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Evelyn Peters: Frauen ohne Männer in den 70er Jahren

 
       
     
       
   
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    Evelyn Peters in ihrer eigenen Schreibe

     
       
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    Evelyn Peters im Gespräch

     
       
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    Frauen ohne Männer (1978)
    München: Franz Schneekluth Verlag
    (Taschenbuchausgabe bei Knaur)

     
       
     
     

    Klappentext

    "Vier alleinstehende Frauen - vier Frauen ohne Partner - auf der Suche nach Liebe, Glück und Geborgenheit. Geschieden, verwitwet, enttäuscht ziehen sie sich zusammen in ein Bergsanatorium am Tegernsee zurück. Und noch einmal lernen sie Männer kennen, von denen sie sich ein bißchen von dem, was man Glück nennt, erhoffen."

    Zitate aus der Taschenbuch-Ausgabe:

    Das Witwendasein im mittleren Lebensalter

    "Seit sie Witwe ist, seit zwei Jahren, meidet sie einsame Frauen. Aber man kommt nicht drumherum, gerade diesen Frauen immer wieder zu begegnen. Sie sitzen in Hotelhallen, Speisesälen, Cafés. man trifft sie an Deck eines Schiffes genauso häufig wie in einem Flugzeug. Man begegnet ihnen im Kino, im Theater, im Konzertsaal - man entgeht ihnen einfach nicht.
    Do Leonore hält sich von ihnen fern.
    Sie gehört nicht zu den Frauen, die Frauenfreundschaften pflegen. Sie sagen ihr nichts. Vertraulichkeiten mit ihren Geschlechtsgenossinnen findet sie »degoutant«. Das hat ihr die Einsamkeit nicht gerade erleichtert, hat ihr - völlig zu Unrecht - bei ihren Bekannten den Ruf eingetragen, »mannstoll zu sein.«
    (...).
    Ihre Figur ist die eines jungen Mädchen. Sie ist einundvierzig Jahre alt, aber sie sieht aus wie Anfang Dreißig. Die Frauen in ihrer Bekanntschaft nehmen ihr das übel. Sie nehmen ihr eine ganze Menge übel: ihre Zurückhaltung, ihre Natürlichkeit, ihre Weiblichkeit, ihren Charme. Vor allem aber ihren Mangel an Bereitschaft, über Männer herzuziehen.
    »Ich mag Männer«, gesteht sie freimütig. »Ich finde ein Leben ohne Männer langweilig und reizlos.«
    Befragt, wie sie das mit ihrer Witwenschaft in Einklang bringe, erwidert sie: »Ich hoffe, ich werde nicht für immer allein bleiben.« Das sagt sie bereits ein halbes Jahr nachdem sie ihren Mann verloren hat. Seitdem gilt sie in ihrem Bekanntenkreis als herzlos." (S.5f.)

    Der Einsamkeit entgehen

    "»(...). Die wenigsten Gäste sind ernsthaft krank. Die meisten sind einfach einsam.«
    »Wie traurig«, sagt Leonore und denkt: Ich bin es auch.
    (...). »Ich beneide Menschen, die allein sein können «, sagt sie offen. »Ich kann es nicht - es fällt mir schwer. Ich leide darunter. Ich spüre, wie ich daran kaputt gehe.«
    (...). Frau Dr. Mittenwald lehnt sich zurück. Ihr Gesicht entspannt sich. »(...). Sie werden immer wieder einen Menschen finden, der Sie aus Ihrer Einsamkeit herausholt. (...). Sie sind eine sehr anziehende Frau. Ich sage das nicht, um Ihnen ein Kompliment zu machen. Es ist einfach so. Sie ziehen Menschen an. Menschen, Männer ... das ist kein Verdienst, es ist ein Geschenk. (...).«
    (...). »(...). Viele Frauen hier wirken eher abstoßend. Oder sie haben Kontaktschwierigkeiten oder sind ganz einfach langweilig. Und solche Frauen haben es natürlich sehr viel schwerer, der Einsamkeit zu entgehen, als Sie.« (..) »Sie sind sehr gut in der Lage und auch willens, Veränderungen herbeizuführen, wenn Sie einen Zustand als unerträglich empfinden. Und das«, schließt Frau Dr. Mittenwald sachlich, »können die wenigsten Frauen.«" (S.52f.)

    Ledigsein in den 70er Jahren - Sex, Liebe und Heiraten

    "»Ich bin mit ihm mitgegangen. Ich bin einfach mit in sein Haus gegangen, und wir haben uns geliebt.«
    (...).
    »Wir wollten es wirklich beide«, wiederholt sie eindringlich. »Und mit Leichtsinn hat es überhaupt nichts zu tun.«
    (...).
    »Er liebt mich. Er wird mich natürlich nicht gleich heiraten, aber das ist ja auch nicht nötig (...).« (...).
    »Heiraten ist völlig überflüssig. Wir sind schließlich moderne Menschen.«
    (...). Das ist alles sehr traurig, denkt sie. Da verliebt sich so ein dummes, kleines Ding und ist gleich bereit Opfer zu bringen und sich noch einzureden, das wäre zeitgemäß.
    (...). Sie alle machen sich selbst etwas vor. Freie Liebe - keine Rücksicht auf den anderen - jeder kann tun und lassen, was ihm gefällt. Sie kennt das doch. Oft genug hat sie mit anderen Leuten über dieses Thema diskutiert. Sie gaben sich modern, ohne genau zu wissen, was das eigentlich war. So modern, aufgeklärt und uneigennützig, daß sie jedes Versprechen, jede kleinste Zusage bereits für einen Zwang hielten. Und was kam dabei heraus? Neurosen und Selbstmordversuche.
    (...).
    »Was ist das mit der Liebe? Wie kann so etwas geschehen? Ist es nur, weil ich so allein war? Manchmal hab' ich gedacht - ich dachte, ich bin gezeichnet. Wie eine Krankheit ... verstehen Sei? Hautausschlag oder so. Die anderen wurden geliebt. Ich nicht. Mich hat niemand gemocht. Ich hab' gedacht, es wäre eine Krankheit.«
    (...). »Ich mußte es einfach tun«, sagt sie. »Ich hab' gedacht, wenn ich es nicht tue, dann ist alles wieder vorbei. Ich wollte sein wie andere Mädchen.«" (S.84ff.)

    Unfähigkeit zum Alleinleben - Die Attraktivität der Ehe

    "»Mein Mann - ich möchte zu ihm zurückkehren.«
    (...).
    »Sie waren zwei Jahre allein. Haben Sie das gefunden, was Sie gesucht haben?«
    »Nein.«
    »Sie kehren also zurück, weil Sie mit der Freiheit nichts anfangen konnten. Ist das so?«
    (...) »Ich dachte immer, es passiert etwas. Es kommt etwas auf mich zu - etwas Großes, Einmaliges. Es kam nichts. Ich war nur allein.«
    (...).
    »Wenn Sie jetzt zu Ihrem Mann zurückkehren - seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie das Leben an seiner Seite genauso langweilig finden wie früher. Sie haben gelernt, daß die Sensationen auch anderswo nicht zu finden sind. Versuchen Sie etwas aus Ihrer Ehe zu machen. Zurückzugehen allein genügt nicht. Sie müssen wiesen, daß eine Aufgabe auf Sie wartet. Glück ist nichts, was Ihnen fix und fertig präsentiert wird. Es ist ein Zustand, den Sie sich erarbeiten müssen.«" (S.181ff.)

    Mit einem verheirateten Mann zusammenleben

    "»Du wirst mit mir leben - obwohl ich verheiratet bin?«
    »Ja«, sagt sie, »und ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei.«
    (...).
    »Ich kannte mal eine Frau, eine ehemalige Schulfreundin von mir. Sie war verheiratet, aber ihr Mann liebte eine andere und wollte sich scheiden lassen. Seine Frau hat das verhindert. Mit dem billigsten und schäbigsten Trick, den eine Frau anwenden kann: Sie hat einen Selbstmordversuch gemacht. Aber sie ist dabei so geschickt vorgegangen, daß man sei auf jeden Fall rechtzeitig finden mußte. Ihr Mann war natürlich entsetzt. Er liebt sie nicht mehr, aber sie tat ihm leid. Und aus Mitleid ist er schließlich bei ihr geblieben. Jetzt gibt es nicht einen unglücklichen Menschen, sondern drei: den Mann, die Ehefrau und die verlassene Geliebte. - Und darum habe ich kein schlechtes Gewissen.«"
    (...).
    »Es wird nicht immer leicht sein.«
    »Ich weiß.«
    »Sie werden sich ganz schön das Maul über uns zerreißen.«" (S.192)

     
     
     
           
         
       
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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 09. Dezember 2003
    Update: 23. Oktober 2013