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Barbelies Wiegmann: Ende der Hausfrauenehe

 
       
   
  • Kurzbiographie

 
       
   

Barbelies Wiegmann in ihrer eigenen Schreibe

 
   
fehlt noch
 
       
   

Ende der Hausfrauenehe (1980).
Plädoyer gegen eine trügerische Existenzgrundlage
Reinbek: Rowohlt (vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"»Die Hausfrauenehe ist ein Risiko, as Frauen nicht länger zuzumuten ist. Heute schon stehen die Chancen 1:3, daß die Ehe früher oder später scheitert und die Hausfrauen dann vor dem wirtschaftlichen Nichts stehen. In den kommenden Jahrzehnten wird der Zahl der Ehescheidungen weiter ansteigen.«

Die Rechtsanwältin Barbelies Wiegmann zeigt an Protokollen aus der Scheidungspraxis, wie gefährlich Frauen leben, die Ehe und Familie als ihre Lebensaufgabe betrachten und auf eine unabhängige Existenz verzichten. Sie kämpft gegen die Hausfrauenehe, gegen die Arbeitsteilung, die Frauen ans Haus fesselt und Männer aus der Familie verbannt. Gemeinsam müssen Männer und Frauen alternative Familienformen suchen und erstreiten."

Inhaltsverzeichnis

Warum ich dieses Buch geschrieben habe

1 Ich gehöre dazu

2 Trugbilder vom Eheglück

3 Wie Frauen ihr Leben planen

Andrea E., 36 Jahre alt, 2 Kinder, geschieden

Else R., 47 Jahre alt, ein Sohn, geschieden

4 Recht auf Unterhalt

Sonja Z., 36 Jahre alt, 2 Kinder, geschieden

Gesine N., 40 Jahre alt, 4 Kinder, geschieden

5 Kampf um die Kinder

6 Wirtschaftliche Misere

Verena L., 42 Jahre alt, geschieden

Johanna N., 44 Jahre alt, 2 Töchter, geschieden

7 Frauen verzichten

8 Ende der Hausfrauenehe

9 Alternative

Zitat:

Die Alternative zur Hausfrauenehe

"Das Prinzip der strikten Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau stammt aus den Zeiten der vorindustriellen Großfamilie, in der die Frau ein Leben lang durch das Gebären und Stillen der Kinder an das Haus gebunden und wirtschaftlich durch die Großfamilie abgesichert war.
          
  Für die Kleinfamilie unseres Industriezeitalters hat dieses Prinzip längst seinen Sinn verloren. Wir leben in einer Zeit, in der es für jeden erwachsenen Menschen notwendig geworden ist, sich durch einen Beruf eine eigene wirtschaftliche Existenz zu sichern. Für viele Menschen ist aus dieser Notwendigkeit zugleich ein Bedürfnis geworden, sich nämlich in einem Beruf eine sinnvolle Lebensaufgabe zu schaffen.
          
  Wir leben weiter in einer Zeit, in der Frauen durchschnittlich weniger als ein Viertel Dutzend Kinder zur Welt bringen. Diese Kinder werden in der Regel nur einige Monate gestillt, besuchen Kindergarten und Schulen und gehen aus dem Haus, wenn die Mütter in der Mitte des Lebens stehen.
          
 
Es besteht also kein wahrer Grund mehr, warum Frauen, nur weil sie Kinder gebären, auch rund zwanzig Jahre lang für diese Kinder und immer für den Haushalt allein zuständig sein sollen.
          
  (...).
In Wirklichkeit ist es schon lange an der Zeit, an die biologische Mutterschaft endlich die soziale Elternschaft anzuschließen. Im Klartext heiß das: Mutter und Vater sind für Kinder und Familie verantwortlich.

Damit haben wir die Bausteine für eine neues Fundament. Nicht mehr Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, sondern Arbeitseinteilung. Jede Frau und jeder Mann ist zuständig für Beruf und Familie, für Erwerbstätigkeit und Privatleben.
Jeder Mensch in dieser Gesellschaft sollte also die Möglichkeit haben, einen Beruf zu erlernen und auszuüben, möglichst einen Beruf, der Spaß macht und eine ausreichende wirtschaftliche Existenz garantiert. Außerdem sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, in einer Familie - oder familienähnlichen Gemeinschaft - zu leben und sich Kinder zu wünschen. Haben Frau und Mann gemeinsame Kinder, so sind beide für diesen Haushalt in gleichem Umfang verantwortlich. Sie schränken ihre Berufstätigkeit so weit ein, daß Mutter und Vater persönlich die Kinder betreuen und groß werden lassen kann. Doppelrolle ohne Doppelbelastung!" (S.141f.)

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Chronologie der deutschen Single-Debatte (I): Die 1970er Jahre
 
   

Literatur zur damaligen Debatte

DESSAI, Elisabeth - Auf dem Weg in die kinderlose Gesellschaft

LEHR, Ursula - Ist Frauenarbeit schädlich?

 
   

Die Hausfrau in der Debatte

DEIßNER, David (2006): Viele Leben hat die Hausfrau.
Nichts sorgt in der Koalition für soviel Ärger wie die Familienpolitik. Die Union fürchtet, die traditionelle Alleinverdiener-Ehe könne vergessen werden. Was denken Hausfrauen darüber? Eine Spurensuche,
in: Welt am Sonntag v. 29.01.

KÖHLER, Andrea (2006): Die H-Bombe.
Betty Friedans Erbinnen und der Weiblichkeitswahn heute,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.02.

BENDKOWSKI, Halina (2006): Eine Frau ist keine Hausfrau.
Pionierarbeit. Mit Betty Friedan starb eine Ikone des Feminismus und die Stimme der wahren "Desperate Housewives",
in: Freitag Nr.7 v. 17.02.

NUNGEßER, Karin (2006): "Ein feministischer Klassiker".
Im Gespräch: Die Journalistin, Feministin und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Inge von Bönninghausen über die Langlebigkeit von Weiblichkeitsmythen,
in: Freitag Nr.7 v. 17.02.

FISCHER, Cristina (2006): Problem ohne Namen.
Hausfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Die US-amerikanische Feministin Betty Friedan und ihr Buch »Der Weiblichkeitswahn«,
in: junge Welt v. 17.02.

MAYER, Susanne (2006): Im Land der Muttis.
Die deutsche Hausfrau gilt als Stütze der Nation. Dabei kostet es uns ein Vermögen, wenn bestens ausgebildete Frauen zu Hause bleiben,
in: Die ZEIT Nr.29 v. 13.07.

WELTWOCHE-Titelgeschichte: Die Pflichten einer Frau
 

SCHLAG, Beatrice (2006): Der weibliche Herdtrieb.
Mit einem einzigen Satz über berufstätige Mütter machte sich die Autorin Caitlin Flanagan Millionen von Feindinnen. Da lohnt es sich nachzufragen, ob sie noch mehr zu sagen hat über den Konflikt zwischen Emanzipation, Karriere und Kindererziehung. Sie hat,
in: Weltwoche Nr.29 v. 20.07.

WALLASCH, Alexander (2013) Mutti macht mobil.
Antifeminismus: Katholisch, verheiratet, Mutter von vier Kindern und Hausfrau: Birgit Kelle hat ein Buch über sich und ein Plädoyer für ihren Lebensentwurf geschrieben - klug argumentiert, akkurat zitiert und verständlich. Viele werden es mit Genugtuung lesen,
in: TAZ v. 06.09.

Die taz ist in der Krise und hofft mit einem Gesprächsangebot an die Befürworter der Hausfrauenehe und Väter im Sorgerechtsstreit neue Leserschichten zu erschließen bzw. verkraulte Leser(innen) wieder zurück zu gewinnen. Willkommen im bürgerlichen Mainstream!

"»Dann mach doch die Bluse zu« ist ein neues Plädoyer für die Anerkennung des Berufsbilds »Hausfrau« geworden. Und eine Anleitung für Mütter, ihre Mutterschaft wieder ausgiebig zu genießen",

lobt WALLASCH. Bislang war die taz ein reines Kampfblatt zur Durchsetzung der "Doppel-Karriere-Familie"-Norm. Davon scheint sich die taz nun langsam verabschieden zu wollen.

MÜLLER, Ann-Katrin & Ralf NEUKIRCH (2013): "Das regt mich auf".
Die CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel, 52, und ihre SPD-Kollegin Ursula Schulte, 61, sind die beiden einzigen Hausfrauen im Bundestag und reden über die Vorurteile, denen sie dort begegnen,
in:
Spiegel Nr.48 v. 25.11.

WELT (2014): Hausfrauenehe darf kein Leitbild mehr sein.
Ausgerechnet die Konrad-Adenauer-Stiftung geht mit der Familienpolitik der Regierung hart ins Gericht. Ende "ideologischer Diskurse" gefordert,
in:
Welt v. 01.07.

Die Welt zitiert die Rangfolge der Familienformen, bei der die unvollständige Familie (Alleinerziehende) im Sinne des bürgerlichen Familienideals immer noch das Bewusstsein der Bevölkerung prägt:

"Auch in der Bevölkerung ist der Studie zufolge das verheiratete Paar nach wie vor ein zentrales Modell des Zusammenlebens. Volle 100 Prozent der vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) 2013 befragten 5000 Bürger zwischen 20 und 39 Jahren sehen das so. Doch das Spektrum der Familienformen habe sich erweitert: Mit 97 Prozent Zustimmung genieße auch das unverheiratete Paar eine große Akzeptanz. Homosexuelle Paare (88 Prozent) mit eigenen Kindern würden etwas häufiger als Familie definiert als Patchworkfamilien (85 Prozent) oder als die alleinerziehende Mutter (82 Prozent)."

 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. Juli 2007
Update: 20. März 2016