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Willi Winkler: Früher war alles besser!

 
 
   
  • Kurzbiographie

    • 1957 geboren
    • 2001 Buch "Bob Dylan"
    • 2002 Buch "Mick Jagger und die Rolling Stones"
    • 2002 Buch "Kino"
 
 
     
 
   

Willi Winkler in seiner eigenen Schreibe

 
 

WINKLER, Willi (1999): Männer ohne Frauen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 15.11.

Tristesse Royale - Das Manifest des popkulturellen Quintetts

WINKLER, Willi (2001): Das RAF-Fahndungsplakat.
Teil 21 der Serie "Das war die BRD",
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.05.

Georg Diez - Das war die BRD

WINKLER, Willi (2001): Verblasste Mythen: Die Brunst,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.09.

WINKLER schreibt über die Krankheit der Jugend. Er beginnt beim Sturm und Drang des 18.Jahrhundert und endet bei der ewig verlängerten Jugend der 68er.

WINKLER, Willi (2001): Die neuen Männchen.
Kaum haben uns die Frauen verweichlicht, sehnen sie sich wieder nach echten Männern. Eine Streitschrift,
in: Süddeutsche Zeitung Magazin v. 21.09.

WINKLER ist spät dran mit dem Beweinen des letzten Cowboy

WINKLER, Willi (2002): Sei gepriesen, unglückliche Familie.
Jonathan Franzen lässt in seinem Erfolgsroman "The Corrections" die Theologie wiederkehren,
in: Literaturen Nr.3, März

Infos zu: Jonathan Franzen - Autor der Single-Generation

WINKLER, Willi (2002): Früher war alles besser!
Die Alten waren noch nie so rüstig wie heute. Leider wird das noch böse enden...,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.11.

Im Greisenblatt SZ klagen vergreisende Journalisten über die Vergreisung. Das kann nur böse enden!
Demografische Niedergangsszenarien - Die Konvergenz von Neuer Mitte und Neuer Rechte

WINKLER, Willi (2003): In Tirannos!
Über das inzwischen folgenlose Pathos der veröffentlichten Meinung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.01.

Willi WINKLER regt sich über das "ewige Jaccusieren" der Leitartikler auf und kommt dabei nicht zufällig auf BARING und die Feuilleton-Revoluzzer zu sprechen:

"Arnulf Baring, der seinen späten Ruhm dem Fernsehen verdankt (ob es nicht doch blöd macht, das Fernsehen?), rief mirabeauesk zum Ballhaus-Schwur auf. »Bürger, auf die Barrikaden!« forderte er und wies wenigstens zwei Jahrhunderte oder doch drei Spalten in die Schranken. Vom Bürger trompetete er, und meinte doch nur den unterdrückten und ausgebeuteten Leihwagen-Nutzer.
Diese historische Reprise war nicht ohne Reiz, aber geradezu Franzjosefs-Format gewann der chinaböllrige Aufstand, als die Jammerei wg. erhöhter Dienstwagenbesteuerung usw. gar kein Ende mehr nehmen wollte. Ganz wie im Greuelmärchen aus uralten Zeiten schrie es Skandal! und Schweinerei! und Unrechtsstaat! Vom Zurückweichen von den »Stränden der Zivilisation« wurde gemenefaselt, von
»Versteinerungsprozessen in vormodernen, gerontokratischen Gesellschaften« geflennt, zu vergleichen doch nur mit der »ägyptischen am Ausgang des Neuen Reiches«.
Wem da nicht die hellen Lachtränen in die Augen schießen, der hat den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen."

Als Nestbeschmutzer betätigt sich WINKLER jedoch nicht, denn auch bei der SZ könnte man fündig werden.

WINKLER, Willi (2003): Diederichsen, halt den Sabbel!
Der größte Poptheoretiker der Welt sieht mal wieder das Ende des Pop statt das Ende des größten Poptheoretikers der Welt. Wir verleihen ihm jetzt mal den "Adorno des Monats",
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.

Willi WINKLER macht sich über seinen Jahrgangsgenossen Diedrich DIEDERICHSEN und dessen Artikel in der taz vom 11.03.2003 lustig:

"Entschuldigung, liebe taz, aber gibt es dafür Geld? Oder war Diederichsen bloß so was von betrunken?
Der beste Satz, den Adorno nie geschrieben hat, geht so: »Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen.«"

         Da hinter der SZ nicht immer ein kluger Kopf steckt, schickt WINKLER zum Verständnis voraus:
      
  "Insbesondere Theodor W. Adorno verstand sich auf die manieriertesten Satzgebilde. Erleichtert konnte man gelegentlich einen ganz schlichten Satz mitnehmen, einen Satz wie diesen: »Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.«"

WINKLER, Willi (2003): Die menschliche Suppe.
Die neue Doku-Soap "Wir machen ein Baby" oder wie Paare ihre Bestimmung im Schnuller finden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.06.

Willi WINKLER über die bevölkerungspolitisch wertvolle Inszenierung des Familienglücks im neuen Agenda-TV:

"Acht Paare, eine allein erziehende Mutter und ein Prominenten-Doppel zeigen Glück, Glück und noch mal Glück. Warum nicht, es ist ein freies Land.
(...). Bäuche schwellen, immer kuhiger schauen die Frauen, die, wie sollte man es anders verstehen, endlich ihre eigentliche Bestimmung als Reproduktionsanlage entdeckt haben. (...).
Die ausgewählten Paare spielen eifrig mit, denn es soll ja möglichst unrealistisch sein. Nur ganz selten dringt die Wirklichkeit durch, schreit und flennt und jammert".

WINKLER, Willi (2003): Wir Angestellten.
Geistig obdachlos, fremdbestimmt, bald wegrationalisiert - ein zeitgemäßes Sittenbild,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.07.

Single-generation.de hat im Mai anhand der Romanfigur Abschaffel von Wilhelm GENAZINO Singles und ihre Ängste behandelt, nun greift Willi WINKLER das Thema auf, legt jedoch den Schwerpunkt nicht auf das Single-Sein, sondern auf das Angestellten-Dasein:

"Wilhelm Genazinos Held, der Angestellte Abschaffel, hat keinen Vornamen und diesen lächerlichen Zunamen, der sein weiteres Schicksal ankündigt. Er wird abgebaut werden, irgendwann wird er wegrationalisiert, ausgesteuert, eingespart, gefeuert, vom Stellenplan genommen, sozialverträglich entsorgt, ein – und tschüß! – Arbeitsloser mehr. Dreißig ist Abschaffel, dann 31, lebt allein, arbeitet seit zwölf, dreizehn Jahren in einer Spedition, überprüft Frachtbriefe, schäkert mit den Kolleginnen, rivalisiert ein bisschen mit den Kollegen und beschäftigt sich, um nicht ganz an der Welt, also an sich zu verzweifeln, mit der Beobachtung von allem. In seiner Freizeit wenigstens will er den Bohemien zelebrieren, aber er bleibt, was er ist: »Angestellter und Alleinwohner«.
Der Single war 1977 noch nicht erfunden, doch lebt ihn Abschaffel bereits mustergültig vor: hektisches Einkaufen nach Feierabend, bescheidene Vergnügungsgelüste über den Rand des eigenen Körpers hinaus, häufig wechselnde, flüchtige Geschlechtskontakte, ein berufstypisch eher voyeuristisches als tätiges Dasein, also eine unendlich sinnlose Existenz."

WINKLER, Willi (2003): Unter Schafen.
Der Chronist Wiglaf Droste verleiht dem Horror deutscher Alltäglichkeit entsprechend angemessene Worte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.08.

Anlässlich der Verleihung des Ben-Witter-Preis am 19. September porträtiert WINKLER das Multitalent Wiglaf DROSTE:

"Manchmal versinkt Wiglaf Droste aus heiterem Himmel in die tiefste Depression. Draußen herrscht jahreszeitentypisch SommerSonneHeiterkeit, aber drin sieht’s finster aus, rabenrabenschwarz sieht es da aus.
Draußen, wo’s doch nur Kännchen gibt, ist es gleich noch viel schlimmer: vertrocknete Bäume am Landwehrkanal, entkleidete Mitmenschen, die Gehsteige voll mit »Muttiregistertonnen«.
Und da soll Deutschland aussterben?"

WINKLER, Willi (2003): Der letzte Rebell aus Nashville.
Im Alter von 71 Jahren ist Johnny Cash gestorben,
in: SonntagsZeitung v. 14.09.

WINKLER, Willi (2004): Busen, Bier und Pomes.
Der Schriftsteller Jörg Fauser wäre heute 60 Jahre alt und vergessen - wenn er noch lebte. Stattdessen avanciert er nun zum Helden des jungen Feuilletons,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

Willi WINKLER klassifiziert Jörg FAUSERs Schriften abwertend als Junggesellenliteratur:

"Männer ohne Frauen, aber voll der Sehnsucht nach ihnen und dem, logisch, besseren Leben."

Jörg FAUSER wird als "männliche Christiane F." charakterisiert. In diesem Zusammenhang darf natürlich ein Seitenhieb auf Benjamin Stuckrad-Barre nicht fehlen. Als bessere Alternativen zu Jörg FAUSER preist WINKLER die Abschaffel-Trilogie von Wilhelm GENAZINO und Mars von Fritz ZORN an. Ersteren weil er seine Abschaffel-Episode erfolgreich überlebte und letzteren, weil er dem Zorn adäquater zum Ausdruck verhalf:

"Zorn ist keine literarische Kategorie, aber manchmal unentbehrlich. Ein Zürcher Lehrer gab sich sogar diesen Namen, »Fritz Zorn«, als er über sein verpfuschtes Leben schrieb, das ihn von der Goldküste direkt in den Krebstod führte, und es ist eins der wenigen bleibenden deutschen Bücher."

WINKLER, Willi (2004): Ärmer war er nie, der Mittelstand.
Opel, Karstadt, Spar - und die Frage, was aus der nivellierten Gesellschaft geworden ist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.10.

WINKLER, Willi (2004): Der E-Punkt.
In Wien fragt die Ausstellung "Go Johnny Go" nach Kunst, Mythos und Sex der E-Gitarre,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.10.

Willi WINKLER beschreibt u.a. eine Filmszene aus Michelangelo ANTONIONIs Film Blow up, in der die Gitarre von Jeff BECK im Mittelpunkt steht.

WINKLER, Willi (2004): Jetzt mal ein Wort unter Klosterschwestern.
Ist Schwulsein nicht doch die Männer-Existenzform der Zukunft? Einiges spricht bereits dafür!
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.

Willi WINKLER weicht keineswegs vom Pfad der katholischen Tugend ab. Mit FREUD und Kardinal RATZINGER im Gepäck kann da nichts schief gehen...

WINKLER, Willi (2007): Vor 50 Jahren startete das Magazin "konkret".
Im Namen der Wahrheit und mit Geld aus der DDR begann vor einem halben Jahrhundert das Magazin "konkret". Die Liste der prominenten Autoren ist lang, geschrieben wurde gegen Nazis, die Wiederbewaffnung - und alles, was die anderen nicht brachten. Heute gibt es das Heft immer noch,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.09.

"Die Zeitschrift hatte als hektographiertes Blättchen begonnen, als Plädoyer, aus dem der Studentenkurier wurde, an den schon der nur im allerengsten Kreis bekannte Arno Schmidt seine zauberischen Erzählungen lieferte. Im Herbst 1957 wurde daraus konkret",

weiß Willi WINKLER, der auch weiß, dass in dieser Zeitschrift auch "nachmals bekannte Schriftsteller wie Peter Schneider lang, lang vor der RAF von der Gewalt schwärmten."

WINKLER, Willi (2007): Auf Knien vor Elvis' Grab.
Der erste Urlaub allein (8): Naiv stolperte unser Autor dereinst durch die USA. Doch die Gewissheit, dass er alles schaffen kann, gab ihm das Bairisch von Franz Beckenbauer,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.09.

Neu:
WINKLER, Willi (2009): Was vom Manne übrigblieb.
Der moderne Kerl ist stets gebrochen und in Gefahr, zum Lächerling zu werden. Wie konnte das passieren? Eine (natürlich wehleidige) Heldendämmerung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.04.

Nach diesem Artikel weiß man, warum die Männer der 78er-Generation niemals Vorbilder für die nachwachsende Generation werden können. Angeblich gibt es ja keine Helden mehr, und wenn, dann sind es keine Männer, meint Willi WINKLER.

Generationsgenosse Norbert BOLZ nannte sein Buch Die Helden der Familie (2006) und meinte damit nur sich selbst und Gleichgesinnte, alle anderen sind dagegen Weicheier. Der Philosoph Dieter THOMÄ - auch er ein Generationsgenosse - nennt sein Väter-Buch Eine moderne Heldengeschichte (2009). So viel Heldenbücher dieser Generation, das deutet allemal auf eine Krise hin. WINKLER liegt mit seiner Jammerarie also voll im Trend seiner Generationsgenossen.

"Ich hatte einmal das rare Glück, mit Männern allein im Wald das Mannsein zu erleben. Das begab sich weit weg im Westen der USA, wo der Pazifik für eine tiefgrüne Flora sorgt".

So kitschig klingt Mannsein bei WINKLER. Bedauerlicherweise können sich Männer nicht mehr in Schlachten tummeln. Stattdessen verständnisvolle Pädagogen. So ziemlich das Übelste was einem Junge  widerfahren kann. Da steigt die Sehnsucht bei WINKLER nach einem katholischen Romantiker wie EICHENDORF. Und die Jugend von heute ist sowieso nicht mehr zu retten, denn die treffen sich lieber auf LAN-Partys, statt

"nach dem großbrüstigen Mädchen in der Nachbarklasse (...)(zu) lechzen".

Schließlich ist der Mann mehr als einfach strukturiert:

"Das, was sie können, sich wehren, um sich schlagen, erobern, vor allem aber sich (und damit die Art) fortzupflanzen, das ist doch immer weniger gefragt. In jeder Hochzivilisation sinkt die Geburtenrate, wozu braucht es also das aufwendige Anbahnungs- und Zeugungsgeschäft?"

Fragt man sich also nur noch: Wo war Willi WINKLER als ihn die nachwachsende Generation gebraucht hätte? Offenbar war er da gerade als Waldmensch unterwegs...

 
 

Kino (2002).
Kleine Philosophie der Passionen

München:
Deutscher Taschenbuch Verlag

 
     
 

Klappentext

"Wer ins Kino geht, ist für die Welt verloren. Was kümmern den Kinogeher die gewöhnlichen Händel draußen, wenn er drinnen vor Schmerz vergeht, weil Vivian Leigh als Scarlett O’Hara Steckrüben essen muß, um nicht Hungers zu sterben? Die wirkliche Welt ist ihm Tralala, wenn Robert de Niro es ganz allein mit der New Yorker Unterwelt aufnimmt.
Der Broadway strahlt nur im Kino richtig, der Held ist stark und schön bloß auf der Leinwand – und die Liebe, ach! es gäbe sie nicht ohne das Kino. Denn das Kino ist alles, was die Welt nicht ist: Freihafen, Lustrevier, kurz: das Paradies auf Erden."

 
     
 
 

Rezensionen

AREND, Volker Maria (2002): Diese gewaltige Magie.
Ein Abgesang? Willi Winklers melancholische Liebeserklärung an das "Kino",
in: Freitag Nr.41 v. 04.10.

HANICH, Julian (2002): Wenn Männer so sehr lieben.
Ein einziges Labor der Wunder und Wandlungskräfte: Willy Winkler und Michael Althen schreiben elegische Huldigungen an das Kino,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.12.

   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 05. Dezember 2002
Update: 02. Juni 2015