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Roger Willemsen: Deutschlandreise - unterwegs in der Spaßgesellschaft

 
       
     
       
   
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    Roger Willemsen in seiner eigenen Schreibe

     
       

    Roger WILLEMSEN beschreibt die Folgen des Wertewandels für den Büchermarkt:

    "Während der Studentenbewegung, spätestens mit dem Beginn der siebziger Jahre, jener merkwürdigen Scheidelinie in der Erfolgsgeschichte der deutschen Nachkriegsliteratur, erlosch jeder Glaube an irgendeine Pflicht zur Lektüre. Das geschah, nebenbei bemerkt, unter dem nahezu einhelligen Beifall der Schriftsteller. Seither gilt auf kulturellem Gebiet strikte Freiwilligkeit - von extremen Daseinsformen wie Schule und Studium einmal abgesehen. Gelesen wird, was gefällt und nicht, was Lehrer, Germanisten oder Rezensenten dekretieren. (...).
    Das Interesse für die Literatur ist keine Bringschuld der Leser - mit diesem Faktum muß rechnen, wer Bücher schreibt. Den Autoren bleibt also nichts anderes übrig, als das Interesse des Publikums für ihre Arbeit zu gewinnen."

    Aus diesen veränderten Bedingungen des Lesens resultiert für WILLEMSEN die Forderung den Hedonismus der Leser in bildungsbürgerlichen Strategien ("ein E für ein U vormachen") einzubeziehen, auch gegen die Widerstände der hiesige Tradition des uneinsichtigen Bildungsbürgertums:

    "Wer (...) hierzulande fordert, Literatur solle Vergnügen machen, darf mit sofortigem und wortreichem Widerspruch rechnen: Er könne die Literatur doch nicht, wird man ihm entgegenhalten, vorm Untergang in die Bedeutungslosigkeit retten, indem er sie in Trivialitäten ersäufe."

    Der Artikel wurde 1998 in dem Band MauGUTSCH, Jochen-Martin (2003): Der große Stillstand.
    Florian Illies schildert, wie die 68er den Golfern die Frauen ausspannen. Eine Generation in der Krise,
    in: Berliner Zeitung v. 14.07.
    d Königskinder nachgedruckt.

    WILLEMSEN, Roger (2000): Der Alden-Schuh,
    SZ-Serie Das war die BRD (2),
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

    WILLEMSEN, Roger (2002): Schießen Sie auf die Feuilletonisten!
    Elite-Dünkel hier, Label-Faschismus dort - dabei geht es längst um mehr als um den Krieg der Alten gegen Pop,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 31.08.

    Roger WILLEMSEN erklärt den Unterschied zwischen E- und U-Kultur für nichtig, nur um seinen eigenen Unterschied zwischen E- und U-Kultur auf sich selbst maßzuschneidern:

    "Hier geht es nicht nur um die Schießübungen eines späten Halbstarken (Anm.d.V.: hier ist MRR gemeint) im Pantheon, es geht im größeren Maßstab auch längst nicht mehr um Pop- oder Geheimratsjournalismus, nicht um den engeren oder weiteren Kulturbegriff.
    Es geht nun um Relevanz und ihre Selbstbehauptung gegen eine zeittypische, von kommerziellen Interessen wie von Ressentiment geleitete Geist-Feindlichkeit".

    WILLEMSEN, Roger (2002): Cannabis im Treibhaus.
    Früher hatte hier nur das Große Bedeutung: Jetzt hat Bonn seine Zukunft hinter sich gebracht und kann endlich lässig sein,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.09.

    WILLEMSEN, Roger (2003): Canetti an Roger Willemsen.
    Briefe aus dem 20. Jahrhundert III,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.01.

    Neu:
    WILLEMSEN, Roger (2003): Der Einzig Wahre.
    Serie über große Journalisten (XXIII) - Karl Kraus: Ironischer Meister, Idealist, Medienkritiker und einsamer Monomane,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

     
           
       

    Roger Willemsen in der Debatte

     
       

    RIPPLINGER, Stefan (2002): Neunundneunzig Kulturkritikerwitze.
    Die offene Spaßgesellschaft und ihre Feinde,
    in: Jungle World Nr.44 v. 23.10.

    Stefan RIPPLINGER beschäftigt sich mit den Feinden und falschen Freunden der Spaßgesellschaft. Ein entscheidender Tag ist für RIPPLINGER der 29. November 1996:

    "an diesem Tag erschien im Protestantenrundbrief Die Zeit Löfflers ernüchternder Essay 'Die Spaß-Generation hat sich müde gespielt' (...). Seit diesem Tag fordern die deutschen Bischöfe, Prof. Sloterdijk und Dr. Willemsen ein Ende des Spaßes, gehen aber keineswegs mit gutem Beispiel voran."

    Das Ende der Spaßgesellschaft - revisited

    HUISSELING, Mark van (2002): Jane Birkin über Coolness, wilde Nächte mit Serge Gainsbourg und das Leben danach,
    in: Berliner Zeitung v. 07.12.

     Wirkungsvoller als eine "bevölkerungsbewusste" Familienpolitik scheint offensichtlich die Popmusik zu sein: "Der Journalist Roger Willemsen vermutet, die halbe Generation Golf sei zu »Je t’aime« gezeugt worden.
    Deshalb bin ich stolz darauf. Das Stück wurde kürzlich zum »Sexiest Song« aller Zeiten gewählt."

     
           
       

    Deutschlandreise (2002)
    Frankfurt:
    Eichborn

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wochenlang reiste Roger Willemsen im Sommer 2001 und im Frühjahr 2002 durch Deutschland und berichtet von seiner Entdeckungsfahrt, die kreuz und quer von Kap Arkona bis nach Konstanz, von Bonn nach Berlin, von Oberstdorf nach Rostock führte. Aus seinen Beobachtungen, Begegnungen und Erfahrungen entwirft er ein facettenreiches Deutschlandbild, in dem wir uns selbst wiederfinden können. Ob an den Graffiti in der Rostocker Uni, bei Schachspielern an der Brücke von Remagen, auf dem Parkplatz am Kreidefelsen von Rügen, bei einer Abitursfeier in Bonn oder im Umkleideraum eines Supermarkts in Mönchengladbach - Willemsen sucht nicht die große politische Sensation oder die rührende persönliche Geschichte; er sucht etwas, das man schwer findet, weil es perfekt getarnt ist, es liegt nämlich überall offen da - die Normalität.
    Mit der unersättlichen Neugier des Forschers und dem vorurteilslosen Blick des Ethnologen notiert er, was dieses seltsame Land ihm darbietet - an Leben, an Städten, an Redensarten, Gewohnheiten, Werbesprüchen, an zu persönlichem Schicksal geronnener Geschichte, an Vergeblichkeiten und kleinen Triumphen. Aus der Summe all dieser Einzelteile setzt Roger Willemsen etwas zusammen, das nicht mehr und nicht weniger ist als das mentale Polaroid einer ganzen Nation."

     
         
     
           
       
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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. März 2003
    Update: 22. Juli 2015