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Ulrike Winkelmann: Ein Blick hinter die Kulissen des Generationenkonflikts

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1971 geboren
    • Redakteurin der taz, Wochenzeitung Der Freitag
 
       
   
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    Ulrike Winkelmann in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    WINKELMANN, Ulrike (1999): Your generation, Baby,
    in:
    TAZ v. 23.03.

    WINKELMANN, Ulrike (2001):Unüberschaubare Generationenlage.
    Der Streit um Joschka Fischer wird zur Generationendebatte hochstilisiert. Doch warum, für wen? Am Ende fühlen sich nette Aufsteigergrüne und andere Streber noch bemüßigt, ihre Durchschnittsbiografien als Generationenphänomen darzustellen,
    in: TAZ v. 12.03.

    WINKELMANN, Ulrike (2001): Uns hat das Heulen nicht geschadet.
    Viele Jungs um die 30 leiden am Weltschmerz und an schlechter Laune. Die Armen sind falsch orientiert,
    in: TAZ v. 07.12.

    WINKELMANN, Ulrike (2002): Siegerurkunde für Verweigerer.
    Wenn Männer um die Dreißig sich heute Kinder aufbürden, dann wollen sie ganz doll gelobt werden,
    in: TAZ vom 30.03.

    WINKELMANN beschäftigt sich - aus Gründen der Gleichberechtigung - mit kinderlosen Männern:

    "Mittlerweile unterscheide ich zwei Arten von Möchtenichtsogern-Vätern, die ihr Befinden, sie seien noch zu jung für Nachwuchs, mitteilen möchten. Entweder setzen sie auf die 'Es ist mein Recht, kein Kind zu wollen'-Tour und mimen die Unterdrückten. Das ist dann anstrengend, gerade weil sie sich gleichzeitig in die Brust werfen, das Selbstbewusstsein zu haben, einer Frau zu widersprechen. Puh. Alles künftige Mitglieder dieser Diskriminierte-Väter-Selbsthilfegruppen.
    Die Version für den aufgeklärteren Mann scheint aber die Masche 'echter Frauenfreund' zu sein. Freimütig bekennt er sich dazu, nun einmal keine biologische Uhr ticken zu hören,
    noch nicht alle Bars der Stadt gesehen zu haben und überhaupt auf so viel Verantwortung eigentlich keinen Bock zu haben."

    WINKELMANN, Ulrike (2002): Böse Menschen haben keine Glasreiniger.
    Der Akt des Putzens ist viel mehr als bloß Mittel zum Zweck, er zeugt von einer außerordentlichen Liebe zu den Dingen
    in: TAZ v. 27.04.

    WINKELMANN plädiert fürs Selberputzen als Distinktionsmerkmal: "Ich schlage vor, eine Interessengemeinschaft zur Würdigung des Putzens zu gründen. Gab es nicht letztes Jahr diese Riesenkampagne zum Ehrenamt?
    Wenn Rita Süssmuth oder Heiner Geißler (oder wer hat da nicht noch alles Ehrenerklärungen fürs Ehrenamt abgegeben?) sich jetzt hinstellten und sagten: Ohne Putzen wäre weniger Liebe in der Welt, dann würden sie zeigen, wie ernst sie es meinen. Was für eine schöne Aktion im familienzentrierten Wahlkampf! Man könnte der SPD-Kampa anbieten, ein kleines Konzept zu schreiben, wie man Putzen als sozialdemokratisches Alleinstellungsmerkmal verkauft. 'Putzen wie bei Muttern - nur mit der SPD.'"

    WINKELMANN, Ulrike (2002): Die tollen Tipps der Mittelstandseltern.
    Praktikum statt Kinder machen hieß die Devise. Das rächt sich jetzt - mit Kindern wären unsere Jobs sicherer,
    in: TAZ v. 26.08.

    Die Generation Golf in der Jobkrise

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Perfekte Paare heiraten.
    Auch Männer müssen jetzt begreifen: Hochzeiten sind progressiv,
    in: TAZ v. 31.01.

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Frühlingsgefühle.
    Die Wirtschaft darbt, die Motte frisst, und der Hammer lärmt dazu,
    in: TAZ v. 24.05.

    Ulrike WINKELMANN hat Gründe gegen den Untergang Deutschlands gesammelt:

    "Erstens gibt es immer noch ausgesprochen viele Leitartikelschreiber mit 14 Monatsgehältern, die dazu noch die Muße haben, sich wöchentlich neues Untergangsvokabular aus dem Archiv besorgen zu lassen - auch die »geistig-moralische Wende« (nötig beziehungsweise kommend) lachte mich neulich wieder von einer Titelseite an. Zweitens könnte man doch zur Abwechslung mal behaupten, die Regierung habe Witz und Verstand und mache das Beste aus ihrem Handlungsspielraum. Wieso nicht? Ok, mir fällt jetzt auch nichts Konkretes ein. Müsste man die Pressemitteilungen der letzten Wochen noch einmal durchschauen.
    Drittens aber hat es doch auch was für sich, wenn die ganzen arbeitslosen Spitzentalente um die 30 in die USA gehen. Dort machen sie einen guten Eindruck und überzeugen so wenigstens das Ausland, dass die deutschen Schulen und Hochschulen noch etwas taugen. Viertens sind wir neulich durch süddeutsche Ortschaften gefahren, in denen ausschließlich BMWs vor Doppelgaragen standen. Die Straßen waren rot angemalt und die Straßenränder mit Blumen gesäumt, die anderen Leuten zu teuer sind für ihre Balkonkästen. Fünftens macht die Bahn ihre Preisreform wieder rückgängig. (...).
    Das Gefühl von Untergang oder Aufstieg, so stellte sich bei dieser kleinen Analysearbeit bald heraus, hängt von einer Reihe miteinander verbundener Faktoren ab: Was trägt die Verwandtschaft bei Familienfesten? Hat man bereits ein Bahnticket mit der neuen Bahncard erwerben müssen? War man in jüngerer Zeit im Süddeutschen? Arbeitet man noch für Geld, und wenn ja, in welcher Entfernung zur nächsten Baustelle?
    Der Presslufthammer draußen vorm Fenster dröhnt, ihm in den Takt fällt ein rhythmisch aufheulender Bohrer. Wir können die Fenster nicht öffnen, weil wir uns sonst nicht mehr verständigen könnten. Ich finde, die Wirtschaft boomt."

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Es gibt keinen Generationenkampf.
    Die Rentner schröpfen den Sozialstaat, darum kündigen die Jungen ihm die Solidarität. Diesen Spruch kann man noch so oft wiederholen - richtig wird er dadurch nicht,
    in: TAZ v. 17.07.

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Hüften als Gelenk in der Demografie-Debatte.
    JU-Chef Mißfelder trifft mit seinem Vorschlag zwar nicht ins Schwarze, aber mitten in drei aktuelle Fragen: Sollen medizinische Leistungen für Alte begrenzt werden? Wen trifft die Schrumpfung der Sozialsysteme? Werden die Politiker der demografischen Herausforderung gerecht?
    in: TAZ v. 08.08.

    Philipp Mißfelder - Money & Generationengerechtigkeit

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Auf Wiedersehen, Kinder, 
    taz-Dossier: Warum werden wir immer weniger?
    in: TAZ v. 13.09.

    Ulrike WINKELMANN lässt das Who-is-Who der deutschen Bevölkerungswissenschaft zu Wort kommen. Überraschungen sind dadurch nicht zu erwarten. Internationale Experten sind dagegen Fehlanzeige. Kritik soll gar nicht erst aufkommen. Bevor die anstehenden Reformen nicht durchgepeitscht worden sind, wird in Deutschland kein Widerspruch zu hören sein. Dafür garantieren die Mitte-Medien...

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Jetzt nicht, Schatz,
    taz-Dossier: Warum werden wir immer weniger?
    in: TAZ v. 13.09.

    Vor einiger Zeit durfte Susie REINHARDT ihre Gebärstreikthese vortragen. Jetzt kontert Ulrike WINKELMANN mit ihrer Zeugungsstreikthese. WINKELMANN kann sich damit u. a. auf Florian ILLIES Buch Generation Golf zwei berufen:

    "Die Ungleichzeitigkeit von Liebe und Vaterschaft ist total im Trend, hat mir mein Bruder erzählt, da gibt es sogar ein französisches Buch dazu, Alain Finkielkrauts Die neue Liebesunordnung. Und wenn es zu irgendetwas ein französisches Buch gibt, ist das immer ein gutes Zeichen. Mein Bruder ist da Experte, er hat jetzt nämlich eine supernette, junge Lehrerin aus dem Osten kennengelernt. Die hatten da ja alle schon mit achtzehn ein Kind. Na ja, und jetzt hat er eben eine Freundin und ein elfjähriges Kind gleich mit dazu, und er findet es super, dass er die Phase mit Nachtsrumtragen und Windelwechseln einfach übersprungen hat und gleich einsteigt bei Fußball und Computerspielen" (2003, S.127).

    Was jedoch für Susie REINHARDT gilt, das gilt auch für WINKELMANN. Monokausale Erklärungen der Bevölkerungsentwicklung sind zwar politisch korrekt, aber sie werden der Vielfalt der Ursachen nicht gerecht. Eine Politik, die sich monokausale Erklärungen zu eigen macht, wird scheitern. Probleme werden verschoben, aber nicht gelöst. Kinder der Freiheit so lautete Ende der 90er Jahre ein Buchtitel aus Ulrich BECKs Zweiter Moderne-Edition. Bei WINKELMANN sind nun damit jene Kinder gemeint, die aufgrund einer liberalen Gesellschaftsordnung nicht geboren werden. Die Sehnsucht nach einer autoritären Ordnung nimmt nun auch bei der TAZ zu:

    "Vielleicht hat das Modell Liebe-Beziehung-Kinderkriegen zurzeit keine Chance. Nicht, wenn alle so frei sind, nicht zu wollen. Vielleicht gibts das gar nicht: Kinder der Freiheit."

    Der Unterschied zwischen Neuer Rechte und Neuer Linke (mittlerweile auch: Neue Mitte) besteht damit nur noch darin, dass die Rechte mit egoistischen Frauen argumentiert, während die Neue Mitte den egoistischen Mann entdeckt hat. Mit der Übernahme rechter Argumentationsmuster wird die Individualisierungs-Linke jedoch zum Steigbügelhalter eines Kanzlers Roland KOCH. Warum sollte der Wähler Rot-Grün wählen, wenn er das Original haben kann? Die Neue Mitte arbeitet insofern an ihrer Selbstabschaffung...

    Demografische Niedergangsszenarien - Die Konvergenz von Neuer Mitte und Neuer Rechte

    WINKELMANN, Ulrike (2003): Wer ist die Victoria?
    Bundeskanzler Schröder hat mit dem Begriff der "viktorianischen Armenfürsorge" für die Unions-Position die aktuelle Sozialstaatsdebatte bereichert. Zumindest jene am Stammtisch,
    in: TAZ v. 28.10.

    Ulrike WINKELMANN macht einen Ausflug in die Geschichte, um über die viktorianische Armenfürsorge aufzuklären: 

    "Gerhard Schröder (...) hat (...) mit seiner »viktorianischen Armenfürsorge« die aktuelle Sozialstaatsdebatte wirklich bereichert. (...).
    Es ist ein kleiner Junge, der wie niemand sonst dafür steht, was unter viktorianischer Armenfürsorge zu verstehen ist. Oliver Twist wurde als Romanheld im selben Jahr geboren, in dem Königin Victoria den Thron bestieg: 1837. Charles Dickens ließ Oliver in einem Armenhaus in der Provinz aufwachsen, flüchten und in einer Londoner Diebeshöhle landen, aus der ein gütiger reicher Mann ihn retten will.
    (...). An Oliver deklinierte Dickens durch, was die erst viel später so benannte viktorianische Armenfürsorge ausmachte: das Erkennen von Armut, die Frage nach ihrer Unschuld, den Wunsch, Schlimmeres zu verhindern, das Dilemma, wenn Abhängigkeit durch Abhängigkeit ersetzt wird - und die Heuchelei, als Reicher über all das wohlfeil zu plaudern."

    Abschließend eine Kritik am Kanzlerkurs:

    "Ob öffentliche Leistungen mit niedergeschlagenen Augen dankend entgegengenommen oder selbstbewusst als Recht eingeklagt werden, hat (...) nichts damit zu tun, ob sie steuer- oder beitragsfinanziert sind. Die Frage ist vielmehr, ob alle ein Recht darauf haben oder ob jemand aussucht, wer wie viel haben darf. Zurzeit ist es die SPD, die ihre deserving poor sucht."

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Männer mit Abi machen keine Kinder.
    Studie stellt erstmals Zusammenhänge zwischen männlicher Kinderlosigkeit, Ausbildung und Einkommen dar,
    in: TAZ v. 02.02.

    Die 20seitige Studie "Kinderlose Männer in Deutschland - eine sozialstrukturelle Bestimmung auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP)" von Christian SCHMITT ist angeblich die erste Studie zu diesem Thema, was so nicht stimmt. 1992 hat z.B. Matthias GRUNDMANN ein Buch über die Kinderlosigkeit von Männern veröffentlicht. Mit dem Family and Fertility Survey (FFS) wurden ebenfalls Daten erhoben. DORBRITZ & SCHWARZ (1996) haben auf die Probleme bei der Untersuchung männlicher Kinderlosigkeit hingewiesen.
    Sicherlich ist die Datengrundlage des SOEP besser. Es bleibt aber unverständlich, warum bei der Auswertung weder der Haushaltskontext noch die Partnerschaftssituation berücksichtigt worden sind. Es kann sich hier also nur um eine erste - sehr oberflächliche - Analyse handeln.

    WINKELMANN, Ulrike (2004/2029): "Feuer, das alles treibt. Ein starkes, klares, das ewig bleibt".
    Über neue Gefühle und Probleme beim Partnervertragsrecht,
    in: TAZ v. 17.04.

    Außergewöhnlich bei der Jubiläums-taz ist nur der Preis. Aufgrund des aufwendigen Layouts hat es dann nicht mehr für das Redigieren des Textes gereicht, was auch gar nichts macht, denn von Romantik wird man sowieso nur besoffen,

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Warum ist ER kinderlos?
    Der Mann ohne Kinder war der große Unbekannte der Gesellschaft. Jetzt wird er entdeckt. Aber was hat es zu bedeuten, dass er meistens zwar Abitur hat, aber keinen Hochschulabschluss?
    in: TAZ v. 02.02.

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Mackergeste rächt sich.
    Auch Privatversicherte müssen Pflegebedürftige mitfinanzieren,
    in: TAZ v. 07.05.

    WINKELMANN kritisiert SCHRÖDERs Politikwechsel vom Januar:

    "Um das Urteil das Bundesverfassungsgerichts, dass Kindererziehende zu entlasten sind, kommt er sowieso nicht herum. Seine Sozial-Staatssekretärin wird ihm nun einen Gesetzentwurf präsentieren, der entweder das Problem vom Januar wiederholt: Dann werden Leute, deren Kinder aus dem Haus sind, wie Kinderlose behandelt. Oder es gibt ein verschachteltes System aus verschiedenen Pflegebeiträgen, dessen Bürokratiekosten an die Summen zur Familienbeglückung heranreichen dürften.
    Dafür hat der Kanzler darauf verzichtet, die schwierige Umsetzung des Karlsruher Urteils in eine strukturelle Reform der Pflegeversicherung einzubetten."

    Die FAZ hat die Meldung bereits im April gebracht.

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Die Bescheid wissen.
    Wie neoliberale Bündnisse den politischen Diskurs in den Medien hübsch vereinfachen - besonders gerne unter Einsatz von abservierten Politikern,
    in: TAZ v. 23.06.

    Ulrike WINKELMANN berichtet anlässlich des Kongresses Gesteuerte Demokratie über die Methoden der neuen Bürgerbewegungen: "Wie man Meinungsführerschaft organisiert, lässt sich recht gut an Bündnissen wie der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM) oder auch »Stiftung liberales Netzwerk« und »BürgerKonvent« betrachten. In diesen Projekten sammelt sich praktisch das ganze Personal der Republik, das in und mit den Medien vor allem eines zu vermitteln gelernt hat: »Reform« und »Eigenverantwortung« ist, was der Wirtschaft nützt und den Staat zurückdrängt."

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Kein Herz für Kinderlose.
    Rot-Grün will von Kinderlosen über 23 höhere Beiträge zur Pflegeversicherung. Grüner Plan, Altersverwirrte besser zu stellen, ist erst einmal vom Tisch. Nur: Wer gilt eigentlich als kinderlos?
    in: TAZ v. 06.07.

    Aus dem Bericht von Ulrike WINKELMANN geht nur eines deutlich hervor: Kinderlosigkeit ist ein dehnbarer Begriff, dessen Definition die Zahl der vom Gesetz betroffenen entscheidend bestimmt:
    "Unklar blieb vorläufig, wer denn überhaupt »kinderlos« ist. »Ich habe drei Kinder - die stehen aber nicht auf meiner, sondern auf der Lohnsteuerkarte meines Mannes«, sagte Selg. »Gelte ich deshalb als kinderlos?« Die bisherigen Berechnungen stützen sich auf die Statistiken über Kinderlosenhaushalte, die aber nicht für den Beitragseinzug taugen".

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Grüne wollen die Rentner nicht schonen.
    Ulla Schmidts Vorschlag zur Belastung Kinderloser in
    der Pflegeversicherung stößt auf Kritik: "Flickschusterei",

    in: TAZ v. 02.09.

    Ulrike WINKELMANN zitiert aus einem Entwurf von ULLA SCHMIDT, in dem dreist behauptet wird, dass alle vor 1940 Geborenen einen ausreichenden generativen Beitrag geleistet hätten:

    "alle, die vor 1940 geboren sind, zahlen keinen Zuschlag - und somit alle kinderlosen Rentner.
    Dies wird im Entwurfstext damit begründet, dass »die Kinderzahlen in einer Zeit zurückgegangen sind, als die nach 1940 geborenen Jahrgänge etwa Mitte zwanzig oder jünger waren und zu dieser Zeit und in der Folgezeit als Eltern in Betracht kamen«. Die Jahrgänge bis 1940 dagegen »haben noch in ausreichendem Maße Kinder geboren«."

    Eine Widerlegung dieses Mythos siehe hier.

    WINKELMANN, Ulrike (2004): Wirtschaft & Friends.
    Wo andere Lobbyisten sich als bloße "Berater" der Politik geben, zielt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit Hilfe von Werbung, Wissenschaft und Medien aufs kollektive Unterbewusste: Das Vertrauen in Staat und Politik soll erschüttert, das in den Markt gestärkt werden,
    in: TAZ v. 11.12.

    WINKELMANN, Ulrike (2005): Nachwuchssorgen seit 125 Jahren.
    Tagesthema:
    Aber jetzt wirds ganz schlimm, sagen die Statistiker. Doch sie vergessen ältere Mütter,
    in: TAZ v. 21.01.

    Der zentrale Punkt des Artikels zeigt die absurde Logik der Argumentation deutscher Bevölkerungswissenschaftler auf:

    "Mit (...) spitzen Fingern sollte die Angabe »ein Drittel aller Frauen bleibt kinderlos« angefasst werden, die seit der jüngsten Allensbach-Umfrage (taz, 12. 1. 2005) wieder kursiert. Hier sind die Wiesbadener Schätzer auch schon vorsichtiger geworden. Im jüngsten Bevölkerungsbericht heißt es etwa: »Die um 1965 geborenen Frauen werden zu ca. 20 Prozent kinderlos bleiben.« Das ist ein Fünftel."

    Die Schätzung, dass ein Drittel der 1965 geborenen Frauen lebenslang kinderlos bleiben werden, stammt aus einer Publikation um den nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG. 1993 wurde sie bereits veröffentlicht. Seitdem geistert diese Zahl durch die Medienberichte der Sozialpopulisten. Bereits 2001 hat der Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ diese Zahl auf 27 % heruntergesetzt. Nun also nur noch 20 %. Es handelt sich dabei jedoch immer noch nicht um die endgültige Zahl lebenslang Kinderloser dieses Frauenjahrgangs!

    Einzig single-dasein.de und single-generation.de haben immer wieder auf die Praxis hingewiesen, dass die deutschen Bevölkerungswissenschaftler die Gebärfaulheit der Generation Ally überschätzen. Es geht hier aber nicht nur um einen einzigen Frauenjahrgang, sondern darum, dass die Geburtenraten in Deutschland zu niedrig ausgewiesen werden. D.h. die Zahl von 1,3 Geburten pro Frau liegt möglicherweise jetzt schon bei 1,5 oder noch höher. Deutsche Bevölkerungswissenschaftler weigern sich jedoch beharrlich internationale Standards bei der Berechnung der Geburtenzahlen anzuwenden. Der unsägliche Missstand, dass uneheliche Geburten nicht richtig den Müttern zuordenbar sind, ist durch die noch weit höheren Unehelichenzahlen in den neuen Bundesländern unerträglich. Aber wo sind die mutigen Journalisten, die diesen Skandal aufgreifen? Offenbar haben wir in Deutschland keine Journalisten mehr, die der Wahrheit verpflichtet sind, sondern politisch korrekte Berichte sind angesagt. Armes Deutschland! Kinderlose werden mittlerweile in dieser Republik systematisch diskriminiert. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist bedenklich nahe an den Praktiken eines Reichspropagandaministerium.

    WINKELMANN, Ulrike (2005): Neues Humankapital entdeckt.
    Tagesthema:
    Familienfreundlichkeit ist ein harter Standortfaktor, sagt Renate Schmidt bei der Vorstellung des "Familienatlas" - eines doppeldeutigen Dokuments,
    in: TAZ v. 21.01.

    "Der Familienatlas kennt etwa für Düsseldorf, Frankfurt am Main und München die Kategorie »Singlestadt«. Ihnen wird empfohlen, familiengründungswillige junge Leute besser zu binden",

    erläutert WINKELMANN. Singlestadt, das soll so etwas wie ein neues Schimpfwort sein. Single-generation.de wird in der neuen Serie "Alleinlebende in Deutschland" auch diese Single-Lüge in ihrem skandalösen Kern aufzeigen. Denn wenn ein Methusalem-Komplott dringend notwendig ist, dann verschleiert die Kategorie "Single-Stadt" diesen Grund.

    WINKELMANN, Ulrike (2005): Cum ira et studio.
    Mit der Würde des Juristen und der Wucht der Metaphernschleuder: Der Journalist Heribert Prantl hat eine Wutrede zur Verteidigung der Sozialsysteme aus christlich-bürgerlicher Perspektive verfasst - der Essay "Kein schöner Land",
    in:
    TAZ v. 17.03.

    WINKELMANN, Ulrike (2005): Schröder will mehr Kinder.
    Kanzler "begrüßt" den Plan der Familienministerin für ein "Elterngeld", mit dem Gutverdiener zum Kinderkriegen ermutigt werden sollen. Arbeitgeber auch dafür,
    in: TAZ v. 14.04.

    Ulrike WINKELMANN verweist darauf, dass dass das Familienministerium mit veralteten Daten argumentiert:

    "Begründet wird das Elterngeld vor allem damit, dass 40 Prozent der deutschen Akademikerinnen kinderlos seien. Gerade deren Erziehungsleistung wird jedoch von allen Parteien - wenn auch nur indirekt ausgesprochen - gewünscht. Die »40 Prozent«, von denen auch das Familienministerium noch spricht, sind jedoch längst und heftig umstritten. Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) kommt bei Akademikerinnen auf eine gegenüber Unstudierten nur unwesentlich erhöhte Kinderlosenrate - um die 30 Prozent."

    SCHMITT, Christian & Ulrike WINKELMANN (2005): Wer bleibt kinderlos?
    Was sozialstrukturelle Daten über Kinderlosigkeit bei Frauen und Männern verraten,
    in:
    Feministische Studien, Thema Kinderlosigkeit, Heft 1, Mai

    SCHMITT & WINKELMANN beschäftigen sich in dem Artikel u. a. mit der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen, deren Kinderlosigkeit seit einiger Zeit im Brennpunkt der öffentlichen Debatte um die Geburtenkrise steht. Die Autoren widerlegen anhand von Lebenslaufdaten die gängigen hohen Kinderlosenzahlen:

    "Unter den Akademikerinnen (Fachhochschul- und Universitätsabschluss) liegt der Anteil an dauerhaft Kinderlosen in der Kohorte der 1950 bis 1960 geborenen unter 25 Prozent. (...). Für die Kohorte der 1960 bis 1965 geborenen Akademikerinnen und Akademiker liegt der Anteil an dauerhaft Kinderlosen geringfügig höher, aber immer noch unter 25 Prozent"

    Manfred SCHAREIN & Rainer UNGER, beide Mitarbeiter des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, haben die Richtigkeit dieser Berechnungen in den hauseigenen BIB-Mitteilungen vom 30.06.2005 bestätigt und damit gravierende Mängel der amtlichen Geburtenstatistik eingeräumt.

    WINKELMANN, Ulrike (2005): Die Akademikerinnenprämie,
    in: TAZ v. 06.07.

    Ulrike WINKELMANN sieht keinen Bedarf für ein Elterngeld:

    "Da die SPD dies unter anderem damit rechtfertigt, dass besonders Akademikerinnen zur Kinderproduktion angeregt werden sollen, lässt sich das Elterngeld also auch als Akademikerinnengebärprämie bezeichnen. Nun ist mittlerweile erwiesen, dass Studierte gar nicht viel gebärfauler sind als Nichtstudierte. Die geringen Prozentunterschiede in den Kinderzahlen rechtfertigen die absehbar beträchtlichen Prozentunterschiede in der Gebärförderung jedenfalls nicht."

    WINKELMANN, Ulrike (2005): Bauplatz Schwarz-Rot.
    Merkels Programm: Die Einladung zur Grossen Koalition,
    in: TAZ v. 12.07.

    Für Ulrike WINKELMANN ist die erste große Koalition seit 1966 in den Bereich des Möglichen gerückt. Der Politikwissenschaftler Franz WALTER hat vor kurzem aufgezeigt wie es geht und WINKELMANN sieht nun in den Wahlprogrammen von SPD und CDU mehr Gemeinsamkeiten als zwischen CDU und FDP.

    WINKELMANN, Ulrike (2006): Gebildete Frauen haben Kinder,
    in: TAZ v. 07.02.

    Ulrike WINKELMANN hat eine bereits ziemlich angestaubte Meldung ins Blatt gebracht:

    "79 Prozent der Akademikerinnen haben Kinder. Nur 21 Prozent von 500 befragten Frauen mit Hochschulabschluss im Alter von 35 bis 44 Jahren geben an, kinderlos zu sein. Dieses Ergebnis einer Emnid-Befragung vom Herbst 2004 wurde jetzt in der Studie "Kinderwunsch und Familiengründung" von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht. Die Erhebung ist ein weiterer Hinweis, dass hochgebildete Frauen weit seltener kinderlos sind, als lange aufgrund irreführender Mikrozensus-Daten behauptet."

    WINKELMANN, Ulrike (2006): Lieber Zukunftspläne machen.
    Müntefering kurvt um die Baustellen der Renten,
    in: TAZ v. 09.02.

    Jetzt herrscht Katzenjammer bei Ulrike WINKELMANN:

    "Bislang haben die Jüngeren sämtliche Kürzungen ihrer eigenen Rentenansprüche zwar recht unbeeindruckt hingenommen. Doch die aktuelle Debatte über die Rente mit 67 könnte das ändern. Denn mittlerweile steht etwa vielen Babyboomern - das sind die geburtenstarken 1960er-Jahrgänge - deutlich vor Augen, dass ihre Bröckelbiografien ihnen keine großartigen Altersbezüge bescheren dürften. Ihnen verkauft die SPD nun die Rente mit 67 mit dem Argument, dass schon die Demografie dafür sorge, dass auch die Babyboomer in zwanzig Jahren noch in Arbeit bleiben können. Denn der Arbeitsmarkt sei dann entspannt. Ach ja? Warum sind Rentenkürzungen denn dann überhaupt nötig? Es wäre schon merkwürdig, wenn die Betroffenen eine so unwägbare Politik achselzuckend zur Kenntnis nähmen - zum Wohlgefallen der Privatversicherer."

    Im Jahr 2003 hat einzig single-generation.de anlässlich eines Artikels von Susanne GASCHKE nachgewiesen, dass die Generation Golf nicht so gebärfaul ist, wie es dargestellt wird und dass die 68er-Generation Teil des Problems ist. Des Öfteren wurde hier diese Besitzstandswahrerpolitik angeprangert. Vor 3 Jahren wollte die taz - und speziell Ulrike WINKELMANN - nichts davon wissen. Das sind 3 verschenkte Jahre gewesen!

    WINKELMANN, Ulrike (2006): Schwarzrote Nesthocker.
    Hartz IV wird umgebaut: Junge Arbeitslose sollen bei
    den Eltern wohnen bleiben und bekommen weniger Geld,
    in: TAZ v. 14.02.

    WINKELMANN, Ulrike (2006): Nur 23 Prozent der Studierten kinderlos.
    Wer mit "40 Prozent kinderlosen Akademikerinnen" Panik oder Politik machen will, liegt falsch. Eine neue statistische Auswertung am DIW in Berlin zeigt: Kaum mehr als zwanzig Prozent der studierten Frauen bleiben kinderlos,
    in: TAZ v. 29.05.

    WINKELMANN, Ulrike (2006): Politik mit falschen Zahlen.
    Akademikerinnen bekommen kaum weniger Kinder als andere Frauen,
    in: TAZ v. 29.05.

    WINKELMANN, Ulrike (2006): Kinder sind unwichtiger geworden.
    BIB-Kinderwunschstudie: Seit etwa 1992 stagniert der Kinderwunsch in Deutschland: Im Durchschnitt wollen die Leute nur noch 1,75 Kinder. Jeder vierte Mann will kinderlos bleiben. Aber: Nur noch 61 Prozent der Frauen finden, zum Kinderkriegen braucht's eine feste Beziehung,
    in: TAZ v. 29.06.

    WINKELMANN, Ulrike (2007): Nach dem Patriarchat.
    Antje Schrupp entwirft die Vision einer Gesellschaft, in der selbstverantwortliche Menschen in allen Alters-, Wohn- und Familienformen einander nahe sind,
    in: TAZ v. 22.03.

    Ulrike WINKELMANN stellt das Anti-SCHIRRMACHER-Buch Methusalems Mütter von Antje SCHRUPP vor:

    "Emanzipation definiert sie als bloße Übernahme der männlich-bürgerlichen Werte Unabhängigkeit oder Konkurrenz durch die Frau und daher als Teil des demografischen Problems. Feminismus dagegen hält Schrupp für die Lösung: eine Aufwertung des weiblichen zivilisatorischen Beitrags, also das Anerkennen, dass es ohne Kümmern und Sorgen nicht geht.
                 Der interessanteste Aspekt Schrupps ist, wie sich die weibliche Emanzipationsgeschichte auf das Alter übertragen lässt. (...). Denn nicht nur ist die Rolle der alten Frau noch einmal ein besonderes Kapitel im Patriarchat. Auch weist die Art der Diskriminierung von Frauen und Alten signifikante Gemeinsamkeiten auf: Etwa sind weder Frauen noch Alte Minderheiten. Frauen wie Alten wird vor allem Schwäche und deshalb Zweitrangigkeit zugeschrieben. Die Stereotypenbildung funktioniert dabei über den Körper, von dem auf den Geist geschlossen wird.
                 Doch geht Schrupp dem nicht nach."

    WINKELMANN, Ulrike (2008): Die Lindenstraße der Datensammler.
    Gibt es in Deutschland tatsächlich Armut? Sind kinderlose Männer dumm? Seit 25 Jahren misst das Sozio-oekonomische Panel so genau wie kein anderes Instrument deutsche Zustände. Ein Grund zu gratulieren,
    in: TAZ v. 07.07.

    Zur 25. Erhebungswelle des Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) verklärt Ulrike WINKELMANN das Erhebungsinstrument:

    "Anhand der über die Jahre auflaufenden Daten wurde in den späten 80ern zum Beispiel erkennbar, dass Armut in Deutschland ein individuell vorübergehendes Phänomen war: Die Rede von der »Zwei-Drittel-Gesellschaft«, in der ein Drittel dauerhaft ausgeschlossen war, traf gar nicht zu. Denn die Betroffenen waren meist nur kurzfristig arbeitslos.
                Möglicherweise aus anhaltendem Stolz über diese wichtige Erkenntnis haben Gert Wagner und Co noch 2004 zum Höhepunkt der Hartz-IV-Debatte erklärt, das mit der Ungleichheit in Deutschland sei alles nur halb so wild. Doch dann muss sich in kurzer Zeit die Botschaft der Daten verändert haben",

    meint WINKELMANN. War es wirklich die "Botschaft der Daten"? Im Gegensatz zum Familien-Survey werden im SOEP die haushaltsübergreifenden Sozialbeziehungen vernachlässigt. Weder Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt noch die multilokale Mehrgenerationenfamilie sind deshalb erfasst worden.

    WINKELMANN, Ulrike (2009): Profiteure von morgen,
    in: TAZ v. 14.07.

    WINKELMANN, Ulrike (2009): Kein Honig für von der Leyen.
    Über die leicht gestiegene Geburtenrate 2008,
    in: TAZ v. 05.09.

    WINKELMANN, Ulrike (2009): Die Deutschen sterben nicht aus.
    Demografie: Die Geburtenraten in Europa steigen wieder. Grund dafür ist der sogenannte Tempoeffekt: Viele Frauen sind heute älter als 30, wenn sie ihr erstes Kind bekommen,
    in: TAZ v. 14.12.

    Der Artikel "The End of 'Lowest-Low' Fertility?" von Joshua R. Goldstein, TomᚠSobotka und Aiva Jasilioniene in der Debatte

    WINKELMANN, Ulrike (2010): Rock 'n' Roll mit bekleckertem Pulli.
    Familie und Politik: Jüngere grüne Spitzenpolitiker gehen reihenweise in Elternzeit. Ein neuer Politikertyp, der auf Macht verzichtet? Oder eine neue Masche?
    in: TAZ v. 08.03.

    WINKELMANN, Ulrike (2011): "Das ist der feministische Grundirrtum".
    Elterngeld und Kitaplätze sollen nur die Eltern dem Marktdiktat unterwerfen, sagt Kostas Petropulos vom Heidelberger Familienbüro. Er fordert ein Erziehungsgehalt,
    in: Freitag Online v. 01.01.

    Ulrike WINKELMANN interviewt den Nationalkonservativen Kostas PETROPULOS zu den Ende Dezember gemeldeten Geburtenzahlen. PETROPULOS ist in letzter Zeit vor allem dadurch aufgefallen, dass er sich voreilig auf letztlich falsche Zahlen zur Geburtenentwicklung gestützt hat und diese zudem tendenziös interpretiert hat.

    Neu:
    WINKELMANN, Ulrike (2012): Schröders Traum vom Kinde.
    Angeblich mehr Akademikerkinder: Eine Politikerin wollte eine schöne Meldung: Hurra, die studierten Frauen kriegen wieder mehr Kinder. Nur leider lässt sich das so einfach gar nicht sagen,
    in: taz.de v. 20.09.

     
           
       

    Statements zur Generationenrhetorik und zur Generation Golf

     
       
         
     

    Die Karriere des Generationsbegriffs

    "Als provokant genutztes Etikett, als Differenz produzierende Debattenvokabel und als multifunktionale Selbstverständigungskategorie hat die »Generation« in den neunziger Jahre eine beachtliche Karriere gemacht".
    (TAZ, 23.03.1999)

    Der Reiz des Generationsbegriffs

    "So vage die Definitionen der Generationen daherkommen, so vielseitig erscheint der Generationsbegriff jedoch, wenn er auf seine Einsatzmöglichkeiten hin untersucht wird. Der Individualisierung von Lebensläufen setzt das Wir des Generationsbegriffs die geteilte Erfahrung von Jahrgangsgruppen entgegen. Dem diffusen Epochengefühl einer »Postmoderne« hilft der Generationenbegriff mit der Behauptung von Zeitgenossenschaft auf die Sprünge."
    (TAZ, 23.03.1999)

    "Inmitten von Wahlverwandtschaften, Wahlnationalitäten und Wahlidentitäten überhaupt ist die Generation der Parameter des Schicksals. Seine Schicksalshaftigkeit macht den Generationenbegriff so mythentauglich".
    (TAZ, 12.03.2001)

    Die Funktionalität des Generationsbegriffs für Debatten

    "Kurzfristig kann die Behauptung, ein Streit handele im Grund von einem Generationskonflikt, die Fronten verschieben; als ein Aspekt von anderen wären in Debatten die unterschiedlichen Generationserfahrungen zu berücksichtigen; vorübergehend können den unübersichtlichen Zeitläufen ein paar Subjekten untergeschoben werden."
    (TAZ, 23.03.1999)

    Die Grundlage erfolgreicher Generationsbegriffe

    "Wer will sich schon in die Entwürfe einordnen, womöglich zum Erfüllungsgehilfen irgendeiner wirren Generationenaufgabe machen lassen? Ausnahmen gibt es dann, wenn Autorenschaft und Rezeption zusammenfallen, wenn also die Möglichkeit besteht, zum eigenen Ruhm am Generationenbild mitzustricken. Publikumslieblinge sind hier nach wie vor ein paar Dutzend Akademiker, im Folgenden ohne Gänsefüßchen 68er genannt, aber in jüngerer Zeit auch die Bewegung zur ästhetischen Aufarbeitung der 80er-Jahre, die in Florian Illies einen Dokumentator fand (...). Doch diese beiden publizistischen Erfolgsgeschichten fechten die Regel nicht an: Eingemeindung findet freiwillig-individuell statt oder gar nicht"
    (TAZ, 12.03.2001)

    Generationengerechtigkeit als Label für einen Klassenkampf von oben

    "Der Kampf um die Sozialsysteme ist nur ein eingebildeter Kampf der Generationen. Der Generationenbegriff wird zum politischen Vehikel, um Kosten zu entgesellschaften.
    (...).
    Ungenannt bleibt dabei, dass es vor allem nur zwei Gruppen gibt, die von den Einschnitten in die Sozialsysteme wirklich dauerhaft betroffen sein werden: Die, die nichts zu vererben haben - und deshalb auch kein Kapital, um etwa Pflegekosten abzudecken -, und die, die weder erben noch Vermögen bilden können. Unschwer zu erkennen, dass zu diesen Gruppen Jung und Alt gehören."
    (TAZ, 17.07.2001)

    Stimmen zu Ulrike Winkelmann

    "Wir konnten es erst nicht glauben, dass die deutsche »Sozialauswahl« dafür sorgt, dass die gehen müssen, die dem Unternehmen am kürzesten angehören und die wenigsten Kinder haben. Ulrike Winkelmann hat in der taz in ihrer schönen, bösen »Golf«-Kolumne dazu lapidar bemerkt, wie verrückt es sei, dass alle, die immer gehört hätten, dass sie sich durch ein Kind die Karriere zerstören würden, jetzt plötzlich auf der Straße sitzen, weil sie keine Kinder haben"
    (aus: Florian Illies "Generation Golf zwei", 2003, S.64)

     
         
     
           
       

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    webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. Juli 2003
    Update: 05. Juli 2015