerschaft leben,
in: Mannheimer Morgen vom 03.04.

Der Mythos Single ist endlich auch in den Medien angekommen!

"Viele große Medienstorys haben über Jahrzehnte am Mythos von der Single-Gesellschaft, von einsamen Gestalten mit Mini-Menüs aus der Mikrowelle, gestrickt.
Jetzt allerdings mehren sich Studien, die ein ganz anderes Bild von künftigen Lebensformen zeichnen: das von der bunten Paar-, Familien- und Freundesgesellschaft,"

heißt es in dem Beitrag. Dass erst jetzt Studien ein anderes Bild zeichnen, ist jedoch falsch. Bereits 1990 veröffentlichte Dorothea KRÜGER eine Studie mit dem programmatischen Titel "Alleinleben in einer paarorientierten Gesellschaft".

"Als zentrale Fehlerquelle vieler Berichte über den Single-Boom gilt die Statistik selbst: Gezählt wird meist die Zahl der Ein- Personen-Haushalte. Diese wuchs tatsächlich nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln von 33,6 Prozent 1991 auf 36,1 Prozent 2000. Haushalt ist aber nicht gleich Person. Und der Schluss, jeder Dritte sei partner- und kinderlos, ist unzulässig. Man denke nur an die Job-Pendler, die neben der Einsiedlerwohnung für die Arbeitstage auch ein Haus fürs Familienwochenende besitzen,"

heißt es weiter. Seit Mitte der 90er Jahre ist bekannt, dass die Haushaltsstatistik die Anzahl der Partnerlosen und Kinderlosen überschätzt. Dies hat der Familiensurvey des Deutschen Jugendinstitut (DJI) belegt. Bis heute ist dies jedoch für die Berichterstattung folgenlos geblieben! Immer dann, wenn die Familienpolitiker das Wort ergreifen, wird dieser Sachverhalt ignoriert. Auch die Konsumindustrie bedient nicht in erster Linie den jungen Partnerlosen, sondern die individualisierte Familie oder die allein lebende Witwe:

"Die von der Lebensmittel-Industrie konzipierten Single-Kleinpackungen landeten meist im Familienkühlschrank, um die Sonderwünsche der Einzelnen zu erfüllen".

Auch darauf hat single-generation.de schon des öfteren hingewiesen.

DPA (2002): Eine Typologie der Alleinlebenden: Frust- und Fun-Singles,
in:
Mannheimer Morgen vom 03.04.

Das Zukunftsinstitut von Matthias HORX teilt die Alleinlebenden in 9 Single-Gruppen ein. Die Typologie zeichnet sich in erster Linie durch prägnante Begrifflichkeiten wie "Fun-Single", "Frust-Single" und "Panik-Singles" aus. Ansonsten bleibt die Kategorienbildung und Beschreibung oberflächlich. Unterschieden wird nach den üblichen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Bildung, Netzwerktypen (Partner, Kinder), Freiwilligkeit und Kaufkraft.

DPA (2002): Individualität ja, aber keine Single-Gesellschaft,
in:
Mannheimer Morgen vom 03.04.

In dem Dpa-Interview mit Dirk KAESLER wird von dem Marburger Soziologen das Paar als bestimmende Lebensform der Zukunft bezeichnet. Bereits im Kommentar zum Tagesspiegel-Artikel vom 18.03.2002 über Matthias HORX wurde auf diesen Trend hingewiesen.

 
       
   

Smart Capitalism (2001).
Das Ende der Ausbeutung
Frankfurt: Eichborn

 
   

Rezensionen

FRIEBE, Holm (2001): Viele Smarties.
Trendguru Matthias Horx verkündet das Ende der Ausbeutung,
in: Jungle World v. 11.07.2001

FELIXBERGER, Peter (2001): Der Trendscout versucht sich als Philosoph.
Ein Gesellschaftsforscher verbindet die vielen Diskussionsbeiträge über die Neue Ökonomie zu einem besonderen Weltbild,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.07.

Nach Peter FELIXBERGER ist Matthias HORX ein

"Go-West-Cowboy", d.h. "eine Art Berufsjugendlicher, der davon lebt, die Brennpunkte des Wandels als erster zu entdecken und sie in den großen Weltenlauf hinein zu erklären. Dankbare Abnehmer findet er bei jenen Verfechtern einer urbanen Zeitgeistkultur, deren Orientierung immer wieder auf vollen Durchblick getrimmt werden muss".

Diese Einschätzung liegt ein wenig daneben, vielmehr ist HORX ein Adept von Ulrich BECK, wobei er dessen Individualisierungsthese positivistisch gewendet und von allem Kulturpessimismus gereinigt hat. Heraus kommt dann eine Ode an den Neuen Menschen des Zeitalters der Individualisierung:

"Konturen einer Zivilgesellschaft werden sichtbar, in der Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen, in der die Ichlinge zu solidarischen Vorkämpfern für eine bessere Welt werden – 'die Kernformel der Zukunftsgesellschaft'".

 
       
   

Aufstand im Schlaraffenland (1989).
Selbsterkenntnisse einer rebellischen Generation
München: Hanser (vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"»Aufstand im Schlaraffenland« ist die politische und kulturelle (Auto-)Biographie einer Generation, die wie keine andere das Dagegensein erprobte. In den 50er Jahren geboren, sind viele ihrer Mitglieder auf die große Suche nach dem anderen Leben gegangen - mit allen biographischen Konsequenzen.
Es ist die erste Generation in diesem Jahrhundert, die ohne Krieg aufwuchs. Als erste wagte sie auf breiter Front den Aufstand gegen die Eltern, wurde mit Drogenerfahrungen konfrontiert und lernte, mit einer »nichtreproduktiven« Sexualität umzugehen. Heute fühlt sie sich von den pragmatischen Kids, den 68er-Kindern, verachtet, vom »zweiten Boom« der Bundesrepublik überrollt und zwischen Karriere und politischer Konsequenz hin- und hergerissen.
»Wenn wir ehrlich sind, müssen wir konzedieren, daß wir ziemlich privilegiert waren. Als Kinder erlebten wir noch intakte Kleinfamilien und einen ungebrochenen Fortschritt, als wir in die Revolte hineinwuchsen, waren die Utopien vom >anderen Leben< noch unverbraucht; damals gab es tatsächlich noch so etwas wie ein >System<, das man aus guten Gründen radikal kritisieren mußte. Wir, die wir wie keine andere Generation das ANDERE suchten, das NICHT-NORMALE, haben am Ende nur einen Prozeß forciert, der diese Gesellschaft >normalisiert< hat. Denn die Revolte mit ihren irrwitzigen Träumen, ihren Anmaßungen und emphatischen Emanzipationsaufbrüchen hat wesentlich dazu beigetragen, daß die Moderne in diese Gesellschaft Einzug hielt. Sie hat - auf seltsam fundamentalistischen Umwegen - dafür gesorgt, daß aus dem Erbe unserer Väter, dem verknöcherten, vordemokratischen Wirtschaftswunderland der Wirrwarr unserer Tage wurde. Eine Demokratiebaustelle, gewiß. Aber nicht die schlechteste aller Welten.«

 
     
 
       
   

Die wilden Achtziger (1987).
Eine Zeitgeist-Reise durch die Bundesrepublik
München: Hanser (vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"Matthias Horx ist monatelang durch die Republik gereist, von Sylt bis zum Königssee, durch Erst-, Zweit- und Subkulturen, von den Neureichen in Kampen über die Altlinken in Bremen bis zu den Neo-Aristrokraten und Jungmanagern in Frankfurt und München. Es wurde eine Fahrt durch die achtziger Jahre, durch dieses unvermittelte Nebeneinander von Lebensentwürfen und -zusammenhängen, Gefühlen, Szenen und Moden, eine Zeitgeist-Reise, von der Horx in Reportage und Glosse, Bericht und Essay, mit beständiger Neugier und in angemessener Unausgewogenheit erzählt. So ist ein provozierendes, unterhaltsames und auf viele Füße tretendes Buch entstanden, das die Republik und ihre »Sinnkrise« jenseits der rechten und linken Utopien beschreibt und, mit dem Chaos der Kulturen sympathisierend, nach dem aus allen Klischees gefallenen »normalen« Leben fragt. Doch »nichts und niemand ist mehr normal. Herr Schulze, der nette Versicherungsvertreter von nebenan, ist bei näherer Betrachtung ein irrer Freak, während der Freak von oben der wahre Spießbürger ist. Die Punks sitzen mit Bierflasche vorm Fernseher, und der Anlageberater zieht sich einen dezenten Ring durchs Ohr, die jungen Kabrio-Fahrer kommen im Kenzo-Jackett zur Musterung und bitten ihre Väter, die Jimi Hendrix-CD leiser zu stellen. Mit diesen allgegenwärtigen Vertauschungen, mit dem doppelten Boden der Zivilisation leben zu lernen - das wäre ein erster Schritt, jetzt, zwanzig Jahre nach '68«

 
     
 
       
   

Rezensionen

LOHMANN, Hans-Martin (1988) Wunderbarer Zeitgeist,
in: Psychologie Heute, März
 
   

Matthias Horx im WWW

www.horx.com
 
   

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