[ Autoren der Single-Generation ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Michael Kumpfmüller: Menschliche Tragödien

 
       
     
       
     
       
   

Michael Kumpfmüller in seiner eigenen Schreibe

 
   

KUMPFMÜLLER, Michael (1998): Die widerwilligen Hauptstädter,
in: TagesAnzeiger v. 29.12.

KUMPFMÜLLER, Michael (2000): Der ganz große Stoff.
Wo bleibt der Roman zur Einheit?,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.09.

 
       
   

Michael Kumpfmüller im Gespräch

 
   

BEYER, Susanne & Wolfgang HÖBEL (2000): Das Spiel des Begehrens,
in: Spiegel
Nr.33 v. 14.08.

TEUWSEN, Peer (2000): "Das Bett ist als Topos einfach alles",
in: TagesAnzeiger v. 18.08.

MAYER, Verena (2000): Kumpfmüller. Hampels Fluchten,
in: Wiener Zeitung
v. 29.09.

OBST, Sylvia (2000): "Hampels Fluchten" in Jena,
in:
Ostthüringer Zeitung v. 08.11.

 
       
   

Die Erziehung des Mannes (2016)
Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"In einer Zeit, in der der moderne Mann so viele Rollen beherrschen muss wie noch nie, wächst die Gefahr des Scheiterns – aber auch das Glück des Gelingens. Wir treffen Georg, einen Studenten der Musikwissenschaft und angehenden Komponisten, als er mit Mitte zwanzig eine neue Frau kennenlernt. Sie wird etwas in ihm lösen, mit ihr wird er ins Leben aufbrechen, Kinder bekommen und doch keine glückliche Ehe führen. Er wird sich fragen, woran das liegt, was sein autoritärer Vater damit zu tun hat, der ein Patriarch alter Schule ist und die Familie durch diverse Affären ruiniert, und er wird einen großen Schritt in eine neue Liebe wagen. Doch frei ist Georg nicht mehr, denn er bleibt Vater von drei Kindern, die am Ende zur Liebeskonstante in seinem Leben werden. Über sie wird er sich seiner selbst bewusst, und an ihnen hält er fest, als sich alles andere aufzulösen scheint."

 
     
 
       
   

Rezensionen

MÄRZ, Ursula (2016): Liebes-Totalschaden.
Von Männern, denen alles nur zustößt: Michael Kumpfmüller beschreibt in seinem neuen Roman "Die Erziehung des Mannes" die Nöte seines Geschlechts,
in: Die ZEIT Nr.9 v. 18.02.

"Vor allem aber ist Georg ein Mann ohne Männlichkeitsbild – und damit ein glaubwürdiger heutiger Stellvertreter seines Geschlechts. Eine Figur, in deren Indifferenz sich die Dämmerung des Patriarchats spiegelt",

meint Ursula MÄRZ, die den Roman von Michael KUMPFMÜLLER in die Väterliteratur von Thomas HETTCHE oder Ralf BÖNT einreiht. Literarische Vorbilder sieht MÄRZ in FLAUBERT und vor allem Max FRISCH:

"Mag das Konzept des Romans zu Flaubert zurückführen – der geistige Vater dieser Männeridentitätsgeschichte heißt Max Frisch. My life as a man, so ein Zwischentitel in Montauk, würde auch bestens zu Georgs Lebensbericht passen"

BARTELS, Gerrit (2016): Gelebt werden.
Allein unter Frauen und Kindern: Michael Kumpfmüller erzählt in seinem Roman "Die Erziehung des Mannes" von einem ernüchternden Männerliebesleben,
in: Tagesspiegel Online v. 21.02.

Für Gerrit BARTELS ist der Protagonist ein Slacker aus der Generation X, dessen Entwicklung zum neuen Vater erzählt wird:

"Natürlich ist dieser Roman ein Generationsroman, einer der Generation X, wie sie von dem kanadischen Schriftsteller Douglas Coupland einmal getauft wurde. Georg lebt, oder besser: Er wird gelebt. Er weiß slackermäßig nicht allzu viel mit sich anzufangen, was aber nicht schlimm ist, weil es nie existentiell wird oder ökonomisch problematisch – und auf einmal sind moderne Mannesschwäche und Unsicherheiten, ewige Selbstfindungsprozesse nurmehr von zweitrangiger Bedeutung. Der wimpistische Held hat im Alter von 40, 45 Jahren als neuer Vater eine verantwortungsvolle Rolle und will alles anders machen, gerade als der eigene Vater.
Das Licht, das in diesen Roman fällt, resultiert aus dieser Entwicklung."

MAGENAU, Jörg (2016): Work-Wife-Balance.
Michael Kumpfmüllers neuer Roman "Die Erziehung des Mannes" zieht die Liebesbilanz eines Männerlebens – mit ernüchterndem Ergebnis,
in: Die ZEIT Nr.9 v. 18.02.

"Die »Erziehung« dieses Mannes ist eine ausschließlich auf die Frau hin orientierte Bewegung, ein lebenslänglicher, immer wieder aufs Neue und anders scheiternder Versuch, Frauen zu lieben und mit ihnen zu leben.
Der zu erziehende Mann ist in diesem Fall also die Hälfte eines heterosexuellen Paares, und nur so - im Bezug zu einer Frau - scheint er sich als Mann erleben zu können. Das bedeutet: Er hat sein Glück nicht selbst in der Hand",

charakterisiert Jörg MAGENAU den Protagonisten in Michael KUMPFMÜLLERs Roman.

BEHRENDT, Eva (2016): Seelenerkundungen starker Icherzähler.
Reifungsabenteuer: Exzess und Katzenjammer oder lieber Passivität und Beziehungsarbeit? Männerromane von Thomas Glavinic und Michael Kumpfmüller,
in: TAZ v. 16.03.

"Erst durch die Kinder gelangen die Babyboomer zur Beziehungsreife",

fasst Eva BEHRENDT die Hauptaussage des Romans von Michael KUMPFMÜLLER zusammen. Auch in GLAVINICs Roman sieht sie dieses Motiv wirken, wobei im Gegensatz zu KUMPFMÜLLER nicht das Erzogen werden, sondern die Selbsterziehung das Thema ist.

 
   

Das Buch in der Debatte

Neu:
SPIEWAK, Martin (2016): Was aus der Liebe wird.
Vermächtnis-Studie: Partnerschaften werden pragmatischer gelebt - weil die Frauen es so wollen,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 10.03.

Martin SPIEWAK zimmert sich aus Michael KUMPFMÜLLERs Romanheld Georg ("Die Erziehung des Mannes") und Anthony GIDDENS Buch Wandel der Intimität ein Partnerschaftsbild der "Deutschen" zusammen, das dem Ergebnis der Vermächtnis-Studie entsprechen soll (mehr hier).

 
       
   

Durst (2003)
Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"In der Hitze des Hochsommers, als selbst die Grünflächen in ihrer Wohnsiedlung versteppen, versucht eine junge Frau, aus ihrem Leben zu fliehen. Sie packt einen Rucksack und macht sich davon. Zurück bleiben ihre beiden kleinen Kinder und ein paar Päckchen Saft. Die Frau will nicht lange fortbleiben, und obwohl sie nicht weit kommt, findet sie nicht mehr zurück.
In seinem zweiten Roman lässt sich Michael Kumpfmüller auf ein Thema ein, vor dem sich die Gesellschaft mit Abscheu und Dämonisierung schützt: eine Mutter, die tötet.
Die Frage nach dem Naheliegenden leitet die Erzählung: Was, um alles in der Welt, treibt diese Frau, während in ihrer Wohnung das Entsetzliche geschieht? Mit kühlem, niemals anklagendem Blick begleitet Michael Kumpfmüller seine Figur dreizehn schwere Tage lang. In einer klaren, protokollartigen Sprache beschreibt er ihre ziellosen Wege, ihre ruppigen Liebschaften und ihre Einkaufstouren, die sie auch in Spielwarenabteilungen zu den Kuscheltieren führen. Und wie an unsichtbaren Fäden zieht es sie immer wieder in die Nähe ihrer Wohnung. Tag für Tag setzt sie neu an, doch sie ist zu schwach, um heimzukehren.
Schichtweise wird ihr mörderisches Versagen freigelegt, und wir ahnen voller Unbehagen, dass es mit Schwäche und Angst viel mehr zu tun hat als mit seelischen Defekten. Michael Kumpfmüller beweist mit diesem Buch, wozu die Literatur im besten Fall im Stande ist – Erkenntnis zu schaffen abseits von schieren Fakten und Psychologie.
"

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

KUNCKEL, Susanne (2003): Seele unter Glas.
Sein Debüt "Hampels Fluchten" war ein Bestseller. In seinem neuen Roman "Durst" wagt sich Michael Kumpfmüller an ein Tabu: Eine Mutter, die tötet,
in: Welt am Sonntag v. 17.08.

KURZKE, Hermann (2003): Lebensinhalt im Tetrapak.
Die Kindsmörderin und ihr Nagellack: Michael Kumpfmüllers zweiter Roman folgt einer wahren Geschichte,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 07.10.

 
       
   

Hampels Fluchten (2000)
Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Ein Buch über Politik und Liebe und die Betten im geteilten Deutschland, die Kumpanei mit der Macht, die Kunst der Verführung und die Weigerung, erwachsen zu werden. Heinrich Hampel, der seine Jugend in der Sowjetunion verbringt, flieht Anfang der 50er Jahre in den Westen und setzt sich aus Angst vor seinen Gläubigern kurz nach dem Mauerbau in die DDR ab. Er ist ein begnadeter Bettenverkäufer und phantasievoller Liebhaber, anpassungsfähig und aufmerksam, in der Liebe nicht weniger als im Leben. Hinreißende Frauen kreuzen den Weg dieses Helden, der am Ende seiner Suche nach dem Glück lernen muss, dass es irgendwann keinen neuen Anfang mehr gibt."

 
     
 
       
   

Rezensionen

HÖBEL, Wolfgang (2000): Hampels erbärmliches, schönes Leben,
in: Spiegel
Nr.33 v. 14.08.

SCHMITZ, Rainer (2000): Der Bettenverkäufer,
in:
Focus Nr.33 v. 14.08.

LEBERT, Stephan (2000): Hoffnung für einen erbärmlichen Helden,
in:
Tagesspiegel v. 16.08.

STEINERT, Hajo (2000): Der deutsche Hampel,
in:
Die ZEIT Nr.34 v. 17.08.

BLANK, Gunter (2000): Die große Versöhnung,
in:
Die Woche Nr.34 v. 18.08.

SCHÜTZ, Erhard (2000): Hampels Parabel oder Die wahrhafte Wiederkehr des Erzählens,
in: Freitag
Nr.34 v. 18.08.

SCHREINER, Christoph (2000): Seelenlage eines Matratzenverkäufers,
in:
Saarbrücker Zeitung v. 18.08.

ILLIES, Florian (2000): Könnt ich Dich haben,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.08.

RATHGEB, Eberhard (2000): Könnt ich Dich vergessen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.08.

REICHART, Manuela (2000): Besseres Leben im schlechteren Land,
in: Berliner Zeitung
v. 19.08.

KNIPPHALS, Dirk (2000): Heinrich, immer wieder Heinrich,
in:
TAZ v. 19.08.

KREKELER, Elmar (2000): Dann geh doch nach drüben,
in: Welt
v. 19.08.

MICHALZIK, Peter (2000): Der Balancekünstler und sein stolpernder Schatten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 19.08.

OLBERT, Frank (2000): Heinrich geht über die Grenze,
in:
Kölner Stadt-Anzeiger v. 24.08.

HILLGRUBER, Katrin (2000): Alptraum im Federbett,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 26.08.

SCHNEIDER, Rolf (2000): Die Sprache macht falsche Fakten wett,
in:
Berliner Illustrierte Zeitung, Beilage der Berliner Morgenpost v. 03.09.

FREUND, Wieland (2000): Alltag eines Taugenichts,
in:
Rheinischer Merkur Nr.36 v. 08.09.

BENGSCH, Gerhard (2000): Hampelmännchen Abenteuer.
Vom Klassenkampf in deutschen Betten,
in: Junge Welt v. 14.09.

KÖHLER, Andrea (2000): Gehampel in deutschen Betten,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.09.

HAGESTEDT, Lutz (2000): Quer durch die Betten.
Heinrich Hampel und wie er die Welt flieht,
in: Badische Zeitung v. 23.09.

KUGLER, Bettina (2000): Bei Hampels auf dem Sofa,
in:
St. Gallener Tagblatt v. 26.09.

CHASE, Jefferson (2000): Humpelnde Fluchten.
Kumpfmüller, Biller und die Zukunft der deutschen Literatur,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.09.

TREICHEL, Hans-Ulrich (2000): Ab in die Betten!,
in:
Literaturen, Oktober

HAGESTEDT, Lutz (2000): Quer durch die Betten.
Michael Kumpfmüllers Erstling - nur Kimbles Fluchten sind spannender,
in: Literaturkritik.de
v. November

 
   

Berichte von Lesungen

LEIDINGER, Armin (2000): Ein Autor, der sich immer noch "im Zustand des Staunens" befindet.
Der literarische Shooting-Star Michael Kumpfmüller startete seine Lese-Reise bei Phönix in Saarbrücken - "Hampels Fluchen", ein Roman der polarisiert,
in: Saarbrücker Zeitung v. 13.09.

 
   

Hintergrundberichte und Debatte

TEUWSEN, Peer (2000): Der Schelmenroman und seine Geschichte,
in: TagesAnzeiger
v. 18.08.

AREND, Ingo (2000): Literatur nach der Wende.
Kein Ende der Gesinnungsästhetik,
in: Freitag
Nr.40 v. 29.09.

FREUND, Wieland (2000): Noch ein Nibelungenlied.
In jeder Saison wird er eingefordert, niemand will ihn schreiben. Was steckt eigentlich hinter der Sehnsucht nach "dem großen deutschen Roman"?,
in: Welt v. 21.10.

SCHNEIDER, Rolf (2000): Kumpfmüllers Kunstwelt.
Auch Synthetisierung kann nicht verhindern, dass die DDR als Thema der Literatur verschwindet,
in: Welt
v. 06.11.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002-2016
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 19.August 2000
Stand: 16. März 2016