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Wolfgang Schömel: männliche Glückssuche

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1952 in Bad Kreuznach geboren
    • Studium der Literatur und Philosophie
    • Mitherausgeber des literarischen Jahrbuchs "Hamburger Ziegel"
    • 2002 Erzählband "Die Schnecke"
    • 2004 Debütroman "Ohne Maria"
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Wolfgang Schömel in seiner eigenen Schreibe

     
       
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    Wolfgang Schömel im Gespräch

     
       
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    Ohne Maria (2004)
    Stuttgart: Klett-Cotta

     
       
         
     

    Klappentext

    "Christoph Madlé, ein gescheiterter Intellektueller, liegt auf der Analysecouch seiner etwas zu attraktiven Ärztin. Er redet von Maria, seiner Geliebten, die er nicht vergessen kann, von seinen ersten Treffen mit ihr und davon, wie sie plötzlich rätselhaft aus seinem Leben verschwand. Beruflich ging es ihm damals gut, er etablierte sich als Rundfunkmitarbeiter, Ghostwriter und schließlich als Biograph des alten, reichen Unternehmers Jungmann. Nach einigen Monaten, während eines Portugalaufenthaltes, taucht Maria wieder auf. Eine Liebesgeschichte beginnt, anrührend, verwirrend und mit einem dramatischen Ausgang, der Madlé aus seiner Lebensbahn wirft."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    Neu:
    NEUHAUS, Andrea (2004): Lerne zu leiden!
    In der Schule der Schwermut: Wolfgang Schömels Romandebüt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.09.

     
           
       

    Die Schnecke (2002)
    Überwiegend neurotische Geschichten
    Stuttgart: Klett-Cotta

     
       
         
     

    Klappentext

    "Online-Redakteure, Architekten oder arbeitslose Philosophen sind die Helden dieser Geschichten. Gemeinsam haben sie, daß sie als Singles leben und nicht recht wissen, ob sie sich unglücklich fühlen oder nicht. Der Jagd nach dem Weibe gilt ihr ganzes Sinnen und Trachten"

    Pressestimmen

    "Die fürchterliche und gleichzeitig lustige Einsamkeit des Stadtneurotikers - wir denken an die Filme von und mit Woody Allen und neuerdings auch an die Romane von Michel Houellebecq.
    Schömels »Schnecke« haut in diese Kerbe"
    (Martin Brinkmann im Rheinischen Merkur vom 19.09.2002)

    "Episoden des Alleinseins und des Geschlechtslebens, lakonisch und mit viel Sinn fürs Tragikomische erzählt, stellenweise bis an den Rand des Slapsticks hochgetrieben. Wer meint, es in diesem Band mit einer männlich eingefärbten »Sex and the City«-Welt zu tun zu haben, der liegt ganz richtig. Nur dass es in Schömels Welt keine Dialoge gibt und erst recht kein gemeinsames Kichern über die kleinen Martyrien und Mysterien der Geschlechterdifferenz. Aus seinem eigenen Kopf kommt bei ihm keine Hauptfigur heraus."
    (Dirk Knipphals in der TAZ vom 09.10.2002)

     
         
     
           
       
    • Beitrag von single-generation.de zum Thema

    Partnersuchende und ihre Ängste
     
       

    Rezensionen

    BRINCKMANN, Martin (2002): Sex macht neurotisch und einsam.
    Wolfgang Schömels Debüt,
    in: Rheinischer Merkur v. 19.09.

    KNIPPHALS, Dirk (2002): Das ist mein feines helles Sakko.
    Der riesige Dildo und die Sache mit der Bushaltestelle: Wolfgang Schömel erzählt in seinem Band "Die Schnecke" neurotische Geschichten aus der Welt einsamer Männer,
    in: TAZ v. 09.10.

    NEUMANN, Brigitte (2002): Wolfgang Schömel: Die Schnecke. Überwiegend neurotische Geschichten,
    in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 06.12.

    In Zeiten des Sozialpopulismus ist es üblich geworden das Phänomen der Einpersonenhaushalte auf das Problem von Einsamkeit und Partnerlosigkeit zu reduzieren. Dies mag zwar einerseits das Leben von frustrierten Eltern und beziehungsgeschädigten Paaren in strahlenderem Glanze erscheinen lassen und andererseits den entronnenen Einsamen und Partnerlosen das wohlige Gefühl vermitteln, dass man das Schicksal mit Vielen geteilt hat.

    Das sind jedoch die Lebenslügen einer Gesellschaft, die sich ein selbstgerechtes Selbstbild zu Recht gelegt hat, weil sie es nicht ertragen kann, dass die Realität ganz anders aussieht.

    Einpersonenhaushalte sind nicht die Folge einer Gesellschaft der Partnerlosen, sondern die Konsequenz einer Politikstrategie, die ihren Kulturkampf mittels amtlicher Statistiken ausficht. Diese Politikstrategie zielt auf das Unsichtbarmachen von Paar- und Familienformen, die diese Gesellschaft in ihrer Mitte prägen

    Partnerlosigkeit ist in dieser Gesellschaft nicht häufiger als in vergangenen Gesellschaften.

    "Die Zerstörung der tradierten Rituale und Konventionen und Bräuche ist etwas, was als Erfolg gefeiert wird. - Die Freiheit des Subjekts. Aber in Wirklichkeit liefert sie das alleingelassene Subjekt ohne seinen familiären gesellschaftlichen, rituellen religiösen Bindungen ungepolstert der Wirklichkeit des Marktes aus. Und dem Konsum. (...). Diese Zerschlagung der Bräuche und Bindungen führt nicht zum persönlichen Glück, sondern meistens zur Vereinsamung. Davon gibt es in der Tat auch mehrere Hunderttausende allein in einer Stadt wie Hamburg von solchen Menschen, die im Grunde genommen mit nichts dastehen"

    zitiert die Rezensentin das SCHÖMEL-houellebecqsche Credo der Familie als letztes Bollwerk gegen den Kapitalismus. Leider ignoriert diese romantische Wehklage die geschichtliche Tatsache, dass Familie und Verwandtschaft in erster Linie eine schlechte Zwangsgemeinschaft war und erst unsere moderne Welt die Überwindung der grundlegendsten Nöte ermöglichte. Vor diesem Hintergrund muss man dieses Luxusgejammer einordnen.

    Hat man das begriffen, dann kann man Wolfgang SCHÖMELs Geschichten als das lesen, was sie sind: Geschichten über einsame Partnerlose in unserer Paar- und Familiengesellschaft. Dann ist das sozialpopulistische Pathos eines Widerstandskämpfers, mit dem der Moralist seine Normalbiografie zur besonderen Biografie überhöhen möchte, unnötig, wenn nicht gar lächerlich.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 09. Oktober 2002
    Update: 19. Juli 2015