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Christian Scholz: Die Arbeitswelt aus Sicht der Generationen

 
       
     
       
     
       
   

Christian Scholz in seiner eigenen Schreibe

 
   

SCHOLZ, Christian (2003): Das Prinzip Don Alphonso,
in: Manager-Magazin v. 20.08.

Christian SCHOLZ berichtet aus darwiportunistischer Perspektive über den Marketingerfolg von Don Alphonso:

"Hut ab, hier ist ein absoluter Medienprofi am Werk. Er kreiert seinen Hype und liefert eine mustergültige Fallstudie für angewandtes Medienmanagement. Don Alphonso zeigt, dass es auch heute möglich ist, ohne die publizistische Potenz von Bertelsmann, Econ oder Campus und ohne die Print-Netzwerke mancher als Autoren auftretender Journalisten, ein Buch in die Bestsellerlisten zu bringen".

 
       
   

Christian Scholz im Gespräch

 
   

Neu:
SCHWERTFEGER, Bärbel (2003): Brutale Realität,
in: Welt v. 03.05.

 
       
   

Generation Z (2014).
Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt
Wiley-Vch

 
   
     
 

Klappentext

"Die Diskussion um Generation Y ist noch nicht beendet. Doch Christian Scholz spricht auf Basis seiner Forschung bereits von der neuen Generation Z, die bereits jetzt Schulen und Arbeitswelt erobert. Bei diesen ab Anfang 1990 Geborenen weicht das Wertemuster fundamental von den Einstellungen voriger Generationen ab. In seinem Buch beschreibt er gleichermaßen positive wie negative Effekte und will vor allem Wege zu einem gegenseitigen Verständnis aufzeigen.

Der Leser taucht ein in die Lebenswelt der Generation Z, die aufgewachsen ist mit Massenentlassungen und Zeitarbeit einerseits und ungerecht hohen Vorstandsgehältern andererseits. Es erscheint nachvollziehbar, warum die nächste Generation eine emotionale Bindung an Unternehmen und Verantwortung ablehnt. Für die Generation Z ist Arbeit nur ein Mittel zum Zweck, reduziert auf den Zeitraum zwischen 9 und 17 Uhr. Beruf und Privatleben sind strikt getrennt. So sind die Digital Natives nach Feierabend für den Chef auf ihrem Smartphone nicht mehr erreichbar.

Das Buch bietet aber mehr als die Beschreibung dieser »Next Generation«. Christian Scholz regt auch zu einem generationenübergreifenden Dialog an: Andere Generationen können ihr Leben durch Übernahme einiger Gedanken der Generation Z bereichern und lebenswerter gestalten. Andererseits muss sich die Generation Z damit arrangieren, dass die volle Bandbreite ihrer Idealvorstellungen gesellschaftlich nicht tragbar ist. Damit erhöht sich die Chance auf ein künftig produktives Zusammenarbeiten und angenehmes Zusammenleben.

In diesem »Debattenbuch mit Praxisbezug« werden Ansätze zu der Frage geliefert, wie Unternehmen und Gesellschaft mit der Generation Z umgehen möchten, aber auch, wie umgekehrt die Generation Z mit ihrem Umfeld umgehen sollte."

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

A Z wie Zombie: Eine neue Generation, die uns alle irgendwie doch betrifft

Was wir vom Umgang mit Zombies lernen können: Es bewegt sich was, wir merken es kaum, aber es ist da
Warum uns das Konzept "Generation" weiter hilft: trotz Kritikern, die Schubladen zumachen, bevor sie offen sind
Wieso die Generation Z uns alle fasziniert: zwischen unrealistischer Heroisierung und unfairem "Bashing"
Wo die empirische Basis liegt: Es gibt mehr Daten, als es den Anschein hat
Was wir von der Generation Z schon wissen: einige Antworten und viele Fragezeichen
Wo uns dieses Buch hinführen will: notwendiger Diskurs, versuchsweise Erklärungen und irritierende Vorschläge

B Das Leben der Generation Z: Der ganz alltägliche Wahnsinn

Helikopter-Eltern und abgehobene Politiker
Die verkorkste Bologna-Reform
Finanz-, Wirtschafts- und Europakrisen
Praktikum, Leiharbeit und Werkvertrag als Perspektive?
Winterkorns Millionen als "ethischer Kompass"?
Jenseits von Neil Postman: Medien als Realität

C Das Treffen der Generationen: Die Generation Z steckt andere an

Generation Z: Unterschätzte Relevanz
Generation Y: Zeitlich eng bei Generation Z, aber ganz anderer Hintergrund
Generation X: Inhaltlich eng bei Generation Z, aber ganz andere Konsequenzen
Babyboomer: Viel mehr als nur ein Altersunterschied

D Digital Natives: Die schöne neue Welt der ultimativen Wachstumsbeschleuniger

Der ideale Konsument: Gläsern und gutwillig
Der ideale Lebenspartner: Verlässlich und brav
Der ideale Mitarbeiter: "Always on" und immer informiert
Der ideale Arbeitsplatz: Kostengünstig und flexibel
Die ideale Arbeitswelt: Mit der Cloud und in der Cloud

E Generation Z als unbequeme Wirklichkeit: Worüber man lieber nicht sprechen möchte

Die Raupe Nimmersatt
Die militante Kuschelkohorte
Die digitalen Naiven
Das Weichei in der Hängematte

F Nachdenkpause und Standortbestimmung: Von der Raupe zum Schmetterling?

G Wo wir handeln könnten: Vorschläge für eine neue andere Lebenswelt

Wann arbeiten? Geregelte Arbeitszeit und geregelte Freizeit
Wo arbeiten? Unternehmen als klar abgegrenzte Zweitwohnung
Wie leben? Selbstdefinition auch durch Konsum
Wie arbeiten? Qualifizierung als ultimative Versicherung
Was arbeiten: Führung als notwendiges Übel
Womit arbeiten? Selektive soziale Medien trennen privat und dienstlich
Wofür arbeiten? Die Abkehr vom Leistungslohn und die Rückkehr der Sinnfrage

H Schluss

Zitate:

Begriff "Babyboomer"

"Babyboomer (geboren von 1950-1964)"
(2014, S.16)

"In einem sind sich die meisten Forscher und Beobachter der aktuellen Lebenswelt völlig einig: Keine Generation hatte und hat es so gut wie die Babyboomer: Aufgewachsen im Wirtschaftswunder standen ihnen alle Türen offen. Sie konnten experimentieren, opponieren, debattieren oder sich auch nur einfach selbst optimieren. Sie konnten völlig neue Wege gehen und hatten zu keinem Zeitpunkt Zukunftsangst."
(2014, S.82)

Begriff "Generation Z"

"Weitgehend Einigkeit herrscht darüber, dass die Generation Z streng dem Alphabet folgend nach den Generationen X und Y kommt. Als tendenzieller Beginn gilt das Geburtsjahr 1995, ein Startwert, den viele Arbeiten zur Generation Z verwenden. Andere Autoren positionieren den Anfang der Generation Z etwas früher und legen ihn auf 1991 fest. An dieser Stelle sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass Generationen nicht nur über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Alterskohorte zu definieren sind.

Nur wenige verwenden den Begriff völlig anders. Einer davon ist Reinhard Mohr. Er spricht in seinem Buch Generation Z oder Von der Zumutung älter zu werden über (...) die zentrale Herausforderung einer Generation (...), die auf die 60 zugeht und übergangslos von der optimistisch-selbstischeren Revolte der Jugend in die zynisch-verunsicherte Desillusionierung wechselt. Auch wenn der Autgor von einer Generation Z spricht, meint er das, was man inzwischen allgemein als die Babyboomer bezeichnet."
(2014, S.31f.)

Tabelle: Merkmale der vier Nachkriegsgenerationen
  Babyboomer
ca. ab 1950
Generation X
ca. ab 1965
Generation Y
ca. ab 1980
Generation Z
ca. ab 1995
Alternative Namen Generation Jones Generation Me Millennials Homeland
Präsidenten Kennedy / Brandt Reagan / Schmidt Clinton / Kohl Obama / Merkel
Musiker Woodstock / Peter Kraus Nirvana / Die Toten Hosen Red Hot Chili Peppers /Die fantastischen Vier Miley Cyrus / Conchita Wurst
Damenmode Minirock Hot Pants Leggings Normcore
Filme Easy Rider / Zur Sache Schätzchen Reality Bites / Angst essen Seele auf 500 Days of Summer / Lola rennt Tribute von Panem / Fack Ju Göhte
Rolle Kollektivismus Individualismus Kollektivismus Individualismus
Gruppengefühl Gesellschaft Gemeinschaft Gesellschaft Gemeinschaft
Quelle: Christian Scholz 2014, S.33 und 35; eigene Darstellung

Begriff Generation X

"Der Roman von Douglas Coupland Generation X hat viel bewegt, prägte er doch diese Bezeichnung und machte so das Konzept der Generationen populär. Sein Buch gehört allerdings zu denen, die viele nur vom Titel her kennen, ohne es gelesen zu haben. Während man sich dieses Nicht-Lesen bei anderen Büchern durchaus wünscht, ist es bei Douglas Coupland bedauerlich und schade: Sein Roman zeigt deutlich, wie sich die Generation X als Produkt des Zeitgeistes fast folgerichtig entwickelt und zu einer Gedankenströmung mit klar ausgeprägten Wertemustern formt. Zudem deckt sich seine Beschreibung der Generation X weitgehend mit den wissenschaftlich fundierten Konkretisierungen der Generation X - auch darin, dass die Generation X als Gegenbewegung auf die davor liegende Generation der Babyboomer zu verstehen ist."
(2014, S.79)

"Die Hauptaussagen von Douglas Coupland treffen zu: Die Generation X gilt in der Tendenz weitgehend als eine verlorene Generation, mit wenig Idealen, mit kaum Perspektiven, die primär an abzuzahlende Raten denkt und den Abschluss von Versicherungen möglichst für all die Fälle sucht, für die sie bisher noch keine Versicherung abgeschlossen hat."
(2014, S.80) 

 
     
 
       
   

Rezensionen

fehlen noch

 
       
   

Spieler ohne Stammplatzgarantie (2003).
Darwiportunismus in der neuen Arbeitswelt
Weinheim: Wiley-Vch

 
   
     
 

Definition:

Darwiportunismus

"wechselseitige Beeinflussung zwischen der individuellen Suche nach Chancen (»Opportunismus«) und dem kollektiven Mechanismus des Aussortierens von dem, was nicht zur Wettbewerbsfähigkeit des Systems beiträgt (»Darwinismus«)"(S.81)

Zitate:

Die generationsspezifischen Wertesysteme der Eliten

1) Babyboomer oder 68er

"Diese Gruppe wird geprägt von den bis Anfang der fünfziger Jahre Geborenen. Die Babyboomer hatten zumindest in der Zeit von 1966 bis 1974 Visionen und Ideale (...). Trotzdem musste diese Generation wie keine andere mit erheblicher Widersprüchlichkeit leben (...).
Die Generation der Babyboomer war zwar in vielerlei Hinsicht idealistisch und wollte eine  »bessere Welt«, sie agierte aber trotzdem opportunistisch: Gerade angesichts der Fülle von wirtschaftlichen Chancen, die sich durch Wiederaufbau und beginnende Globalisierung auftaten, war und ist dies auch nicht überraschend (...).

Persönliche Vision + gesellschaftlicher Idealismus = Babyboomer"  (S.61f.)

2) Generation X

"Generation X, wird üblicherweise positioniert als die bis 1978 Geborenen. Sie ist vollkommen anders: ohne jegliche Illusion über die Gesellschaft, aber auch ohne eine positive Vision der eigenen Zukunft. Besonders markant hat Douglas Coupland diese Generation beschrieben und ihr den Weg in die mentale Wüste vorhergesagt. (...). Die private Perspektivlosigkeit ging einher mit einer vermeintlichen, teilweise aber auch sehr realen beruflichen Chancenlosigkeit. Die Xer hatten nicht mehr das Gefühl und nicht mehr die Erwartung des Aufstieges oder des Aufschwungs. Für sie gab es im Extremfall nur noch eher schlecht bezahlte Arbeit, auch als »McJobs« bezeichnet.

Persönliche Perspektivlosigkeit + gesellschaftliche Desillusion = Generation X" (S.62)

3) Die flexiblen Menschen der Generation Y

"Und dann bildete sich Ende der neunziger Jahre plötzlich die Generation Y heraus, überwiegend bestehend aus Anfang der siebziger Jahre Geborenen, was die Überlappung der Generationen zeigt. Die Vertreter der Generation Y haben zwar ebenfalls keinerlei Idealvorstellungen von Staat und Gesellschaft, wohl aber markante Ideen zur eigenen, ganz individuell-persönlichen Zukunft. Reichtum, Selbstentfaltung und Eigenbestimmung rücken als Werte in den Vordergrund.
(...).
Die Generation Y ist ähnlich wie die Generation X konsumverwöhnt, allerdings in ihrem Konsumverhalten wesentlich selektiver und eigeninitiativer. Ode um es anders auszudrücken: Sie investiert bewusst Arbeitszeit, um damit bewusst Konsumzeit zu realisieren. Deshalb ist Geldverdienen keine Schande, sondern abgesehen von der materiellen Funktionalität eine deutliche Bestätigung für den Erfolg des eigenen Handelns. Die Lebensästheten der Generation Y sind damit extrem egoistisch, engagieren sich aber für die Natur und weniger privilegierte Bevölkerungsschichten. Sie sind jedoch eindeutig politikverdrossen.

Persönliche Vision + gesellschaftliche Desillusion = Generation Y" (S.63)

Generationsspezifische Reaktionen auf Entlassungen

"Peter (...) ist ein erfolgreicher IT-Manager. (...) Sein Job ist weg!
(...).
Ist Peter als Peter I der idealtypische Babyboomer, dann bricht für ihn die Welt zusammen, weil er sich schließlich für das Unternehmen aufgeopfert hat. Ein solcher Babyboomer ist zu einem gewissen Grad idealistisch. Bei ihm steht das Unternehmen tatsächlich im Mittelpunkt und er erwartet, dass seine Loyalität belohnt wird. Vertritt dagegen Peter II in idealtypischer Form die Generation X, dann wird er zwar resignierend mit den Schultern zucken, sich ansonsten in der Meinung bestärkt fühlen, dass sich Leistung sowieso nicht auszahlt. Er wird sich vor allem mit der Höhe seiner Abfindung beschäftigen und gegebenenfalls das Unternehmen verklagen. Gehört Peter III schließlich zur Generation Y, so hat er eine hohe Leistungsorientierung, aber keine ernsthafte Unternehmensbindung. Deshalb ist seine Antwort klar: Er wird sich zwar auch ärgern - aber nicht lange. Vielmehr lenkt er sehr schnell sein Leistungsstreben auf ein anderes Unternehmen. (S.140) 

Die Reaktion marktradikaler Unternehmen auf die generationsspezifischen Wertesysteme

"(Es) wird nur eine dem Darwiportunismus gerecht. Denn: Die Leitidee der Babyboomer scheidet aus, weil sie Werte wie Fairness und Loyalität auch auf Unternehmensseite unterstellt, eine nicht der Realität entsprechende Annahme. Die Leitidee der Generation X hat angesichts der Dominanz von darwinistischen Grundtendenzen nur eine geringe Überlebenswahrscheinlichkeit, da die Marktradikalität sukzessive gerade mit der Generation X wenig Geduld hat und sie ausselektieren wird. Es bleibt die Generation Y: Sie entspricht in wesentlichen Teilen dem Wertesystem, das auch dem Darwiportunismus zugrundeliegt, und hat darauf aufbauend einen klaren, individuellen Lebensentwurf. (S.140f.)

 
     
 
       
   

Rezensionen

LITTGER, Heike (2003): Die da oben und wir da oben.
Spieler ohne Stammplatzgarantie - das neue Buch von Christian Scholz,
in: change X v. 13.02.

 
   

Christian Scholz im WWW

www.orga.uni-sb.de
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. September 2003
Stand: 03. März 2016